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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Sozialplan, Tarifvertrag, Tarifsozialplan
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 4 AZR 798/05
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 06.12.2006
   
Leit­sätze:
  1. §§ 111, 112 Be­trVG schränken die Be­fug­nis von Ta­rif­ver­trags­par­tei­en zum Ab­schluss ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges mit ei­nem so­zi­al­planähn­li­chen In­halt nicht ein.
  2. Der Aus­schluss ei­nes ta­rif­li­chen Ab­fin­dungs­an­spruchs für den Fall der Er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge durch den gekündig­ten Ar­beit­neh­mer, wenn der Ar­beit­ge­ber vor­her auf die­se Be­din­gung hin­ge­wie­sen hat, verstößt we­der ge­gen Art. 3 Abs. 1 GG noch ge­gen § 612a BGB.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Gera
Thüringer Landesarbeitsgericht
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


4 AZR 798/05
8 Sa 175/05
Thürin­ger
Lan­des­ar­beits­ge­richt

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am
6. De­zem­ber 2006

UR­TEIL

Frei­tag, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­onskläge­rin,

pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­ons­be­klag­te,


hat der Vier­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf Grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 6. De­zem­ber 2006 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Be­p­ler, die Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Bott und Creutz­feldt so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Va­len­ti­en und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Pfeil für Recht er­kannt:

1. Die Re­vi­si­on der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 17. Ok­to­ber 2005 - 8 Sa 175/05 - wird zurück­ge­wie­sen.

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2. Die Kläge­rin hat die Kos­ten der Re­vi­si­on zu tra­gen.


Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über ei­nen An­spruch der Kläge­rin auf Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung we­gen der be­triebs­be­ding­ten Be­en­di­gung ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses.


Die Kläge­rin war seit dem 1. No­vem­ber 1990 bei der Be­klag­ten beschäftigt, zu­letzt im In­nen­dienst als Sach­be­ar­bei­te­rin für all­ge­mei­ne Leis­tun­gen und Zahn­er­satz. Nach § 2 Abs. 2 des Ar­beits­ver­tra­ges sind die für die Be­klag­te „gel­ten­den Ta­rif­verträge und sons­ti­gen Be­stim­mun­gen maßge­bend“.


Die Be­klag­te über­nahm ne­ben ih­rem ei­gent­li­chen Tätig­keits­feld im Jah­re 1998 zusätz­lich für an­de­re All­ge­mei­ne Orts­kran­ken­kas­sen Auf­ga­ben im Be­reich der Rech­nungs­prüfung und Be­legle­sung. Dies ge­schah auf ver­trag­li­cher Grund­la­ge ge­gen ei­ne Vergütung, nach­dem die Ver­si­cher­ten­zahl in Thürin­gen er­heb­lich zurück­ge­gan­gen war. Die Erfüllung die­ser „ex­ter­nen Auf­ga­ben“ wur­de zu­letzt durch 256 Beschäftig­te (entspr. 238,3 Voll­beschäftig­ten­ein­hei­ten) ge­leis­tet.


Im Jah­re 2003 be­schloss die Be­klag­te die Auf­ga­be die­ser „ex­ter­nen“ Ar­bei­ten, da sie nicht mehr kos­ten­de­ckend durch­zuführen und Ver­su­che ge­schei­tert wa­ren, bes­se­re ver­trag­li­che Be­din­gun­gen zu er­rei­chen. Nach Be­tei­li­gung des bei ihr be­ste­hen­den Per­so­nal­ra­tes wur­de am 13. No­vem­ber 2003 ent­schie­den, die Geschäfts­fel­der der Rech­nungs­prüfung und Be­legle­sung auf­zu­ge­ben, kei­ne neu­en Dienst­leis­tungs­aufträge von an­de­ren All­ge­mei­nen Orts­kran­ken­kas­sen mehr an­zu­neh­men und die be­ste­hen­den Auf­träge bis zum 31. De­zem­ber 2003, spätes­tens bis zum 31. März 2004 zu be­en­den. Da­durch ent­fiel bei der Be­klag­ten der Beschäfti­gungs­be­darf für 238,3 Voll­beschäftig­ten­ein­hei­ten. Mit dem Per­so­nal­rat wur­de ei­ne Aus­wahl­richt­li­nie für die be­triebs­be­ding­ten Kündi­gun­gen ver­ein­bart, mit de­nen ein ent­spre­chen­der Per­so­nal­ab­bau durch­geführt wer­den soll­te.

Die Be­klag­te ver­han­del­te mit dem Per­so­nal­rat auch über ei­nen So­zi­al­plan. Da­bei er­ga­ben sich zwei Al­ter­na­ti­ven. Nach dem ers­ten Vor­schlag soll­te ein Ge­samt­be­trag von 4 Mil­lio­nen Eu­ro für die Zah­lung von Ab­fin­dun­gen zur Verfügung ge­stellt
 


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wer­den; nach dem zwei­ten Vor­schlag soll­te das Vo­lu­men 4,5 Mil­lio­nen Eu­ro be­tra­gen, wo­bei ein Ab­fin­dungs­an­spruch al­ler­dings an die Be­din­gung ge­knüpft wer­den soll­te, dass der gekündig­te Beschäftig­te kei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge nach § 4 KSchG er-he­ben würde. Der Per­so­nal­rat ent­schied sich für die zwei­te Al­ter­na­ti­ve. Ei­ne ent­spre­chen­de Dienst­ver­ein­ba­rung wur­de am 22. Ja­nu­ar 2004 un­ter­zeich­net (im Fol­gen­den: DV-Soz­Plan).


An­sch­ließend stell­ten sich bei den Be­tei­lig­ten der Dienst­ver­ein­ba­rung Be­den­ken hin­sicht­lich der Wirk­sam­keit der DV-Soz­Plan ein. Denn nach § 72 Abs. 1 Satz 1 ThürPers­VG können Dienst­ver­ein­ba­run­gen nur wirk­sam ab­ge­schlos­sen wer­den, wenn sie im Ge­setz aus­drück­lich vor­ge­se­hen sind. Die Möglich­keit, So­zi­alpläne ab­zu­sch­ließen, ist in § 74 Abs. 2 Nr. 7 ThürPers­VG nur für ei­ne „Ra­tio­na­li­sie­rungs­maßnah­me“ vor­ge­se­hen. Ob un­ter die­sen Be­griff auch die von der Be­klag­ten ge­plan­te Maßnah­me fällt, wur­de als zwei­fel­haft an­ge­se­hen. Der Per­so­nal­rat der Be­klag­ten trat da­her an die Ge­werk­schaft ver.di so­wie die Ge­werk­schaft der So­zi­al­ver­si­che­rung (GdS) mit der Bit-te her­an, sich für den Ab­schluss ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges mit der Be­klag­ten ein­zu­set­zen, der den In­halt der DV-Soz­Plan über­neh­men soll­te. In den an­sch­ließen­den Ver­hand­lun­gen der Be­klag­ten mit den Ta­rif­kom­mis­sio­nen der Ge­werk­schaf­ten kam es am 9. März 2004 zu dem Ab­schluss ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges über ei­nen So­zi­al­plan zwi­schen der Be­klag­ten und den Ge­werk­schaf­ten ver.di und GdS (im Fol­gen­den: TV-Soz­Plan), in dem noch ver­bes­ser­te Be­din­gun­gen für die Beschäftig­ten er­reicht wer­den konn­ten. Die Ab­fin­dungs­re­ge­lung in dem TV-Soz­Plan lau­tet aus­zugs­wei­se wie folgt:

„§ 2 Ab­fin­dung


1. Grund­ab­fin­dung bei Kündi­gung


a) Beschäftig­te, die in den Gel­tungs­be­reich die­ses Ta­rif­ver­tra­ges fal­len und nach Er­halt ei­ner be­triebs­be­ding­ten or­dent­li­chen Kündi­gung we­gen der Be­en­di­gung der Auf­trags­geschäfte für an­de­re AOK’s bis zum Ab­lauf der Frist nach § 4 Satz 1 KSchG kei­ne Kla­ge auf Fest­stel­lung er­he­ben, dass das Ar­beits­verhält­nis durch die Kündi­gung nicht auf­gelöst wor­den ist, er­hal­ten ei­ne Ab­fin­dung. Der Ar­beit­ge­ber wird in der Kündi­gungs­erklärung dar­auf hin­wei­sen, dass die Kündi­gung auf drin­gen­de be­trieb­li­che Er­for­der­nis­se gestützt ist und der Beschäftig­te bei Ver­strei­chen­las­sen der Kla­ge­frist die Ab­fin­dung be­an­spru­chen kann. Enthält ei­ne Kündi­gungs­erklärung die­se bei­den Hin­wei­se nicht, be­steht der Ab­fin­dungs­an­spruch auch dann, wenn der Beschäftig­te ei­ne Kla­ge auf Fest­stel­lung er­hebt, dass das Ar­beits­verhält­nis durch die Kündi­gung nicht auf­gelöst wor­den ist.
 


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5. Ab­fin­dungs­an­spruch bei Einwänden des Per­so­nal­ra­tes ge­gen ei­ne be­ab­sich­tig­te be­triebs­be­ding­te Kündi­gung


Er­hebt der Per­so­nal­rat im Rah­men sei­ner Mit­wir­kung Ein-wände nach § 78 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 - 5 ThürPers­VG ge­gen die be­ab­sich­tig­te be­triebs­be­ding­te Kündi­gung ei­nes Beschäftig­ten, die nicht of­fen­sicht­lich un­be­gründet sind, hat der Beschäftig­te ab­wei­chend von § 2 Abs. 1 die­ses Ta­rif­ver­tra­ges auch dann ei­nen An­spruch auf Ab­fin­dung nach die­sem Ta­rif­ver­trag, wenn er die Un­wirk­sam­keit der Kündi­gung durch Kla­ge gel­tend macht und in die­sem Ver­fah­ren rechts-kräftig un­ter­liegt. In die­sem Fall wird der An­spruch auf Zah­lung der Ab­fin­dung erst fällig, wenn rechts­kräftig fest­steht, dass das Ar­beits­verhält­nis durch die Kündi­gung be­en­det wur­de.“

Nach Anhörung des Per­so­nal­ra­tes, der kei­ne Einwände ge­gen die be­ab­sich­tig­te Kündi­gung er­hob, wur­de die Kläge­rin mit Schrei­ben vom 1. April 2004 or­dent­lich be­triebs­be­dingt zum 31. De­zem­ber 2004 gekündigt. Wei­ter heißt es in dem Kündi­gungs­schrei­ben der Be­klag­ten aus­zugs­wei­se:


„Wie Ih­nen eben­falls be­kannt ist, hat die AOK Thürin­gen mit den Ge­werk­schaf­ten ver.di und GdS ei­nen Ta­rif­ver­trag ab­ge­schlos­sen, der Ab­fin­dungs­zah­lun­gen für be­triebs­be­dingt aus­schei­den­de Beschäftig­te vor­sieht. In die­sem Zu­sam­men­hang wird aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass auch Sie ei­nen An­spruch auf Ab­fin­dung nach die­sem Ta­rif­ver­trag ha­ben, wenn Sie die Kla­ge­frist des § 4 Kündi­gungs­schutz­ge­setz ver­strei­chen las­sen, oh­ne ei­ne ge­gen die Kündi­gung ge­rich­te­te Kla­ge zu er­he­ben.“


Mit Schrift­satz vom 13. April 2004 er­hob die Kläge­rin beim Ar­beits­ge­richt Ge­ra Kla­ge auf Fest­stel­lung, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en durch die Kündi­gung der Be­klag­ten vom 1. April 2004 zum 31. De­zem­ber 2004 nicht auf­gelöst wer­de, son­dern un­verändert fort­be­ste­he.


Während des Kündi­gungs­schutz­pro­zes­ses er­wei­ter­te die Kläge­rin die Kla­ge zunächst um den Hilfs­an­trag auf die Fest­stel­lung, dass ihr ein Ab­fin­dungs­an­spruch nach der DV-Soz­Plan zu­ste­he. In der Kam­mer­ver­hand­lung vor dem Ar­beits­ge­richt schlos­sen die Par­tei­en am 30. No­vem­ber 2004 fol­gen­den Teil-Ver­gleich:


„1. Die Par­tei­en sind sich dar­in ei­nig, dass das zwi­schen ih­nen be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis auf Grund or­dent­li­cher be­triebs­be­ding­ter Ar­beit­ge­berkündi­gung vom 01.04.2004 zum 31.12.2004 be­en­det wird.
 


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2. Die Be­klag­te zahlt an die Kläge­rin für den Ver­lust des Ar­beits­plat­zes ei­ne Ab­fin­dung gemäß §§ 9, 10 KSchG, § 3 EStG in Höhe von 6.209,91 € brut­to, fällig zum 31.12.2004. Die Par­tei­en sind sich darüber ei­nig, dass die­se Ab­fin­dung auf ei­nen even­tu­ell be­ste­hen­den Ab­fin­dungs­an­spruch nach dem So­zi­al­plan­tarif­ver­trag vom 09.03.2004 an­ge­rech­net wird.“

Die Kläge­rin hat so­dann noch die „zwei­te Hälf­te“ der nach dem TV-Soz­Plan vor­ge­se­he­nen Ab­fin­dung in rech­ne­risch un­strei­ti­ger Höhe gel­tend ge­macht. Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass der Aus­schluss des Ab­fin­dungs­an­spruchs bei Er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge nicht wirk­sam sei. Ein So­zi­al­plan dürfe nicht funk­ti­ons­wid­rig da­zu ge­nutzt wer­den, dem Un­ter­neh­mer die ge­plan­te Be­triebsände­rung zu er­leich­tern und ihm das Ri­si­ko von Rechts­feh­lern, die im Voll­zug der Be­triebsände­rung un­ter­lau­fen, ab­zu­neh­men. Dies führe auch zu ei­ner Ver­let­zung des Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes, da auch ein gekündig­ter Ar­beit­neh­mer, ge­genüber des­sen Kündi­gung kei­ne recht­li­chen Be­den­ken bestünden und für den des­halb auch kein An­lass für ei­ne ge­richt­li­che Über­prüfung be­ste­he, für den Ver­lust des Ar­beits­plat­zes ei­ne Ab­fin­dung er­hal­te.


Die Kläge­rin hat be­an­tragt, 


die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie ei­ne Ab­fin­dung aus dem So­zi­al­plan­tarif­ver­trag in Höhe von 12.419,81 Eu­ro un­ter Ab­zug der Ab­fin­dung aus dem So­zi­al­ver­gleich in Höhe von 6.209,91 Eu­ro zu zah­len.

Die Be­klag­te hat ih­ren Kla­ge­ab­wei­sungs­an­trag mit dem Weg­fall ei­nes Ab­fin­dungs­an­spruchs durch die Er­he­bung der Kündi­gungs­schutz­kla­ge durch die Kläge­rin be­gründet. Da der TV-Soz­Plan ei­ne frei­wil­li­ge Leis­tung der Be­klag­ten re­ge­le, sei­en die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en frei, den erklärten Zweck der Leis­tung, nämlich Rechts­si­cher­heit und rei­bungs­lo­se Ab­wick­lung der Be­triebsände­rung in Form ei­ner Be­din­gung im TV-Soz­Plan zu re­geln.


Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung der Kläge­rin zurück­ge­wie­sen. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt die Kläge­rin ihr Kla­ge­ziel wei­ter. Die Be­klag­te be­an­tragt, die Re­vi­si­on zurück­zu­wei­sen.
 


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Ent­schei­dungs­gründe


Die Re­vi­si­on ist un­be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge zu Recht ab­ge­wie­sen.

I. Die Re­vi­si­on ist ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten ge­setzmäßig be­gründet und da­mit zulässig.

1. Zur ord­nungs­gemäßen Be­gründung der Re­vi­si­on gehört die An­ga­be der Re­vi­si­ons­gründe, § 72 Abs. 5 ArbGG iVm. § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 ZPO. Bei Sachrügen gehört da­zu die be­stimm­te Be­zeich­nung der Umstände, aus de­nen sich die Rechts­ver­let­zung er­gibt, § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a ZPO. Die Re­vi­si­ons­be­gründung muss die Rechts­feh­ler des Lan­des­ar­beits­ge­richts so auf­zei­gen, dass Ge­gen­stand und Rich­tung des Re­vi­si­ons­an­griffs er­kenn­bar sind. Da­her muss die Re­vi­si­ons­be­gründung ei­ne Aus­ein­an­der­set­zung mit den Ur­teils­gründen des an­ge­foch­te­nen Ur­teils ent­hal­ten (Se­nat 30. Au­gust 2000 - 4 AZR 333/99 -; BAG 29. Ok­to­ber 1997 - 5 AZR 624/96 - BA­GE 87, 41, 44). Mit die­sen An­for­de­run­gen soll auch si­cher­ge­stellt wer­den, dass der Pro­zess­be­vollmäch­tig­te des Re­vi­si­onsklägers das an­ge­foch­te­ne Ur­teil im Hin­blick auf das Rechts­mit­tel über­prüft und mit Blick­rich­tung auf die Rechts­la­ge ge­nau durch­denkt. Außer­dem soll die Re­vi­si­ons­be­gründung durch ih­re Kri­tik des an­ge­foch­te­nen Ur­teils zur rich­ti­gen Rechts­fin­dung durch das Re­vi­si­ons­ge­richt bei­tra­gen (Se­nat 30. Au­gust 2000 - 4 AZR 333/99 -; 30. Mai 2001 - 4 AZR 272/00 -; BAG 6. Ja­nu­ar 2004 - 9 AZR 680/02 - BA­GE 109, 145, 148 f.). Die bloße Dar­stel­lung an­de­rer Rechts­an­sich­ten oh­ne je­de Aus­ein­an­der­set­zung mit den Gründen des Be­ru­fungs­ur­teils genügt den An­for­de­run­gen an ei­ne ord­nungs­gemäße Re­vi­si­ons­be­gründung nicht (BAG 13. April 2000 - 2 AZR 173/99 -).


2. Die Re­vi­si­ons­be­gründung der Kläge­rin wird die­sen ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen noch ge­recht.


a) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat sei­ne ab­wei­sen­de Ent­schei­dung da­mit be­gründet, dass die Kläge­rin ei­nes mögli­chen Ab­fin­dungs­an­spruchs aus dem TV-Soz­Plan ver­lus­tig ge­gan­gen sei, in­dem sie ei­ne Kla­ge auf Fest­stel­lung der Un­wirk­sam­keit der Kündi­gung nach § 4 KSchG er­ho­ben ha­be. Die ent­spre­chen­de Klau­sel im TV-Soz­Plan sei wirk­sam. An­ders als bei ei­nem er­zwing­ba­ren So­zi­al­plan der Be­triebs­part­ner sei­en
 


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die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ei­ner frei­wil­li­gen so­zi­al­planähn­li­chen Re­ge­lung nicht ge­hin­dert, den An­spruch auf Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung für den Ver­lust des Ar­beits­plat­zes von der Nicht­er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge abhängig zu ma­chen. Dies sei vom Bun­des­ar­beits­ge­richt für ei­ne frei­wil­li­ge Be­triebs­ver­ein­ba­rung (31. Mai 2005 - 1 AZR 254/04 - AP Be­trVG 1972 § 112 Nr. 175 = EzA Be­trVG 2001 § 112 Nr. 14) und für frei-wil­li­ge Leis­tun­gen auf Grund ei­ner Ge­samt­zu­sa­ge (15. Fe­bru­ar 2005 - 9 AZR 116/04 - BA­GE 113, 327) be­reits ent­schie­den wor­den. Glei­ches gel­te für den TV-Soz­Plan, weil auch die dar­in vor­ge­se­he­ne Leis­tung der Be­klag­ten als frei­wil­lig an­zu­se­hen sei. Ein So­zi­al­plan sei durch den Per­so­nal­rat nicht er­zwing­bar ge­we­sen, weil es sich bei der ge­plan­ten Be­triebsände­rung der Be­klag­ten nicht um ei­ne Ra­tio­na­li­sie­rungs­maßnah­me im Sin­ne von § 74 Abs. 2 Nr. 7 ThürPers­VG ge­han­delt ha­be. Die Klau­sel ver­s­toße we­der ge­gen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz noch ge­gen das Maßre­ge­lungs­ver­bot (§ 612a BGB). Mit der frei­wil­lig über­nom­me­nen Ver­pflich­tung könne der Zweck ver­bun­den wer­den, nicht nur wirt­schaft­li­che Nach­tei­le der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer aus­zu­glei­chen, son­dern auch den Ab­lauf des Ab­baus der Ar­beits­kräfte möglichst störungs­frei und planmäßig zu ge­stal­ten. Dies ent­spre­che auch „mu­ta­tis mutan­dis“ der durch § 1a KSchG seit 2004 ein­geführ­ten Rechts­la­ge.

b) Die dem ent­ge­gen­ge­stell­te Re­vi­si­ons­be­gründung der Kläge­rin be­steht zwar in wei­ten Tei­len aus ei­ner - weit­ge­hend wört­li­chen - Wie­der­ga­be der Ent­schei­dungs­gründe des Ur­teils des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 20. De­zem­ber 1983 (- 1 AZR 442/82 - BA­GE 44, 364), in dem die Ver­knüpfung ei­ner So­zi­al­plan­leis­tung gem. § 112 Be­trVG mit ei­nem Ver­strei­chen­las­sen der Kla­ge­frist des § 4 Satz 1 KSchG für un­wirk­sam erklärt wur­de. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat sei­ne Ent­schei­dung je­doch aus­drück­lich und tra­gend da­mit be­gründet, dass es sich vor­lie­gend ge­ra­de nicht um ei­ne So­zi­al­plan­ab­fin­dung, son­dern um ei­ne ta­rif­ver­trag­lich ge­re­gel­te Ab­fin­dung han­delt. Da­mit trifft das zen­tra­le Ar­gu­ment der Kläge­rin, es feh­le an ei­ner kol­lek­ti­ven Re­ge­lungs­macht des Be­triebs­ra­tes, den vor­lie­gen­den Sach­ver­halt nicht, weil es hier nicht um ei­ne vom Be­triebs­rat/Per­so­nal­rat ab­ge­schlos­se­ne Ver­ein­ba­rung geht, mit­hin des­sen kol­lek­ti­ve Re­ge­lungs­macht vom Lan­des­ar­beits­ge­richt nicht erörtert wur­de. Die Kläge­rin ar­gu­men­tiert je­doch ergänzend, die Zu­las­sung der Möglich­keit, die § 1a KSchG bie­te, könne nicht auf ei­ne der­ar­ti­ge Ver­ein­ba­rung der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en für die Ar­beit­neh­mer über­tra­gen wer­den und macht hier­zu wei­te­re Ausführun­gen. Das lässt er­ken­nen, dass die Re­vi­si­on sich zu­min­dest auch ge­gen die Erwägung des Lan­de­ar­beits­ge­richts rich­ten soll, die - von der Re­vi­si­on be­strit­te­ne - Zulässig­keit ei­ner sol­chen ta­rif­ver­trag­li­chen
 


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Re­ge­lung las­se sich auch durch den Rück­griff auf den Rechts­ge­dan­ken des § 1a KSchG be­gründen. Da­mit ist die Re­vi­si­on zulässig.

II. Die Re­vi­si­on ist je­doch un­be­gründet. Die Kläge­rin be­ruft sich oh­ne Er­folg auf den TV-Soz­Plan als An­spruchs­grund­la­ge. Sie erfüllt die dort wirk­sam ge­re­gel­ten An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen nicht, weil sie ge­gen die ihr ge­genüber aus­ge­spro­che­ne be­triebs­be­ding­te Kündi­gung ei­ne Kla­ge gemäß § 4 Satz 1 KSchG er­ho­ben hat.


1. Die Ta­rif­re­ge­lung, nach der die Nicht­er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge durch den be­triebs­be­dingt gekündig­ten Ar­beit­neh­mer Vor­aus­set­zung für ei­nen Ab­fin­dungs­an­spruch ist, ist wirk­sam.


a) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on steht dem der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz nicht ent­ge­gen.

Die­se Erwägung ist schon des­halb fehl­sam, weil der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz nur ein­greift, wenn ein Ar­beit­ge­ber ge­stal­tend wirkt und nicht le­dig­lich - auch ver­meint­li­chen - Norm­voll­zug be­treibt (Se­nat 6. Ju­li 2005 - 4 AZR 27/04 - AP BGB § 611 Leh­rer, Do­zen­ten Nr. 166 = EzA BGB 2002 § 242 Gleich­be­hand­lung Nr. 6; BAG 26. No­vem­ber 1998 - 6 AZR 335/97 - BA­GE 90, 219, 228). Mit der im Ta­rif­ver­trag aus­drück­lich vor­ge­se­he­nen Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen gekündig­ten Ar­beit­neh­mern, die kei­ne Kla­ge er­ho­ben ha­ben, und sol­chen, die sich ge­richt­lich ge­gen die ih­nen ge­genüber aus­ge­spro­che­ne be­triebs­be­ding­te Kündi­gung ge­richt­lich zur Wehr ge­setzt ha­ben, woll­te die Be­klag­te er­kenn­bar le­dig­lich die von ihr als ver­bind­lich an­ge­se­he­ne Ta­rif­norm des § 2 Abs. 1 TV-Soz­Plan voll­zie­hen.


b) Die zu­grun­de lie­gen­de ta­rif­ver­trag­li­che Re­ge­lung ver­letzt aber auch nicht den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz aus Art. 3 Abs. 1 GG.

aa) Der ver­fas­sungs­recht­li­che Gleich­heits­satz ver­bie­tet es, glei­che Sach­ver­hal­te un­ter­schied­lich zu be­han­deln. Ei­ne Un­gleich­be­hand­lung liegt vor, wenn sich für die vor­ge­nom­me­ne Dif­fe­ren­zie­rung ein vernünf­ti­ger, sich aus der Na­tur der Sa­che er­ge­ben­der oder sonst wie ein­leuch­ten­der Grund nicht fin­den lässt, wenn al­so für ei­ne am Gleich­heits­ge­dan­ken ori­en­tier­te Be­trach­tung die Re­ge­lung als willkürlich an­zu­se­hen ist. Der Gleich­heits­satz wird durch ei­ne Ta­rif­norm ver­letzt, wenn die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en es versäumt ha­ben, tatsächli­che Gleich­hei­ten oder Un­gleich­hei­ten der zu ord­nen­den Le­bens­verhält­nis­se zu berück­sich­ti­gen, die so be­deut­sam sind, dass sie bei ei­ner am Ge­rech­tig­keits­ge­dan­ken ori­en­tier­ten Be­trach­tungs­wei­se be­ach­tet wer­den

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müssen. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ha­ben hier­nach ei­ne weit­ge­hen­de Ge­stal­tungs­frei­heit. Sie brau­chen nicht die zweckmäßigs­te, vernünf­tigs­te und ge­rech­tes­te Lösung zu wählen, viel­mehr genügt es, wenn sich für die ge­trof­fe­ne Re­ge­lung ein sach­lich ver­tret­ba­rer Grund er­gibt. Es ist nicht Auf­ga­be der Ge­rich­te zu prüfen, ob die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en die ge­rech­tes­te oder zweckmäßigs­te Lösung für ein Re­ge­lungs­pro­blem ge­fun­den ha­ben (ständi­ge Recht­spre­chung, vgl. BAG 6. No­vem­ber 2002 - 5 AZR 487/01 - AP GG Art. 3 Nr. 300; 18. Ja­nu­ar 2001 - 6 AZR 492/99 - AP BAT § 52 Nr. 8 = EzA GG Art. 3 Nr. 92).


bb) Da­nach wa­ren die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en nicht ge­hin­dert, den Ab­fin­dungs­an­spruch an die Nicht­er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge zu bin­den. Hierfür be­stand ein sach­li­cher Grund.


Die Be­klag­te hat ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se an der frühzei­ti­gen Klärung, ob das Ar­beits­verhält­nis oh­ne Durchführung ei­nes Kündi­gungs­schutz­ver­fah­rens be­en­det wird. Selbst wenn der Ar­beit­ge­ber in ei­nem Kündi­gungs­rechts­streit ob­siegt, ist dies mit - mögli­cher­wei­se nicht un­er­heb­li­chen - Kos­ten ver­bun­den, schon weil die erst­in­stanz­li­chen Kos­ten ei­nes Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten auch von der ob­sie­gen­den Par­tei selbst zu tra­gen sind (§ 12a Abs. 1 Satz 1 ArbGG) und weil zusätz­li­cher Auf­wand durch die ge­bo­te­ne In­for­ma­ti­on der Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten und die außer­ge­richt­li­che Auf­be­rei­tung des Streitstof­fes ent­steht. Fer­ner be­steht das Ri­si­ko, den Kündi­gungs­rechts­streit zu ver­lie­ren mit der re­gelmäßigen Fol­ge der Ver­pflich­tung zur Zah­lung von An­nah­me­ver­zugs­lohn (§ 615 BGB, § 11 KSchG). Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ha­ben in ei­ner Ge­samt­abwägung die­ses In­ter­es­se als sach­lich ge­recht­fer­tigt an­er­kannt und sei­ne Berück­sich­ti­gung durch die frag­li­che Klau­sel ge­genüber der von der Be­klag­ten an­ge­bo­te­nen Ge­gen­leis­tung als aus­ge­wo­gen an­ge­se­hen. Das genügt.


c) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist es für die Wirk­sam­keit der ta­rif­li­chen Re­ge­lung oh­ne Be­deu­tung, ob die DV-Soz­Plan we­gen ei­nes Ver­s­toßes ge­gen § 72 Abs. 1 Satz 1, § 74 Abs. 2 Nr. 7 ThürPers­VG un­wirk­sam ist. Die Wirk­sam­keit oder Un­wirk­sam­keit der DV-Soz­Plan berührt die Wirk­sam­keit der ta­rif­ver­trag­li­chen Klau­sel nicht. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts kommt es für die Zulässig­keit der Be­din­gung der Nicht­er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge in § 2 Abs. 1 Buchst. a TV-Soz­Plan nicht dar­auf an, ob hier ein Fall der Er­zwing­bar­keit ei­nes So­zi­al­plans vor­liegt. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en sind nicht ge­hin­dert, ei­nen Ta­rif­ver­trag zu ver­ein­ba­ren, der ei­nen so­zi­al­planähn­li­chen In­halt hat, ins­be­son­de­re ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung bei be­triebs­be­ding­ten Kündi­gun­gen vor­sieht, auch wenn

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vor­her, gleich­zei­tig oder da­nach von Be­triebs- oder Dienst­stel­len­part­nern ein So­zi­al­plan gemäß § 112 Be­trVG, § 75 Abs. 3 Nr. 13 BPers­VG, § 74 Abs. 2 Nr. 7 ThürPers­VG ab­ge­schlos­sen wor­den ist oder auch nur er­zwing­bar wäre. Ei­ne sol­che Ein­schränkung der Ta­rif­au­to­no­mie, die die Zulässig­keit von ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen an die feh­len­de Er­zwing­bar­keit von Be­triebs- oder Dienst­ver­ein­ba­run­gen knüpft, ist nicht be­gründ­bar. Eben­so we­nig be­gren­zen Schran­ken, wel­chen die Be­triebs­par­tei­en bei ih­rer ge­setz­lich vor­ge­ge­be­nen Re­ge­lungs­auf­ga­be im Rah­men des § 112 Be­trVG un­ter­lie­gen, die Rechts­set­zungs­macht der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en.


aa) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat mit den Erwägun­gen über die von ihm an­ge­nom­me­ne Un­wirk­sam­keit der DV-Soz­Plan be­gründet, dass die Leis­tun­gen der Be­klag­ten als „frei­wil­lig“ und nicht er­zwing­bar an­zu­se­hen sind. Es hat sich da­mit auf die Ausführun­gen des Ers­ten Se­nats in sei­ner Ent­schei­dung vom 31. Mai 2005 (- 1 AZR 254/04 - AP Be­trVG 1972 § 112 Nr. 175 = EzA Be­trVG 2001 § 112 Nr. 14) be­zo­gen. Der Ers­te Se­nat hat­te ei­ne zusätz­li­che Ab­fin­dungs­leis­tung für gekündig­te Ar­beit­neh­mer, die kei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge er­he­ben, in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung nur des­halb als zulässig an­ge­se­hen, weil die­se Re­ge­lung in ei­ner ge­son­der­ten, ne­ben ei­nem So­zi­al­plan ab­ge­schlos­se­nen Be­triebs­ver­ein­ba­rung ent­hal­ten war und nicht in ei­nem - er­zwing­ba­ren - be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen So­zi­al­plan selbst, bei dem ei­ne sol­che Re­ge­lung aus­ge­schlos­sen sei. Bei ei­ner sol­chen Ge­stal­tung sei­en die Be­triebs­part­ner auf Grund der Frei­wil­lig­keit der Leis­tung in der Be­stim­mung des Zwecks der zusätz­li­chen Ab­fin­dung auch in­so­fern frei, als da­mit das sach­li­che In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers an Rechts- und Pla­nungs­si­cher­heit berück­sich­tigt wer­den könne (BAG 31. Mai 2005 - 1 AZR 254/04 - aaO, zu II 2 b der Gründe).


bb) Die Erwägung, es müsse sich um ei­ne frei­wil­li­ge Leis­tung des Ar­beit­ge­bers idS han­deln, ist im Rah­men der Rechts­kon­trol­le ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges je­doch nicht dar­an ge­bun­den, dass ein So­zi­al­plan mit iden­ti­schem oder ähn­li­chem In­halt nicht er­zwing­bar oder dass er wirk­sam wäre. Denn ein Ta­rif­ver­trag ist recht­lich oh­ne­hin nicht er­zwing­bar; ei­ne dar­in ver­ein­bar­te Leis­tung des Ar­beit­ge­bers ist vor dem Hin­ter­grund der Ent­schei­dung des Ers­ten Se­nats stets als „frei­wil­lig“ an­zu­se­hen. Die Ta­rif­par­tei­en sind des­halb auch dann nicht an ei­ner so­zi­al­planähn­li­chen Re­ge­lung, in der Ab­fin­dungs­ansprüche un­ter die Be­din­gung ge­stellt sind, dass ei­ne be­triebs­be­ding­te Kündi­gung klag­los hin­ge­nom­men wird, ge­hin­dert, wenn ein So­zi­al­plan bestünde, in dem ei­ne sol­che Re­ge­lung nicht wirk­sam vor­ge­se­hen wer­den kann (BAG 31. Mai 2005 - 1 AZR 254/04 - AP Be­trVG 1972 § 112 Nr. 175 = EzA Be­trVG 2001 § 112 Nr. 14). Ein



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Ta­rif­ver­trag, der oh­ne wei­te­res nur für die bei der ta­rif­sch­ließen­den Ge­werk­schaft or­ga­ni­sier­ten Ar­beit­neh­mer des Be­trie­bes gilt, und ein für al­le be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer des Be­trie­bes un­abhängig von ih­rer Ge­werk­schafts­zu­gehörig­keit gel­ten­der So­zi­al­plan sind prin­zi­pi­ell ne­ben­ein­an­der möglich (so be­reits Se­nat 24. No­vem­ber 1993 - 4 AZR 225/93 - BA­GE 75, 126, 133; BAG 11. Ju­li 1995 - 3 AZR 8/95 - AP TVG § 1 Ta­rif­verträge: Ver­si­che­rungs­ge­wer­be Nr. 10 = EzA TVG § 4 Öff­nungs­klau­sel Nr. 1; vgl. auch Fit­ting Be­trVG 23. Aufl. §§ 112, 112a Rn. 178; Oet­ker GK-Be­trVG 8. Aufl. §§ 112, 112a Rn. 127; Ri­char­di/An­nuß Be­trVG 10. Aufl. § 112 Rn. 178; DKK-Däubler Be­trVG 10. Aufl. §§ 112, 112a Rn. 55; Hess in HSWG Be­trVG 6. Aufl. § 112 Rn. 60 ff.; Preis/Ben­der in Wlotz­ke/Preis Be­trVG 3. Aufl. §§ 112, 112a Rn. 24; Löwisch/Kai­ser Be­trVG 5. Aufl. § 112 Rn. 66; Ha­Ko-Be­trVG/Stef­fan 2. Aufl. §§ 112, 112a Rn. 61; HWK/Ho­hen­statt/Wil­lem­sen 2. Aufl. § 112 Be­trVG Rn. 80). Dies ist ins­be­son­de­re im Be­reich der sog. ta­rif­li­chen Ra­tio­na­li­sie­rungs­schutz­ab­kom­men, bei de­nen sich die An­wen­dungs­be­rei­che zu­min­dest teil­wei­se auf Fälle der Be­triebsände­run­gen iSv. § 111 Satz 3 Be­trVG er­stre­cken, häufig der Fall (vgl. zB § 13 Man­tel­ta­rif­ver­trag für die che­mi­sche In­dus­trie vom 24. Ju­ni 1992 bei BAG 26. Mai 1998 - 3 AZR 23/97 - AP TVG § 1 Ta­rif­verträge: Che­mie Nr. 14 = EzA TVG § 4 Che­mi­sche In­dus­trie Nr. 2; für das pri­va­te Bank­ge­wer­be und die öffent­li­chen Ban­ken §§ 3, 9 Ta­rif­ver­ein­ba­rung zur Ab­si­che­rung von Ar­beitsplätzen und Ein­kom­men bei Ra­tio­na­li­sie­rungs­maßnah­men idF vom 8. Ju­li 2004 da­zu Kap­pes/Sau­er Kom­men­tar 6. Aufl. RSA § 3 Anm. b) ff.; für den öffent­li­chen Dienst ent­spre­chend § 1 Abs. 1 Un­terabs. 2, § 7 des Ta­rif­ver­tra­ges über den Ra­tio­na­li­sie­rungs­schutz für An­ge­stell­te vom 9. Ja­nu­ar 1987 idF vom 2. April 2002; wei­te­re Bei-spie­le bei Wie­de­mann TVG 6. Aufl. § 1 Rn. 405). Die Ta­rif­au­to­no­mie iVm. § 2 Abs. 1 TVG deckt aber auch die Be­fug­nis zum Ab­schluss ent­spre­chen­der Fir­men­ta­rif­verträge ab (Fit­ting aaO §§ 112, 112a Rn. 179a; Ha­nau/Thüsing ZTR 2001, 1, 49, 53; vgl. auch grdl. BAG 10. De­zem­ber 2002 - 1 AZR 96/02 - BA­GE 104, 155, 160 ff.). Die da­bei mögli­cher­wei­se ent­ste­hen­de Kon­kur­renz zu be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen So­zi­alplänen ist nach all­ge­mei­ner Mei­nung nach dem Güns­tig­keits­prin­zip zu lösen (vgl. nur Hess in HSWG aaO § 112 Rn. 64; Ri­char­di/An­nuß aaO § 112 Rn. 181; Röder/Ba­eck In­ter­es­sen­aus­gleich und So­zi­al­plan 3. Aufl. S. 140; Mar­tin Heit­her So­zi­al­plan und So­zi­al­recht S. 66). Aus der in § 112 Abs. 1 Satz 4 Be­trVG ge­setz­lich ge­re­gel­ten Aus­nah­me vom grundsätz­li­chen Ta­rif­vor­be­halt nach § 77 Abs. 3 Be­trVG kann nicht der Um­kehr­schluss ge­zo­gen wer­den, dass es in die­sem Be­reich den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ver­wehrt ist, ei­genständi­ge Ver­ein­ba­run­gen ab­zu­sch­ließen (Zwan­zi­ger in Däubler TVG 2. Aufl. § 4 Rn. 1018c; ErfK/Ka­nia 6. Aufl. §§ 112, 112a Be­trVG Rn. 13; Löwisch DB
 


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2005, 554, 557 f.; aA Ni­co­lai Anm. SAE 2004, 240, 248 ff. un­ter Ver­ken­nung der un­ter­schied­li­chen Bin­dungs­re­ge­lun­gen; ein­schr. Bau­er/Krie­ger NZA 2004, 1019, 1022 f.). Die An­nah­me ei­ner Sperr­wir­kung ei­nes be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen So­zi­al­plans ge­genüber dem Ta­rif­ver­trag ist sys­tem­fremd; aus dem Be­trVG er­gibt sich kei­ne Ein­schränkung der Re­ge­lungs­be­fug­nis der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en (BAG 18. Au­gust 1987 - 1 ABR 30/86 - BA­GE 56, 18, 36; Thüsing/Ri­cken JbAr­bR Bd. 42 S. 113, 122 f.; Kühling/Ber­tels­mann NZA 2005, 1017, 1018 f.). Dies würde im Übri­gen im Er­geb­nis den or­ga­ni­sier­ten Ar­beit­neh­mern den Ta­rif­schutz auch in be­triebs­rats­lo­sen Be­trie­ben neh­men (Löwisch DB 2005, 554, 558; Braun/Schrei­ner Ar­bRB 2006, 243). Für ei­ne sol­che Ein­schränkung der grund­recht­lich geschütz­ten Ta­rif­au­to­no­mie gibt es kei­ne Rechts­grund­la­ge. Zur Erörte­rung theo­re­tisch mögli­cher Gren­zen der Be­fug­nis der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en beim Ab­schluss und ggf. bei der Durch­set­zung von so­zi­al­planähn­li­chen Ta­rif­verträgen gibt der vor­lie­gen­de Sach­ver­halt kei­nen An­lass. Aus der grundsätz­li­chen Un­abhängig­keit von ne­ben­ein­an­der mögli­chem Ta­rif­ver­trag und So­zi­al­plan folgt je­den-falls, dass die recht­li­chen Ge­stal­tungsmöglich­kei­ten je­weils ei­ge­nen Re­geln un­ter­lie­gen und ge­setz­li­che Ge­stal­tungs­gren­zen, de­nen die Be­triebs­par­tei­en un­ter­lie­gen, nicht oh­ne wei­te­res ge­genüber den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en wir­ken.


d) Die ta­rif­ver­trag­li­che An­spruchs­vor­aus­set­zung der Nicht­er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge ist ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on auch kein Ver­s­toß ge­gen das Maßre­ge­lungs­ver­bot aus § 612a BGB.


aa) § 612a BGB ver­bie­tet dem Ar­beit­ge­ber die Be­nach­tei­li­gung ei­nes Ar­beit­neh­mers, weil die­ser in zulässi­ger Wei­se sei­ne Rech­te ausübt. Da­bei kann das Maßre­ge­lungs­ver­bot auch ver­letzt sein, wenn dem Ar­beit­neh­mer Vor­tei­le vor­ent­hal­ten wer­den, die der Ar­beit­ge­ber an­de­ren Ar­beit­neh­mern gewährt, die ih­re - ent­spre­chen­den - Rech­te nicht aus­geübt ha­ben (BAG 12. Ju­ni 2002 - 10 AZR 340/01 - BA­GE 101, 312, 318; 23. Fe­bru­ar 2000 - 10 AZR 1/99 - BA­GE 94, 11, 22 f., je­weils mwN).

bb) Die ta­rif­li­che Re­ge­lung verstößt nicht ge­gen die­ses Ver­bot. Re­gelmäßig wer­den Ver­ein­ba­run­gen, in de­nen der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mern für den Fall des Ver­zichts auf die Er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge ei­ne Ab­fin­dung ver­spricht, als mit § 612a BGB ver­ein­bar und recht­lich nicht zu be­an­stan­den an­ge­se­hen (Se­nat 3. Mai 2006 - 4 AZR 189/05 - EzA BGB 2002 § 612a Nr. 3; BAG 31. Mai 2005 - 1 AZR 254/04 - AP Be­trVG 1972 § 112 Nr. 175 = EzA Be­trVG 2001 § 112 Nr. 14, mit zahl­rei­chen wei­te­ren Nach­wei­sen; 15. Fe­bru­ar 2005 - 9 AZR 116/04 - BA­GE 113, 327, 339).
 


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Dem Ar­beit­neh­mer bleibt die freie Ent­schei­dung, ob er sein Kla­ge­recht ver­folgt oder für die Nicht­wahr­neh­mung die­ser Möglich­keit ei­ne Ge­gen­leis­tung des Ar­beit­ge­bers erhält. An­dern­falls wären Ab­fin­dungs­ver­glei­che in Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren eben­so wie sog. „Ab­wick­lungs­ver­ein­ba­run­gen“ nicht möglich. Die­se Fol­ge wäre mit dem Schutz­ziel des Maßre­ge­lungs­ver­bo­tes von § 612a BGB nicht zu ver­ein­ba­ren (BAG 15. Fe­bru­ar 2005 - 9 AZR 116/04 - aaO). Das gilt auch für Ta­rif­ver­trags­re­ge­lun­gen, die ei­nem Ar­beit­neh­mer - wie hier der Kläge­rin - ei­nen Ab­fin­dungs­an­spruch, zu de­ren Leis­tung der Ar­beit­ge­ber nicht aus an­de­ren Rechts­gründen ver­pflich­tet ist, nur dann gewähren, wenn er - nach vor­he­ri­gem Hin­weis des Ar­beit­ge­bers - die Un­wirk­sam­keit der Kündi­gung nicht ge­richt­lich gel­tend macht.


2. Die Nicht­er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge war Vor­aus­set­zung für ei­nen ta­rif­ver­trag­li­chen Ab­fin­dungs­an­spruch der Kläge­rin. Die­se Vor­aus­set­zung hat sie nicht erfüllt.


a) Die Be­klag­te hat die nach § 2 Abs. 1 Buchst. a Satz 2 TV-Soz­Plan er­for­der­li­che vor­he­ri­ge In­for­ma­ti­on über die Be­triebs­be­dingt­heit der Kündi­gung und die Nicht­er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge als Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen Ab­fin­dungs­an­spruch nach dem TV-Soz­Plan erfüllt (zur Not­wen­dig­keit der Kennt­nis des Ar­beit­neh­mers von den Fol­gen der Er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge vgl. Se­nat 3. Mai 2006 - 4 AZR 189/05 - EzA BGB 2002 § 612a Nr. 3). Im Kündi­gungs­schrei­ben der Be­klag­ten vom 1. April 2004 an die Kläge­rin ist der In­halt der ent­spre­chen­den Ta­rif­vor­schrift be­son­ders her­aus­ge­ho­ben wie­der­ge­ge­ben. Auch hat der Per­so­nal­rat bei der Be­klag­ten kei­ne Einwände ge­gen die Kündi­gung gemäß § 2 Abs. 5 TV-Soz­Plan er­ho­ben.


b) Die Kläge­rin hat ge­gen die ihr ge­genüber aus­ge­spro­che­ne be­triebs­be­ding­te Kündi­gung beim Ar­beits­ge­richt Ge­ra am 13. April 2004 ei­ne Kla­ge gemäß § 4 KSchG er­ho­ben. Da­mit erfüllt sie nicht die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Ab­fin­dung nach § 2 TV-Soz­Plan.


3. Ob die Kläge­rin ei­nen Ab­fin­dungs­an­spruch in der gel­tend ge­mach­ten Höhe aus der DV-Soz­Plan hat, hat­te der Se­nat nicht zu ent­schei­den. Die Kläge­rin hat ih­re Kla­ge nicht hier­auf gestützt.
 


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III. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.


Be­p­ler 

Bott 

Creutz­feldt

Va­len­ti­en 

Pfeil

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