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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Tarifvertrag, Teilzeitbeschäftigung, Tarifvertrag: Bezugnahme
   
Gericht: Hessisches Landesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 16 Sa 1543/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 08.02.2010
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Kassel, Urteil vom 18.06.2008, 3 Ca 513/08
   

Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt


Ak­ten­zei­chen: 16 Sa 1543/09

(Ar­beits­ge­richt Kas­sel: 3 Ca 513/08)  

Verkündet am:

08. Fe­bru­ar 2010

gez.
Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

Im Na­men des Vol­kes

Ur­teil

In dem Be­ru­fungs­ver­fah­ren

Kläge­rin und

Be­ru­fungskläge­rin

Pro­zess­be­vollmäch­tigt.:


ge­gen

Be­klag­te und

Be­ru­fungs­be­klag­te

Pro­zess­be­vollmäch­tigt.:

hat das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt, Kam­mer 16,

auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 08. Fe­bru­ar 2010
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt als Vor­sit­zen­den
und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter
und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter
als Bei­sit­zer
für Recht er­kannt:

Die Be­ru­fung der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Kas­sel vom 18. Ju­ni 2008 – 3 Ca 513/08 – wird zurück­ge­wie­sen.

Auf die Be­ru­fung des Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Kas­sel vom 18. Ju­ni 2008 – 3 Ca 513/08 – teil­wei­se ab­geändert:

Die Kla­ge wird ab­ge­wie­sen.

Die Kläge­rin hat die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.

Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

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Tat­be­stand


Die Par­tei­en strei­ten über Rest­vergütungs­ansprüche aus der Zeit von Fe­bru­ar 2008 bis Ok­to­ber 2008.

Der Be­klag­te ist die A und be­treibt in der Rechts­form ei­nes ein­ge­tra­ge­nen Ver­eins un­ter an­de­rem das Sport-, Na­tur- und Er­leb­nis­camp am B.

Die am 13. Ja­nu­ar 1958 ge­bo­re­ne, ver­hei­ra­te­te Kläge­rin war zunächst auf der Grund­la­ge der "Nie­der­schrift für ein ge­ringfügi­ges Beschäfti­gungs­verhält­nis" vom 1. März 2007 bis 31. Ok­to­ber 2007 bei dem Be­klag­ten beschäftigt. Auf­grund ei­ner te­le­fo­ni­schen Ab­spra­che mit der Be­klag­ten­sei­te vom 15. Fe­bru­ar 2008 ver­rich­te­te die Kläge­rin am 18., 19., 20., 25. und 26. Fe­bru­ar 2008 in dem Er­leb­nis­camp am B Rei­ni­gungs­ar­bei­ten. Ab 1. März 2008 wur­de sie im Dienst­plan im Um­fang ei­ner ge­ringfügi­gen Beschäfti­gung ein­ge­teilt. Im Mai 2008 un­ter­zeich­ne­te die Kläge­rin ei­ne ihr von dem Be­klag­ten zu­ge­lei­te­te und für die­sen von C un­ter­zeich­ne­te "Nie­der­schrift über ein ge­ringfügi­ges Beschäfti­gungs­verhält­nis" für die Zeit vom 1. März 2008 bis 30. No­vem­ber 2008; in­so­weit wird auf Blatt 6 der Ak­ten Be­zug ge­nom­men. Im Fe­bru­ar 2008 leis­te­te die Kläge­rin 21 Ar­beits­stun­den, im März 2008 23 Ar­beits­stun­den, im April 2008 18,5 Ar­beits­stun­den, im Mai 2008 43,75 Ar­beits­stun­den, im Ju­ni 2008 45,25 Ar­beits­stun­den, im Ju­li 2008 40 Ar­beits­stun­den, im Au­gust 2008 50 Ar­beits­stun­den, im Sep­tem­ber 2008 50 Ar­beits­stun­den und im Ok­to­ber 2008 34 Ar­beits­stun­den; in­so­weit wird auf die St­un­den­auf­stel­lung Blatt 7 bis 15 der Ak­ten Be­zug ge­nom­men.

Der Be­klag­te beschäftigt in der ge­nann­ten Ein­rich­tun­gen in ei­nem un­be­fris­te­ten Voll­zeit­ar­beits­verhält­nis die Camp­ma­na­ge­rin, ei­nen Tech­ni­ker und ei­nen Koch. Auf die Ar­beits­verhält­nis­se mit die­sen Mit­ar­bei­tern wen­det der nicht ta­rif­ge­bun­de­ne Be­klag­te den TVöD an, nicht je­doch auf die für die Dau­er der Sai­son (1. März bis 30. No­vem­ber) be­fris­tet in Teil­zeit beschäftig­ten sechs Rei­ni­gungs­kräfte. Die­se er­hal­ten ei­ne mo­nat­li­che Vergütung von 330 €, die sich wie folgt zu­sam­men­setzt: 40 St­un­den zu je 7,67 € plus 23,01 € ist gleich 330 € (ge­run­det).

Die Kläge­rin hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, es lie­ge ein Ab­ruf­ar­beits­verhält­nis im Sin­ne des § 12 Tz­B­fG vor. Da­nach hätte der Be­klag­te die Kläge­rin wöchent­lich für je­weils 10 St­un­den und täglich für min­des­tens drei St­un­den zur Ar­beit ein­tei­len müssen. Fer­ner sei auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin der TVöD an­zu­wen­den, in des­sen Ent­gelt­grup­pe E 2 Stu­fe 2 die Kläge­rin ein­grup­piert sei. Im Jahr 2007 sei in ei­ner

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Stel­len­an­zei­ge da­mit ge­wor­ben wor­den, dass die Vergütung in An­leh­nung an den TVöD er­fol­ge; in­so­weit wird auf die Stel­len­an­zei­ge Blatt 73 der Ak­ten ver­wie­sen. We­gen der sich im Ein­zel­nen er­rech­nen­den Höhe der Kla­ge­for­de­rung wird auf die Kla­ge­schrift Be­zug ge­nom­men.

Die Kläge­rin hat be­an­tragt, den Be­klag­ten zu ver­ur­tei­len an die Kläge­rin

für den Mo­nat Fe­bru­ar 2008 436,11 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. März 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat März 2008 436,11 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. April 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat April 2008 436,11 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. Mai 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat Mai 2008 484,95 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. Ju­ni 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat Ju­ni 2008 523,65 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. Ju­li 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat Ju­li 2008 503,01 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. Au­gust 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat Au­gust 2008 619,11 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. Sep­tem­ber 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat Sep­tem­ber 2008 590,73 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. Ok­to­ber 2008 zu zah­len;

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für den Mo­nat Ok­to­ber 2008 490,11 € brut­to abzüglich be­reits ge­zahl­ter 352 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. No­vem­ber 2008 zu zah­len.

Der Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, es lie­ge kein Ab­ruf­ar­beits­verhält­nis vor, da die Kläge­rin auf­grund ei­nes Dienst­plans zur Ar­beit ein­ge­teilt wor­den sei. Hin­sicht­lich der Beschäfti­gung im Fe­bru­ar 2008 sei die La­ge der Ar­beits­zeit te­le­fo­nisch mit der Kläge­rin ver­ein­bart wor­den, so dass auch in­so­weit kei­ne Ab­ruf­ar­beit vor­lie­ge. Auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin fin­de der TVöD -wie für die an­de­ren Rei­ni­gungs­kräfte auch- kei­ne An­wen­dung. Je­den­falls sei die Kläge­rin nur in Ent­gelt­grup­pe 1 Stu­fe 2 ein­zu­grup­piert, was ein Grund­ge­halt von 330,58 € er­ge­be.

Das Arb­Ger hat der Kla­ge in Höhe von 172,80 € brut­to nebst Zin­sen statt­ge­ge­ben und die Kla­ge im übri­gen ab­ge­wie­sen. In­so­weit wird auf das Ur­teil vom 18. Ju­ni 2009 (Blatt 103 bis 113 der Ak­ten) Be­zug ge­nom­men. Das Ur­teil wur­de bei­den Par­tei­en am 18. Au­gust 2009 zu­ge­stellt. Hier­ge­gen hat die Kläge­rin mit ei­nem am 10. Sep­tem­ber 2009 und der Be­klag­te mit ei­nem am 16. Sep­tem­ber 2009 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt. Die Be­ru­fungs­be­gründung der Kläge­rin ist am 15. Ok­to­ber 2009 und die des Be­klag­ten am 16. Ok­to­ber 2009 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­gen.

Die Kläge­rin ist der Auf­fas­sung, sie ha­be nicht le­dig­lich ein­fachs­te Tätig­kei­ten im Sin­ne der Ent­gelt­grup­pe 1 TVöD aus­geübt. Dies er­ge­be sich dar­aus, dass für ei­ne fach­ge­rech­te Rei­ni­gung Hy­gie­ne­vor­schrif­ten zu be­ach­ten sei­en. Der wech­seln­de Per­so­nen­kreis der das Camp nut­zen­den Gäste sei mit dem in Kin­der­ta­gesstätten und Schu­len ver­gleich­bar, was ei­ne Ein­grup­pie­rung in Ent­gelt­grup­pe 2 TVöD recht­fer­ti­ge.

Die Kläge­rin be­an­tragt,

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Kas­sel vom 18. Ju­ni 2009-3 CA 513/08-ab­zuändern und den Be­klag­ten zu ver­ur­tei­len, an die Kläge­rin

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für den Mo­nat Fe­bru­ar 2008 436,11 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. März 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat März 2008 436,11 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. April 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat April 2008 436,11 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. Mai 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat Mai 2008 484,95 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. Ju­ni 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat Ju­ni 2008 523,65 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. Ju­li 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat Ju­li 2008 503,01 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. Au­gust 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat Au­gust 2008 619,11 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. Sep­tem­ber 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat Sep­tem­ber 2008 590,73 € brut­to, abzüglich be­reits ge­zahl­ter 330 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. Ok­to­ber 2008 zu zah­len;

für den Mo­nat Ok­to­ber 2008 490,11 € brut­to abzüglich be­reits ge­zahl­ter 352 € brut­to, zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 16. No­vem­ber 2008 zu zah­len.

Der Be­klag­te be­an­tragt,

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das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Kas­sel vom 18. Ju­ni 2009 -3 CA 513/08-ab­zuändern und die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Ent­ge­gen der An­sicht des Ar­beits­ge­richts sei der Ta­rif­ver­trag nicht aus Gründen der Gleich­be­hand­lung auf die Kläge­rin an­zu­wen­den. Die Kam­mer ha­be un­be­ach­tet ge­las­sen, dass der Be­klag­te ge­ringfügig Beschäftig­te aus­sch­ließlich für ein­fa­che Ar­bei­ten ein­setz­te, zu de­ren Ver­rich­tung je­der­mann im Stan­de ist. Dem­ge­genüber er­for­de­re das Tätig­keits­bild der in An­leh­nung an den TVöD vergüte­ten Mit­ar­bei­ter durchgängig ei­ne be­ruf­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on bzw. ei­ne ent­spre­chen­de Be­rufs­er­fah­rung.

Bei­de Par­tei­en be­an­tra­gen, die Be­ru­fung der je­wei­li­gen Ge­gen­sei­te zurück­zu­wei­sen.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des bei­der­sei­ti­gen Par­tei­vor­brin­gens wird auf die ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie die Sit­zungs­pro­to­kol­le Be­zug ge­nom­men.

Ent­schei­dungs­gründe

I. Die Be­ru­fun­gen sind statt­haft, § 8 Abs. 2 ArbGG, § 511 Abs. 1 ZPO, § 64 Abs. 2b Ar­beits­ge­richts­ge­setz. Sie sind auch frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den. Die Be­ru­fung der Kläge­rin ist je­doch un­zulässig, so­weit sie sich auf die Ab­wei­sung von Vergütungs­ansprüchen gestützt auf § 12 Tz­B­fG be­zieht. Hat das Arb­Ger über meh­re­re Streit­ge­genstände ent­schie­den, muss sich die Be­ru­fungs­be­gründung kon­kret mit je­dem ein­zel­nen Streit­ge­gen­stand be­fas­sen, wenn das Ur­teil ins­ge­samt an­ge­grif­fen wer­den soll. Fehlt für ei­nen Ge­gen­stand die Be­gründung, ist das Rechts­mit­tel in­so­weit un­zulässig (Ger­mel­mann, Ar­beits­ge­richts­ge­setz, 7. Aufl., § 64 Rand­num­mer 86). Das Arb­Ger hat die auf § 12 Tz­B­fG gestütz­ten Ansprüche der Kläge­rin mit der Be­gründung ab­ge­wie­sen, dass kein Ab­ruf­ar­beits­verhält­nis vor­lag (Sei­te 9 des Ur­teils). Hier­mit setzt sich die Kläge­rin in der Be­ru­fungs­be­gründung nicht aus­ein­an­der, wes­halb die Be­ru­fung in Be­zug auf die­sen Streit­ge­gen­stand un­zulässig ist, § 520 Abs. 3 ZPO. Im Übri­gen ist die Be­ru­fung der Kläge­rin, wie auch die des Be­klag­ten ord­nungs­gemäß be­gründet wor­den.

II. Die Be­ru­fung des Be­klag­ten ist be­gründet, die der Kläge­rin da­ge­gen un­be­gründet.

Auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en fin­det der TVöD kei­ne An­wen­dung. Ei­ne

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Ta­rif­ver­trags auch nicht ver­trag­lich ver­ein­bart. Die von bei­den Par­tei­en un­ter­zeich­ne­te "Nie­der­schrift über ein ge­ringfügi­ges Beschäfti­gungs­verhält­nis" enthält ge­ra­de kei­ne Be­zug­nah­me auf den Ta­rif­ver­trag. Ei­ne sol­che er­gibt sich auch nicht aus der Stel­len­an­zei­ge (Blatt 73 der Ak­ten). Die­se be­trifft die Po­si­ti­on ei­ner Köchin/Koch. In­so­weit wird in Aus­sicht ge­stellt, dass die Vergütung in An­leh­nung an den TVöD er­fol­ge. Le­dig­lich am un­te­ren Rand der Stel­len­an­zei­ge heißt es: "Darüber hin­aus su­chen wir Rei­ni­gungs­kräfte auf 400 € Ba­sis."
Da­zu, ob auch in­so­weit der TVöD hin­sicht­lich der Vergütung her­an­ge­zo­gen wer­den soll, verhält sich die Stel­len­an­zei­ge nicht.

Ent­ge­gen der An­sicht des Ar­beits­ge­richts er­gibt sich die An­wen­dung des Ta­rif­ver­trags nicht aus Gründen der Gleich­be­hand­lung, ins­be­son­de­re dem Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung in § 4 Abs. 1 Tz­B­fG. Nach § 4 Abs. 1 Tz­B­fG darf ein teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer we­gen der Teil­zeit­ar­beit nicht schlech­ter be­han­delt wer­den als ein ver­gleich­ba­rer voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer, es sei denn, dass sach­li­che Gründe ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung recht­fer­ti­gen. Nach § 2 Abs. 1 S. 3 Tz­B­fG ist ver­gleich­bar ein voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer des Be­triebs mit der­sel­ben Art des Ar­beits­verhält­nis­ses und der glei­chen oder ei­ner ähn­li­chen Tätig­keit. Ei­ne Un­gleich­be­hand­lung we­gen Teil­zeit­ar­beit liegt da­mit vor, wenn die Dau­er der Ar­beits­zeit das Kri­te­ri­um dar­stellt, an das die Dif­fe­ren­zie­rung hin­sicht­lich der un­ter­schied­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen an­knüpft. Dies ist hier nicht der Fall. Die­je­ni­gen Voll­zeit­kräfte, auf die der Be­klag­te den Ta­rif­ver­trag an­wen­det, sind von ih­rer Tätig­keit nicht mit der Kläge­rin ver­gleich­bar. So­wohl die Camp­ma­na­ge­rin als auch der Haus­tech­ni­ker und der Koch brau­chen ei­ne spe­zi­el­le be­ruf­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on, um die ih­nen ver­trags­gemäß ob­lie­gen­den Auf­ga­ben ord­nungs­gemäß wahr­neh­men zu können. Die Camp­ma­na­ge­rin benötigt ins­be­son­de­re or­ga­ni­sa­to­ri­sche und wirt­schaft­li­che Fähig­kei­ten, der Haus­tech­ni­ker tech­ni­sches Fach­wis­sen und der Koch be­son­de­re Fach­kennt­nis­se in Be­zug auf die Pla­nung und Zu­be­rei­tung der Spei­sen. Selbst wenn die Kläge­rin als Rei­ni­gungs­kraft be­stimm­te Hy­gie­ne­vor­schrif­ten be­ach­ten muss, ist ih­re Tätig­keit in Be­zug auf An­for­de­run­gen und Ver­ant­wor­tung in kei­ner Wei­se mit der der in der Ein­rich­tung täti­gen Voll­zeit­beschäftig­ten ver­gleich­bar. Dies zeigt, dass die Un­gleich­be­hand­lung nicht we­gen der Dau­er der Ar­beits­zeit er­folgt, son­dern ih­re Ur­sa­che in der un­ter­schied­li­chen Tätig­keit hat.

Ein An­spruch der Kläge­rin auf An­wen­dung des Ta­rif­ver­trags er­gibt sich auch nicht aus dem all­ge­mei­nen ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz. Die­ser ge­bie­tet dem Ar­beit­ge­ber, sei­ne Ar­beit­neh­mer oder Grup­pen von Ar­beit­neh­mern, die sich in

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ver­gleich­ba­rer La­ge be­fin­den, bei An­wen­dung ei­ner selbst­ge­setz­ten Re­ge­lung gleich zu be­han­deln. Da­mit ver­bie­tet der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz nicht nur die willkürli­che Schlech­ter­stel­lung ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer in­ner­halb der Grup­pe, son­dern auch ei­ne sach­frem­de Grup­pen­bil­dung (BAG 15. Ju­li 2009-5 AZR 486/08, NZA 2009, 1202, Rand­num­mer 11). Die von dem Be­klag­ten vor­ge­nom­me­ne Grup­pen­bil­dung ist nicht zu be­an­stan­den. Die Grup­pe der Rei­ni­gungs­kräfte ist nicht mit der Grup­pe der un­be­fris­tet beschäftig­ten Voll­zeit­kräfte (Camp­ma­na­ge­rin, Haus­tech­ni­ker, Koch) ver­gleich­bar. Dies er­gibt sich aus den un­ter­schied­li­chen An­for­de­run­gen in Be­zug auf Qua­li­fi­ka­ti­on und Ver­ant­wor­tung.

III. Als un­ter­le­ge­ne Par­tei hat die Kläge­rin gemäß § 91 Abs. 1 ZPO die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.

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