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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Tendenzbetrieb, Mitbestimmung, Betriebsrat
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Köln
Akten­zeichen: 9 TaBV 74/07
Typ: Beschluss
Ent­scheid­ungs­datum: 24.06.2008
   
Leit­sätze:

1. An­zei­gen­re­dak­teu­re in Pres­se­un­ter­neh­men sind Ten­denzträger im Sin­ne des § 118 Abs. 1 S. 1 Ziff. 2 Be­trVG. (Rn.29)

2. Der Be­triebs­rat hat kein Mit­be­stim­mungs­recht bei der Aus­wahl von An­zei­gen­re­dak­teu­ren für Be­rufs­bil­dungs­maßnah­men. (Rn.49)

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Köln, Beschluss vom 17. Oktober 2007, 7 BV 122/07
   

9 TaBV 74/07

7 BV 122/07

Ar­beits­ge­richt Köln

Verkündet am 24. Ju­ni 2008

Claßen,
Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT KÖLN

 

BESCHLUSS

In dem Be­schluss­ver­fah­ren

mit den Be­tei­lig­ten

1. 

- An­trag­stel­ler, Be­schwer­de­geg­ner und An­schluss­be­schwer­deführer -

Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­te:

2. 

- An­trags­geg­ne­rin, Be­schwer­deführe­rin und An­schluss­be­schwer­de­geg­ne­rin -

Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­te:

hat die 9. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln
auf die münd­li­che Anhörung vom 24.06.2008
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Schwartz als Vor­sit­zen­den so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Spi­cker und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Fried­ho­fen

b e s c h l o s s e n :

1. Auf die Be­schwer­de der An­trags­geg­ne­rin wird der Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Köln vom 17. Ok­to­ber 2007 – 7 BV 122/07 – ab­geändert: Die Anträge wer­den zurück­ge­wie­sen.

2. Die An­schluss­be­schwer­de des An­trag­stel­lers wird zurück­ge­wie­sen.

3. Die Rechts­be­schwer­de ge­gen die­sen Be­schluss wird zu­ge­las­sen.

 

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G r ü n d e :

I. Die Be­tei­lig­ten strei­ten über ein Mit­be­stim­mungs­recht bei der Ent­sen­dung von An­zei­gen­re­dak­teu­ren zu be­trieb­li­chen Bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen.

Die Ar­beit­ge­be­rin (An­trags­geg­ne­rin) be­treibt ei­nen Zei­tungs­ver­lag. Mit Schrei­ben vom 20. März 2007 teil­te sie dem bei ihr be­ste­hen­den Be­triebs­rat mit, sie be­ab­sich­tig­te, 4 An­zei­gen­re­dak­teu­re an ei­ner be­trieb­li­chen Bil­dungs­maßnah­me „Ado­be Pho­to­shop CS2 – Fir­men­se­mi­nar“ teil­neh­men zu las­sen. Mit Schrei­ben vom 27. März 2007 lehn­te der Be­triebs­rat die zunächst nach § 98 Be­trVG be­an­trag­te Zu­stim­mung mit der Be­gründung ab, er könne nicht er­ken­nen, dass die An­zei­gen­re­dak­teu­re die­se Un­ter­rich­tung in ei­nem Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm für ih­re Tätig­keit benötig­ten.

Nach­dem es auch nach ei­ner Zu­si­che­rung der Ar­beit­ge­be­rin, die Wei­ter­bil­dung der An­zei­gen­re­dak­teu­re wer­de nicht zu ei­ner Ände­rung der Tätig­keit der in der Bild­be­ar­bei­tung Beschäftig­ten führen, zu kei­ner Ei­ni­gung ge­kom­men war, ver­trat die Ar­beit­ge­be­rin erst­mals mit Schrei­ben vom 16. April 2007 den Stand­punkt, es hand­le sich um ei­ne mit­be­stim­mungs­freie Bil­dungs­ver­an­stal­tung für Ten­denzträger im Sin­ne des § 118 Be­trVG, und ließ die Ver­an­stal­tung statt­fin­den.

Die An­zei­gen­re­dak­teu­re sind der An­zei­gen­ab­tei­lung zu­ge­ord­net. Sie sind zuständig für das Ver­fas­sen von Be­rich­ten bei An­zei­gen­son­der­veröffent­li­chun­gen zu Son­der­the­men, Mes­sen und Son­der­ver­an­stal­tun­gen so­wie für das Ver­fas­sen von An­zei­gen zu fir­men­be­zo­ge­nen The­men wie Ju­biläen und Geschäfts­neu­eröff­nun­gen oder

 

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Geschäfts­wie­de­reröff­nun­gen, die als Kun­den­an­zei­gen ge­kenn­zeich­net sind. Ih­re Auf­ga­be be­steht dar­in, Wort- und Bild­ma­te­ri­al zu sam­meln, sich­ten, ord­nen und aus­zuwählen, Tex­te zu be­ar­bei­ten und zu ver­fas­sen, die Tex­te re­dak­tio­nell und tech­nisch aus­zu­ge­stal­ten so­wie sämt­li­che Tätig­kei­ten zu ko­or­di­nie­ren. Sie neh­men nicht an der Re­dak­ti­ons­kon­fe­renz teil. Der Lei­ter der An­zei­gen­re­dak­ti­on und 3 wei­te­re An­zei­gen­re­dak­teu­re sind in den Ta­rif­ver­trag für Re­dak­teu­rin­nen und Re­dak­teu­re ein­grup­piert.

Mit dem vor­lie­gen­den An­trag, der am 3. Ju­li 2007 beim Ar­beits­ge­richt Köln ein­ge­gan­gen ist, be­gehrt der Be­triebs­rat, der Ar­beit­ge­be­rin auf­zu­ge­ben, es künf­tig zu un­ter­las­sen, oh­ne sei­ne Zu­stim­mung oder ei­ne er­set­zen­de Ent­schei­dung der Ei­ni­gungs­stel­le, in­ner­be­trieb­li­che Bil­dungs­maßnah­men für Mit­glie­der der Re­dak­ti­on Ver­lags­bei­la­gen der An­zei­gen­ab­tei­lung durch­zuführen, und der Ar­beit­ge­be­rin zu­gleich ein Ord­nungs­geld für den Fall der Zu­wi­der­hand­lung an­zu­dro­hen. Er ist der An­sicht, die Ent­sen­dung der 4 An­zei­gen­re­dak­teu­re zu der Bil­dungs­ver­an­stal­tung sei mit­be­stim­mungs­pflich­tig ge­we­sen, da die bei der Ar­beit­ge­be­rin täti­gen An­zei­gen­re­dak­teu­re kei­ne Ten­denzträger sei­en.

Das Ar­beits­ge­richt Köln hat durch Be­schluss vom 17. Ok­to­ber 2007 dem Un­ter­las­sungs­an­trag des Be­triebs­rats statt­ge­ge­ben und für den Fall der Zu­wi­der­hand­lung ein Ord­nungs­geld in Höhe bis zu EUR 1.000,00 an­ge­droht. Zur Be­gründung hat es aus­geführt, die An­zei­gen­re­dak­teu­re sei­en kei­ne Ten­denzträger, da sie nicht die für ei­nen Zei­tungs­ver­lag kenn­zeich­nen­de Ten­denz ver­wirk­lich­ten, son­dern die Be­lan­ge der An­zei­gen­kun­den un­terstütz­ten. Die Ar­beit­ge­be­rin las­se sie nicht an der Re­dak­ti­ons­kon­fe­renz teil­neh­men. Zu­dem er­schie­nen die von ih­nen er­stell­ten Ver­lags­bei­la­gen in­halts­gleich bei meh­re­ren Zei­tun­gen mit un­ter­schied­li­cher Ten­denz.

Ge­gen den am 9. No­vem­ber 2007 zu­ge­stell­ten Be­schluss hat die Ar­beit­ge­be­rin am 29. No­vem­ber 2007 Be­schwer­de ein­ge­legt und die­se – nach

 

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Verlänge­rung der Be­gründungs­frist bis zum 11. Fe­bru­ar 2008 – am 11. Fe­bru­ar 2008 be­gründet.

Sie ist wei­ter­hin der An­sicht, die Ver­lags­re­dak­teu­re sei­en Ten­denzträger. Sie er­stell­ten nicht nur Beiträge im Kun­den­auf­trag, son­dern ih­re Tätig­keit sei zu ca. 60 % die re­dak­tio­nel­le Be­ar­bei­tung all­ge­mei­ner The­men wie z. B. die Er­stel­lung der Wirt­schafts­bei­la­ge für ei­ne Re­gi­on, der Bei­la­gen „Bau­en & Woh­nen“, „Au­to­frühling, -som­mer, -herbst“, „Na­tur und Jagd“, „Cam­pus & Co. (Hoch­schul­ma­ga­zin)“, „did­ac­ta – die Bil­dungs­mes­se“, „Un­ser Hand­werk“ so­wie die Be­richt­er­stat­tung im wöchent­li­chen Im­mo­bi­li­en- und Ar­beits­stel­len­teil. Da­bei re­cher­chier­ten und ver­fass­ten die Re­dak­teu­re ih­re Beiträge völlig kun­den­un­abhängig. Für die Be­ur­tei­lung der Ten­denzträge­rei­gen­schaft sei nicht ent­schei­dend, ob sie an der Re­dak­ti­ons­kon­fe­renz teilnähmen oder nicht. Eben­falls könne nicht er­heb­lich sein, dass in­halts­glei­che Ver­lags­bei­la­gen bei ver­schie­de­nen Ta­ges­zei­tun­gen (K und K ) er­schie­nen.

Die Ar­beit­ge­be­rin be­an­tragt,

un­ter Abände­rung des Be­schlus­ses des Ar­beits­ge­richts Köln vom 17. Ok­to­ber 2007 – 7 BV 122/07 – die Anträge des Be­triebs­rats zurück­zu­wei­sen.

Der Be­triebs­rat be­an­tragt,

1. die Be­schwer­de der Ar­beit­ge­be­rin zurück­zu­wei­sen;

2. im We­ge der An­schluss­be­schwer­de un­ter teil­wei­ser Abände­rung des Be­schlus­ses des Ar­beits­ge­richts Köln vom 17. Ok­to­ber 2007 der Ar­beit­ge­be­rin für den Fall der Zu­wi­der­hand­lung ge­gen die Un­ter­las­sungs­ver­pflich­tung ein Ord­nungs­geld in Höhe von bis zu EUR 10.000,00 an­zu­dro­hen.

 

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Er ist wei­ter­hin der An­sicht, die An­zei­gen­re­dak­teu­re sei­en kei­ne Ten­denzträger. Sie er­stell­ten in­halts­glei­che Bei­la­gen für Ta­ges­zei­tun­gen mit un­ter­schied­li­cher Ten­denz, sei­en der An­zei­gen­ab­tei­lung zu­ge­ord­net und nähmen nicht an den Re­dak­ti­ons­kon­fe­ren­zen teil, in de­nen die geis­tig ide­el­le Ziel­set­zung der Beiträge für die be­tei­lig­ten Res­sorts nach den Vor­ga­ben des Her­aus­ge­bers fest­ge­legt wer­de. An­zei­gen­kun­den sei­en nur dann be­reit, in An­zei­gen­son­der­veröffent­li­chun­gen zu in­se­rie­ren, wenn die so­ge­nann­ten Kol­lek­tiv­tex­te ih­ren Wünschen entsprächen. Die An­zei­gen­re­dak­teu­re ver­wen­de­ten nicht 60 % ih­rer Ar­beits­zeit da­mit, selbst Beiträge zu ver­fas­sen. Viel­mehr ge­be es An­zei­gen­son­der­veröffent­li­chun­gen mit Beiträgen, die aus­sch­ließlich von Re­dak­teu­ren an­de­rer Res­sorts, von frei­en Re­dak­teu­ren oder von den in­se­rie­ren­den Kun­den selbst, z. B. ei­nem Fach­an­walt, ver­fasst wor­den und an­sch­ließend von den An­zei­gen­re­dak­teu­ren le­dig­lich zu­sam­men­ge­stellt wor­den sei­en.

Er ist der An­sicht, das an­ge­droh­te Ord­nungs­geld müsse auf bis zu EUR 10.000,00 erhöht wer­den, um die Ar­beit­ge­be­rin zur Erfüllung der Un­ter­las­sungs­ver­pflich­tung auch tatsächlich an­zu­hal­ten.

Die Ar­beit­ge­be­rin be­an­tragt,

die An­schluss­be­schwer­de des Be­triebs­rats zurück­zu­wei­sen.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf den Ak­ten­in­halt ver­wie­sen.

Das Be­schwer­de­ge­richt hat in der münd­li­chen Anhörung am 24. Ju­ni 2006 den Lei­ter der An­zei­gen­re­dak­ti­on Herrn I zur Sach­ver­halts­aufklärung an­gehört. We­gen des Er­geb­nis­ses wird auf das Sit­zungs­pro­to­koll vom 24. Ju­ni 2008 ver­wie­sen.

 

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II. Während die Be­schwer­de der Ar­beit­ge­be­rin in vol­lem Um­fang Er­folg hat, ist die An­schluss­be­schwer­de des Be­triebs­rats zurück­zu­wei­sen.

A. Die Be­schwer­de der Ar­beit­ge­be­rin und die An­schluss­be­schwer­de des Be­triebs­rats sind zulässig.

Die Be­schwer­de der Ar­beit­ge­be­rin ist gemäß § 87 Abs. 1 ArbGG statt­haft und wur­de in­ner­halb der in § 66 Abs. 1 S. 1, 2 ArbGG i. V. m. § 87 Abs. 2 S. 1 ArbGG vor­ge­schrie­be­nen Fris­ten ein­ge­legt und be­gründet.

Auch die An­schluss­be­schwer­de des Be­triebs­rats ist statt­haft und frist­ge­recht bin­nen der Er­wi­de­rungs­frist ein­ge­legt und auch be­gründet wor­den.

B. Die Be­schwer­de der Ar­beit­ge­be­rin ist be­gründet.

Der Be­triebs­rat hat kei­nen An­spruch ge­gen die Ar­beit­ge­be­rin, in­ner­be­trieb­li­che Bil­dungs­maßnah­men für An­zei­gen­re­dak­teu­re oh­ne sei­ne vor­he­ri­ge Zu­stim­mung oder die Ent­schei­dung der Ei­ni­gungs­stel­le zu un­ter­las­sen.

1. Der An­trag ist zwar zulässig. Ins­be­son­de­re ist er be­stimmt, da die Streit­fra­ge, ob der Be­triebs­rat von der Ar­beit­ge­be­rin for­dern kann, es zu un­ter­las­sen, An­zei­gen­re­dak­teu­re zu be­trieb­li­chen Bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen oh­ne sei­ne vor­he­ri­ge Zu­stim­mung oder die Ent­schei­dung der Ei­ni­gungs­stel­le zu ent­sen­den, weil er ein Mit­be­stim­mungs­recht bei der Durchführung hat, ge­nau be­zeich­net ist und des­halb mit Rechts­kraft ent­schie­den wer­den kann (vgl. da­zu: BAG, Be­schluss vom 30. Mai 2006 – 1 ABR 17/05 -).

2. Der An­trag ist je­doch nicht be­gründet.

Zwar hat der Be­triebs­rat un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 98 Be­trVG grundsätz­lich ein Mit­be­stim­mungs­recht bei der Durchführung von Maßnah­men

 

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der be­trieb­li­chen Be­rufs­bil­dung, ins­be­son­de­re auch bei der Aus­wahl der Ar­beit­neh­mer, die an ei­ner Be­rufs­bil­dungs­maßnah­me teil­neh­men sol­len (§ 98 Abs. 3 Be­trVG).

Da es sich aber bei den An­zei­gen­re­dak­teu­ren um Ten­denzträger han­delt, fin­det § 98 Abs. 3, 4 Be­trVG nach § 118 Abs. 1 S. 1 Be­trVG kei­ne An­wen­dung.

a. Bei der statt­ge­fun­de­nen Bil­dungs­maßnah­me „Ado­be Pho­to­shop CS“ han­delt es sich um ei­ne Be­rufs­bil­dungs­maßnah­me im Sin­ne des § 98 Be­trVG. Sie ver­mit­teln den An­zei­gen­re­dak­teu­ren be­rufs­spe­zi­fi­sche Fähig­kei­ten für ih­re tägli­che Ar­beit bei der Be­ar­bei­tung von Bild­ma­te­ri­al und der Ab­stim­mung mit den An­zei­gen­kun­den.

b. Nach § 118 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 Be­trVG fin­den die Vor­schrif­ten des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes auf Un­ter­neh­men und Be­trie­be, die un­mit­tel­bar und über­wie­gend Zwe­cken der Be­richt­er­stat­tung oder Mei­nungsäußerung im Sin­ne von Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG die­nen, kei­ne An­wen­dung, so­weit die Ei­gen­art des Un­ter­neh­mens oder des Be­triebs dem ent­ge­gen­steht.

aa. Die Ar­beit­ge­be­rin ist ein Ten­denz­un­ter­neh­men. Ihr Geschäfts­zweck ist die Be­richt­er­stat­tung und Mei­nungsäußerung im Sin­ne der ge­setz­li­chen Re­ge­lung. Bei per­so­nen­be­zo­ge­nen Maßnah­men kommt des­halb ei­ne Ein­schränkung der Be­tei­li­gungs­rech­te des Be­triebs­rats in Be­tracht, wenn sie sog. Ten­denzträger be­tref­fen (vgl. BAG, Be­schluss vom 30. Mai 2006 – 1 ABR 17/05 -).

bb. Ein Beschäftig­ter ist Ten­denzträger, wenn die Be­stim­mun­gen und Zwe­cke des be­tref­fen­den Un­ter­neh­mens oder Be­trie­bes für sei­ne Tätig­keit prägend sind (vgl. BAG, Be­schluss vom 30. Mai 2006 – 1 ABR 17/05 –).

 

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Dies wird über­wie­gend bei Re­dak­teu­ren in Pres­se­un­ter­neh­men be­jaht, so­weit sie den Res­sorts der Be­richt­er­stat­tung zu­ge­ord­net sind.

aaa. Ob dies ge­ne­rell auch für An­zei­gen­re­dak­teu­re in Pres­se­un­ter­neh­men gilt, ist da­ge­gen um­strit­ten (vgl. für Ten­denzträge­rei­gen­schaft: May­er-Ma­ly in AfP 1976, S. 3, 4; Hess-Sch­lochau­er/Worz­al­la/Glock/Ni­co­lai, Be­trVG, 7. Aufl., § 118 Rdn. 31 a; Ri­char­di-Thüsing, Be­trVG, 11. Aufl., § 118 Rdn. 125 un­ter Hin­weis auf den Schutz nach Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG auch für die­sen Be­reich der Pres­se; ge­gen Ten­denzträge­rei­gen­schaft: Däubler/Kitt­ner/Kle­be, Be­trVG, 10. Aufl., § 118 Rdn. 39 für ei­ne ge­ne­rel­le Be­schränkung bei Re­dak­teu­ren auf nur die ver­ant­wort­lich Täti­gen; Noll, Ar­beits­recht im Ten­denz­be­trieb, S. 50).

bbb. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat die­se Fra­ge noch nicht ent­schie­den. Es hat in den bis­her er­gan­ge­nen Ent­schei­dun­gen, die Re­dak­teu­re aus den Res­sorts der Be­richt­er­stat­tung be­tra­fen, u. a. auch Lo­kal­re­dak­teu­re und Sport­re­dak­teu­re ei­ner Ta­ges­zei­tung, her­vor­ge­ho­ben, al­lein ent­schei­dend sei die mei­nungs­bil­den­de und be­richt­er­stat­ten­de Tätig­keit, auch wenn der Re­dak­teur im Ein­zel­fall nach ge­wis­sen vor­ge­ge­be­nen all­ge­mei­nen Richt­li­ni­en oder Wei­sun­gen zu ar­bei­ten ha­be. Auch durch den Lo­kal- und Sport­teil ei­ner Zei­tung wer­de die geis­tig-ide­el­le Ziel­rich­tung ei­ner Zei­tung mit­be­ein­flusst (vgl. BAG, Be­schlüsse vom 7. No­vem­ber 1975 – 1 ABR 78/74 -und vom 9. De­zem­ber 1975 – 1 ABR 37/74 –). Die­se Be­ein­flus­sung könne ent­we­der durch ei­ge­ne Veröffent­li­chun­gen oder durch Aus­wahl und Re­di­gie­rung der Beiträge an­de­rer er­fol­gen (vgl. BAG, Be­schluss vom 7. No­vem­ber 1975 – 1 ABR 78/74 –).

ccc. Aus­gangs­punkt muss der Grund­rechts­be­zug der Norm sein. Aus­drück­lich wird in § 118 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 Be­trVG die durch Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG ga­ran­tier­te Pres­se­frei­heit ge­nannt. Die Norm enthält ei­ne grund­rechts­aus­ge­stal­ten­de Re­ge­lung, so dass es bei ih­rer An­wen­dung nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nicht auf das Ge­wicht der

 

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durch das Mit­be­stim­mungs­recht geschütz­ten In­ter­es­sen der Ar­beit­neh­mer an­kommt (vgl. BVerfG, Be­schluss vom 15. De­zem­ber 1999 – 1 BvR 694/90 -; Fit­ting, Be­trVG, 23. Aufl., § 118 Rdn. 24). Die Pres­se­frei­heit um­fasst nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts aber auch den An­zei­gen­teil. Da­bei weist es dar­auf hin, dass sich die Pres­se in ih­rem re­dak­tio­nel­len Teil in wei­tem Um­fang da­mit be­schränkt, rei­ne Nach­rich­ten wei­ter­zu­ge­ben, und sich da­bei der Stel­lung­nah­me zu der Rich­tig­keit der ver­brei­te­ten Nach­richt und erst recht der Ver­wer­tung die­ser Nach­richt als ei­ner Grund­la­ge für ei­ne ei­ge­ne Mei­nungsäußerung enthält. Auch ei­ne An­zei­ge stel­le ei­ne Nach­richt dar. Es kom­me vor, dass An­zei­gen­de ih­re ei­ge­ne Mei­nung ver­brei­ten woll­ten, wie dies z. B. bei An­zei­gen von po­li­ti­schen Par­tei­en und wirt­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Ver­ei­ni­gun­gen, aber auch bei Ein­zel­per­so­nen, der Fall vor. Zu­dem sei der An­zei­gen­teil all­ge­mein ge­eig­net, die An­lie­gen der in­se­rie­ren­den Stel­len zu of­fen­ba­ren, was ei­nen ge­wis­sen Schluss auf die kul­tu­rel­le, po­li­ti­sche und wirt­schaft­li­che La­ge im Be­reich des Ver­brei­tungs­ge­bie­tes der Zei­tung zu­las­se (BVerfGE 21, 271, 278; vgl. auch: Ja­rass/Pie­roth, GG, 9. Aufl., Art. 5 Rdn. 3).

ddd. Da­nach sind auch die bei der Ar­beit­ge­be­rin beschäftig­ten An­zei­gen­re­dak­teu­re Ten­denzträger. Sie sind über­wie­gend für die Be­richt­er­stat­tung und/oder Mei­nungsäußerung un­mit­tel­bar tätig und können in­halt­lich dar­auf Ein­fluss neh­men, ent­we­der durch ei­ge­ne Veröffent­li­chun­gen oder durch Aus­wahl und Re­di­gie­rung der Beiträge an­de­rer.

Dies steht für die Kam­mer nach der Anhörung des Lei­ters der An­zei­gen­re­dak­ti­on fest. Er hat an­hand von An­zei­gen-Son­der­veröffent­li­chun­gen das Ar­beits­ge­biet der An­zei­gen­re­dak­teu­re bei der Ar­beit­ge­be­rin wie folgt be­schrie­ben:

Die Son­der­veröffent­li­chun­gen be­ste­hen aus den An­zei­gen und re­dak­tio­nel­len Tex­ten. Die An­zei­gen wer­den von den Kun­den selbst er­stellt, wo­bei sie von An­zei­gen­sach­be­ra­tern der Ar­beit­ge­be­rin un­terstützt wer­den.

 

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So­fern An­zei­gen­re­dak­teu­re es über­neh­men, länge­re An­zei­gen­tex­te für Kun­den z. B. aus An­lass von Fir­men­ju­biläen zu ver­fas­sen, ha­ben grundsätz­lich we­der sie noch die Ar­beit­ge­be­rin Ein­wir­kungsmöglich­keit auf den In­halt der An­zei­gen und de­ren Er­schei­nen. Ei­ne Aus­nah­me gilt für An­zei­gen, durch de­ren In­halt ge­gen Ge­set­ze oder behörd­li­che Be­stim­mun­gen ver­s­toßen wird. An­sons­ten ent­schei­den gemäß dem An­zei­gen­ver­trag die Kun­den. Die­se An­zei­gen­tex­te wer­den, auch wenn sie in Be­richt­form ab­ge­fasst sind, aus­drück­lich als Kun­den­an­zei­gen veröffent­licht. Ob die An­zei­gen­re­dak­teu­re bei die­ser Tätig­keit als Ten­denzträger der Ar­beit­ge­be­rin auf­tre­ten, oder ob dies je­den­falls dann gilt, wenn die An­zei­gen ei­nen wer­ten­den, mei­nungs­bil­den­den In­halt ha­ben (da­zu: BVerfGE, Be­schluss vom 19. No­vem­ber 1985 – 1 BvR 934/82 – und vom 12. De­zem­ber 2000 – 1 BvR 1762,1787/95 – Be­net­ton-Wer­bung) , kann da­hin­ste­hen.

Denn die über­wie­gen­de Tätig­keit der An­zei­gen­re­dak­teu­re be­steht dar­in, die re­dak­tio­nel­len Tex­te und die Bil­der für die Son­der­veröffent­li­chun­gen zu spe­zi­el­len The­men, die ei­nen Be­zug zu den An­zei­gen ha­ben, al­so die Kol­lek­ti­ve, aus­zuwählen, und die Tex­te selbst zu schrei­ben oder schrei­ben zu las­sen. Zunächst er­folgt die Aus­wahl der The­men, wo­bei weit­ge­hend auf von an­de­ren (ei­ge­nen und frem­den) Re­dak­teu­ren ver­fass­te Tex­te zurück­ge­grif­fen wird. Die­se Tex­te wer­den übe­r­ar­bei­tet durch Kürzun­gen und Her­vor­he­bun­gen (re­di­giert), ent­we­der durch die An­zei­gen­re­dak­teu­re selbst oder nach de­ren Vor­ga­ben durch be­auf­trag­te frem­de Re­dak­teu­re. Die An­zei­gen­kun­den können zwar ihr Fach­wis­sen ein­brin­gen und z. B. für das Fi­nanz­jour­nal oder für ei­ne be­rufs­spe­zi­fi­sche Son­der­veröffent­li­chung von Fach­anwälten Tex­te und Bil­der ein­rei­chen. Sie ha­ben aber we­der Ein­fluss auf die Aus­wahl der Tex­te und Bil­der noch auf de­ren Be­ar­bei­tung. Es ist auch kei­ne Ge­neh­mi­gung bei den An­zei­gen­kun­den ein­zu­ho­len.

Da­mit wir­ken die An­zei­gen­re­dak­teu­re bei der Ten­denz­ver­wirk­li­chung mit und ha­ben Ein­fluss auf die geis­tig-ide­el­le Ziel­set­zung der Ar­beit­ge­be­rin. Es geht dar­um, lo­ka­le oder re­gio­na­le Wirt­schafts­be­zir­ke oder Be­rufs­grup­pen (z. B.

 

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Hand­wer­ker, Rechts­anwälte, Re­stau­rant­be­sit­zer) oder Son­der­ver­an­stal­tun­gen (z. B. Kir­chen­tag) vor­zu­stel­len, oder be­stimm­te Kun­den­krei­se (z. B. Stu­den­ten, Ar­beits­su­chen­de, Fi­nanz­kun­den) an­zu­spre­chen. Dies be­inhal­tet stets Be­richt­er­stat­tung. Zu­dem ha­ben die Tex­te re­gelmäßig auch mei­nungs­bil­den­den In­halt, weil sie (re­gelmäßig po­si­ti­ve) Wer­tun­gen über die Be­deu­tung der An­bie­ter oder der Son­der­ver­an­stal­tun­gen ent­hal­ten, und be­ra­tend auf An­lie­gen der Kun­den­krei­se ein­ge­hen. Die Tex­te sind eben nicht ein vor­ge­ge­be­ner wei­te­rer Wer­be­text der in­se­rie­ren­den Kun­den. Viel­mehr wird mit ih­nen ein be­son­de­res In­for­ma­ti­ons­bedürf­nis der Le­ser erfüllt, nicht an­ders dies in den an­de­ren Tei­len der Zei­tung er­folgt z. B. über Po­li­tik, Wirt­schaft, Lo­ka­les, Sport und Kul­tur (so auch LAG München, Ur­teil vom 11. April 1991 – 6 Sa 712/90 – AfP 1992, S. 321).

Da­ge­gen ist nicht er­heb­lich, dass die An­zei­gen­re­dak­teu­re nicht an der Re­dak­ti­ons­kon­fe­renz teil­neh­men. Die Ar­beit­ge­be­rin kann auf vielfälti­ge Wei­se si­cher­stel­len, dass ih­re Ten­denz von den Ten­denzträgern auch in den An­zei­gen-Son­der­veröffent­li­chun­gen ver­wirk­licht wird. So sind die Ein­stel­lung und Ver­set­zung von Re­dak­teu­ren, aber auch die Aus­wahl für Be­rufs­bil­dungs­maßnah­men, eben­so ge­eig­ne­te Maßnah­men (vgl. da­zu: BAG, Be­schluss vom 30. Mai 2006 – 1 ABR 17/05 -) wie die Ein­be­zie­hung in die Re­dak­ti­ons­kon­fe­renz.

Da­ge­gen spricht auch nicht, dass die Son­der­veröffent­li­chun­gen als Teil oder Bei­la­ge von meh­re­ren Ta­ges­zei­tun­gen mit ver­schie­de­nen Her­aus­ge­bern (K , K ) er­schei­nen. Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG und da­mit der Ten­denz­schutz nach § 118 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 Be­trVG ver­bie­tet je­de Dif­fe­ren­zie­rung nach Mei­nungs­in­hal­ten. Ab­ge­se­hen da­von ist auch die (bloße) Be­richt­er­stat­tung geschützt (vgl. da­zu: Maunz-Dürig, GG, Art. 5 Rdn. 144 a; Ja­rass/Pie­roth, GG, 9. Aufl., Art. 5 Rdn. 3). Da­nach kann nicht ent­schei­dend sein, ob die Tex­te nur in ei­ner oder meh­re­ren Zei­tun­gen ei­nes Ver­le­gers oder ob sie in meh­re­ren Zei­tun­gen ver­schie­de­ner Ver­le­ger pu­bli­ziert wer­den.

 

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Mit wel­chem An­teil an der Ar­beits­zeit der An­zei­gen­re­dak­teu­re die­se Tätig­keit über­wiegt, kann da­hin­ste­hen. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts muss die Ten­denztätig­keit nicht ein­mal über­wie­gen, da be­reits ein nicht völlig un­be­deu­ten­der An­teil, bei­spiels­wei­se 30 %, aus­reicht (vgl. BAG, Be­schluss vom 20. No­vem­ber 1990 - 1 ABR 87/89 -). Ein sol­cher Ar­beits­zeit­an­teil wird im vor­lie­gen­den Fall auch nicht von dem Be­triebs­rat be­strit­ten.

cc. Bei der Aus­wahl der An­zei­gen­re­dak­teu­re für die Bil­dungs­ver­an­stal­tung han­delt es sich schließlich um ei­ne ten­denz­be­zo­ge­ne Maßnah­me. Ge­gen­stand des durch Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG geschütz­ten Frei­heits­rechts der Ar­beit­ge­be­rin ist es, zu be­stim­men, wel­che Fähig­kei­ten und Kennt­nis­se ih­re Ten­denzträger zur Wah­rung ih­rer be­ruf­li­chen Auf­ga­ben be­sit­zen sol­len. Da­zu gehört es auch, die Re­dak­teu­re aus­zuwählen, die an Maßnah­men der Be­rufs­bil­dung nach § 98 Abs. 3 Be­trVG teil­neh­men (vgl. BAG, Be­schluss vom 30. Mai 2006 – 1 ABR 17/05 -).

Da nach al­le­dem der Be­triebs­rat bei der Ent­schei­dung der Ar­beit­ge­be­rin, ob und wel­che Re­dak­teu­re sie zu der Bil­dungs­ver­an­stal­tung „Ado­be Pho­to­shop CS 2“ ent­sand­te, nicht mit­zu­be­stim­men hat­te, ist der gel­tend ge­mach­te Un­ter­las­sungs­an­spruch we­gen Ver­s­toßes ge­gen § 98 Abs. 3 Be­trVG nicht ge­ge­ben.

Dem In­for­ma­ti­ons­an­spruch, dem der Ten­denz­cha­rak­ter der Aus­wah­l­ent­schei­dung nicht ent­ge­gen­steht (vgl. da­zu: BAG, Be­schluss vom 30. Mai 2006 – 1 ABR 17/05 -), hat­te die Ar­beit­ge­be­rin genügt. Ein Ord­nungs­geld ist nicht an­zu­dro­hen.

C. Die An­schluss­be­schwer­de des Be­triebs­rats ist un­be­gründet. Der Ar­beit­ge­be­rin ist man­gels Un­ter­las­sungs­an­spruchs auch kein erhöhtes Ord­nungs­geld für den Fall des Ver­s­toßes an­zu­dro­hen.

 

- 13 -

Die Rechts­be­schwer­de war we­gen der grundsätz­li­chen Be­deu­tung der Ent­schei­dung hin­sicht­lich der Ten­denzträge­rei­gen­schaft von An­zei­gen­re­dak­teu­ren zu­zu­las­sen.

 

R e c h t s m i t t e l b e l e h r u n g :

Ge­gen die­sen Be­schluss kann von dem An­trag­stel­ler

R E C H T S B E S C H W E R D E

ein­ge­legt wer­den.

Für die An­trags­geg­ne­rin ist ge­gen die Ent­schei­dung kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Die Rechts­be­schwer­de muss

in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat

nach der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Be­schlus­ses schrift­lich beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt

Hu­go-Preuß-Platz 1

99084 Er­furt

 

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Fax: 0361 2636 2000

ein­ge­legt wer­den.

Die Rechts­be­schwer­de­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1. Rechts­anwälte,
2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
3. ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Nr. 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung der Mit­glie­der die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on oder ei­nes an­de­ren Ver­ban­des oder Zu­sam­men­schlus­ses mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Rechts­be­schwer­de­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Ei­ne Par­tei die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.

* ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

 

Schwartz

Spi­cker

Fried­ho­fen

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