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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Urlaubsanspruch, Urlaub: Krankheit, Urlaubsgeld, Krankheit: Urlaub
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 9 AZR 477/07
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 19.05.2009
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Kaiserslautern, Urteil vom 6.09.2006, 1 Ca 879/06 Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 25.01.2007, 6 Sa 830/06
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


9 AZR 477/07
6 Sa 830/06
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Rhein­land-Pfalz

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

19. Mai 2009

UR­TEIL

Brüne, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläger, Be­ru­fungskläger und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Neun­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 19. Mai 2009 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Düwell, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Krasshöfer, die
 


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Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gall­ner so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Fur­che und Hint­lo­glou für Recht er­kannt:


Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Rhein­land-Pfalz vom 25. Ja­nu­ar 2007 - 6 Sa 830/06 - wird zurück­ge­wie­sen.


Der Kläger hat die Kos­ten des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens zu tra­gen.

Der Streit­wert wird auf 3.188,98 Eu­ro fest­ge­setzt.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten noch darüber, ob dem Kläger ge­gen die Be­klag­te ein An­spruch auf Zah­lung ei­nes zusätz­li­chen ta­rif­li­chen Ur­laubs­gel­des für das Jahr 2005 iHv. 3.188,98 Eu­ro zu­steht.


Der Kläger ist seit Fe­bru­ar 1999 bei der Be­klag­ten als Kraft­fah­rer beschäftigt.

Auf das Ar­beits­verhält­nis fin­den kraft ar­beits­ver­trag­li­cher Be­zug­nah­me die Ta­rif­verträge für die holz- und kunst­stoff­ver­ar­bei­ten­de In­dus­trie Rhein­land-Pfalz vom 17. März 1992 An­wen­dung.


In dem maßgeb­li­chen Man­tel­ta­rif­ver­trag für die holz- und kunst­stoff­ver­ar­bei­ten­de In­dus­trie in Rhein­land-Pfalz (MTV) heißt es:

„...

UR­LAU­BSANSPRUCH

74. Das Ur­laubs­jahr ist das Ka­len­der­jahr.


75. Der Ur­laubs­an­spruch er­lischt am 31. März des nach­fol­gen­den Ka­len­der­jah­res, es sei denn, dass der Ar­beit­neh­mer ihn vor­her schrift­lich oder durch den Be­triebs­rat gel­tend ge­macht hat.

...

79. (1) Bei ver­schul­de­ter frist­lo­ser Ent­las­sung, bei Ver­trags­bruch des Ar­beit­neh­mers und beim Aus­schei­den auf ei­ge­nen Wunsch vor Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res ist die für den vor­zei­tig und zu­viel gewähr­ten Ur­laub aus­ge­zahl­te Ur­laubs­vergütung (Ur­laubs­ent­gelt und zusätz­li­ches Ur­laubs­geld) Ent­gelt­vor­schuss. Die­sen kann der Ar­beit­ge­ber zurück­for­dern.

...

80. (1) Ein beim Aus­schei­den aus dem Be­trieb fälli­ger Ur­laubs­an­spruch ist während der Kündi­gungs­frist zu erfüllen.

(2) Ist dies aus be­trieb­li­chen Gründen nicht möglich oder kann der Ar­beit­neh­mer den Ur­laub in­fol­ge an­dau­ern­der Krank­heit bis zum 31. März des nach­fol­gen­den Ka­len­der­jah­res (Zif­fer 75) nicht neh­men, so ist der Ur­laub ab­zu­gel­ten.

...

UR­LAU­BS­GELD


93. (1) Das zusätz­li­che Ur­laubs­geld beträgt 50 %, ab 01. Ja­nu­ar 1996 55 %, ab 01. Ja­nu­ar 1998 60 % des Ur­laubs­ent­gelts für den Er­ho­lungs­ur­laub nach Zif­fer 84.

(2) Aus­zu­bil­den­de er­hal­ten 75 % ei­ner mo­nat­li­chen Aus­bil­dungs­vergütung.

94. Der An­spruch auf das zusätz­li­che Ur­laubs­geld ent­steht gleich­zei­tig mit dem Ur­laubs­an­spruch. Ar­beit­neh­mer, de­ren Ar­beits­verhält­nis nicht länger als sechs Mo­na­te dau­ert, ha­ben kei­nen An­spruch auf das zusätz­li­che Ur­laubs­geld.

95. Der An­spruch auf das zusätz­li­che Ur­laubs­geld entfällt:

a) wenn der Ar­beit­neh­mer das Ar­beits­verhält­nis vor Ab­lauf des ers­ten Jah­res sei­ner Be­triebs­zu­gehörig­keit kündigt;

b) bei ver­schul­de­ter frist­lo­ser Ent­las­sung oder ver­trags­wid­ri­ger Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses durch den Ar­beit­neh­mer;

c) wenn der Ar­beit­neh­mer ei­ne auf Er­werb ge­rich­te­te Ar­beit und Tätig­keit während des


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Ur­laubs ge­gen Ent­gelt ausübt (Zif­fer 71);


d) wenn der Ur­laub auf Ver­lan­gen des Ar­beit­neh­mers in Geld ab­ge­gol­ten wird.“

Der Kläger ist seit Fe­bru­ar 2005 auf­grund ei­nes Ar­beits­un­falls ar­beits­unfähig. Die Ar­beits­unfähig­keit be­stand über den 31. März 2006 hin­aus fort.


Der Kläger ver­langt von der Be­klag­ten die Zah­lung des ta­rif­li­chen Ur­laubs­gel­des für 28 noch nicht gewähr­te Ur­laubs­ta­ge aus dem Jahr 2005 in Höhe von 3.188,98 Eu­ro.


Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, der Ur­laubs­geld­an­spruch sei nicht mit Ab­lauf des Über­tra­gungs­zeit­raums am 31. März 2006 er­lo­schen. Das Ur­laubs­geld müsse auch oh­ne Ur­laub ge­zahlt wer­den.

Der Kläger hat be­an­tragt, 


die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 3.188,98 Eu­ro zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten hier­aus seit dem 1. Ju­ni 2006.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, Ur­laubs­geld sei nur zu zah­len, wenn der Ar­beit­neh­mer auch An­spruch auf Ur­laubs­ent­gelt ha­be. Dies fol­ge aus dem un­trenn­ba­ren Zu­sam­men­hang zwi­schen Ur­laubs­ent­gelt und Ur­laubs­geld. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en hätten kei­ne ur­laubs­un­abhängi­ge Son­der­zah­lung ge­schaf­fen.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung des Klägers zurück­ge­wie­sen. Der Kläger ver­folgt mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on sei­nen Zah­lungs­an­spruch wei­ter.

Ent­schei­dungs­gründe

A. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die kla­ge­ab­wei­sen­de Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts zu Recht bestätigt. Der Kläger hat der­zeit kei­nen An­spruch auf Zah­lung des zusätz­li­chen ta­rif­li­chen Ur­laubs­gel­des für das Jahr 2005.
 


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I. Zu Recht geht der Kläger da­von aus, der An­spruch auf rest­li­ches Ur­laubs­geld für das Jahr 2005 sei nicht mit Ab­lauf des Über­tra­gungs­zeit­raums für den Ur­laubs­an­spruch am 31. März 2006 er­lo­schen. Nach der ge­mein­schafts­rechts­kon­for­men Fort­bil­dung des § 7 Abs. 3 Satz 2 und 3 BUrlG er­lischt ein An­spruch auf den Min­des­t­ur­laub und auf ei­nen an die­sen ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen an­knüpfen­den ta­rif­li­chen Mehr­ur­laub nicht, wenn der Ar­beit­neh­mer - wie hier - bis zum En­de des Über­tra­gungs­zeit­raums er­krankt und des­halb ar­beits­unfähig ist (vgl. Se­nat 24. März 2009 - 9 AZR 983/07 - Rn. 66 f., EzA-SD 2009 Nr. 9 S. 4).


II. Ob die gel­tend ge­mach­te Ur­laubs­dau­er von 28 Ta­gen im vol­len Um­fang auf die fol­gen­den Ur­laubs­jah­re über­tra­gen wur­de oder - so­weit es den Mehr­ur­laub be­trifft (vgl. Se­nat 24. März 2009 - 9 AZR 938/07 - Rn. 81 f., EzA-SD 2009 Nr. 9 S. 4) - teil­wei­se ver­fal­len ist, kann of­fen­blei­ben. Der An­spruch des Klägers auf Zah­lung des ta­rif­li­chen Ur­laubs­gel­des gemäß Ziff. 93 MTV ist je­den­falls der­zeit nicht fällig. Das Ur­laubs­geld ist ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers kei­ne vom Ur­laubs­an­spruch un­abhängi­ge Son­der­zah­lung, son­dern verhält sich ak­zes­s­o­risch zur Ur­laubs­vergütung und zum Ur­laubs­ab­gel­tungs­an­spruch. Es ist des­halb erst dann zu zah­len, wenn auch der An­spruch auf Ur­laubs­vergütung fällig ist. Ur­laub wur­de dem Kläger für das Jahr 2005 bis­her nicht gewährt. Das Ur­laubs­geld ist auch nicht als Be­stand­teil ei­nes Ur­laubs­ab­gel­tungs­an­spruchs gemäß § 7 Abs. 4 BUrlG zu zah­len. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en ist nicht be­en­det.


III. Nach Ziff. 93 Abs. 1 MTV beträgt das zusätz­li­che Ur­laubs­geld ab dem 1. Ja­nu­ar 1998 60 % des Ur­laubs­ent­gelts. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu Recht an­ge­nom­men, dass die­ser An­spruch dem An­spruch auf Ur­laub fol­ge.

1. Ist das Ur­laubs­geld mit der Ur­laubs­vergütung ver­knüpft, wird es nur ge­schul­det, wenn auch ein An­spruch auf Ur­laubs­vergütung be­steht (Se­nat 24. Ju­ni 2003 - 9 AZR 563/02 - zu I 2 a cc der Gründe, BA­GE 106, 368). Der ta­rif­li­che An­spruch auf Ur­laubs­geld folgt den für Ur­laubs­ent­gelt gel­ten­den Grundsätzen, wenn er von den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en vom Be­stand des Ur­laubs­an­spruchs abhängig ge­macht wird. Die­se Abhängig­keit muss im Ta­rif­ver-
 


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trag nicht aus­drück­lich vor­ge­se­hen sein. Sie kann sich aus dem ta­rif­li­chen Re­ge­lungs­zu­sam­men­hang er­ge­ben. Ob ein ta­rif­ver­trag­li­ches Ur­laubs­geld als ur­laubs­un­abhängi­ge Son­der­zah­lung aus­ge­stal­tet ist oder ob es von der Ur­laubs­gewährung und dem Ur­laubs­vergütungs­an­spruch abhängt, rich­tet sich nach den ta­rif­li­chen Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen. Maßge­bend sind die nor­mier­ten An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen und Aus­schluss­tat­bestände (Se­nat 13. Fe­bru­ar 2007 - 9 AZR 52/06 - Rn. 12 und 13). Aus der bloßen Be­zeich­nung des An­spruchs als „Ur­laubs­geld“ folgt noch kei­ne Abhängig­keit vom Be­stand des Ur­laubs­an­spruchs (Se­nat 15. Fe­bru­ar 2005 - 9 AZR 78/04 - zu II 2 b der Gründe, BA­GE 113, 371; 27. Mai 2003 - 9 AZR 562/01 - zu I 1 der Gründe, EzA TVG § 4 Che­mi­sche In­dus­trie Nr. 5).


2. Nach die­sen Grundsätzen ist das Ur­laubs­geld gemäß Ziff. 93 MTV zum Ur­laub und zum Ur­laubs­ab­gel­tungs­an­spruch ak­zes­s­o­risch.


a) Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ha­ben die Ak­zess­orietät von Ur­laubs­an­spruch und Ur­laubs­geld be­reits im Wort­laut der Ziff. 93 Abs. 1 MTV zum Aus­druck ge­bracht. Da­nach be­steht der An­spruch auf Ur­laubs­geld zusätz­lich zum Ur­laubs­ent­gelt. Die Be­zeich­nung der Leis­tung als ein mit dem Ur­laubs­ent­gelt zu zah­len­des „zusätz­li­ches Ur­laubs­geld“ spricht schon für die Abhängig­keit des Ur­laubs­gel­des von der Ur­laubs­vergütung (Se­nat 21. Ok­to­ber 1997 - 9 AZR 255/96 - zu I 2 b der Gründe, AP TVG § 1 Ta­rif­verträge: Schuh­in­dus­trie Nr. 5 = EzA TVG § 4 Schuh­in­dus­trie Nr. 2).

b) Der ta­rif­li­che Re­ge­lungs­zu­sam­men­hang lie­fert eben­falls ei­nen An­halts­punkt dafür, dass die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en von ei­nem Zu­sam­men­hang zwi­schen Ur­laubs­gewährung und Ur­laubs­geld aus­ge­gan­gen sind. Der MTV stellt für die Be­mes­sung des Ur­laubs­gel­des auf die Höhe des Ur­laubs­ent­gelts und nicht auf ei­ne ge­son­der­te Be­zugs­größe, wie et­wa das Ta­rif­grund­ge­halt, ab. Nur ein sol­cher Fest­be­trag wäre für ei­ne ei­genständi­ge Son­der­zah­lung ty­pisch (Se­nat 11. April 2000 - 9 AZR 225/99 - zu I 2 b cc der Gründe, AP TVG § 1 Ta­rif­verträge: Luft­fahrt Nr. 13 = EzA TVG § 4 Luft­fahrt Nr. 4; 19. Ja­nu­ar 1999 - 9 AZR 204/98 - zu 1 b aa der Gründe, AP TVG § 1 Ta­rif­verträge: Ein­zel­han­del Nr. 68 = EzA TVG § 4 Ein­zel­han­del Nr. 39). Ist die Be­rech­nung des Ur­laubs-


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gel­des wie hier da­ge­gen mit der Ur­laubs­vergütung ver­knüpft, wird es nur ge­schul­det, so­fern Ur­laub gewährt wird und ein An­spruch auf Ur­laubs­vergütung be­steht (Se­nat 1. Ok­to­ber 2002 - 9 AZR 215/01 - zu I 2 b aa (1) der Gründe, BA­GE 103, 45). Die Ak­zess­orietät der zusätz­li­chen Ur­laubs­vergütung vom Ur­laubs­an­spruch wird durch den Um­stand be­legt, dass die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en das während des Ur­laubs zu zah­len­de Ur­laubs­ent­gelt pro­zen­tu­al um die zusätz­li­che Ur­laubs­vergütung auf­sto­cken und kei­nen hier­von un­abhängi­gen Fest­be­trag ver­ein­bart ha­ben (Se­nat 24. Ok­to­ber 2000 - 9 AZR 610/99 - zu I 2 a der Gründe, AP BUrlG § 5 Nr. 19).


Im MTV ist das Ur­laubs­geld mit dem Ur­laubs­ent­gelt ver­knüpft. Es beträgt nach Ziff. 93 Abs.1 MTV 60 % des Ur­laubs­ent­gelts und ist da­mit Auf­schlag zum Ur­laubs­ent­gelt. Das Ur­laubs­ent­gelt be­misst sich gemäß Ziff. 88 MTV nach dem durch­schnitt­li­chen Ar­beits­ver­dienst in den letz­ten 13 ab­ge­rech­ne­ten Wo­chen oder in den letz­ten drei Mo­na­ten vor Be­ginn des Ur­laubs (Re­fe­renz­zeit­raum). Die Höhe des Ur­laubs­ent­gelts und des Ur­laubs­gel­des kann des­halb erst er­mit­telt wer­den, wenn der Be­ginn des Ur­laubs oder der Zeit­punkt der Ur­laubs­ab­gel­tung fest­steht. Erst dann steht der der Be­rech­nung zu­grun­de zu le­gen­de ta­rif­li­che Re­fe­renz­zeit­raum fest.


c) Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ha­ben ei­nen von der Zah­lung des Ur­laubs­ent­gelts oder der Ur­laubs­ab­gel­tung abhängi­gen Zah­lungs­ter­min fest­ge­legt. Auch die­ser Um­stand spricht ge­gen ei­ne ur­laubs­un­abhängi­ge Son­der­zah­lung (Se­nat 15. April 2003 - 9 AZR 137/02 - zu I 1 b aa der Gründe, BA­GE 106, 22).

Der MTV enthält kei­nen ge­son­der­ten Fällig­keits­ter­min für das Ur­laubs­geld. Das Ur­laubs­ent­gelt ist nach Ziff. 92 MTV auf Ver­lan­gen bei An­tritt des Ur­laubs zu zah­len. Das ist auch der maßge­ben­de Zeit­punkt für die Be­rech­nung von Ur­laubs­ent­gelt und Ur­laubs­geld. Der feh­len­de ei­genständi­ge Fällig­keits­ter­min so­wie die Be­rech­nung bei­der Leis­tun­gen aus­ge­hend vom Ur­laubs­an­tritt deu­ten des­halb dar­auf hin, dass sie gleich­zei­tig fällig wer­den. Da­von geht auch Ziff. 79 Abs. 1 MTV aus. Da­nach ist die aus­ge­zahl­te „Ur­laubs­vergütung (Ur­laubs­ent­gelt und zusätz­li­ches Ur­laubs­geld)“ un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen als Ent­gelt­vor­schuss zurück­zu­zah­len. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ha­ben bei­de
 


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Ansprüche als ein­heit­li­chen Ur­laubs­vergütungs­an­spruch an­ge­se­hen, der ein­heit­lich aus­ge­zahlt wur­de und des­halb auch in den be­stimm­ten Fällen ein­heit­lich zurück­zu­zah­len ist.


d) Der Kläger be­ruft sich oh­ne Er­folg dar­auf, Ziff. 95 MTV re­ge­le ein Erlöschen des An­spruchs auf Ur­laubs­geld un­abhängig vom Ur­laubs­an­spruch. Dar­aus fol­ge die Ei­genständig­keit des Ur­laubs­gel­des.


Nach Ziff. 95 MTV entfällt der An­spruch auf Ur­laubs­geld in be­stimm­ten Fällen der vor­zei­ti­gen Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses (Ziff. 95 Buchst. a und Buchst. b), bei Er­werbstätig­keit während des Ur­laubs (Ziff. 95 Buchst. c) und bei Ab­gel­tung des Ur­laubs auf Ver­lan­gen des Ar­beit­neh­mers (Ziff. 95 Buchst. d). Zwar kommt es für die Aus­le­gung auch dar­auf an, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen der Ta­rif­ver­trag die Kürzung des An­spruchs vor­sieht (Se­nat 15. Fe­bru­ar 2005 - 9 AZR 78/04 - zu II 2 b der Gründe, BA­GE 113, 371). Es han­delt sich aber um Son­der­re­ge­lun­gen, aus de­nen nichts für die Cha­rak­te­ri­sie­rung des Ur­laubs­gel­des her­ge­lei­tet wer­den kann. Viel­mehr bestäti­gen sol­che Aus­nah­men die Re­gel (vgl. Se­nat 27. Mai 2003 - 9 AZR 562/01 - zu I 2 c der Gründe, EzA TVG § 4 Che­mi­sche In­dus­trie Nr. 5).


B. Der Kläger hat die Kos­ten sei­ner er­folg­lo­sen Re­vi­si­on zu tra­gen, § 97 Abs. 1 ZPO.


Düwell 

Gall­ner 

Krasshöfer

Fur­che 

Hint­lo­glou

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