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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: TV-Ärzte, Vergütung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Düsseldorf
Akten­zeichen: 3 Sa 906/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 13.04.2010
   
Leit­sätze: Ver­wei­sen die Par­tei­en im Ar­beits­ver­trag aus­drück­lich auf den BAT/VKA "in der je­weils ... gel­ten­den Fas­sung" so­wie die­sen ergänzen­de Ta­rif­verträge, so ist für die An­wen­dung des TV-Ärz­te/VKA kein Raum, da sich die­ser we­der als ei­ne "Fas­sung" des BAT/VKA noch als ein die­sen ergänzen­der Ta­rif­ver­trag dar­stellt.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Oberhausen, Urteil vom 5.08.2009, 3 Ca 26/09
   

3 Sa 906/09

3 Ca 26/09
Ar­beits­ge­richt Ober­hau­sen

Verkündet am 13. April 2010

Mil­les,
Ur­kunds­be­am­ter der Geschäfts­stel­le

 

LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT DÜSSEL­DORF

IM NA­MEN DES VOL­KES

UR­TEIL

In dem Rechts­streit

des Herrn Dr. B. L., V. str. 28, I.,

- Kläger, Be­ru­fungs­be­klag­ter und Be­ru­fungskläger -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte B. u.a.,
C. str. 37, E.,

g e g e n

die Ev. Kran­ken­haus Ober­hau­sen GmbH, ver­tre­ten durch die Geschäftsführer W. G. und P. I., Vir­chow­str. 20, 46047 Ober­hau­sen,

- Be­klag­te, Be­ru­fungskläge­rin und Be­ru­fungs­be­klag­te -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte M. u.a.,
K. str. 21, E.,

hat die 3. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 13.04.2010
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Dr. West­hoff als Vor­sit­zen­den so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Wey­er­mann und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Tho­mas

für R e c h t er­kannt:

1. Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ober­hau­sen vom 05.08.2009 – 3 Ca 26/09 – un­ter Zurück­wei­sung der Be­ru­fung des Klägers teil­wei­se ab­geändert.

Die Kla­ge wird vol­len Um­fangs ab­ge­wie­sen.

2. Die Kos­ten des Rechts­streits trägt der Kläger.

3. Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

4. Streit­wert: 21.993,30 €

 

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T a t b e s t a n d :

Die Par­tei­en strei­ten über Vergütungs­ansprüche.

Der Kläger ist seit dem 01.01.1996 bei der Be­klag­ten zu­letzt als lei­ten­der Ober­arzt auf der Grund­la­ge des Ar­beits­ver­tra­ges vom 24.10.1995 (Bl. 99 ff. d.A.) beschäftigt. Die Be­klag­te ist nicht Mit­glied in der Ver­ei­ni­gung der Kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände (VKA).

Im Ar­beits­ver­trag des Klägers lau­tet es:

"§ 2

„Für das Ar­beits­verhält­nis gilt der Bun­des-An­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag vom 01.04.1961 in der je­weils für den Be­reich der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände gel­ten­den Fas­sung (BAT/VKA) un­ter Berück­sich­ti­gung der un­ter § 5 die­ses Ver­tra­ges auf­geführ­ten Aus­nah­men und Ergänzun­gen.

Ergänzen­de Ta­rif­verträge fin­den eben­falls An­wen­dung, so­fern sie für den Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände gel­ten und in § 5 des Ar­beits­ver­tra­ges nichts Ge­gen­tei­li­ges be­stimmt ist.

§ 3

Der Arzt erhält ei­ne Vergütung nach VergGr. I a, Al­ters­stu­fe 9 BAT/VKA."

Die re­gelmäßige wöchent­li­che Ar­beits­zeit rich­tet sich nach § 15 Abs. 1 BAT/VKA."

Auf den In­halt des Ar­beits­ver­tra­ges wird im Übri­gen ver­wie­sen (Bl. 9-12 d.A.).

Mit Wir­kung zum 01.10.2005 trat der Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) vom 13.09.2005 in Kraft, ver­ein­bart zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und der Ver­ei­ni­gung der Kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände ei­ner­seits und ver.di - Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft - an­de­rer­seits, so­wie für den Be­reich der Kran­kenhäuser, Pfle­ge- und Be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen des­sen be­son­de­rer Teil Kran­kenhäuser (BT-K). Eben­falls am 01.10.2005 trat der Ta­rif­ver­trag zur Über­lei­tung der Beschäftig­ten der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber in den TVöD und zur Re­ge­lung des Über­g­angs­rechts vom 13.09.2005 in Kraft (TVÜ-

 

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VKA), ver­ein­bart zwi­schen der Ver­ei­ni­gung der Kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände ei­ner­seits und ver.di an­de­rer­seits.

Durch den Ände­rungs­ta­rif­ver­trag Nr. 1 zum TVöD - BT-K vom 01.08.2006, ab-ge­schlos­sen zwi­schen der Ver­ei­ni­gung der Kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände ei­ner­seits und ver.di an­de­rer­seits, wur­de der bis­he­ri­ge BT-K mit Wir­kung zum 01.08.2006 auf­ge­glie­dert in den Be­son­de­ren Teil Kran­kenhäuser neu­er Fas­sung und den Be­son­de­ren Teil Pfle­ge- und Be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen (BT-B). Eben­falls tra­ten rück­wir­kend zum 01.08.2006 der Ta­rif­ver­trag für Ärz­tin­nen und Ärz­te an kom­mu­na­len Kran­kenhäusern im Be­reich der Ver­ei­ni­gung der Kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände (TV-Ärz­te/VKA) vom 17.08.2006 so­wie der Ta­rif­ver­trag zur Über­lei­tung der Ärz­tin­nen und Ärz­te an kom­mu­na­len Kran­kenhäusern in den TV-Ärz­te/VKA und zur Re­ge­lung des Über­g­angs­rechts (TVÜ-Ärz­te/VKA) vom 17.08.2006 in Kraft, ver­ein­bart je­weils zwi­schen der Ver­ei­ni­gung der Kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände ei­ner­seits und dem Mar­bur­ger Bund an­de­rer­seits.

Seit dem 01.10.2005 vergüte­te die Be­klag­te den Kläger nach Maßga­be des TVöD/VKA, dort der Ta­rif­grup­pe E II Stu­fe 4. Auch die an­de­ren Ärz­te, mit de­nen die Be­klag­te die An­wen­dung des BAT ver­ein­bart hat­te, lei­te­te sie in den TVöD/VKA über.

Mit der am 08.01.2009 bei dem Ar­beits­ge­richt Ober­hau­sen ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat der Kläger gel­tend ge­macht, die Be­klag­te müsse seit dem 01.08.2006 die Vergütung dem­ge­genüber nach der Ent­gelt­Gr. IV der Ent­gelt­ta­bel­le des TV-Ärz­te/VKA vor­neh­men. Der Ar­beits­ver­trag sei in die­sem Sin­ne ergänzend aus­zu­le­gen, da es sich bei dem TV-Ärz­te/VKA um ein spe­zi­el­les Re­ge­lungs­werk für an kom­mu­na­len Kran­kenhäusern beschäftig­te Ärz­te han­de­le. Die Be­klag­te sei ver­pflich­tet, ihn ab dem 01.08.2006 nach Maßga­be die­ses Ta­rif­ver­tra­ges zu vergüten und die sich bis zum 30.06.2008 dar­aus er­ge­ben­de rückständi­ge Ent­gelt­dif­fe­renz nach­zu­zah­len. Die Höhe der vom Kläger be­rech­ne­ten und der Kla­ge zu­grun­de ge­leg­ten Dif­fe­renz­beträge ist zwi­schen den Par­tei­en un­strei­tig.

 

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Der Kläger hat be­an­tragt

1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger 21.993,30 € nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz gem. § 247 BGB aus 1.110,-- € seit dem 01.09.2006, aus 1.110,-- € seit dem 01.10.2006, aus 1.110,-- € seit dem 01.11.2006, aus 1.110,-- € seit dem 01.12.2006, aus 1.110,-- € seit dem 01.01.2007, aus 900,-- € seit dem 01.02.2007, aus 900,-- € seit dem 01.03.2007, aus 900,-- € seit dem 01.04.2007, aus 900,-- € seit dem 01.05.2007, aus 900,-- € seit dem 01.06.2007, aus 900,-- € seit dem 01.07.2007, aus 900,-- € seit dem 01.08.2007, aus 900,-- € seit dem 01.09.2007, aus 900,-- € seit dem 01.10.2007, aus 900,-- € seit dem 01.11.2007, aus 900,-- € seit dem 01.12.2007, aus 900,-- € seit dem 01.01.2008, aus 759,60 € seit dem 01.02.2008, aus 759,60 € seit dem 01.03.2008, aus 759,60 € seit dem 01.04.2008, aus 1.121,50 € seit dem 01.05.2008, aus 1.121,50 € seit dem 01.06.2008, aus 1.121,50 € seit dem 01.07.2008 zu zah­len.

hilfs­wei­se,

2. fest­zu­stel­len, dass sich die Grund­vergütung des Klägers als lei­ten­der Ober­arzt des In­sti­tuts für La­bo­ra­to­ri­ums­me­di­zin und Kli­ni­sche Mi­kro­bio­lo­gie der Be­klag­ten für den Zeit­raum vom 01.08.2006 bis zum 30.06.2008 nach der Ent­gelt­Gr. IV, Al­ters­stu­fe 1 der Ent­gelt­ta­bel­le für das Ta­rif­ge­biet West des TV-Ärz­te/VKA bzw. der ab dem 01.04.2008 ein­heit­li­chen Ent­gelt­ta­bel­le des TV-Ärz­te/VKA in der je­wei­li­gen Fas­sung be­misst.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, sie sei nicht ver­pflich­tet, ei­ne Vergütung nach dem TV-Ärz­te/VKA zu zah­len, da die­ses Ta­rif­werk auf das Ar­beits­verhält­nis kei­ne An­wen­dung fin­de. Über­dies sei die For­de­rung nicht recht­zei­tig in­ner­halb der ta­rif­li­chen Ver­fall­fris­ten gel­tend ge­macht wor­den.

Durch Ur­teil vom 05.08.2009, auf des­sen Tat­be­stand und Ent­schei­dungs­gründe ergänzend Be­zug ge­nom­men wird, hat das Ar­beits­ge­richt die Be­klag­te ver­ur­teilt, an den Kläger 17.553,30 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk-

 

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ten über dem Ba­sis­zins­satz zu zah­len, im Übri­gen die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Die Kos­ten des Rechts­streits hat das Ge­richt der Be­klag­ten zu 80 % und dem Kläger zu 20 % auf­er­legt. Den Streit­wert hat das Ge­richt auf 21.993,30 € fest­ge­setzt.
Das Ar­beits­ge­richt hat zur Be­gründung im We­sent­li­chen an­geführt, ei­ne Aus­le­gung des Ar­beits­ver­tra­ges er­ge­be, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der TV-Ärz­te/VKA an­zu­wen­den sei. Die auf­grund der wei­te­ren Nicht­an­wen­dung des BAG ent­stan­de­ne Re­ge­lungslücke sei da­hin­ge­hend zu schließen, dass der TV-Ärz­te/VKA an­stel­le der Be­stim­mun­gen des BAT An­wen­dung fin­den sol­le. Hier­bei sei ins­be­son­de­re zu berück­sich­ti­gen, dass der TV-Ärz­te/VKA der Ta­rif­ver­trag schlecht­hin sei, wel­cher ge­ra­de die In­ter­es­sen der Ärz­te be­tref­fe. Für die­sen Be­reich sei er als Nach­fol­ge­ta­rif des BAG zu be­trach­ten. Der Kläger ha­be sei­ne Ansprüche auch in­ner­halb der ta­rif­li­chen Ver­fall­fris­ten gel­tend ge­macht. Hin­sicht­lich der im Zeit­punkt von Au­gust 2006 bis Sep­tem­ber 2007 be­tref­fen­den Kla­ge­for­de­rung hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge we­gen Ab­laufs der ta­rif­li­chen Ver­fall­frist für un­be­gründet er­ach­tet.

Ge­gen das ihr am 31.08.2009 zu­ge­stell­te Ur­teil hat die Be­klag­te mit ei­nem am 03.09.2009 bei dem Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se mit ei­nem wei­te­ren, dem Ge­richt am 18.09.2009 vor­lie­gen­den Schrift­satz be­gründet. Ge­gen das ihm am 27.08.2009 zu­ge­stell­te Ur­teil hat der Kläger mit ei­nem am Mon­tag, dem 28.09.2009 bei dem Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se, nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 30.10.2009, mit ei­nem an die­sem Ta­ge dem Ge­richt vor­lie­gen­den Schrift­satz be­gründet.
Die Be­klag­te greift das Ur­teil un­ter tatsächli­chen wie recht­li­che Ge­sichts­punk­ten an und hält un­ter Wie­der­ho­lung und Ver­tie­fung ih­res erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens an der Auf­fas­sung fest, ent­ge­gen der An­nah­me des Ar­beits­ge­richts lie­ge we­der ei­ne Re­ge­lungslücke vor noch könne ei­ne sol­che durch TV-Ärz­te/VKA ge­schlos­sen wer­den.

 

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Die Be­klag­te be­an­tragt,

un­ter teil­wei­ser Abände­rung des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Ober-hau­sen vom 05.08.2009 - 3 Ca 26/09 - die Kla­ge vol­len Um­fangs ab­zu­wei­sen.

Der Kläger be­an­tragt,

1. un­ter teil­wei­ser Abände­rung des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Ober­hau­sen vom 05.08.2009 - 3 Ca 26/09 - die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger 21.993,30 € nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz gem. § 247 BGB aus 1.110,-- € seit dem 01.09.2006, aus 1.110,-- € seit dem 01.10.2006, aus 1.110,-- € seit dem 01.11.2006, aus 1.110,-- € seit dem 01.12.2006, aus 1.110,-- € seit dem 01.01.2007, aus 900,-- € seit dem 01.02.2007, aus 900,-- € seit dem 01.03.2007, aus 900,-- € seit dem 01.04.2007, aus 900,-- € seit dem 01.05.2007, aus 900,-- € seit dem 01.06.2007, aus 900,-- € seit dem 01.07.2007, aus 900,-- € seit dem 01.08.2007, aus 900,-- € seit dem 01.09.2007, aus 900,-- € seit dem 01.10.2007, aus 900,-- € seit dem 01.11.2007, aus 900,-- € seit dem 01.12.2007, aus 900,-- € seit dem 01.01.2008, aus 759,60 € seit dem 01.02.2008, aus 759,60 € seit dem 01.03.2008, aus 759,60 € seit dem 01.04.2008, aus 1.121,50 € seit dem 01.05.2008, aus 1.121,50 € seit dem 01.06.2008, aus 1.121,50 € seit dem 01.07.2008 zu zah­len.

2. die Be­ru­fung der Be­klag­ten zurück­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung des Klägers zurück­zu­wei­sen.

Mit der Be­ru­fung macht der Kläger gel­tend, zu Un­recht ha­be das Ar­beits­ge­richt die Be­klag­te le­dig­lich in Höhe von 17.553,30 € brut­to an­stel­le des Kla­ge­be­tra­ges von 21.993,30 € brut­to ver­ur­teilt. Die Schrift­form des sei­ner An­sicht nach ein­schlägi­gen TV-Ärz­te/VKA sei erst am 23.02.2007 i.S. von § 1 Abs. 2 TVG her­bei­geführt wor­den. Dem­gemäß könne auch erst ab die­sem Zeit­punkt die 6-mo­na­ti­ge Aus­schluss­frist des Ta­rif­ver­tra­ges Wir­kung ent­fal­ten und in Lauf ge­setzt wer­den. Ent­spre­chend sei die Gel­tend­ma­chung der Ansprüche mit Schrei­ben vom 30.06.2007 frist­wah­rend er­folgt.

 

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Im Übri­gen ver­tei­digt der Kläger die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung im Um­fang sei­nes Ob­sie­gens.

We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en in bei­den Rechtszügen wird auf den vor­ge­tra­ge­nen In­halt der zwi­schen ih­nen ge­wech­sel­ten Schriftsätze ver­wie­sen (§§ 525, 313 Abs. 2 ZPO, 64 Abs. 6 ArbGG).

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :

Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ober­hau­sen vom 05.08.2009 ist zulässig und be­gründet. Sie führ­te zur teil­wei­sen Abände­rung der an­ge­foch­te­nen Ent­schei­dung. Die zulässi­ge Be­ru­fung des Klägers ist un­be­gründet.

I. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ist an sich statt­haft, § 64 Abs. 1 ArbGG,
gem. § 64 Abs. 2 lit. b ArbGG zulässig so­wie in ge­setz­li­cher Form und Frist ein-ge­legt und be­gründet wor­den, §§ 520 Abs. 2 u. 3 ZPO, 66 Abs. 1 S. 1 ArbGG. Die Be­ru­fung des Klägers ist eben­falls an sich statt­haft, § 64 Abs. 1 ArbGG, nach dem Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des zulässig, § 64 Abs. 2 lit. b ArbGG so­wie in ge­setz­li­cher Form und Frist durch Ein­gang der Be­ru­fung am Mon­tag, dem 28.09.2009 ein­ge­legt (§§ 520 Abs. 2 u. 3 ZPO, 66 Abs. 1 S. 1 ArbGG i.V. mit §§ 222 Abs. 1 u. 2 ZPO, 188 Abs. 2, 193 BGB) und so­dann in­ner­halb nach­ge­las­se­ner Frist­verlänge­rung be­gründet wor­den (§§ 520 Abs. 2 ZPO, 66 Abs. 1 S. 5 ArbGG).

II. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten hat­te auch in der Sa­che Er­folg. Die Be­ru­fung
des Klägers er­wies sich als un­be­gründet.

1. Die auch hin­sicht­lich des Fest­stel­lungs­be­geh­rens für die Zeit ab
01.01.2009 zulässi­ge Kla­ge (vgl. BAG, Ur­teil v. 09.04.2008 - 4 AZR 104/07, NZA-RR 2009, 79) ist in der Sa­che un­be­gründet. Dem Kläger steht ein An-

 

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spruch auf Zah­lung der Vergütung nach dem TV-Ärz­te/VKA un­ter kei­nem recht­li­chen Ge­sichts­punkt zur Sei­te.

Un­abhängig von dem Be­ste­hen ei­ner Mit­glied­schaft des Klägers im Mar­bur­ger Bund schei­det ei­ne An­wen­dung des TV-Ärz­te/VKA und des­sen Vergütungs­be­stim­mun­gen auf das Ar­beits­verhält­nis un­mit­tel­bar auf­grund Ta­rif­bin­dung gem. §§ 3 Abs. 1, 4 Abs. 1 TVG be­reits im Hin­blick auf ei­ne feh­len­de Mit­glied­schaft der Be­klag­ten in der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände (VKA) aus. Die Be­klag­te war we­der bei Ab­schluss des Ar­beits­ver­tra­ges ent­spre­chend or­ga­ni­siert noch ist dies zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt er­folgt. Ei­ne An­wend­bar­keit die­ses Ta­rif­werks er­gibt sich auch nicht auf­grund ein­zel­ver­trag­li­cher In­be­zug­nah­me. Ei­ne ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung ist zwi­schen den Par­tei­en nicht zu­stan­de ge­kom­men.
Die Be­stim­mung in § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 10.02.1995, wo­nach der BAT "in der je­weils für den Be­reich der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände gel­ten­den Fas­sung (BAT/VKA) gilt" und "ergänzen­de Ta­rif­verträge... eben­falls An­wen­dung" fin­den, so­wie in § 3 des Ar­beits­ver­tra­ges, wo­nach der Kläger "ei­ne Vergütung nach VergGr. I a BAT, Al­ters­stu­fe 9 (BAT/VKA)" erhält, lässt auf ei­nen ent­spre­chen­den Par­tei­wil­len nicht schließen. Dies er­gibt ei­ne Aus­le­gung des Ar­beits­ver­tra­ges.

a) Der In­halt von Wil­lens­erklärun­gen ist gem. §§ 133, 157 BGB ob­jek­tiv un-
ter Berück­sich­ti­gung der Umstände des Ein­zel­falls aus Sicht des Empfängers zu be­stim­men. Aus­ge­hend vom Wort­laut der Erklärung ist de­ren ob­jek­ti­ver Be­deu­tungs­ge­halt zu er­mit­teln, wo­bei der all­ge­mei­ne Sprach­ge­brauch un­ter Berück­sich­ti­gung des ver­trag­li­chen Re­ge­lungs­zu­sam­men­hangs maßge­bend ist. Hier­bei ist der wirk­li­che Wil­le der Par­tei­en zu er­for­schen und nicht am buchstäbli­chen Sinn des Aus­drucks zu haf­ten. In die Aus­le­gung ein­zu­be­zie­hen sind auch die den Par­tei­en er­kenn­ba­ren Be­gleit­umstände der Erklärung, so­weit sie ei­nen Schluss auf den Sinn­ge­halt der Erklärung zu­las­sen (vgl. BAG, Ur­teil v. 18.04.2007 - 4 AZR 652/05, NZA 2007, 965; BAG, Ur­teil v. 19.09.2007 - 4 AZR 710/06, ju­ris). Die tatsächli­che Hand­ha­bung des Ar­beits­ver­tra­ges ermöglicht eben­falls Rück­schlüsse auf des­sen In­halt. Sch­ließlich sind für das Aus­le­gungs-

 

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er­geb­nis auch die Ent­ste­hungs­ge­schich­te, der von den Ver­trags­par­tei­en ver­folg­te Re­ge­lungs­zweck so­wie die be­ste­hen­de In­ter­es­sen­la­ge der Be­tei­lig­ten von Be­deu­tung (vgl. BAG, Ur­teil v. 24.09.2003 - 10 AZR 34/03, ju­ris; BAG, Ur­teil v. 20.04.2005 - 4 AZR 292/04, ju­ris; BGH, Ur­teil v. 13.06.2007 - IV Z R 330/05, NJW 2007, 2320). Mo­ti­ve des Erklären­den ha­ben außer Be­tracht zu blei­ben, so­weit sie nicht in dem Wort­laut der Erklärung oder in sons­ti­ger, für die Ge­gen­sei­te hin­rei­chend deut­lich er­kenn­ba­rer Wei­se ih­ren Nie­der­schlag ge­fun­den ha­ben. Kommt der Wil­le des Erklären­den nicht oder nicht vollständig zum Aus­druck, gehört dies zu des­sen Ri­si­ko­be­reich. Dies be­deu­tet für die Aus­le­gung von Be­zug­nah­me­klau­seln, dass ihr Be­deu­tungs­ge­halt in ers­ter Li­nie an­hand des Wort­lauts zu er­mit­teln ist (vgl. BAG v. 18.04.2007 - 4 AZR 652/05, NZA 2007, 965). Han­delt es sich bei dem aus­zu­le­gen­den Ver­trag um all­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen i.S. der §§ 305 ff. BGB, sind die­se nach ih­rem ob­jek­ti­ven In­halt und ty­pi­schen Sinn ein­heit­lich so aus­zu­le­gen, wie sie von verständi­gen und red­li­chen Ver­trags­part­nern un­ter Abwägung der In­ter­es­sen der nor­ma­ler­wei­se be­tei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se ver­stan­den wer­den, wo­bei die Verständ­nis-möglich­kei­ten des durch­schnitt­li­chen Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders zu­grun­de zu le­gen sind (vgl. BAG, Ur­teil v. 30.07.2008 - 10 AZR 606/07, AP Nr. 274 zu § 611 BGB Gra­ti­fi­ka­ti­on; BAG, Ur­teil v. 24.09.2008 - 6 AZR 76/07, NZA 2009, 154; BAG, Ur­teil v. 31.08.2005 - 5 AZR 545/04, NZA 2006, 324).

b) Geht man da­von aus, dass es sich im Streit­fall bei den ar­beits­ver­trag­li-
chen Re­ge­lun­gen u.a. §§ 2 u. 3 des Ar­beits­ver­tra­ges um all­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen ge­han­delt hat, so er­gibt sich ein an­de­res Aus­le­gungs­er­geb­nis hier­aus hin­ge­gen nicht.
Der Ar­beits­ver­trag vom 24.10.1995 nimmt aus­drück­lich Be­zug auf den BAT/VKA, der erst im Jah­re 2006 ge­schlos­se­ne TV-Ärz­te/VKA fin­det na­tur­gemäß kei­ne Erwähnung. Des­sen In­be­zug­nah­me ist auch nicht da­durch er­folgt, dass gem. § 2 Abs. 1 des Ar­beits­ver­tra­ges der BAT/VKA "in der je­weils gel­ten­den Fas­sung" und gem. § 2 Abs. 2 die den BAT/VKA "ergänzen­den Ta­rif­verträge" auf das Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung fin­den sol­len.
Der TV-Ärz­te/VKA stellt sich we­der als ei­ne "Fas­sung" noch als "Ergänzung" des BAT/VKA dar. Aus­weis­lich § 2 Abs. 1 TVÜ-Ärz­te/VKA "er­setzt" die­ser Ta­rif-

 

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ver­trag viel­mehr den BAT "so­wie die die­se Ta­rif­verträge ergänzen­den Ta­rif­verträge der VKA".

c) Auch er­gibt sich aus Sinn und Zweck der ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba-
rung so­wie der be­ste­hen­den In­ter­es­sen­la­ge der Par­tei­en kei­ne Vor­rang­stel­lung für den TV-Ärz­te/VKA.

Bei § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges han­delt es sich be­reits des­halb im An­satz nicht um ei­ne so­ge­nann­te Gleich­stel­lungs­klau­sel, nach wel­cher das für den Ar­beit­ge­ber je­weils ta­rif­nor­ma­tiv ein­schlägi­ge Ta­rif­recht auch ein­zel­ver­trag­lich gel­ten soll, weil be­reits die Be­klag­te bei Ab­schluss des Ar­beits­ver­tra­ges nicht i.S. von § 3 Abs. 1 TVG ta­rif­ge­bun­den war (vgl. BAG, Ur­teil v. 22.10.2008 - 4 AZR 793/07, NZA 2009, 323; BAG, Ur­teil v. 18.04.2007 - 4 AZR 652/05, NZA 2007, 965; BAG, Ur­teil v. 14.12.2005 - 10 AZR 296/05, NZA 2006, 744).

Vor­lie­gend ist fest­zu­stel­len, dass die Par­tei­en mit der gewähl­ten For­mu­lie­rung in § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges er­sicht­lich ei­ne re­gelmäßige Vergütungs­an­pas­sung si­cher­stel­len woll­ten, oh­ne die­se je­weils neu ver­han­deln zu müssen. Ent­spre­chend er­folg­te der Hin­weis auf den BAT in der "je­weils... gel­ten­den Fas­sung" und hat die Be­klag­te auch in der Ver­gan­gen­heit das Ge­halt des Klägers bei ein­ge­tre­te­nen Ta­rif­erhöhun­gen je­weils an­ge­passt. Von da­her ist die An­nah­me des Klägers ge­recht­fer­tigt, dass von den Ver­trags­par­tei­en ei­ne dy­na­mi­sche Ver­wei­sung ge­wollt war (vgl. zur Mit­berück­sich­ti­gung des nachträgli­chen Ver­hal­tens auch BGH, Ur­teil v. 22.06.2005 - VIII Z R 214/04, NJW-RR 2005, 1323), wel­che auch für die Zu­kunft ei­ne sich stets au­to­ma­tisch voll­zie­hen­de Erhöhung der Vergütung des Klägers oh­ne je­weils er­neu­te Ge­halts­ver­hand­lun­gen ermögli­chen soll­te.

Man­gels Fortführung des BAT/VKA ist der ent­spre­chen­de Be­zugs­punkt für ei­ne Teil­nah­me des Klägers an der Ta­ri­fent­wick­lung im öffent­li­chen Dienst ent­fal­len, oh­ne dass dem Ver­trag ei­ne Ver­ein­ba­rung zu ent­neh­men ist, was in ei­ner sol­chen Kon­stel­la­ti­on statt­des­sen gel­ten soll. We­der der TV-Ärz­te/VKA noch der

 

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TVöD stel­len sich in die­sem Sin­ne als "Fas­sung" oder "ergänzen­de Ta­rif­verträge" dar, §§ 2, 3 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 24.10.1995.

Dem­gemäß würde auch die Un­klar­hei­ten­re­gel, §§ 305 c Abs. 2, 310 Abs. 4 S. 2 BGB nicht zu ei­ner Aus­le­gung der Vergütungs­ver­ein­ba­rung in von dem Kläger fa­vo­ri­sier­ter Rich­tung zu Las­ten der Be­klag­ten führen. Nach Ausschöpfung der an­er­kann­ten Aus­le­gungs­re­geln blei­ben man­gels "Ergänzung" bzw. "Fas­sung" des BAT durch die bei­den erörter­ten Ta­rif­verträge kei­ne nicht be­heb­ba­ren Un­klar­hei­ten be­ste­hen (vgl. BAG, Ur­teil v. 09.11.2005 - 5 AZR 145/05, ju­ris; BAG, Ur­teil v. 17.01.2006 - 9 AZR 417/05, ju­ris; BAG, Ur­teil v. 24.10.2007 - 10 AZR 825/06, NZA 2008, 40; BAG, Ur­teil v. 30.07.2008 - 10 AZR 606/07, AP Nr. 274 zu § 611 BGB Gra­ti­fi­ka­ti­on).

2. Konn­te da­mit aus kei­nem recht­li­chen Ge­sichts­punkt die ver­trag­li­che In-
be­zug­nah­me des BAT als Ver­weis auf den TV-Ärz­te/VKA aus­ge­legt wer­den, so führt ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers auch ei­ne ergänzen­de Aus­le­gung des Ar­beits­ver­tra­ges nicht zur An­wen­dung der Vergütungs­re­ge­lun­gen des TV-Ärz­te/VKA.

Grundsätz­lich kann ei­ne ergänzen­de Ver­trags­aus­le­gung nur in Be­tracht kom­men, wenn ei­ne ausfüllungs­bedürf­ti­ge Ver­tragslücke fest­stell­bar ist. Hier­von kann dann aus­ge­gan­gen wer­den, wenn ein Punkt im Rah­men des von den Par­tei­en wirk­lich Ge­woll­ten un­ge­re­gelt ge­blie­ben ist und die Par­tei­en ihn als re­ge­lungs­bedürf­tig an­ge­se­hen ha­ben. Hierfür muss fest­ste­hen, dass oh­ne die Sch­ließung der Lücke die Er­rei­chung des Ver­trags­zwecks nicht ge­si­chert wäre, mit­hin oh­ne die­se Ver­vollständi­gung ei­ne an­ge­mes­se­ne, in­ter­es­sen­ge­rech­te Lösung nicht zur er­zie­len wäre (vgl. BAG, Ur­teil v. 24.10.2007 - 10 AZR 825/06, NZA 2008, 40; BGH, Ur­teil v. 13.05.1993 - IX Z R 166/92, ju­ris). So­dann ist zu über­prüfen, was die Par­tei­en ver­ein­bart hätten, wenn ih­nen die Lücke be­kannt ge­we­sen wäre, wo­bei nicht die sub­jek­ti­ve Vor­stel­lung ei­ner Ver­trags­par­tei maßgeb­lich ist, son­dern was die Par­tei­en bei an­ge­mes­se­ner Abwägung ih­rer In­ter­es­sen nach Treu und Glau­ben als red­li­che Ver­trags­part­ner ver­ein­bart hätten (vgl. BAG, Ur­teil v. 11.10.2006 - 5 AZR 721/05, AP Nr. 6 zu § 308 BGB;

 

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BAG, Ur­teil v. 12.01.2005 - 5 AZR 364/04, BA­GE 113, 140). Bei der ergänzen­den Ver­trags­aus­le­gung muss die Ant­wort auf die­se Fra­ge in­ner­halb des durch den Ver­trag ge­zo­ge­nen Rah­mens ge­sucht wer­den (BAG, Ur­teil v. 24.10.2007 - 10 AZR 825/06, NZA 2008, 40). Das Er­geb­nis ei­ner ergänzen­den Ver­trags­aus­le­gung darf nicht in Wi­der­spruch zu dem im Ver­trag aus­ge­drück­ten Par­tei­wil­len ste­hen. Las­sen sich nach die­sen Kri­te­ri­en hin­rei­chen­de An­halts­punk­te für den hy­po­the­ti­schen Par­tei­wil­len nicht fin­den, et­wa weil meh­re­re gleich­wer­ti­ge Aus­le­gungsmöglich­kei­ten in Be­tracht kom­men, so schei­det ei­ne ergänzen­de Ver­trags­aus­le­gung aus. Mit dem Grund­satz der Pri­vat­au­to­no­mie ist es nicht ver­ein­bar, wenn die Re­ge­lungslücke auf ver­schie­de­ne Wei­se ge­schlos­sen wer­den kann und kei­ne An­halts­punk­te be­ste­hen, für wel­che Al­ter­na­ti­ve sich die Par­tei­en ent­schie­den hätten (vgl. BGH, Ur­teil v. 17.04.2002 - VIII Z R 297/01, DB 2002, 1436; LAG Düssel­dorf, Ur­teil v. 25.03.1992 - 4 Sa 78/92, NZA 1992, 839). Ei­ne ergänzen­de Ver­trags­aus­le­gung kommt auch dann nicht in Be­tracht, wenn sich ein Er­eig­nis we­gen ei­ner grund­le­gen­den Ände­rung der Verhält­nis­se ei­ner Be­ur­tei­lung nach dem Par­tei­wil­len ent­zieht (vgl. BGH, Ur­teil v. 08.07.1982 - IX Z R 99/90, ju­ris; Münch­Kom/Bu­sche, 5. Aufl., § 157 Rz. 130).

Zwar könn­te der An­nah­me ei­ner Ver­tragslücke ent­ge­gen­ste­hen, dass die in Be­zug ge­nom­me­ne Ta­rif­norm be­tref­fend die Vergütungs­grup­pe "I a BAT/VKA" nicht et­wa als sol­che weg­ge­fal­len ist. Für den Be­reich der VKA sind die Nor­men des BAT nur for­mell außer Kraft ge­setzt wor­den. Ih­re Gel­tung ist hier­durch da-ge­gen nicht ent­fal­len, nach­dem ei­ne Kündi­gung des Ta­rif­ver­tra­ges nicht er­folgt ist und er auch wei­ter­hin außer­halb des en­ge­ren öffent­li­chen Diens­tes viel­fach noch an­ge­wandt wird.
Hin­ge­gen ist ei­ne Re­ge­lungslücke zum 30.09.2005 un­ter dem Ge­sichts­punkt an­zu­neh­men, dass der BAT zukünf­tig nicht mehr fort­ent­wi­ckelt wird, da­ge­gen der Kläger ver­ein­ba­rungs­gemäß an der Ta­ri­fent­wick­lung im öffent­li­chen Dienst teil­neh­men soll­te. Hin­sicht­lich der von den Par­tei­en ge­woll­ten Dy­na­mi­sie­rung ist der Ver­trag da­mit un­vollständig ge­wor­den (vgl. auch LAG Düssel­dorf, Ur­teil v. 13.08.2009 - 13 Sa 1673/08 so­wie 13 Sa 127/09).

 

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Der An­nah­me ei­ner Re­ge­lungslücke dürf­te al­ler­dings die Ta­ri­fent­wick­lung ab 01.10.2005 ent­ge­gen­ste­hen. Die Lücke ist mit Aus­lau­fen des BAT zum 30.09.2005 ent­stan­den, während gem. § 2 Abs. 1 TVÜ-Ärz­te/VKA der TV-Ärz­te/VKA den BAT erst ab 01.08.2006 er­setzt hat. Ab dem 01.10.2005 ka­men von da­her al­lein die Vergütungs­re­ge­lun­gen des TVöD/VKA gemäß TVÜ-VKA vom 13.09.2005 als Er­satz­re­ge­lung in Be­tracht. Hier­durch ha­ben ne­ben der VKA so­wohl ver.di als auch der Mar­bur­ger Bund zum Aus­druck ge­bracht, dass sie ei­ner Über­lei­tung aus dem BAT in den TVöD ab 01.10.2005 zu­stim­men und die­se für an­ge­mes­sen er­ach­ten. In § 2 Abs. 1 TVÜ-Ärz­te/VKA vom 17.08.2006 ist so­dann nie­der­ge­legt, dass der TV-Ärz­te/VKA ab 01.08.2006 den TVöD und den Be­son­de­ren Teil Kran­kenhäuser, Pfle­ge- und Be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen (BT-K) ablöst. Ent­spre­chend ha­ben die Ver­trags­par­tei­en im Streit­fall für den Zeit­raum vom 01.10.2005 bis 31.07.2006 das Ar­beits­verhält­nis ein­ver­nehm­lich auf der Grund­la­ge des TVöD wei­ter­geführt. Dies steht der An­nah­me ei­ner noch zu ergänzen­den Ver­tragslücke zum 01.08.2006 ent­ge­gen (vgl. auch LAG Düssel­dorf, Ur­teil v. 13.08.2009 - 13 Sa 1673/08 so­wie 13 Sa 127/09; LAG Nie­der­sach­sen, Ur­teil v. 30.06.2009 - 13 Sa 1277/08, ju­ris; LAG Hamm, Ur­teil v. 17.02.2009 - 12 Sa 529/08, ju­ris). Man­gels Ta­rif­ge­bun­den­heit der Be­klag­ten steht dem die Re­ge­lung in § 2 TVÜ-Ärz­te/VKA nicht be­reits ent­ge­gen, wo­nach ei­ne Über­lei­tung aus dem TVöD in den TV-Ärz­te/VKA er­folgt; ab­zu­stel­len ist in­so­weit auf das in­di­vi­du­al­recht­li­che Ver­trags­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en.

Ein an­de­rer recht­li­cher Be­fund er­gibt sich auch dann nicht, wenn man mit dem Kläger von ei­nem Fort­be­ste­hen der Re­ge­lungslücke auch in der Zeit vom 01.10.2005 bis 31.07.2006 aus­geht. Im Streit­fall könn­te ei­ne sol­che Ver­tragslücke durch ei­ne In­be­zug­nah­me der Vergütungs­re­ge­lun­gen des TV-Ärz­te/VKA oder des TVöD/VKA ge­schlos­sen wer­den. Auch kommt ei­ne Ab­kop­pe­lung von ei­nem be­stimm­ten Ta­rif­werk und die Her­an­zie­hung an­de­rer Kri­te­ri­en der Vergütungs­fin­dung wie ei­ne Durch­schnitts­er­mitt­lung der Ta­rif­erhöhung im öffent­li­chen Dienst oder die Er­mitt­lung ei­nes sta­tis­ti­schen Mit­tels zwi­schen den Erhöhun­gen nach TVöD/VKA, TV-Ärz­te/VKA, ggf. auch des eben­falls für die in kirch­li­cher Träger­schaft be­find­li­che Be­klag­te in Be­tracht kom­men­den BAT-KF in Be­tracht.

 

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In An­be­tracht der Viel­zahl an mögli­chen Re­ge­lun­gen sind aus­rei­chen­de An­halts­punk­te, wo­nach die Par­tei­en ei­ne Lückenfüllung ge­ra­de durch Her­an­zie­hung des TV-Ärz­te/VKA vor­ge­nom­men hätten, ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers nicht er­sicht­lich. Der Ge­sichts­punkt, dass nach dem Geschäfts­wil­len der Par­tei­en Leis­tung und Ge­gen­leis­tung in ei­nem aus­ge­wo­ge­nen Verhält­nis stan­den, bie­tet kei­nen hin­rei­chen­den An­halts­punkt für den hy­po­the­ti­schen Par­tei­wil­len. Un­abhängig da­von, wel­che ta­rif­ver­trag­li­che Vergütungs­re­ge­lung zur An­wen­dung ge­bracht wird, wird die Aus­ge­wo­gen­heit der bei­der­sei­ti­gen ver­trag­li­chen Leis­tun­gen nicht verändert. So­wohl dem TVöD/VKA als auch dem TV-Ärz­te/VKA kommt glei­cher­maßen die zu ver­mu­ten­de Rich­tig­keits­gewähr zu. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers kann auch nicht an­ge­nom­men wer­den, dass die Vergütungs­re­ge­lun­gen des TV-Ärz­te/VKA "sachnäher" wären. Auch der TVöD-BT-K in der Fas­sung vom 01.08.2006 enthält spe­zi­el­le Ent­gelt­grup­pen, die nur für Ärz­te gel­ten. Der TVöD stellt auch für Kran­ken­hausärz­te ein vollständi­ges Ta­rif­werk zur Verfügung. Ein be­zo­gen auf den Gel­tungs­be­reich en­ger ge­fass­ter Ta­rif­ver­trag ist in­so­weit nicht spe­zi­el­ler als ein ent­spre­chend brei­ter an­wend­ba­rer. In­so­weit sind die In­ter­es­sen der auch im Mar­bur­ger Bund or­ga­ni­sier­ten Ärz­te bis 2005 er­sicht­lich hin­rei­chend durch die DAG bzw. ver.di ver­tre­ten wor­den, so dass der Hin­weis des Klägers, der Mar­bur­ger Bund sei die spe­zi­el­le­re Ver­tre­tung für Ärz­te, als sol­cher nicht wei­terführt. Zu­guns­ten der Be­klag­ten wäre ge­genüber ei­ner Her­an­zie­hung des TV-Ärz­te/VKA zu­dem in Be­tracht zu zie­hen, dass die­se über Jahr­zehn­te die An­wen­dung des BAT nicht nur für ih­re Ärz­te, son­dern auch das übri­ge Per­so­nal ver­ein­bart hat­te, mit­hin u.a. aus Gründen der Ver­wal­tungs­ver­ein­fa­chung und zur Schaf­fung möglichst ein­heit­li­cher Ar­beits­be­din­gun­gen so­wie aus­ge­wo­ge­ner Vergütung der un­ter­schied­li­chen Be­rufs­grup­pen für al­le Beschäftig­ten dem TVöD/VKA den Vor­zug gäbe (vgl. im Übri­gen zum TVöD als Flächen­ta­rif­ver­trag auch LAG Nie­der­sa­chen, Ur­teil v. 30.06.2009 - 13 Sa 1277/08).

3. Auch führen die Grundsätze über den Weg­fall der Geschäfts­grund­la­ge
im Streit­fall eben­falls nicht zu ei­ner An­wen­dung des TV-Ärz­te/VKA. Es kann hier­bei letzt­lich da­hin­ste­hen, ob ei­ne Störung der Geschäfts­grund­la­ge we­gen schwer­wie­gen­der Ände­rung der Umstände gem. § 313 Abs. 1 BGB oder we­gen

 

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we­sent­lich fal­scher Vor­stel­lun­gen gem. § 313 Abs. 2 BGB bezüglich der al­ler Vor­aus­sicht nach künf­tig un­ter­blei­ben­den Wei­ter­ent­wick­lung und Fortführung des BAT vor­liegt. Bei­de Ge­sichts­punk­te wer­den nur dann recht­lich er­heb­lich, wenn und so­weit das Fest­hal­ten am un­veränder­ten Ver­trag nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann.
Greif­ba­re An­halts­punk­te, wo­nach die Ver­trags­fort­set­zung für den Kläger bei An­wen­dung der Vergütungs­be­stim­mun­gen des TVöD/VKA an­stel­le des TV-Ärz­te/VKA ei­ne un­zu­mut­ba­re Be­las­tung dar­stell­te, sind nicht vor­ge­tra­gen und auch an­sons­ten nicht er­sicht­lich.

4. Steht dem Kläger mit­hin ein Vergütungs­an­spruch nach dem TV-
Ärz­te/VKA nicht zur Sei­te und schei­det auch ei­ne rich­ter­li­che Vergütungs­an­pas­sung als ge­stal­ten­der Ein­griff in den Ar­beits­ver­trag vor­lie­gend aus (vgl. BAG, Ur­teil v. 24.10.2007 - 10 AZR 825/06, NZA 2008, 40), so konn­te un­erörtert blei­ben, ob die ta­rif­li­chen Aus­schluss­fris­ten vor­lie­gend ge­wahrt wor­den sind.

III. Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten war un­ter teil­wei­ser Abände­rung des an-
ge­foch­te­nen Ur­teils die Kla­ge dem­gemäß vol­len Um­fangs ab­zu­wei­sen. Die Be­ru­fung des Klägers war als un­be­gründet zurück­zu­wei­sen.

Gem. §§ 91 Abs. 1 ZPO, 64 Abs. 6 ArbGG wa­ren die Kos­ten des Rechts­streits dem Kläger auf­zu­er­le­gen.

Gem. § 72 Abs. 2 Ziff. 2 ArbGG war die Re­vi­si­on für den Kläger zu­zu­las­sen.

RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der kla­gen­den Par­tei

R E V I S I O N

ein­ge­legt wer­den.

 

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Für die be­klag­te Par­tei ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt

Hu­go-Preuß-Platz 1

99084 Er­furt

Fax: 0361 2636 2000

ein­ge­legt wer­den.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Re­vi­si­ons­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1. Rechts­anwälte,
2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
3. Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Re­vi­si­ons­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.

* ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

Dr. West­hoff

Wey­er­mann

Tho­mas

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