Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Zeugnis
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Köln
Akten­zeichen: 9 Ta 530/08
Typ: Beschluss
Ent­scheid­ungs­datum: 02.01.2009
   
Leit­sätze:

1. Ver­pflich­tet sich der Ar­beit­ge­ber in ei­nem ge­richt­li­chen Ver­gleich, ein Ar­beits­zeug­nis nach ei­nem For­mu­lie­rungs­vor­schlag des Ar­beit­neh­mers zu er­tei­len, von dem er nur aus wich­ti­gem Grund ab­wei­chen darf, dann sind Ab­wei­chun­gen nur ge­stat­tet, so­weit der Vor­schlag Schreib­feh­ler oder gram­ma­ti­ka­li­sche Feh­ler oder in­halt­lich un­rich­ti­ge An­ga­ben enthält, für die der Ar­beit­ge­ber dar­le­gungs- und be­weis­pflich­tig ist.

2. Bei die­ser Aus­le­gung ist die ti­tu­lier­te Zeug­nis­ver­pflich­tung hin­rei­chend be­stimmt. Ob sie durch das ti­tu­lier­te Zeug­nis erfüllt wor­den ist, hat das Voll­stre­ckungs­ge­richt im Zwangs­voll­stre­ckungs­ver­fah­ren nach § 888 ZPO zu klären.

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Köln
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, 9 Ta 530/08

 

Te­nor:

1. Auf die so­for­ti­ge Be­schwer­de des Klägers wird der Be­schlus­ses des Ar­beits­ge­richts Köln vom 13. No­vem­ber 2008 – 17 Ca 2876/08 – teil­wei­se geändert:

Das Zwangs­geld wird auch zur Er­zwin­gung der fol­gen­den Kor­rek­tur fest­ge­setzt:

Der zwei­te Satz des Zeug­nis­ses hat wie folgt zu lau­ten:

Zu sei­nem Auf­ga­ben- und Ver­ant­wor­tungs­be­reich gehörten im We­sent­li­chen:

- Be­die­nung und War­tung des Hei­del­ber­ger Ma­schi­nen­typs MV­OP-H - Über­wa­chung der Druck­qua­lität und der Druck­wei­ter­ver­ar­bei­tung.

2. Die so­for­ti­ge Be­schwer­de der Be­klag­ten wird zurück­ge­wie­sen.

- 2 -

3. Die Kos­ten des Voll­stre­ckungs- und des Be­schwer­de­ver­fah­rens trägt die Be­klag­te.

4. Be­schwer­de­wert: EUR 2.000,00.

 

Gründe

1. Die nach § 793 ZPO statt­haf­te und nach § 569 ZPO zulässi­ge Be­schwer­de des Klägers ist be­gründet.

Die Be­klag­te ist gemäß dem ge­richt­li­chen Ver­gleich vom 23. Sep­tem­ber 2008 ver­pflich­tet, dem Kläger ein Ar­beits­zeug­nis nach sei­nem For­mu­lie­rungs­vor­schlag zu er­tei­len, von dem sie nur aus wich­ti­gem Grund ab­wei­chen darf.

Dar­aus er­gibt sich, dass die Be­klag­te ein Zeug­nis mit dem Wort­laut und der Zei­chen­set­zung nach dem Vor­schlag des Klägers zu er­tei­len hat. Ab­wei­chun­gen sind ihr nur aus "wich­ti­gem Grund" ge­stat­tet, d. h. so­fern der Vor­schlag des Klägers Schreib­feh­ler oder gram­ma­ti­ka­li­sche Feh­ler oder in­halt­lich un­rich­ti­ge An­ga­ben enthält, wofür die Be­klag­te dar­le­gungs- und be­weis­pflich­tig ist. Bei die­ser Aus­le­gung ist die ti­tu­lier­te Zeug­nis­ver­pflich­tung hin­rei­chend be­stimmt. Ob sie durch das er­teil­te Zeug­nis erfüllt wor­den ist, hat das Voll­stre­ckungs­ge­richt im Zwangs­voll­stre­ckungs­ver­fah­ren nach § 888 ZPO zu klären (vgl. da­zu auch: BAG, Ur­teil vom 1. De­zem­ber 2004 – 5 AZR 664/03 –).

Im Ein­zel­nen recht­fer­ti­gen sich da­nach die Be­rich­ti­gun­gen wie folgt:

a. So­weit es die Be­rich­ti­gung von Schreib­feh­lern und gram­ma­ti­ka­li­schen Feh­lern be­trifft, geht der ver­trag­li­che An­spruch nicht über das hin­aus, was oh­ne­hin nach § 109 Ge­wO gilt.

b. Für ei­ne nu­me­ri­sche Aufzählung der Tätig­kei­ten des Klägers, die ei­ne Be­wer­tung be­inhal­ten kann, be­steht kein von der Be­klag­ten dar­ge­leg­ter wich­ti­ger Grund.

c. Auch hat die Be­klag­te nicht dar­ge­legt, wes­halb ne­ben der "Be­die­nung" nicht auch die "War­tung" der Druck­ma­schi­ne im Zeug­nis erwähnt wor­den ist.

Im Ge­gen­teil hat sie vor­ge­tra­gen las­sen, be­reits vor Zu­gang des Zwangs­voll­stre­ckungs­be­schlus­ses des Ar­beits­ge­richts Köln vom 13. No­vem­ber 2008 sei der Zeug­nis­an­spruch erfüllt wor­den, was nur da­hin ver­stan­den wer­den kann, sie ha­be ein Zeug­nis er­teilt, das in al­len Punk­ten dem Zeug­nis­ent­wurf des Klägers ent­spro­chen ha­be. Dass dies nicht der Fall war, hat der Kläger durch Vor­la­ge des im No­vem­ber 2008 über­sand­ten Zeug­nis­ses be­legt.

2. Die eben­falls statt­haf­te und zulässi­ge so­for­ti­ge Be­schwer­de der Be­klag­ten, mit der gel­tend ge­macht wor­den ist, der Zeug­nis­an­spruch des Klägers sei er­le­digt, ist un­be­gründet.

Es ist be­reits aus­geführt wor­den, dass die Be­klag­te auch mit dem im No­vem­ber 2008 über­sand­ten Zeug­nis den ti­tu­lier­ten An­spruch des Klägers nicht erfüllt hat.

3. Die Kos­ten­ent­schei­dung für das erst­in­stanz­li­che Ver­fah­ren und das Be­schwer­de­ver­fah­ren be­ruht auf § 91 ZPO.

- 3 -

Ge­gen die­sen Be­schluss ist ein Rechts­mit­tel nicht zulässig. 

Schwartz

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 9 Ta 530/08  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin

Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

E-Mail: berlin@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

E-Mail: frankfurt@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg

Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

E-Mail: hamburg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover

Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

E-Mail: hannover@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln

Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

E-mail: koeln@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München

Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

E-Mail: muenchen@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg

Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

E-Mail: nuernberg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart

Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

E-Mail: stuttgart@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880