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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Betriebliche Übung, Freiwilligkeitsvorbehalt, Sonderzahlung, AGB
   
Gericht: Thüringer Landesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 3 Sa 66/07
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 22.03.2007
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Erfurt, Urteil vom 18.08.2005, 1 Ca 537/05
   

Ak­ten­zei­chen: 3 Sa 66/07
1 Ca 537/05
Ar­beits­ge­richt Er­furt

Verkündet am 22.03.2007

gez. Krumm­rich
Jus­tiz­an­ge­stell­te als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richt

IM NA­MEN DES VOL­KES

UR­TEIL

In dem Rechts­streit

…/…,

- Kläge­rin und
Be­ru­fungskläge­rin -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te:

ge­gen

…/…,

- Be­klag­te und
Be­ru­fungs­be­klag­te -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te:

 

hat das Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richt auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 22. März 2007 durch Rich­te­rin am Ar­beits­ge­richt En­gel als Vor­sit­zen­de und die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Stoll­berg und Müller als Bei­sit­zer für Recht er­kannt.

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Die Be­ru­fung der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Er­furt vom 18.08.2005 – 1 Ca 537/05 – wird auf ih­re Kos­ten als un­be­gründet zurück­ge­wie­sen.
Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

 

Tat­be­stand:

Die Par­tei­en strei­ten über ei­nen An­spruch der Kläge­rin auf Zah­lung ei­ner Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on für das Jahr 2004.

Die Kläge­rin ist seit dem 01.02.1992 bei der Be­klag­ten als tech­ni­sche An­ge­stell­te, zu­letzt zu ei­nem Brut­to­mo­nats­ent­gelt in Höhe von 2.000,00 Eu­ro beschäftigt. Am 15.01.1992 un­ter­zeich­ne­ten die Par­tei­en ei­nen vor­for­mu­lier­ten und von der Be­klag­ten aus­gefüll­ten Ar­beits­ver­trag, den sie für ei­ne Viel­zahl an Ar­beits­verhält­nis­sen in ih­rem Be­trieb ver­wen­det. Zur Re­ge­lung sons­ti­ger be­trieb­li­cher Leis­tun­gen enthält der Ar­beits­ver­trag fol­gen­de Re­ge­lung:

§ 5 Sons­ti­ge be­trieb­li­chen Leis­tun­gen ²

Der/Die An­ge­stell­te erhält Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on in Höhe Brut­to­ge­halt­nach den ta­rif­li­chen Be­stim­mun­gen³ / nach den be­trieb­li­chen Ver­ein­ba­run­gen³ / als be­trieb­li­che Leis­tung mit Rechts­an­spruch.³ Ein Rechts­an­spruch auf ei­ne Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on be­steht nicht. Wird ei­ne sol­che gewährt, stellt sie ei­ne frei­wil­li­ge, stets wi­der­ruf­ba­re Leis­tung des Ar­beit­ge­bers dar. ³

__________
² In Be­tracht kom­men Weih­nachts­geld, Ur­laubs­geld, vermögens­wirk­sa­me Leis­tun­gen, Fahr­geld­er­stat­tung,
Es­sens­zu­schuss, Er­trags­be­tei­li­gung, Al­ters­ver­sor­gung, Wohn­geld.
³ Nicht­zu­tref­fen­des strei­chen.

Am 11.01.1994 und am 01.03.1996 un­ter­zeich­ne­ten die Par­tei­en je­weils ein neu­es Ex­em­plar des wort­gleich vor­for­mu­lier­ten Ver­trags mit je­weils un­ter­schied­li­chen Strei­chun­gen. Hin­sicht­lich der Ver­trags­ur­kun­den wird auf Bl. 19, 20 und 22 d.A. ver­wie­sen.

Ein Be­triebs­rat wur­de nicht gewählt. Die Be­klag­te zahl­te an ih­re Be­leg­schaft in den Jah­ren 1992 bis ein­sch­ließlich 2003 je­weils ei­ne Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on in Höhe ei­nes Brut­to­mo­nats­ge­halts. Mit Schrei­ben vom 04.02.2005 teil­te die Be­klag­te der Kläge­rin mit, dass es sich bei der Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on um ei­ne frei­wil­li­ge Leis­tung han­de­le, die für das

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Jahr 2004 we­gen der an­ge­spann­ten wirt­schaft­li­chen La­ge aus wirt­schaft­li­chen Gründen nicht ge­leis­tet wer­den könne.

Mit ih­rer am 28.02.2005 er­ho­be­nen Kla­ge be­gehrt die Kläge­rin die Zah­lung ei­ner Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on in Höhe von 2.000,00 Eu­ro für das Jahr 2004. Die Be­klag­te ha­be sich durch die langjähri­ge wie­der­hol­te Zah­lung selbst ge­bun­den. Nun ha­be sie ei­nen An­spruch aus be­trieb­li­cher Übung, dem auch der Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt in § 5 des Ar­beits­ver­trags nicht ent­ge­gen ge­hal­ten wer­den könne, auf den sich die Be­klag­te 12 Jah­re lang nicht be­ru­fen ha­be. Die­ser sei im Übri­gen nicht ein­deu­tig und ver­s­toße ge­gen § 307 BGB. Frei­wil­lig könne auch be­deu­ten, dass man an sich nicht ver­pflich­tet wäre, man sich aber frei­wil­lig zu ei­ner Zah­lung ver­pflich­ten wol­le. Dass ein Rechts­an­spruch „nicht be­ste­he“, be­deu­te nicht, dass er auch in Zu­kunft nicht „ent­ste­hen“ sol­le.

Die Be­klag­te be­gründe­te ih­ren Kla­ge­ab­wei­sungs­an­trag da­mit, dass sie im Zu­sam­men­hang mit der Un­ter­zeich­nung der zahl­rei­chen Ände­rungs­verträge und auch in den je­wei­li­gen Ent­gel­tab­rech­nun­gen stets auf die Frei­wil­lig­keit der Zah­lung ei­ner Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on hin­ge­wie­sen ha­be. Mit der Her­vor­he­bung, dass ein Rechts­an­spruch auf die Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on nicht be­ste­he und tatsächli­che Zah­lun­gen frei­wil­lig sei­en, sei auch für die Kläge­rin er­kenn­bar ge­we­sen, dass ei­ne Zah­lung in der Ver­gan­gen­heit kei­nen An­spruch auch für die Zu­kunft eröff­ne.

Durch ein am 18.08.2005 verkünde­tes Ur­teil wies das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab. Die Kläge­rin ha­be nach § 5 des Ar­beits­ver­trags kei­nen An­spruch auf Zah­lung. Die Re­ge­lung schließe ei­nen An­spruch nicht nur für das Jahr des Ver­trags­ab­schlus­ses, son­dern auch für die Fol­ge­jah­re aus. Die in § 5 ent­hal­ten­de Re­ge­lung sei klar verständ­lich und ein­deu­tig dar­auf ge­rich­tet, dass die Zah­lung ei­ner Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on frei­wil­lig er­fol­ge und kein Rechts­an­spruch hier­auf be­ste­he. Der wirk­sa­me Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt ha­be auch die Ent­ste­hung ei­ner be­trieb­li­chen Übung ver­hin­dert.

Die Kläge­rin hat ge­gen das ihr am 19.12.2005 zu­ge­stell­te Ur­teil am 16.01.2006 Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se am 07.02.2006 be­gründet. Das Ver­trags­for­mu­lar ge­be in § 5 di­ver­se Re­ge­lungsmöglich­kei­ten vor, oh­ne dass sich die Par­tei­en zunächst ein­deu­tig für ei­ne die­ser Va­ri­an­ten ent­schie­den hätten. We­der im Ver­trag von 1992 noch von 1994 sei § 5 durch Strei­chun­gen kon­kre­ti­siert wor­den. Es möge zwar sein, dass der Ver­trag von 1996 im Hin­blick auf den Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt hin­rei­chend klar sei. Al­ler­dings sei­en bis da­hin be­reits vier­mal Zah­lun­gen oh­ne hin­rei­chend klar er­kenn­ba­ren Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt er­bracht wor­den. So sei nach den Grundsätzen der be­trieb­li­chen Übung ein ver­trag­li­cher

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An­spruch auf wei­te­re Zah­lung der Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on ent­stan­den, oh­ne dass die­ser außer­halb ei­ner Ände­rungskündi­gung ein­sei­tig wie­der hätte be­sei­tigt wer­den können. Auch wenn man ei­nen An­spruch aus be­trieb­li­cher Übung ab­leh­nen woll­te, fol­ge ein An­spruch aus § 5 des Ar­beits­ver­trags. Die Kom­bi­na­ti­on zwi­schen Frei­wil­lig­keits- und Wi­der­rufs­vor­be­halt ver­s­toße ge­gen das Trans­pa­renz­ver­bot des § 307 Abs. 2 BGB. Die Klau­sel sei mehr­deu­tig bzw. wi­dersprüchlich im Sin­ne des § 305 c BGB.

Die Kläge­rin und Be­ru­fungskläge­rin be­an­tragt,

un­ter Abände­rung des am 18.08.2005 verkünde­ten und am 19.12.2005 zu­ge­stell­ten Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Er­furt zum Ak­ten­zei­chen 1 Ca 537/05 die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an die Kläge­rin Weih­nachts­geld für das Jahr 2004 in Höhe von 2.000,00 € nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz der EZB seit dem 01.12.2004 zu zah­len.

Der Be­klag­te und Be­ru­fungs­be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Sie ver­tei­digt die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung und wie­der­holt ih­re bis­he­ri­gen Ar­gu­men­te, dass § 5 des Ar­beits­ver­tra­ges ei­ne ein­deu­ti­ge Re­ge­lung ent­hal­te. Es wer­de hin­rei­chend deut­lich, dass die Be­klag­te ggf. ei­ne Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on zah­len wer­de, hier­zu aber nicht ver­pflich­tet sei. Dass in § 5 S. 1 des Ar­beits­ver­tra­ges die dor­ti­gen Re­ge­lungs­al­ter­na­ti­ven nicht ge­stri­chen wor­den sei­en, spie­le kei­ne Rol­le, da Satz 2 ei­ne Son­der­re­ge­lung für Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­tio­nen ent­hal­te, die kei­ne Zwei­fel über ih­re Maßgeb­lich­keit of­fen las­se. Ein Rechts­an­spruch be­ste­he eben nicht. Be­son­ders deut­lich wer­de dies durch das zu­letzt maß-ge­ben­de Ver­trags­for­mu­lar von 1996, in dem aus­drück­lich Strei­chun­gen vor­ge­nom­men wor­den sei­en. Die Ver­trags­klau­sel sei auch nicht über­ra­schend, son­dern durch­aus üblich. Da der Be­klag­te mit § 5 des Ar­beits­ver­trags un­zwei­deu­tig zum Aus­druck ge­bracht ha­be, dass er Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­tio­nen frei­wil­lig stets nur für das be­tref­fen­de Jahr er­brin­gen wol­le, oh­ne sich da­mit in sei­ner Frei­wil­lig­keit für die Zu­kunft zu bin­den, könne die Kläge­rin sich auch nicht auf ei­ne ver­meint­li­che be­trieb­li­che Übung be­ru­fen.

We­gen des sons­ti­gen Vor­brin­gens in der Be­ru­fungs­in­stanz wird auf die zur Ak­te ge­reich­ten Schriftsätze Be­zug ge­nom­men.

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Ent­schei­dungs­gründe

A. Die nach § 64 Abs. 2 b ArbGG statt­haf­te so­wie form- und frist­ge­recht ein­ge­leg­te und be­gründe­te Be­ru­fung ist zulässig. Die Frist zum Ein­le­gen der Be­ru­fung beträgt nach § 66 Abs. 1 S. 1 ArbGG ei­nen Mo­nat. Sie be­ginnt nach § 66 Abs. 1 S. 2 ArbGG mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens aber mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung. Das Ur­teil wur­de am 18.08.2005 verkündet. Es wur­de nicht vor Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung, son­dern ei­nen Tag später, am 19.12.2005 zu­ge­stellt. Da­mit be­gann die Be­ru­fungs­frist nach § 66 Abs. 1 S. 2, 2. Alt. ArbGG am 18.12.2005 und en­de­te am 18.01.2006. Die Kläge­rin hat mit ih­rer am 16.01.2006 beim Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­leg­ten Be­ru­fung die­se Frist ge­wahrt. Dies gilt auch für die gleich­falls am 18.01.2006 be­gin­nen­de und am 18.02.2006 en­den­de Be­ru­fungs­be­gründungs­frist. Die Kläge­rin hat die­se mit ih­rer am 07.02.2006 beim Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Be­ru­fungs­be­gründung ge­wahrt.


B. Die Be­ru­fung ist nicht be­gründet. Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge zu Recht ab­ge­wie­sen. Die Kläge­rin hat kei­nen ver­trag­li­chen An­spruch auf Zah­lung ei­ner Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on. Ein sol­cher folgt auch nicht aus den Grundsätzen ei­ner be­trieb­li­chen Übung.

I. Die Kläge­rin kann ih­ren An­spruch nicht auf § 5 des Ar­beits­ver­trags stützen. Die­se Ver­trags­klau­sel gewährt kei­nen An­spruch auf ei­ne Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on. Sie stellt die Zah­lung viel­mehr aus­drück­lich un­ter ei­nen Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt. Der Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt ist nicht we­gen ei­nes Ver­s­toßes ge­gen das Trans­pa­renz­ge­bot nach § 307 Abs. 1 S. 1 BGB un­wirk­sam. Die Kläge­rin kann ih­ren gel­tend ge­mach­ten An­spruch da­her auch nicht da­mit be­gründen, nach § 305 c Abs. 2 BGB gin­gen Un­klar­hei­ten nach § 307 Abs. 1 S. 1 BGB zu Las­ten des Be­klag­ten und könn­ten so den Kla­ge­an­spruch be­gründen.

1. § 5 ist Teil des zwi­schen den Par­tei­en ge­schlos­se­nen Ar­beits­ver­trags. Es han­delt sich um ei­nen für ei­ne Viel­zahl von Ar­beits­verhält­nis­sen vor­for­mu­lier­ten Ar­beits­ver­trag, der von der Be­klag­ten wei­ter­ge­hend kon­kre­ti­siert wur­de. Die Kon­trol­le des In­halts vor­for­mu­lier­ter Ar­beits­verträge rich­tet sich nach den §§ 305 ff BGB. Be­stim­mun­gen sind un­wirk­sam, wenn

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sie den Ver­trags­part­ner des Ver­wen­ders ent­ge­gen den Ge­bo­ten von Treu und Glau­ben un­an­ge­mes­sen be­nach­tei­li­gen. Ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung kann sich dar­aus er­ge­ben, dass die Be­stim­mung nicht klar und verständ­lich ist (§ 307 Abs. 1 S. 2 BGB). Vor der Prüfung der Un­wirk­sam­keit ei­ner Klau­sel nach § 307 Abs. 1 S. 2 BGB muss der In­halt der Klau­sel je­doch zunächst durch Aus­le­gung er­mit­telt wer­den. Er­gibt die Aus­le­gung, dass ei­ne Klau­sel ent­ge­gen dem ers­ten An­schein kei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung enthält, da sie aus Sicht ei­nes verständi­gen Be­trach­ters klar und verständ­lich ist, sind die §§ 307 ff BGB un­an­wend­bar (Hein­richs in Pa­landt, BGB, 62. Aufl., Vorb v § 307 Rd. 19).

2. Die Aus­le­gung der strei­ti­gen Ver­trags­klau­sel ist nach § 157 BGB so vor­zu­neh­men, wie es nach Treu und Glau­ben mit Rück­sicht auf die Ver­kehrs­sit­te er­for­der­lich ist. Aus­gangs­punkt ist je­weils die im Ein­zel­fall gewähl­te For­mu­lie­rung. Da­bei ist nach § 133 BGB der wirk­li­che Wil­le des Erklären­den zu er­for­schen und nicht am buchstäbli­chen Sinn des Aus­drucks zu haf­ten. Bei der Aus­le­gung sind al­le tatsächli­chen Be­gleit­umstände der Erklärung zu be-rück­sich­ti­gen, die für die Fra­ge von Be­deu­tung sein können, wel­chen Wil­len der Erklären­de bei sei­ner Erklärung ge­habt hat und wie die Erklärung von ih­rem Empfänger zu ver­ste­hen war (vgl. u.a. BAG 21.04.2004 – 6 AZR 583/02 – mit zahl­rei­chen wei­te­ren Nach­wei­sen).

Nach dem Wort­laut der Über­schrift von § 5 re­gelt die­se Klau­sel kei­ne im Ge­gen­sei­tig­keits­verhält­nis ste­hen­de Leis­tun­gen der Par­tei­en. Die Ar­beits­leis­tun­gen der Kläge­rin und die Ent­gelt­zah­lungs­pflich­ten der Be­klag­ten sind be­reits in den §§ 1-4 ge­re­gelt. § 5 be­trifft al­lein die Gewährung „sons­ti­ger be­trieb­li­cher Leis­tun­gen“. Die Fußno­te 2 nennt ex­em­pla­risch ei­ni­ge der von den Ver­trags­ge­stal­tern in Be­tracht ge­zo­ge­nen sons­ti­gen Leis­tun­gen. Das Ver­trags­for­mu­lar überlässt es dem ein­zel­nen Ver­wen­der, durch Ausfüllen der Leer­stel­le die in­di­vi­du­ell tatsächlich gewünsch­te „sons­ti­ge be­trieb­li­che Leis­tung“ ein­zu­tra­gen oder auch § 5 un­aus­gefüllt zu las­sen. Be­trach­tet man das ge­sam­te Ver­trags­for­mu­lar, ist er­kenn­bar, dass die Ver­trags­ge­stal­ter die­ses nicht nur für ei­ne Viel­zahl von Ar­beit­neh­mern, son­dern auch für ei­ne Viel­zahl von Ar­beit­ge­bern vor­for­mu­liert ha­ben. Der Ar­beit­ge­ber ist in der Präam­bel nicht vor­for­mu­liert. Nach dem In­halt der fol­gen­den Be­stim­mun­gen ist das Ver­trags­for­mu­lar eben­so für ta­rif­ge­bun­de­ne, wie nicht ta­rif­ge­bun­de­ne Ar­beit­ge­ber, für ta­rif­ge­bun­de­ne und nicht ta­rif­ge­bun­de­ne Ar­beit­neh­mer, für Be­trie­be mit oder oh­ne Be­triebs­rat ge­stal­tet. Dem­gemäß enthält u.a. auch § 5 für „sons­ti­ge be­trieb­li­che Leis­tun­gen“ ei­ne Viel­zahl an Ge­stal­tungs­vor­schlägen, die ent­spre­chend der Leer­stel­le und der Fußno­te 3 je­weils auf das be­tref­fen­de Ar­beits­verhält­nis an­ge­passt wer­den sol­len. Es­sens­geld und Al­ters­ver­sor­gung etc. wer­den hier­nach ent­we­der „nach den ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen“, „nach den be­trieb­li­chen Ver­ein­ba­run­gen“ oder „als be­trieb­li­che Leis­tung mit

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Rechts­an­spruch“ gewährt (§ 5 Satz 1). Für ei­ne Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on enthält § 5 je­doch in den Sätzen 2 und 3 ei­ne aus­drück­li­che Son­der­re­ge­lung. „Ein Rechts­an­spruch auf ei­ne Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on be­steht nicht. Wird ei­ne sol­che gewährt, stellt sie ei­ne frei­wil­li­ge, stets wi­der­ruf­ba­re Leis­tung des Ar­beit­ge­bers dar“. Zu ei­ner wort­glei­chen Ver­trags­klau­sel hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­den, dass mit der aus­drück­li­chen Erwähnung der Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on klar­ge­stellt wer­de, dass für sie aus­sch­ließlich die in Satz 2 und 3 gel­ten sol­le, wenn die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en die­se Son­der­re­ge­lung nicht ent­spre­chend der Fußno­te 3 durch Strei­chung für nicht an­wend­bar erklären (BAG 10.05.1995 – 10 AZR 648/94 – ju­ris). Da § 5 Satz 2 und 3 in kei­ner der ver­schie­de­nen Ar­beits­ver­trags­fas­sun­gen von den Par­tei­en ge­stri­chen wur­de, kann die Ver­trags­klau­sel aus Sicht ei­nes ob­jek­ti­ven Be­trach­ters nur so ge­le­sen wer­den, dass „ein Rechts­an­spruch auf ei­ne Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on nicht be­steht. Wird ei­ne sol­che gewährt, stellt sie ei­ne frei­wil­li­ge, stets wi­der­ruf­ba­re Leis­tung dar“.

Aus der Aus­le­gung der Re­ge­lung in § 5 des Ar­beits­ver­trags folgt wei­ter, dass die Par­tei­en da­mit die Gewährung der Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on un­ter ei­nen Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt ge­stellt ha­ben. Mit der For­mu­lie­rung, ei­ne Leis­tung stel­le ei­ne „frei­wil­li­ge, stets wi­der­ruf­ba­re Leis­tung“ dar, können die Ver­wen­der ei­nes Ver­trags­for­mu­lars Ver­schie­de­nes zum Aus­druck brin­gen. Sie kann die Erklärung be­inhal­ten, dass der Ar­beit­ge­ber zu der be­tref­fen­den Leis­tung we­der ge­setz­lich, noch ta­rif­ver­trag­lich oder be­triebs­ver­fas­sungs­recht­lich ver­pflich­tet sei und dass erst mit der Zu­sa­ge im Ver­trags­for­mu­lar ein in­di­vi­du­al­recht­li­cher An­spruch be­gründet wer­de. In ei­nem sol­chen Fall steht der Hin­weis auf die Frei­wil­lig­keit ei­nem späte­ren Zah­lungs­ver­lan­gen des Ar­beit­neh­mers nicht ent­ge­gen. Er drückt le­dig­lich aus, dass der Ar­beit-ge­ber nicht aus an­de­ren Gründen zu der Leis­tung ver­pflich­tet ist (BAG 01.03.2006 – 5 AZR 363/05 – ju­ris). Will der Ar­beit­ge­ber je­den An­spruch für die Zu­kunft aus­sch­ließen, muss er dies deut­lich ma­chen (BAG 01.03.2006 – 5 AZR 363/05 – aaO; 12.01.2000 – 10 AZR 840/98 – ju­ris; 06.12.1995 – 10 AZR 198/95 – ju­ris, mwN). Dies ha­ben die Par­tei­en durch die aus­drück­li­che For­mu­lie­rung ge­tan, „ein Rechts­an­spruch auf ei­ne Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on be­steht nicht“. Es han­delt sich da­mit aus­drück­lich nicht nur um ei­ne frei­wil­li­ge, weil an­der­wei­tig nicht ge­schul­de­te Leis­tung. Die Kläge­rin soll auch durch § 5 des Ar­beits­ver­trags kei­nen Rechts­an­spruch er­hal­ten. Aus der For­mu­lie­rung im Präsens, ein Rechts­an­spruch auf ei­ne Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on „be­ste­he“ nicht, folgt nicht, dass da­mit die Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on nur im Jahr des Ver­trags­ab­schlus­ses un­ter ei­nem Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt ge­stellt wor­den sei. Sie schließt auch künf­ti­ge Rechts­ansprüche aus, oh­ne dass ei­ne auf die Zu­kunft be­zo­ge­ne For­mu­lie­rung er­for­der­lich wäre. Ver­trags­klau­seln zu Re­ge­lung ei­nes Dau­er­schuld­verhält­nis­ses sind ih­rem Zweck ent­spre­chend grundsätz­lich dar­auf ge­rich­tet, die­ses für sei­ne ge­sam­te Dau­er zu er­fas­sen. Sol­len Leis­tun­gen nur ein­ma­lig oder zeit­lich be­fris­tet gewährt wer­den, be­darf es ei­ner ent­spre­chen­den

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ein­schränken­den Be­stim­mung. Die Ver­ein­ba­rung ist nach ih­rem Wort­laut und ver­folg­tem Ziel ein­deu­tig. Ent­spre­chend der er­kenn­ba­ren Son­der­re­ge­lung für Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­tio­nen be­steht ein An­spruch auf künf­ti­ge Gewährung aus­drück­lich nicht (BAG 12.01.2000 – 10 AZR 840/98 – ju­ris; 26.03.1997 – 10 AZR 612/96 - ju­ris). Die­ser Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt lässt dem Ar­beit­ge­ber die Frei­heit, je­des Jahr neu zu ent­schei­den, ob und un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­ne Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on ge­zahlt wer­den soll.

§ 5 des Ar­beits­ver­trags verstößt auch nicht des­we­gen ge­gen das Trans­pa­renz­ge­bot des § 307 Abs. 1 S. 2 BGB, weil der Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt in ei­nem An­nex von der je­der­zei­ti­gen „Wi­der­ruf­bar­keit“ spricht. Durch den Hin­weis auf die je­der­zei­ti­ge „Wi­der­ruf­bar­keit“ wird le­dig­lich klar­ge­stellt, dass es dem Ar­beit­ge­ber jähr­lich frei­ge­stellt ist, die bis­lang frei­wil­lig gewähr­te Zah­lung nicht mehr zu er­brin­gen, sie al­so zu „wi­der­ru­fen“ (BAG 26.03.1997 – 10 AZR 612/96 – aaO; LAG Ber­lin 13.05.2005 – 13 Sa 213/05 – ju­ris; LAG Sach­sen-An­halt 14.03.2006 – 8 Sa 377/05 – ju­ris; je­weils zu Frei­wil­lig­keits­vor­be­halts­klau­seln zu frei­wil­li­gen Leis­tun­gen, die nicht den Aus­tausch von Haupt­leis­tungs­pflich­ten be­tref­fen und auf die aus­drück­lich kein Rechts­an­spruch be­ste­hen soll, mit dem An­nex „wi­der­ruf­lich“, LAG Düssel­dorf 31.01.2006 – 6 Sa 1441/05 – ju­ris: Bestäti­gung der vor­ge­nann­ten Ent­schei­dun­gen in Ab­gren­zung zur ei­ge­nen ab­wei­chen­den Klau­sel; zu ei­ner Klau­sel mit völlig ab­wei­chen­den Wort­laut: LAG Düssel­dorf 30.11.2005 27.07.2005 – 6 Sa 29/05 – ju­ris).

3. Die Ver­trags­klau­sel ist auch nicht aus sons­ti­gen Gründen un­wirk­sam. Ein Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt der ver­ein­bar­ten Art ist grundsätz­lich zulässig (BAG 12.01.2000 – 10 AZR 840/98 – ju­ris; 06.12.1995 – 10 AZR 198/95 – ju­ris, mwN). An­ders als bei der Ver­ein­ba­rung ei­nes Wi­der­rufs­vor­be­halts kann der Ar­beit­ge­ber die Leis­tung oh­ne vor­he­ri­ge Ankündi­gung und oh­ne Bin­dung an § 315 BGB ein­stel­len oder die Vor­aus­set­zun­gen für ih­re Gewährung ändern (BAG 12.01.2000 – 10 AZR 840/98 – aaO; 26.03.1997 – 10 AZR 612/96 - aaO). Bei Ver­ein­ba­rung ei­nes Frei­wil­lig­keits­vor­be­halts der vor­lie­gen­den Art geht es nicht um das Recht des Ar­beit­ge­bers, ver­spro­che­ne Leis­tun­gen ein­sei­tig zu ändern oder zu be­sei­ti­gen. Dem Ar­beit­neh­mer wird be­reits kein An­spruch zu­ge­spro­chen. Der Ar­beit­neh­mer weiß viel­mehr, dass der Ar­beit­ge­ber je­des Jahr aufs Neue noch über die tatsächli­che Gewährung ent­schei­den muss, ob er als zah­len will oder nicht. Er muss auch da­mit rech­nen, dass er die Zah­lung von an­de­ren Vor­aus­set­zun­gen abhängig macht (BAG 12.01.2000 – 10 AZR 840/98 – aaO; 06.12.1995 – 10 AZR 198/95 – ju­ris, mwN), so­lan­ge er die Grundsätze der Gleich­be­hand­lung in sei­nem Be­trieb be­ach­tet (BAG 14.02.2007 – 10 AZR 181/06 – ju­ris). Aus die­sem Grund schei­det auch ei­ne Über­prüfung der Klau­sel nach Maßga­be des § 308 Nr. 4 BGB als Son­der­be­stim­mung zu § 307 Abs. 3 S. 1 BGB aus.

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II. Die Kläge­rin kann ih­ren An­spruch nicht aus ei­ner be­trieb­li­chen Übung der Be­klag­ten ab­lei­ten. Un­ter ei­ner be­trieb­li­chen Übung wird die re­gelmäßige Wie­der­ho­lung be­stimm­ter Ver­hal­tens­wei­sen des Ar­beit­ge­bers ver­stan­den, aus de­nen die Ar­beit­neh­mer schließen können, ih­nen soll­te ei­ne Leis­tung oder Vergüns­ti­gung auf Dau­er gewährt wer­den. Aus dem Ver­hal­ten des Ar­beit­ge­bers wird kon­klu­dent auf ei­ne Wil­len­erklärung ge­schlos­sen, die vom Ar­beit­neh­mer nach § 151 BGB an­ge­nom­men wer­den kann. Ob ei­ne für den Ar­beit­ge­ber bin­den­de be­trieb­li­che Übung auf Grund der Gewährung von Leis­tun­gen an sei­ne Ar­beit­neh­mer ent­stan­den ist, muss des­halb da­nach be­ur­teilt wer­den, in­wie­weit die Ar­beit­neh­mer aus dem Ver­hal­ten des Ar­beit­ge­bers un­ter Berück­sich­ti­gung der Ver­kehrs­sit­te nach § 242 BGB und der Be­gleit­umstände auf ei­nen Bin­dungs­wil­len des Ar­beit­ge­bers schließen durf­ten (ständi­ge Recht­spre­chung: BAG 28.06.2006 – 10 AZR 385/05 – ju­ris). Will der Ar­beit­ge­ber ver­hin­dern, dass der Ar­beit­neh­mer den Schluss auf ei­nen dau­er­haf­ten Bin­dungs­wil­len zieht, muss er ei­nen ent­spre­chen­den Vor­be­halt kon­kret zum Aus­druck brin­gen (BAG 01.11.2005 – 1 AZR 355/04 – ju­ris). Durch ei­nen Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt, nach­dem es sich um ei­ne frei­wil­li­ge Leis­tung han­delt, auf die ein Rechts­an­spruch nicht be­steht, kann der Ar­beit­ge­ber ei­ne ver­trag­li­che Bin­dung für die Zu­kunft ver­hin­dern (BAG 19.05.2005 – 3 AZR 660/03 – ju­ris; 23.10.2002 – 10 AZR 48/02 – ju­ris; je­weils mit zahl­rei­chen wei­te­ren Nach­wei­sen).

C. Die Kläge­rin hat nach § 97 Abs. 1 ZPO die Kos­ten ih­rer er­folg­lo­sen Be­ru­fung zu tra­gen. Gründe für die Zu­las­sung der Re­vi­si­on sind nicht er­sicht­lich. 

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Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die Nicht­zu­las­sung der Re­vi­si­on kann die un­ter­le­ge­ne Par­tei Be­schwer­de ein­le­gen.

Die Be­schwer­de muss

in­ner­halb ei­ner Frist von ei­nem Mo­nat

nach der Zu­stel­lung die­ses Ur­teils schrift­lich bei dem Bun­des­ar­beits­ge­richt, Hu­go-Preuß-Platz 1,
99084 Er­furt, Fax.-Nr.: (03 61) 26 36 20 00
ein­ge­legt wer­den.

Sie ist gleich­zei­tig oder

in­ner­halb ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten

nach der Zu­stel­lung die­ses Ur­teils schrift­lich zu be­gründen.

Be­schwer­de­schrift und Be­schwer­de­be­gründung müssen von ei­nem bei ei­nem deut­schen Ge­richt zu­ge­las­se­nen Rechts­an­walt un­ter­zeich­net sein.

Die Be­schwer­de kann nur dar­auf gestützt wer­den, dass

1. die Rechts­sa­che grundsätz­li­che Be­deu­tung hat u n d Rechts­strei­tig­kei­ten be­trifft

a) zwi­schen Ta­rif­ver­trags­par­tei­en aus Ta­rif­verträgen oder über das Be­ste­hen oder Nicht­be­ste­hen von Ta­rif­verträgen,

b) über die Aus­le­gung ei­nes Ta­rif­ver­trags, des­sen Gel­tungs­be­reich sich über den Be­zirk die­ses Lan­des­ar­beits­ge­richts hin­aus er­streckt, oder

c) zwi­schen ta­riffähi­gen Par­tei­en oder zwi­schen die­sen und Drit­ten aus un­er­laub­ten Hand­lun­gen, so­weit es sich um Maßnah­men zum Zweck des Ar­beits­kamp­fes oder um Fra­gen der Ver­ei­ni­gungs­frei­heit ein-schließlich des hier­mit im Zu­sam­men­hang ste­hen­den Betäti­gungs­rechts der Ver­ei­ni­gung han­delt,

oder
2. die­ses Ur­teil von ei­ner Ent­schei­dung des Ge­mein­sa­men Se­nats der obers­ten Ge­richtshöfe des Bun­des, von ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts oder, so­lan­ge ei­ne Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts in der Rechts­fra­ge nicht er­gan­gen ist, von ei­ner Ent­schei­dung ei­ner an­de­ren Kam­mer die­ses Lan­des­ar­beits­ge­richts oder ei­nes an­de­ren Lan­des­ar­beits­ge­richts ab­weicht und die Ent­schei­dung auf die­ser Ab­wei­chung be­ruht.

Wird der Be­schwer­de statt­ge­ge­ben, be­ginnt mit der Zu­stel­lung die­ser Ent­schei­dung der Lauf der Re­vi­si­ons­frist.

Die Re­vi­si­on ist bei dem Bun­des­ar­beits­ge­richt, Hu­go-Preuß-Platz 1, 99084 Er­furt, Fax.-Nr.: (03 61) 
26 36 20 00 ein­zu­le­gen. Sie ist zu be­gründen und von ei­nem bei ei­nem deut­schen Ge­richt zu­ge­las­se­nen Rechts­an­walt zu un­ter­schrei­ben.

Die Frist der Ein­le­gung der Re­vi­si­on beträgt ei­nen Mo­nat, die Frist zur Be­gründung der Re­vi­si­on zwei Mo­na­te. Bei­de Fris­ten be­gin­nen mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens aber mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach Verkündung. Die Re­vi­si­ons­be­gründungs­frist kann ein­mal bis zu ei­nem Mo­nat verlängert wer­den.

 

gez. En­gel 

gez. Müller  

gez. Stoll­berg

 

Hin­weis der Geschäfts­stel­le
Das Bun­des­ar­beits­ge­richt bit­tet, sämt­li­che Schriftsätze in sie­ben­fa­cher Aus­fer­ti­gung bei ihm ein­zu­rei­chen.

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