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BAG, Ur­teil vom 18.03.2009, 10 AZR 281/08

   
Schlagworte: Weihnachtsgeld, Betriebliche Übung
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Aktenzeichen: 10 AZR 281/08
Typ: Urteil
Entscheidungsdatum: 18.03.2009
   
Leitsätze:

1. Hat ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer jahrelang vorbehaltlos Weihnachtsgeld gezahlt, wird der Anspruch des Arbeitnehmers auf Weihnachtsgeld aus betrieblicher Übung nicht dadurch aufgehoben, dass der Arbeitgeber später bei der Leistung des Weihnachtsgeldes erklärt, die Zahlung des Weihnachtsgeldes sei eine freiwillige Leistung und begründe keinen Rechtsanspruch, und der Arbeitnehmer der neuen Handhabung über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg nicht widerspricht.

2. Erklärt ein Arbeitgeber unmissverständlich, dass die bisherige betriebliche Übung einer vorbehaltlosen Weihnachtsgeldzahlung beendet werden und durch eine Leistung ersetzt werden soll, auf die in Zukunft kein Rechtsanspruch mehr besteht, kann nach dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des Schuldrechts am 1. Januar 2002 nach § 308 Nr 5 BGB eine dreimalige widerspruchslose Entgegennahme der Zahlung durch den Arbeitnehmer nicht mehr den Verlust des Anspruchs auf das Weihnachtsgeld bewirken (Aufgabe der Rechtsprechung zur gegenläufigen betrieblichen Übung, vgl. BAG 4. Mai 1999 - 10 AZR 290/98 - BAGE 91, 283; 26. März 1997 - 10 AZR 612/96 - AP BGB § 242 Betriebliche Übung Nr 50 = EzA BGB § 242 Betriebliche Übung Nr 38).

Vorinstanzen: Arbeitsgericht Köln, Landesarbeitsgericht Köln
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


10 AZR 281/08
9 Sa 1184/07
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Köln

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

18. März 2009

UR­TEIL

Brüne, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Be­klag­te, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­onskläge­rin,

pp.

Kläger, Be­ru­fungs­be­klag­ter und Re­vi­si­ons­be­klag­ter,

hat der Zehn­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 18. März 2009 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Frei­tag, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Mar­quardt, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Brühler so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Si­mon und Ohl für Recht er­kannt:
 


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1. Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln vom 22. Ja­nu­ar 2008 - 9 Sa 1184/07 - wird zurück­ge­wie­sen.


2. Die Be­klag­te hat die Kos­ten der Re­vi­si­on zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über Weih­nachts­geld für das Jahr 2006 in rech­ne­risch un­strei­ti­ger Höhe von 1.354,08 Eu­ro brut­to.

Der Kläger ist seit dem 1. Au­gust 1971 bei der Be­klag­ten als Spe­zi­al­bau­fach­ar­bei­ter ge­gen ei­nen St­un­den­lohn iHv. zu­letzt 14,56 Eu­ro brut­to beschäftigt. Ein schrift­li­cher Ar­beits­ver­trag wur­de nicht ab­ge­schlos­sen. Die nicht ta­rif­ge­bun­de­ne Be­klag­te zahl­te dem Kläger seit dem Be­ginn des Ar­beits­verhält­nis­ses bis zum Jahr 2005 Weih­nachts­geld. Die­ses er­hiel­ten der Kläger und die an­de­ren Ar­beit­neh­mer der Be­klag­ten zunächst am Jah­res­en­de. Für die Jah­re 2002 bis 2005 zahl­te die Be­klag­te das Weih­nachts­geld je­weils in drei Ra­ten. Die ers­te Ra­te leis­te­te die Be­klag­te je­weils im No­vem­ber, die zwei­te Ra­te je­weils im De­zem­ber und die drit­te Ra­te je­weils im Ja­nu­ar des Fol­ge­jah­res. Mit Aus­nah­me der Lohn­ab­rech­nun­gen für No­vem­ber 2002 und No­vem­ber 2003 ent­hiel­ten die Lohn­ab­rech­nun­gen der Be­klag­ten für die Mo­na­te, in de­nen sie dem Kläger und ih­ren an­de­ren Ar­beit­neh­mern für die Jah­re 2002 bis 2005 Weih­nachts­gel­d­ra­ten zahl­te, je­weils den hand­schrift­li­chen Ver­merk: „Die Zah­lung des Weih­nachts­gel­des ist ei­ne frei­wil­li­ge Leis­tung und be­gründet kei­nen Rechts­an­spruch!“

Der Kläger ist der An­sicht, ihm ste­he auf­grund be­trieb­li­cher Übung für das Jahr 2006 Weih­nachts­geld zu. Er ha­be ei­ner abändern­den be­trieb­li­chen Übung nicht zu­ge­stimmt, son­dern mit ei­nem an­walt­li­chen Schrei­ben vom 20. Fe­bru­ar 2002 dem Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt in den Lohn­ab­rech­nun­gen aus­drück­lich wi­der­spro­chen.
 


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Der Kläger hat be­an­tragt, 


die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn ei­nen Be­trag iHv. 1.354,08 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit dem 1. De­zem­ber 2006 zu zah­len.

Die Be­klag­te hat zu ih­rem Kla­ge­ab­wei­sungs­an­trag die Auf­fas­sung ver­tre­ten, der Kläger ha­be kei­nen An­spruch auf Weih­nachts­geld für das Jahr 2006. Falls sie aus be­trieb­li­cher Übung zur Zah­lung von Weih­nachts­geld ver­pflich­tet ge­we­sen sein soll­te, sei die­se Ver­pflich­tung je­den­falls durch ei­ne ge­genläufi­ge be­trieb­li­che Übung auf­ge­ho­ben wor­den. Von ih­ren ins­ge­samt 42 Ar­beit­neh­mern ha­be auch nur der Kläger die Zah­lung von Weih­nachts­geld für das Jahr 2006 gel­tend ge­macht. Ein an­walt­li­ches Schrei­ben des Klägers vom 20. Fe­bru­ar 2002 ha­be sie nicht er­hal­ten.


Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung der Be­klag­ten, so­weit für die Re­vi­si­on von In­ter­es­se, zurück­ge­wie­sen. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt die Be­klag­te die Ab­wei­sung der Kla­ge. Der Kläger be­an­tragt, die Re­vi­si­on der Be­klag­ten zurück­zu­wei­sen.


Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten hat kei­nen Er­folg. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge zu Recht statt­ge­ge­ben. Die Be­klag­te schul­det dem Kläger für das Jahr 2006 Weih­nachts­geld in un­strei­ti­ger Höhe von 1.354,08 Eu­ro brut­to.

I. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend er­kannt, dass dem Kläger aus be­trieb­li­cher Übung Weih­nachts­geld für das Jahr 2006 zu­steht. Für jähr­lich an die ge­sam­te Be­leg­schaft ge­zahl­te Gra­ti­fi­ka­tio­nen be­steht die Re­gel, dass ei­ne drei­ma­li­ge vor­be­halt­lo­se Gewährung zur Ver­bind­lich­keit er­starkt (st. Rspr., vgl. BAG 30. Ju­li 2008 - 10 AZR 606/07 - NZA 2008, 1173; 28. Ju­ni 2006 - 10 AZR 385/05 - BA­GE 118, 360, 368 f.). Die An­nah­me des Lan­des­ar­beits­ge­richts,

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auf­grund der vor­be­halt­lo­sen Zah­lung von Weih­nachts­geld in den Jah­ren 1971 bis 2001 ha­be sich die Be­klag­te nach den Grundsätzen der be­trieb­li­chen Übung ver­trag­lich zur Zah­lung von Weih­nachts­geld ver­pflich­tet, hat die Be­klag­te auch nicht mit Re­vi­si­onsrügen an­ge­grif­fen.


II. Ent­ge­gen der An­sicht der Be­klag­ten ist der An­spruch des Klägers auf Weih­nachts­geld nicht durch ei­ne geänder­te be­trieb­li­che Übung auf­ge­ho­ben wor­den. Dies gilt auch dann, wenn der Kläger den Frei­wil­lig­keits­vor­be­hal­ten der Be­klag­ten in den Lohn­ab­rech­nun­gen nicht wi­der­spro­chen hat.


1. Al­ler­dings konn­te nach der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Se­nats ei­ne 10 be­trieb­li­che Übung durch ei­ne geänder­te be­trieb­li­che Übung be­en­det wer­den (26. März 1997 - 10 AZR 612/96 - AP BGB § 242 Be­trieb­li­che Übung Nr. 50 = EzA BGB § 242 Be­trieb­li­che Übung Nr. 38). Der Se­nat hat dies bei Gra­ti­fi­ka­ti­ons­zah­lun­gen dann an­ge­nom­men, wenn der Ar­beit­ge­ber erklärt hat, die Zah­lung der Gra­ti­fi­ka­ti­on sei ei­ne frei­wil­li­ge Leis­tung, auf die zukünf­tig kein Rechts­an­spruch be­ste­he, und die Ar­beit­neh­mer der neu­en Hand­ha­bung über ei­nen Zeit­raum von drei Jah­ren hin­weg nicht wi­der­spro­chen ha­ben. Auf­grund der da­durch zu­stan­de ge­kom­me­nen kon­klu­den­ten Ver­ein­ba­rung sei der Ar­beit­ge­ber nicht mehr zur Zah­lung der Gra­ti­fi­ka­ti­on ver­pflich­tet. Durch die drei­ma­li­ge wi­der­spruchs­lo­se An­nah­me ei­ner aus­drück­lich un­ter dem Vor­be­halt der Frei­wil­lig­keit ge­zahl­ten Gra­ti­fi­ka­ti­on schaf­fe der Ar­beit­neh­mer beim Ar­beit­ge­ber ei­nen schutzwürdi­gen Ver­trau­en­stat­be­stand. Die­ser ha­be auf­grund des Ver­hal­tens des Ar­beit­neh­mers kei­ne Ver­an­las­sung, ei­ne aus­drück­li­che Ände­rung der ver­trag­li­chen Ab­re­de her­bei­zuführen.

2. Die­se Recht­spre­chung ist im ar­beits­recht­li­chen Schrift­tum ganz über­wie­gend auf Ab­leh­nung ges­toßen (Hens­s­ler FS 50 Jah­re Bun­des­ar­beits­ge­richt S. 683, 704 ff.; Schaub/Koch ArbR-Hdb. 12. Aufl. § 111 Rn. 28; ErfK/Preis 9. Aufl. § 611 BGB Rn. 225; HWK/Thüsing Ar­beits­recht 3. Aufl. § 611 BGB Rn. 235; Spei­ger NZA 1998, 510; Kett­ler NJW 1998, 435; Fran­zen Anm. BAG 26. März 1997 - 10 AZR 612/96 - SAE 1997, 344, 346 ff.; Go­ertz AuR 1999, 463; Wal­ter­mann RdA 2006, 257, 268 f.; kri­tisch auch Be­p­ler RdA 2004, 226, 238 ff.). Der Se­nat hat in sei­ner Ent­schei­dung vom 4. Mai 1999 (- 10 AZR

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290/98 - BA­GE 91, 283) grundsätz­lich dar­an fest­ge­hal­ten, dass sich der Ar­beit­ge­ber von ei­ner be­trieb­li­chen Übung durch ei­ne ge­genläufi­ge be­trieb­li­che Übung lösen kann. Er hat da­bei auf die An­wen­dung der Grundsätze zurück­ge­grif­fen, die zum Ent­ste­hen ei­nes An­spruchs aus be­trieb­li­cher Übung führen. Da­nach ist nicht al­lein ei­ne wie­der­hol­te Leis­tungs­gewährung maßgeb­lich. Ent­schei­dend ist vor al­lem, dass der Ar­beit­ge­ber die­se nicht mit ei­nem Frei-wil­lig­keits­vor­be­halt ver­bun­den und den Hin­weis un­ter­las­sen hat, dass aus der Zah­lung kei­ne Rechts­ansprüche für die Zu­kunft ab­ge­lei­tet wer­den können. Die sich aus ei­nem sol­chen un­ter­las­se­nen Hin­weis des Ar­beit­ge­bers er­ge­ben­den Rechts­fol­gen hat der Se­nat auf die Spie­gel­sei­te über­tra­gen und an­ge­nom­men, dass auch an ei­ne vom Ar­beit­neh­mer un­ter­las­se­ne Erklärung Rechts­fol­gen ge­knüpft wer­den können (aA Ma­ties Die ge­genläufi­ge be­trieb­li­che Übung S. 50 ff.; Thüsing NZA 2005, 718, 720; Spei­ger NZA 1998, 510, 511 f.; Fran­zen SAE 1997, 344, 347). Al­ler­dings hat der Se­nat in sei­ner Ent­schei­dung vom 4. Mai 1999 (- 10 AZR 290/98 - BA­GE 91, 283) der Kri­tik an sei­ner Recht­spre­chung teil­wei­se Rech­nung ge­tra­gen und die An­for­de­run­gen an ei­ne ge­genläufi­ge be­trieb­li­che Übung er­heb­lich verschärft. Er hat ver­langt, dass der Ar­beit­ge­ber nicht nur deut­lich ma­chen muss, dass er das Weih­nachts­geld künf­tig un­ter dem Vor­be­halt der Frei­wil­lig­keit der Leis­tung zah­len will, son­dern darüber hin­aus sei­nen Ar­beit­neh­mern un­miss­verständ­lich erklären muss, dass die bis­he­ri­ge be­trieb­li­che Übung ei­ner vor­be­halt­lo­sen Zah­lung be­en­det wer­den und durch ei­ne Leis­tung er­setzt wer­den soll, auf die in Zu­kunft kein Rechts­an­spruch mehr be­steht.


3. Der Se­nat hält nach dem In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes zur Mo­der­ni­sie­rung des Schuld­rechts am 1. Ja­nu­ar 2002, mit dem die Be­reichs­aus­nah­me des § 23 Abs. 1 AGBG auf­ge­ge­ben wur­de, an sei­ner Recht­spre­chung zur Ver­schlech­te­rung oder Be­sei­ti­gung ver­trag­li­cher Ansprüche von Ar­beit­neh­mern auf Son­der­zah­lun­gen auf­grund ei­ner ge­genläufi­gen be­trieb­li­chen Übung nicht fest. Ei­ne drei­ma­li­ge wi­der­spruchs­lo­se An­nah­me ei­ner vom Ar­beit­ge­ber un­ter dem Vor­be­halt der Frei­wil­lig­keit ge­zahl­ten Gra­ti­fi­ka­ti­on kann nach § 308 Nr. 5 BGB nicht mehr den Ver­lust ei­nes ver­trag­li­chen An­spruchs auf die Gra­ti­fi­ka­ti­on be­wir­ken.
 


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a) Nach der vom Bun­des­ar­beits­ge­richt in ständi­ger Recht­spre­chung ver­tre­te­nen Ver­trags­theo­rie wer­den durch ei­ne be­trieb­li­che Übung ver­trag­li­che Ansprüche der Ar­beit­neh­mer auf die üblich ge­wor­de­nen Leis­tun­gen be­gründet (vgl. 19. Au­gust 2008 - 3 AZR 194/07 - DB 2009, 463; 28. Mai 2008 - 10 AZR 274/07 - AP BGB § 242 Be­trieb­li­che Übung Nr. 80 = EzA BGB 2002 § 242 Be­trieb­li­che Übung Nr. 8; 26. Sep­tem­ber 2007 - 5 AZR 808/06 - AP TVG § 1 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 58 = EzA BGB 2002 § 305c Nr. 13; 28. Ju­ni 2006 - 10 AZR 385/05 - BA­GE 118, 360, 369; 26. Mai 1993 - 4 AZR 149/92 - AP AVR Dia­ko­ni­sches Werk § 12 Nr. 2 = EzA BGB § 242 Be­trieb­li­che Übung Nr. 28). Ein im Ar­beits­ver­trag ver­ein­bar­ter An­spruch des Ar­beit­neh­mers auf ei­ne Gra­ti­fi­ka­ti­on kann nur durch Kündi­gung oder ver­trag­li­che Ab­re­de un­ter Vor­be­halt ge­stellt, ver­schlech­tert oder be­sei­tigt wer­den, nicht aber durch ei­ne ge­genläufi­ge be­trieb­li­che Übung (BAG 24. No­vem­ber 2004 - 10 AZR 202/04 - BA­GE 113, 29). Da ei­ne drei­ma­li­ge vor­be­halt­lo­se Gra­ti­fi­ka­ti­ons­zah­lung den Ar­beit­ge­ber ver­trag­lich zur Leis­tung ver­pflich­tet, kann er ei­nen nach den Grundsätzen der be­trieb­li­chen Übung ent­stan­de­nen An­spruch des Ar­beit­neh­mers auf die Gra­ti­fi­ka­ti­on eben­so wie ei­nen im Ar­beits­ver­trag ge­re­gel­ten Gra­ti­fi­ka­ti­ons­an­spruch auch nur durch Kündi­gung oder ei­ne ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung mit dem Ar­beit­neh­mer un­ter Vor­be­halt stel­len, ver­schlech­tern oder be­sei­ti­gen. Der nach den Grundsätzen der be­trieb­li­chen Übung ent­stan­de­ne Rechts­an­spruch ist kein ver­trag­li­cher An­spruch min­de­rer Rechts­beständig­keit. Der Ar­beit­ge­ber kann ihn da­her im Ver­gleich zu ei­nem durch aus­drück­li­che ar­beits­ver­trag­li­che Ab­re­de be­gründe­ten An­spruch des Ar­beit­neh­mers nicht un­ter er­leich­ter­ten Vor­aus­set­zun­gen zu Fall brin­gen (vgl. Hens­s­ler FS 50 Jah­re Bun­des­ar­beits­ge­richt S. 683, 706; ErfK/Preis § 611 BGB Rn. 225).


b) Es ist be­reits zwei­fel­haft, ob ein Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt wie der­je­ni­ge in den Lohn­ab­rech­nun­gen der Be­klag­ten ein Ver­trags­an­ge­bot iSv. § 145 BGB dar­stellt oder ob es sich le­dig­lich um die Ankündi­gung ei­ner mögli­chen Ein­stel­lung oder Ein­schränkung der Gra­ti­fi­ka­ti­ons­zah­lung oder die Äußerung ei­ner Rechts­an­sicht han­delt (vgl. Ma­ties Die ge­genläufi­ge be­trieb­li­che Übung S. 43 f.; Wal­ter­mann RdA 2006, 257, 268 f.; Thüsing NZA 2005, 718, 720; Go­ertz AuR

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1999, 463, 465; Spei­ger NZA 1998, 510, 512; Kett­ler NJW 1998, 435, 437). Selbst wenn ein Ver­trags­an­ge­bot an­zu­neh­men ist, er­gab sich ei­ne Ob­lie­gen­heit des Klägers, das An­ge­bot aus­drück­lich ab­zu­leh­nen, wenn er die­ses nicht an­neh­men woll­te, nicht dar­aus, dass er die Gra­ti­fi­ka­ti­ons­zah­lung schwei­gend ent­ge­gen­ge­nom­men hat. Das Schwei­gen auf ein güns­ti­ges An­ge­bot kann dem Schwei­gen auf ein ver­schlech­tern­des An­ge­bot nicht gleich­ge­stellt wer­den (vgl. Schaub/Koch ArbR-Hdb. § 111 Rn. 28). Ab­ge­se­hen von der Deu­tung kon­klu­den­ten Ver­hal­tens als ein be­stimm­tes Erklärungs­ver­hal­ten und von den ge­setz­li­chen Erklärungs­fik­tio­nen, zB in den § 108 Abs. 2 Satz 2, § 177 Abs. 2 Satz 2, § 415 Abs. 2 Satz 2, § 416 Abs. 1 Satz 2, § 455 Satz 2 BGB, ist das Un­ter­las­sen ei­ner Hand­lung und da­mit auch das Schwei­gen kei­ne Erklärung und kann vor al­lem im Geschäfts­ver­kehr der Ver­brau­cher auch nicht als sol­che ge­deu­tet wer­den oder Erklärungs­wir­kung ent­fal­ten (H. Schmidt in Ul­mer/Brand­ner/Hen­sen AGB-Recht 10. Aufl. § 308 Nr. 5 BGB Rn. 5).


c) Al­ler­dings ist in der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts an­er­kannt, dass ei­ne wi­der­spruchs­lo­se Fort­set­zung der Tätig­keit durch den Ar­beit­neh­mer nach ei­nem Ände­rungs­an­ge­bot des Ar­beit­ge­bers gemäß den §§ 133, 157 BGB als kon­klu­den­te An­nah­me der Ver­tragsände­rung aus­ge­legt wer­den kann, wenn die­se sich un­mit­tel­bar im Ar­beits­verhält­nis aus­wirkt, nicht hin­ge­gen, so­lan­ge de­ren Fol­gen nicht her­vor­tre­ten (1. Au­gust 2001 - 4 AZR 129/00 - BA­GE 98, 293; 22. De­zem­ber 1970 - 3 AZR 52/70 - AP BGB § 305 Bil­lig­keits­kon­trol­le Nr. 2 = EzA BGB § 315 Nr. 4; 17. Ju­li 1965 - 3 AZR 302/64 - AP BGB § 242 Ru­he­ge­halt Nr. 101). Letz­te­res war der Fall. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en änder­te sich nicht un­mit­tel­bar. Die Be­klag­te hat das Weih­nachts­geld für die Jah­re 2002 bis 2005 wei­ter­ge­zahlt. An­ders als bei ei­ner Ein­schränkung oder Ein­stel­lung der Gra­ti­fi­ka­ti­ons­zah­lung wirk­te sich der von der Be­klag­ten in den Lohn­ab­rech­nun­gen erklärte Vor­be­halt der Frei­wil­lig­keit da­mit nicht un­mit­tel­bar auf das Ar­beits­verhält­nis aus. In ei­nem sol­chen Fall muss ein Ar­beit­neh­mer nicht er­ken­nen, dass sei­ne wi­der­spruchs­lo­se Wei­ter­ar­beit als Ein­verständ­nis mit ei­ner Ver­tragsände­rung ver­stan­den wird (vgl. Ri­cken DB 2006, 1372, 1376, der den Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt für ei­ne un­gewöhn­li­che Klau­sel iSv. § 305c Abs. 1 BGB hält). Setzt der Ar­beit­neh­mer

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sei­ne Tätig­keit wi­der­spruchs­los fort, darf der Ar­beit­ge­ber dem re­gelmäßig nicht das Ein­verständ­nis des Ar­beit­neh­mers mit der Auf­ga­be sei­nes bis­he­ri­gen Rechts­an­spruchs auf die Gra­ti­fi­ka­ti­on ent­neh­men.


d) Der Kläger hat al­ler­dings selbst be­haup­tet, dass er ei­ner abändern­den be­trieb­li­chen Übung nicht nur nicht zu­ge­stimmt, son­dern mit ei­nem an die Be­klag­te ge­rich­te­ten an­walt­li­chen Schrei­ben vom 20. Fe­bru­ar 2002 dem Frei-wil­lig­keits­vor­be­halt aus­drück­lich wi­der­spro­chen hat. Dies legt na­he, dass er die Erklärung der Be­klag­ten in den Lohn­ab­rech­nun­gen als abändern­des Ver­trags­an­ge­bot ver­stan­den hat und sich des­halb ver­an­lasst sah, aus­drück­lich zu wi­der­spre­chen. Oh­ne Be­deu­tung ist, dass er den Zu­gang des Schrei­bens nicht nach­ge­wie­sen hat. Ent­schei­dend ist viel­mehr, dass nach dem In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes zur Mo­der­ni­sie­rung des Schuld­rechts am 1. Ja­nu­ar 2002, mit dem die Be­reichs­aus­nah­me des § 23 Abs. 1 AGBG auf­ge­ge­ben wur­de, ei­ner drei­ma­li­gen wi­der­spruchs­lo­sen An­nah­me ei­ner vom Ar­beit­ge­ber un­ter dem Vor­be­halt der Frei­wil­lig­keit ge­zahl­ten Gra­ti­fi­ka­ti­on nicht mehr die bis­her an­ge­nom­me­ne Be­deu­tung bei­ge­mes­sen wer­den kann. Un­abhängig da­von, ob der Ar­beit­neh­mer den Vor­be­halt, die Gra­ti­fi­ka­ti­ons­zah­lung sei ei­ne frei­wil­li­ge Leis­tung und be­gründe­te kei­nen Rechts­an­spruch, als Ände­rungs­an­ge­bot des Ar­beit­ge­bers ver­stan­den hat oder nicht, muss das Schwei­gen des Ar­beit­neh­mers als Ab­leh­nung ver­stan­den wer­den.


aa) Erklärt der Ar­beit­ge­ber sei­nen Ar­beit­neh­mern, dass die bis­he­ri­ge be­trieb­li­che Übung ei­ner vor­be­halt­lo­sen Gra­ti­fi­ka­ti­ons­zah­lung be­en­det wer­den und durch ei­ne Leis­tung er­setzt wer­den soll, auf die in Zu­kunft kein Rechts­an­spruch mehr be­steht, und wird die­se Erklärung als Ände­rungs­an­ge­bot ver­stan­den, liegt ei­ne für ei­ne Viel­zahl von Verträgen vor­for­mu­lier­te Ver­trags­be­din­gung iSv. § 305 Abs. 1 BGB vor. Die An­nah­me, durch ei­ne drei­ma­li­ge wi­der­spruchs­lo­se Ent­ge­gen­nah­me ei­ner vom Ar­beit­ge­ber aus­drück­lich un­ter dem Vor­be­halt der Frei­wil­lig­keit ge­zahl­ten Gra­ti­fi­ka­ti­on wer­de die Ver­pflich­tung des Ar­beit­ge­bers zur Gra­ti­fi­ka­ti­ons­zah­lung be­en­det, ist mit dem Klau­sel­ver­bot für fin­gier­te Erklärun­gen in § 308 Nr. 5 BGB nicht zu ver­ein­ba­ren.
 


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bb) Nach die­ser Vor­schrift ist in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen ins­be­son­de­re ei­ne Be­stim­mung un­wirk­sam, wo­nach ei­ne Erklärung des Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders bei Vor­nah­me oder Un­ter­las­sung ei­ner be­stimm­ten Hand­lung als von ihm ab­ge­ge­ben oder nicht ab­ge­ge­ben gilt, es sei denn, dass dem Ver­trags­part­ner ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist zur Ab­ga­be ei­ner aus­drück­li­chen Erklärung ein­geräumt ist und der Ver­wen­der sich ver­pflich­tet, den Ver­trags­part­ner bei Be­ginn der Frist auf die vor­ge­se­he­ne Be­deu­tung sei­nes Ver­hal­tens be­son­ders hin­zu­wei­sen. Die Be­stim­mung be­ruht auf § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB. Sie be­zweckt, dass der zu den we­sent­li­chen Prin­zi­pi­en des Pri­vat­rechts gehören­de Grund­satz, wo­nach Schwei­gen in der Re­gel kei­ne Wil­lens­erklärung ist, durch All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen nur in en­gen Gren­zen änder­bar ist (Pa­landt/Grüne­berg BGB 68. Aufl. § 308 Rn. 25). § 308 Nr. 5 BGB ver­bie­tet den Ver­trags­par­tei­en zwar nicht, zu ver­ein­ba­ren, dass das Schwei­gen ei­ner Par­tei zu ei­nem An­trag der an­de­ren Par­tei als An­nah­me­erklärung an­zu­se­hen ist. Die Vor­schrift un­ter­sagt fin­gier­te Erklärun­gen je­doch für den Fall, dass die dro­hen­de Fik­ti­ons­wir­kung dem Ver­trags­part­ner des Klau­sel­ver­wen­ders nicht hin­rei­chend be­wusst ge­macht und ihm kei­ne an­ge­mes­se­ne Frist zur Ab­ga­be ei­ner aus­drück­li­chen Erklärung ein­geräumt wird (Münch­KommBGB/Kie­nin­ger 5. Aufl. § 308 Nr. 5 Rn. 1).


cc) Soll ei­ne an ein Schwei­gen ge­knüpfte Fik­ti­ons­wir­kung ein­tre­ten, muss dies nach § 308 Nr. 5 BGB nicht nur von den Ver­trags­par­tei­en ver­ein­bart wor­den sein. Nach die­ser Vor­schrift muss der Klau­sel­ver­wen­der sich darüber hin­aus ver­pflich­tet ha­ben, sei­nen Ver­trags­part­ner bei Be­ginn der Frist auf die Be­deu­tung sei­nes Schwei­gens be­son­ders hin­zu­wei­sen. Sch­ließlich muss die­ser Hin­weis auch tatsächlich und in ei­ner Form er­fol­gen, die un­ter nor­ma­len Umständen Kennt­nis­nah­me verbürgt (Pa­landt/Grüne­berg BGB § 308 Rn. 26a mwN). Gibt der Klau­sel­ver­wen­der den Hin­weis, hat er sich aber da­zu ver­trag­lich nicht ver­pflich­tet, tritt die Erklärungs­fik­ti­on nicht ein (Däubler/Dorn­dorf AGB-Kon­trol­le im Ar­beits­recht § 308 Nr. 5 BGB Rn. 6; Pa­landt/Grüne­berg BGB § 308 Rn. 26a; Münch­KommBGB/Kie­nin­ger § 308 Nr. 5 Rn. 14; H. Schmidt in Ul­mer/Brand­ner/Hen­sen AGB-Recht § 308 Nr. 5 BGB Rn. 12). Dies gilt auch bei ei­nem un­ter­blie­be­nen Hin­weis auf ei­ne ver­ein­bar­te Erklärungs­fik­ti­on.
 


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dd) Dar­an ge­mes­sen reicht ei­ne drei­ma­li­ge wi­der­spruchs­lo­se Ent­ge­gen­nah­me ei­ner vom Ar­beit­ge­ber un­ter dem Vor­be­halt der Frei­wil­lig­keit ge­zahl­ten Gra­ti­fi­ka­ti­on nicht aus, um ei­ne ver­trag­li­che Ver­pflich­tung des Ar­beit­ge­bers zur Gra­ti­fi­ka­ti­ons­zah­lung zu be­en­den. Ha­ben die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en nicht ver­ein­bart, dass das Schwei­gen des Ar­beit­neh­mers zu ei­nem Ände­rungs­an­ge­bot des Ar­beit­ge­bers als An­nah­me des An­ge­bots gilt, reicht selbst ein aus­drück­li­cher Hin­weis des Ar­beit­ge­bers bei der Zah­lung der Gra­ti­fi­ka­ti­on nicht aus, dass ei­ne drei­ma­li­ge wi­der­spruchs­lo­se An­nah­me der un­ter dem Vor­be­halt der Frei­wil­lig­keit ge­leis­te­ten Zah­lung zum Ver­lust des Rechts­an­spruchs auf die Gra­ti­fi­ka­ti­ons­zah­lung führt.


e) Al­ler­dings ist der Kläger be­reits seit dem 1. Au­gust 1971 bei der Be­klag­ten beschäftigt. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en wur­de da­mit vie­le Jah­re vor dem In­kraft­tre­ten des Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­set­zes be­gründet und der Ar­beits­ver­trag im Ver­trau­en auf die da­mals gel­ten­de Ge­set­zes­la­ge und die nicht den Bin­dun­gen des AGB-Rechts un­ter­wor­fe­ne Recht­spre­chung ab­ge­schlos­sen. Bei der Be­gründung des Ar­beits­verhält­nis­ses be­stand für die Par­tei­en des­halb kei­ne Ver­an­las­sung, Ver­ein­ba­run­gen zu tref­fen, die ei­ner In­halts­kon­trol­le nach den §§ 305 ff. BGB stand­hal­ten und den nach § 308 Nr. 5 BGB an fin­gier­te Erklärun­gen zu stel­len­den An­for­de­run­gen genügen. Dies be­wirkt je­doch nicht, dass sich die Be­klag­te mit Er­folg auf die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung zur ge­genläufi­gen be­trieb­li­chen Übung be­ru­fen kann und des­halb nicht zur Zah­lung des vom Kläger be­an­spruch­ten Weih­nachts­gel­des ver­pflich­tet ist.


aa) Woll­te ein Ar­beit­ge­ber die be­trieb­li­che Übung ei­ner vor­be­halt­lo­sen Gra­ti­fi­ka­ti­ons­zah­lung be­en­den, durf­te er sich nach der Ent­schei­dung des Se­nats vom 4. Mai 1999 (- 10 AZR 290/98 - BA­GE 91, 283) nicht wie die Be­klag­te auf den Hin­weis der Frei­wil­lig­keit be­schränken, son­dern muss­te ge­genüber sei­nen Ar­beit­neh­mern un­miss­verständ­lich erklären, dass die bis­he­ri­ge be­trieb­li­che Übung ei­ner vor­be­halt­lo­sen Zah­lung be­en­det wer­den und durch ei­ne Leis­tung er­setzt wer­den soll, auf die in Zu­kunft kein Rechts­an­spruch mehr be­steht. Da­mit muss­te der Ar­beit­ge­ber auf die bis­he­ri­ge be­trieb­li­che
 


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Übung hin­wei­sen und sein Ände­rungs­an­ge­bot mit dem An­er­kennt­nis ei­nes Rechts­an­spruchs des Ar­beit­neh­mers auf die Gra­ti­fi­ka­ti­on ver­bin­den.


bb) An ei­nem sol­chen An­er­kennt­nis fehlt es. Die Be­klag­te hat in den hand­schrift­li­chen Ver­mer­ken auf den Lohn­ab­rech­nun­gen le­dig­lich erklärt, die Zah­lung des Weih­nachts­gel­des sei ei­ne frei­wil­li­ge Leis­tung und be­gründe kei­nen Rechts­an­spruch.

Dr. Frei­tag 

Mar­quardt 

Brühler

Si­mon 

Kay Ohl

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