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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Mitbestimmung in sozialen Angelegenheiten, Betriebsvereinbarung, Schriftform
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg
Akten­zeichen: 15 Sa 26/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 05.10.2009
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Reutlingen - 3 Ca 232/07
   

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15 Sa 26/09

3 Ca 232/07 (ArbG Reut­lin­gen)

verkündet am 05.10.2009

Lan­des­ar­beits­ge­richt

Ba­den-Würt­tem­berg

 

Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

Im Na­men des Vol­kes

Ur­teil

In vollständi­ger Ab­fas­sung bei der Geschäfts­stel­le ein­ge­gan­gen am


_____________________
Ur­kunds­be­am­ter der Geschäfts­stel­le
-------------------------------------
1. Ber-Re­gis­ter, Sta­tis­tik

2. Ver­hand­lungs­ka­len­der

3. Ur­teils­aus­fer­ti­gung
a) an Kläger-Ver­tre­ter -
Bekl.-Ver­tre­ter -
ge­gen EB
b)

4. Ur­teils­ab­schrift in die
Sach­ak­ten

5. Wie­der­vor­la­ge

Den _______________
Ur­kunds­be­am­ter der
Geschäfts­stel­le

Am ________________
dem Kläg. - Bekl. -
Ver­tre­ter voll­streck­ba­re
Aus­fer­ti­gung er­teilt.

Ur­kunds­be­am­ter der
Geschäfts­stel­le
Am _________________
Not­frist­zeug­nis an­ge­for­dert.

Am _________________
dem Kläg. - Bekl. - Ver­tre­ter
Rechts­kraft­zeug­nis er­teilt.

 

Ur­kunds­be­am­ter der
Geschäfts­stel­le

 

In dem Rechts­streit

 

- Kläger/Be­ru­fungskläger -

Proz.-Bev.:


ge­gen

 

- Be­klag­te/Be­ru­fungs­be­klag­te -

Proz.-Bev.:

hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg - 15. Kam­mer -
durch den Rich­ter am Ar­beits­ge­richt Oe­s­ter­le,
den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Grassl
und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Nord­mann
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 05.10.2009



für Recht er­kannt:

1. Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Reut­lin­gen vom 03.03.2009 - 3 Ca 232/07 - wird zurück­ge­wie­sen.

2. Der Kläger trägt die Kos­ten des Be­ru­fungs­ver­fah­rens.

3. Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

 

 

- 2 -

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über Vergütungs­dif­fe­ren­zen für die Mo­na­te März 2007 bis Ju­ni 2008, die sich dar­aus er­ge­ben, dass zwi­schen den Par­tei­en strei­tig ist, auf wel­cher Rechts­grund­la­ge der Leis­tungs­lohn des Klägers zu be­rech­nen ist. Dies ist auch Ge­gen­stand ei­nes vom Kläger ge­stell­ten Fest­stel­lungs­an­trags.

Der am 01.07.1963 ge­bo­re­ne Kläger ist seit dem 01.02.1991 bei der Be­klag­ten als Wa­ren­kom­mis­sio­nie­rer im Tro­cken­sor­ti­ment (TS) am Stand­ort B. beschäftigt. Per­so­nal­ab­tei­lung und -lei­tung der Be­klag­ten be­fin­den sich an de­ren Haupt­sitz in O. . Die Tätig­keit des Klägers be­steht dar­in, dass er auf­grund ei­nes Auf­trags der Be­klag­ten, der früher auf Eti­ket­ten­aus­dru­cken er­teilt wur­de, zu­letzt mit­tels ei­nes Com­pu­ter­bild­schirms dem Ar­beit­neh­mer mit­ge­teilt wird, ver­schie­de­ne Ar­ti­kel (Kol­li) auf ei­nen Roll­behälter packt.

Im schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag vom 17.01.1991 (Ko­pie Bl. 8f. d. erst­in­stanzl. Ak­te) ha­ben die Par­tei­en u.a. fol­gen­des ver­ein­bart:

„4. ...........

Die Ein­grup­pie­rung er­folgt nach Grup­pe L4 in An­leh­nung des z. Zt. gülti­gen Ta­rif­ver­tra­ges.

..............

8. Es be­steht darüber Ei­nig­keit, dass Ver­ein­ba­run­gen außer­halb die­ses Ver­tra­ges zwi­schen den bei­den Par­tei­en nicht ge­trof­fen sind.

9. Im Übri­gen gel­ten die Ta­rif­verträge für die Ar­beit­neh­mer des Groß- und Außen­han­dels in Ba­den-Würt­tem­berg in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

10. Sons­ti­ge Ver­ein­ba­run­gen:
Herr D. erhält in der Zeit vom 01.02.91 bis ein­sch­ließlich 30.04.91 ei­nen Ein­ar­bei­tungs­zu-schlag von 20 % auf den Grund­stun­den­lohn. Ab 01.05.91 er­folgt die Be­zah­lung nach dem er­mit­tel­ten Leis­tungs­grad.“

Im An­schluss an die Ein­ar­bei­tungs­zeit er­folg­te die Be­rech­nung des Leis­tungs­gra­des so­wie der sich hier­aus er­ge­ben­den Leis­tungs­prämie bis ein­sch­ließlich Fe­bru­ar 2007 in An­wen­dung der Vor­ga­ben ei­ner zwi­schen der Be­klag­ten und ih­rem da­ma­li­gen Be­triebs­rat ab­ge­schlos­se­nen Be-

- 3 -

triebs­ver­ein­ba­rung „Leis­tungs­lohn für Kom­mis­sio­nie­rer“ vom 01.11.1984 (im fol­gen­den BV 1984, Ko­pie Bl. 10-15 d. erst­in­stanzl. Ak­te).

Die BV 1984 lau­tet aus­zugs­wei­se wie folgt:

㤠13
Ein­ar­bei­tungs­zu­schläge


Für neue Mit­ar­bei­ter im Prämi­en­lohn wer­den vom Grund­lohn fol­gen­de Ein­ar­bei­tungs­zu­schläge ge-zahlt:
für 3 Mo­na­te 20 %
Nach En­de des 3. Mo­nats ent­fal­len die­se Zu­schläge. Die Be­zah­lung er­folgt dann nach dem er­mit-tel­ten Leis­tungs­grad. ..........
..........

§ 15
Lauf­zeit und Kündi­gung


Wenn sich durch den Ein­satz neu­er tech­ni­scher Hilfs­mit­tel, durch Um­stel­lung der Or­ga­ni­sa­ti­on oder durch Neu­ge­stal­tung der Ar­beits­abläufe grund­le­gen­de Ände­run­gen oder Ver­bes­se­run­gen der Leis­tungs­ba­sis er­ge­ben, kann die­se Ver­ein­ba­rung von ei­nem Mo­nat zum En­de des Ab­rech­nungs-zeit­rau­mes, in dem die Verände­rung ein­tritt, gekündigt wer­den.
Im Übri­gen ist die­se Be­triebs­ver­ein­ba­rung ge­gen­sei­tig mit ei­ner Frist von 3 Mo­na­ten zum Quar-tals­schluss, erst­mals zum 31.12.1984 künd­bar.“

Mit Schrei­ben vom 29.12.2004 (Ko­pie Bl. 51 d. erst­in­stanzl. Ak­te), vom Per­so­nal­lei­ter und Pro-ku­ris­ten J. der Be­klag­ten un­ter­schrie­ben, kündig­te die Be­klag­te sämt­li­che be­ste­hen­den Be-triebs­ver­ein­ba­run­gen zum The­ma Prämie/Leis­tungs­lohn im ge­werb­li­chen Be­reich in al­len ih­ren Be­trie­ben zum nächstmögli­chen Ter­min.

Der Kläger er­ziel­te ne­ben sei­nem ta­rif­li­chen Mo­nats­lohn in Höhe von 1.850,-- € brut­to im Ja­nu­ar 2007 ei­nen Leis­tungs­lohn von 603,15 € brut­to und im Fe­bru­ar 2007 in Höhe von 531,50 € brut­to. An­fang des Jah­res 2007 in­stal­lier­te die Be­klag­te ein neu­es Com­pu­ter­sys­tem. Sie schloss mit dem am Stand­ort B. ge­bil­de­ten Be­triebs­rat am 26.01.2007 ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung „Prämi­en­lohn Kom­mis­sio­nie­rer“ (im fol­gen­den BV 2007, Ko­pie Bl. 113 bis 115 d. erst­in­stanzl. Ak­te), so­wie ei­ne „Pro­to­koll­no­tiz zur Be­triebs­ver­ein­ba­rung Prämi­en­lohn Kom­mis­sio­nie­rer vom 26.01.2007“ (im fol­gen­den Pro­to­koll­no­tiz, Ko­pie Bl. 116 d. erst­in­stanzl. Ak­te). Die BV 2007 und die Pro­to­koll­no­tiz wur­den am 26.01.2007 für die Geschäfts­lei­tung der Be­klag­ten von den Her­ren S. und J. und vom Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den P. un­ter­schrie­ben. Die BV 2007 lau­tet so­weit im vor­lie­gen­den Zu­sam­men­hang von In­ter­es­se wie folgt:

„§ 3 Prämie­n­er­rech­nung/Prämi­en­ta­bel­le

- 4 -


Die Prämie­n­er­rech­nung wird an­hand der Ta­ges­sam­mel­nach­wei­se ein­mal im Mo­nat von der Be-triebs­lei­tung durch­geführt. Die An­la­gen 1 bis 6 (Prämi­en­ta­bel­len) sind we­sent­li­cher Be­stand­teil die­ser Ver­ein­ba­rung. Die Be­rech­nung der Prämie er­folgt vom ers­ten bis zum letz­ten Tag des lau-fen­den Mo­na­tes. Die Aus­zah­lung er­folgt im je­wei­li­gen Fol­ge­mo­nat.

§ 4 Nor­mal­leis­tung


Auf Ba­sis der vor Ver­trags­ab­schluss er­ho­be­nen Da­ten (in An­leh­nung an die RE­FA-Me­tho­de) er­gibt sich ei­ne Nor­mal­leis­tung (in der An­la­ge be­griff­lich so ge­kenn­zeich­net) in den ein­zel­nen La­ger­be­rei­chen (FD, TS, TK) ent­spre­chend der An­la­ge 1 bis 6. Das ta­rif­ver­trag­lich zu zah­len­de Min­des­tent­gelt wird auf Ba­sis die­ses Wer­tes be­zahlt. Un­ge­ach­tet die­ser Fest­stel­lung wird be­reits bei Er-rei­chen bzw. Un­ter­schrei­ten der Nor­mal­leis­tung ei­ne Prämie gewährt.

................

§ 12 Ent­gelt­fort­zah­lung bei Ur­laub, Krank­heit und ge­setz­li­chen Fei­er­ta­gen


Die Ent­gelt­fort­zah­lung bei Ur­laub, Krank­heit und ge­setz­li­chen Fei­er­ta­gen wird ent­spre­chend der ge­setz­li­chen bzw. ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lung vor­ge­nom­men. Die Er­mitt­lung der durch­schnitt­li­chen Prämie er­folgt auf Ba­sis der letz­ten 12 Mo­na­te.

§ 13 Auf­nah­me wei­te­rer Ver­hand­lun­gen/Lauf­zeit


Die­se Be­triebs­ver­ein­ba­rung tritt zum 01.02.2007 in Kraft und hat ei­ne Lauf­zeit bis zum 31.01.2008. Im Übri­gen beträgt die Kündi­gungs­frist drei Mo­na­te zum Quar­tals­en­de.

§ 14 Schluss­be­stim­mun­gen/Sal­va­to­ri­sche Klau­sel


Soll­ten ein­zel­ne Re­ge­lun­gen die­ser Ver­ein­ba­rung ge­gen die Vor­schrif­ten ei­nes Ge­set­zes, ei­nes bin­den­den Ta­rif­ver­tra­ges oder sons­ti­ge recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen ver­s­toßen sind die­se Be­stim­mun­gen zwi­schen den Ver­trags­part­nern neu zu ver­ein­ba­ren. Al­le an­de­ren Tei­le die­ser Ver­ein­ba­rung blei­ben hier­von un­berührt.“

Am 26.01.2007 hat­ten die Be­triebs­par­tei­en zwar Ei­nig­keit über den In­halt der An­la­gen 1 bis 6 zur BV 2007 er­zielt, je­doch muss­ten die­se noch ent­spre­chend der er­ziel­ten Ei­ni­gung ab­geändert wer­den, was aus tech­ni­schen Gründen in der Per­so­nal­ab­tei­lung in O. zu er­fol­gen hat­te. Des­halb über­sand­te die Be­klag­te die ent­spre­chend der er­ziel­ten Ei­ni­gung ab­ge­fass­ten An­la­gen, de­ren ein­zel­ne Sei­ten von den Her­ren S. und J. pa­ra­phiert wa­ren, dem Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den P. , der sie sei­ner­seits spätes­tens En­de Ja­nu­ar 2007 auf den ein­zel­nen Sei­ten un­ter­schrieb und je­weils auf der letz­ten Sei­te der ein­zel­nen An­la­gen das Da­tum „01.02.07“ als Zeit­punkt des in Kraft­tre­tens ver­merk­te (vgl. die ent­spre­chen­den zur Ge­richts­ak­te ge­reich­ten Ori­gi­na­le, nach Bl. 222 d. erst­in­stanzl. Ak­te).

Ei­ne körper­li­che Ver­bin­dung der Ur­kun­de über die BV 2007 selbst er­folg­te we­der mit der Pro­to­koll­no­tiz noch mit den An­la­gen 1 bis 6.

- 5 -

Im Ta­rif­ver­trag über Gehälter und Löhne für die Ar­beit­neh­mer/in­nen des Ge­nos­sen­schaft­li­chen Groß- und Außen­han­dels Ba­den-Würt­tem­berg (im fol­gen­den Lohn- und Ge­halts-TV), gültig ab 01.04.2007, ist fol­gen­des be­stimmt:

„§ 3 Löhne


Die Ta­riflöhne wer­den ab 1. Ju­li 2007 auf die­je­ni­gen Beträge fest­ge­setzt, die sich aus den nach­ste­hen­den Lohn­ta­bel­len er­ge­ben. ........

Lohn­be­stim­mun­gen
........
2. Hat ein Lohn­empfänger vor dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ein­ba­rung ei­ne ech­te Leis­tungs­zu­la­ge, ei­ne Vor­ar­bei­ter-, Er­schwer­nis-, Ge­fah­ren- oder Schmutz­zu­la­ge be­zo­gen, oder wird er noch vor dem 1. Ju­ni 2008 Be­zie­her ei­ner sol­chen Zu­la­ge, so bleibt sie auch un­ter die­ser Ver­ein­ba­rung be­ste­hen.“

§ 10 Zif­fer 2 des ab 01.04.2007 gülti­gen Man­tel­ta­rif­ver­trags für die Ar­beit­neh­mer/-in­nen des Ge­nos­sen­schaft­li­chen Groß- und Außen­han­dels Ba­den-Würt­tem­berg (im fol­gen­den MTV) ent-hält fol­gen­de Re­ge­lun­gen:

„Die in den Ge­halts-/Lohn­ta­rif­verträgen fest­ge­leg­ten Sätze sind Min­dest­beträge, die grundsätz­lich nicht un­ter­schrit­ten wer­den dürfen. Im Übri­gen soll die Ent­gelt­fest­set­zung nach Leis­tung er­fol­gen.
............
Das Ta­ri­fent­gelt darf bei Prämi­en- oder Ak­kor­dent­loh­nung nicht un­ter­schrit­ten wer­den.“

Un­ter dem Da­tum 05.11.2007 er­teil­te die Be­klag­te dem Kläger ei­ne Ab­mah­nung, we­gen de­ren Wort­lauts auf Bl. 80 d. erst­in­stanzl. Ak­te Be­zug ge­nom­men wird.

Mit sei­ner am 22.06.2007 beim Ar­beits­ge­richt Reut­lin­gen ein­ge­gan­ge­nen und fort­lau­fend er­wei­ter­ten Kla­ge hat der Kläger die Zah­lung der Dif­fe­renz­beträge gel­tend ge­macht, die sich aus der von ihm zu­grun­de ge­leg­ten Be­rech­nung des Leis­tungs­lohns gemäß der BV 1984 im Verhält­nis zur tatsächlich aus­ge­zahl­ten Leis­tungs­vergütung gemäß der BV 2007 er­ge­ben, und die Fest­stel­lung be­gehrt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihm künf­tig ei­nen Leis­tungs­lohn zu be­zah­len, der sich nach dem er­mit­tel­ten Leis­tungs­grad rich­tet und sich an der BV 1984 ori­en­tiert. Fer­ner hat er die Rück­nah­me und Ent­fer­nung der Ab­mah­nung vom 05.11.2007 aus sei­ner Per­so­nal­ak­te be­gehrt.

Der Kläger hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass sich ein An­spruch auf Zah­lung des Leis­tungs­lohns nach dem er­mit­tel­ten Leis­tungs­grad für ihn un­mit­tel­bar aus dem ge­schlos­se­nen schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag er­ge­be. We­gen der seit 1991 er­folg­ten Ab­rech­nung sei­nes Leis­tungs­lohns

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gemäß der BV 1984 be­ste­he ei­ne ver­fes­tig­te in­di­vi­du­al­recht­li­che Re­ge­lung, die durch die BV 2007 nicht ab­geändert wer­den könne. Bei Ab­schluss des Ar­beits­ver­trags sei ihm ge­sagt wor­den, dass er mit ei­nem Zu­schlag in Höhe der pau­scha­len Leis­tungs­vergütung für die ers­ten drei Mo­na­te in Höhe von 20 % min­des­tens auch zukünf­tig rech­nen könne. Die BV 2007 sei ins­ge­samt for­mun­wirk­sam, weil die An­la­gen, die we­der durch­num­me­riert sei­en noch Be­zug auf die Be­triebs­ver­ein­ba­rung selbst nähmen, der BV 2007 nicht zu­ge­ord­net wer­den könn­ten. Die Kündi­gung der BV 1984 sei un­wirk­sam, weil sie vom Per­so­nal­lei­ter und nicht vom Geschäftsführer un­ter­zeich­net wor­den sei. Für den Ab­schluss der BV 2007 sei der Ge­samt­be­triebs­rat aus-schließlich zuständig ge­we­sen, wie sich aus dem zwin­gen­den Er­for­der­nis für ei­ne un­ter­neh-mens­ein­heit­li­che Re­ge­lung er­ge­be - die Be­klag­te ha­be selbst den Er­halt ih­rer Wett­be­werbsfähig­keit zur Be­gründung der Ände­rung der Leis­tungs­prämi­en an­geführt. § 12 der BV 2007 ver­s­toße ge­gen Be­stim­mun­gen des Ent­gelt­fort­zah­lungs­ge­set­zes und Ur­laubs­ent­gelt­re­ge­lun­gen in § 18 des MTV. Die BV 2007 sei hin­sicht­lich der Prämi­en­be­rech­nung nicht be­stimmt ge­nug. Die Abände­rung der BV 1984 durch die BV 2007 ver­s­toße auch ge­gen die Grundsätze der Verhält­nismäßig­keit. Ein so ele­men­ta­rer Ein­schnitt in das Lohn­gefüge sei al­len­falls über ei­ne Ände­rungskündi­gung möglich. Vor Ab­schluss der BV 2007 ha­be es auch kei­ne RE­FA-Stu­die ge­ge­ben, ob­wohl die Be­triebs­ver­ein­ba­rung hier­auf Be­zug neh­me. We­gen der be­fris­te­ten Lauf­zeit der BV 2007 bis 31.01.2008 gel­te die BV 1984 au­to­ma­tisch ab 01.02.2008 fort, da die Vor­aus­set­zun­gen des § 77 Abs. 6 Be­trVG nicht vorlägen. Der ihm in der Ab­mah­nung vom 05.11.2007 ge­mach­te Vor­wurf des un­ent­schul­dig­ten Fern­blei­bens von der Ar­beit tref­fe nicht zu.

Der Kläger hat be­an­tragt:

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat März 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 420,27 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.04.2007 zu be­zah­len.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat April 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 282,33 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.05.2007 zu be­zah­len.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Mai 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 487,43 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.06.2007 zu be­zah­len.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, dem Kläger zukünf­tig ei­nen Leis­tungs­lohn zu be­zah­len, der sich nach dem er­mit­tel­ten Leis­tungs­grad rich­tet und sich an der Be­triebs­ver­ein­ba­rung vom 01.11.1984 ori­en­tiert.

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5. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Ju­ni 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 504,71 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.07.2007 zu be­zah­len.

6. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Ju­li 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 375,32 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.08.2007 zu be­zah­len.

7. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Au­gust 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 428,11 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.09.2007 zu be­zah­len.

8. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Sep­tem­ber 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 338,01 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.10.2007 zu be­zah­len.

9. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, die Ab­mah­nung vom 05.11.2007 zurück­zu­neh­men und aus der Per­so­nal­ak­te des Klägers zu ent­fer­nen.

10. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Ok­to­ber 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 514,96 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.11.2007 zu be­zah­len.

11. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat No­vem­ber 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 624,74 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.12.2007 zu be­zah­len.

12. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat De­zem­ber 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 507,99 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.01.2008 zu be­zah­len.

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13. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Ja­nu­ar 2008 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 656,88 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.02.2008 zu be­zah­len.

14. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Fe­bru­ar 2008 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 670,02 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.03.2008 zu be­zah­len.

15. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat März 2008 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 555,37 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.04.2008 zu be­zah­len.

16. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat April 2008 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 636,91 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.05.2008 zu be­zah­len.

17. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Mai 2008 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 686,51 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.06.2008 zu be­zah­len.

18. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Ju­ni 2008 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 671,97 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.07.2008 zu be­zah­len.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Ih­rer Auf­fas­sung nach steht dem Kläger ab März 2007 ei­ne Leis­tungs­prämie nur noch nach den Vor­ga­ben der BV 2007 zu. Auch nach der BV 2007 er­fol­ge die Prämi­en­be­rech­nung nach ei­nem Leis­tungs­grad, der nur an­ders als bis­her er­mit­telt wer­de. Die Neu­re­ge­lung des Prämi­en­lohn­sys­tems sei zwin­gend er­for­der­lich ge­we­sen, um die Wett­be­werbsfähig­keit der Be­klag­ten zu er­hal­ten, nach­dem die al­te Re­ge­lung 20 Jah­re lang be­stan­den ha­be und seit­he­ri­ge Op­ti­mie­run­gen des Wa­ren­wirt­schafts­sys­tems, die Ver­wen­dung der EDV, der Ein­satz ver­bes­ser­ter Ar­beits­geräte und Ar­beits­er­leich­te­run­gen, die ei­ne höhe­re Leis­tung ermöglich­ten, nicht berück­sich­tigt wor­den sei­en. Ihr Per­so­nal­lei­ter J. sei zur Kündi­gung der BV 1984 be­fugt ge­we­sen. Ei­ne ori­ginäre Zuständig­keit des Ge­samt­be­triebs­rats gemäß § 50 Abs. 1 Be­trVG für den Ab­schluss der BV 2007 be­ste­he nicht.

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Bezüglich des Kla­ge­an­trags Zif­fer 9 ha­ben die Par­tei­en im Kam­mer­ter­min vor dem Ar­beits­ge-richt ei­nen Teil-Ver­gleich ge­schlos­sen, we­gen des­sen In­halts auf Bl. 219 d. erst­in­stanzl. Ak­te Be­zug ge­nom­men wird.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge durch Ur­teil vom 03.03.2009 als un­be­gründet ab­ge­wie­sen. Zur Be­gründung hat es im We­sent­li­chen aus­geführt: Aus den vom Kläger ge­schil­der­ten Gesprächen anläss­lich der Ver­trags­ver­hand­lun­gen fol­ge nicht, dass ihm ein Leis­tungs­lohn in Höhe von 20 % in­di­vi­du­al­ver­trag­lich un­abhängig von künf­ti­gen Ent­wick­lun­gen zu­ge­si­chert wor­den wäre. Aus dem schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag selbst fol­ge hin­sicht­lich der leis­tungs­abhängi­gen Vergütung le­dig­lich, dass nach dem für die ers­ten drei Mo­na­te gewähr­ten Ein­ar­bei­tungs­zu­schlag die Be­zah­lung ab 01.05.1991 nach dem er­mit­tel­ten Leis­tungs­grad er­fol­gen sol­le, bezüglich des­sen der Ar­beits­ver­trag aus­drück­lich kei­ner­lei Re­ge­lun­gen ent­hal­te. Die­se er­ge­be sich viel­mehr aus der sich un­mit­tel­bar aus § 77 Abs. 4 Satz 1 Be­trVG er­ge­ben­den An­wen­dung und Durchführung der BV 1984. Dass die Be­klag­te dem­ent­spre­chend den Leis­tungs­lohn bis ein­sch­ließlich Fe­bru­ar 2007 ab­ge­rech­net ha­be, führe nicht zu ei­nem in­di­vi­du­al­recht­lich ver­fes­tig­ten An­spruch des Klägers. Die BV 2007 ha­be die BV 1984 un­ter An­wen­dung der Zeit­kol­li­si­ons­re­gel ab­gelöst. Die BV 2007 genüge auch der Schrift­form des § 77 Abs. 2 Be­trVG. Aus der zeit­lich ver­setz­ten Ab­zeich­nung der An­la­gen fol­ge nicht die feh­len­de Schrift­form des § 77 Abs. 2 Be­trVG. Durch das Vor­ge­hen der Be­triebs­par­tei­en wer­de der Schutz­zweck der Norm be­zo­gen auf Nor­men­klar­heit ge­wahrt, nach­dem es kei­nem Zwei­fel un­ter­lie­gen könne, dass und wel­che An­la­gen Teil der BV 2007 ge­wor­den sei­en. In §§ 3 und 4 der BV 2007 sei­en die Prämi­en­ta­bel­len als An­la­gen 1 bis 6 in Be­zug ge­nom­men wor­den. Da darüber hin­aus Ar­beit­ge­ber und Be­triebs­rat die An­la­gen eben­so wie die BV 2007 selbst zu­min­dest pa­ra­phiert hätten, wer­de da­durch ein min­des­tens der körper­li­chen Ver­bin­dung gleich­ste­hen­der, äußer­lich zu Ta­ge ge­tre­te­ner Aus­druck der Zu­sam­men­gehörig­keit von Be­triebs­ver­ein­ba­rung ei­ner­seits und An­la­gen an­de­rer­seits her­ge­stellt. Ei­ne Zuständig­keit des Ge­samt­be­triebs­ra­tes gemäß § 50 Abs. 1 Be­trVG für den Ab­schluss der BV 2007 sei nicht er­sicht­lich. Ei­ne zu Guns­ten des Klägers un­ter­stell­te in­halt­li­che Un­be­stimmt­heit von Re­ge­lun­gen der BV 2007 würde je­den­falls nicht zur Wie­der­her­stel­lung der Gel­tung der BV 1984 führen. Ein Ver­s­toß von Re­ge­lun­gen der BV 2007 ge­gen das EFZG oder § 18 MTV könne da­hin­ge­stellt blei­ben, nach­dem der Kläger selbst nicht be­haup­te, dass die von ihm be­an­stan­de­ten Re­ge­lun­gen der BV 2007 die von ihm gel­tend ge­mach­ten Ansprüche berühr­ten. Die BV 2007 ver­let­ze auch nicht den Grund­satz der Verhält­nismäßig­keit, da durch sie nicht in be­ste­hen­de Be­sitzstände ein­ge­grif­fen wer­de. Der Kläger könne sei­ne Ansprüche für den Zeit­raum ab Fe­bru­ar 2008 auch nicht auf die in § 13 der BV 2007 ge­trof­fe­ne Be­fris­tungs­re­ge­lung stützen. Zum ei­nen führe die­se im Hin­blick auf die Zeit­kol­li­si­ons­re­gel nicht zur Wie­der­her­stel­lung der BV 1984, zum an­de­ren gel­te die BV 2007 gemäß § 77 Abs. 6 Be­trVG i.V.m. § 87 Abs. 1 Nr. 11 Be-trVG über den 31.01.2008 hin­aus kraft Nach­wir­kung fort.

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Ge­gen das ihm am 09.03.2009 zu­ge­stell­te Ur­teil hat der Kläger am 30.03.2009 Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis 09.06.2009 am 08.06.2009 aus­geführt.

Der Kläger trägt vor: Er ha­be ei­nen ver­trag­li­chen An­spruch auf Be­zah­lung nach dem er­mit­tel­ten Leis­tungs­grad im Hin­blick auf ei­ne von der Be­klag­ten ge­setz­te Ein­heits­re­ge­lung, die dar­in zu er­bli­cken sei, dass die Be­klag­te bei sämt­li­chen Kom­mis­sio­nie­rern im Tro­cken­sor­ti­ment ar­beits­ver­trag­lich ver­ein­bart ha­be, dass die Be­zah­lung nach dem er­mit­tel­ten Leis­tungs­grad er­fol­gen sol­le. Ei­ne Ablösung die­ser Ein­heits­re­ge­lung durch Be­triebs­ver­ein­ba­rung sei nur möglich, wenn die Be­triebs­ver­ein­ba­rung bei kol­lek­ti­ver Be­trach­tung für die Ar­beit­neh­mer nicht ungüns­ti­ger sei. Die BV 2007 sei aber für al­le Ar­beit­neh­mer schlech­ter als die BV 1984. Der Be­triebs­lei­ter K. ha­be ihm im Ein­stel­lungs­gespräch mit­ge­teilt, dass der 20%ige Zu­schlag nach Ab­lauf der Ein­ar­bei­tungs­zeit nicht mehr ge­zahlt wer­de, weil dann pro­blem­los ein Leis­tungs­lohn von über 20 % er­reicht wer­den könne. Auch schlech­te­re Mit­ar­bei­ter er­reich­ten 20%. Bei nor­ma­ler Ar­beits­leis­tung könne ein sol­cher Lohn des­halb zu­ge­si­chert wer­den. Trotz kon­stan­ter Ar­beits­leis­tung er­rei­che er nun­mehr nicht mehr den zu­ge­si­cher­ten Leis­tungs­lohn. Da die An­la­gen zur BV 2007 kei­nen Be­zug zur Hauptur­kun­de auf­wie­sen, sei das Schrift­for­mer­for­der­nis nicht erfüllt. Die Tat­sa­che, dass das auf den An­la­gen ver­merk­te Da­tum 01.02.2007 nicht mit dem Da­tum 26.01.2007 der BV 2007 übe­rein­stim­me, er­we­cke Zwei­fel, dass die­se An­la­gen die­je­ni­gen sei­en, die in der BV 2007 an­geführt sind. Un­strei­tig ge­be es vier ver­schie­de­ne Ausführun­gen der An­la­gen. Die für das Miet­recht ent­wi­ckel­ten An­for­de­run­gen an das Schrift­for­mer­for­der­nis könn­ten auf § 77 Abs. 2 Be­trVG nicht über­tra­gen wer­den. Die Ein­hal­tung der Schrift­form könne im Miet­verhält­nis, das letzt­end­lich nur die ei­ge­nen Rech­te und Pflich­ten der Miet­ver­trags­par­tei­en be­tref­fe, großzügi­ger be­han­delt wer­den als beim Ab­schluss ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung, die nicht nur Rech­te und Pflich­ten der Ver­trags­par­tei­en, son­dern auch der ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer re­ge­le. Für die­se müsse je­der Zwei­fel über den In­halt der ver­ein­bar­ten Nor­men aus­ge­schlos­sen wer­den. Die BV 2007 grei­fe un­zulässi­ger­wei­se in er­wor­be­ne Be­sitzstände der Ar­beit­neh­mer ein. In­so­weit sei die Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zu den Ansprüchen aus Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten zu­min­dest ana­log an­zu­wen­den. Die für die An­ge­mes­sen­heits­kon­trol­le von In­di­vi­du­al­ver­ein­ba­run­gen gel­ten­den Grundsätze sei­en auf die Über­prüfung von Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen an­wend­bar, ins­be­son­de­re die vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­wi­ckel­te Recht­spre­chung zur Ver­ein­ba­rung ei­nes Wi­der­rufs­vor­be­halts im Ein­zel­ar­beits­ver­trag. Hier­nach dürfe der wi­der­ruf­li­che An­teil am Ge­samt­ver­dienst ma­xi­mal 25 % bis 30 % be­tra­gen und der Ta­rif­lohn nicht un­ter­schrit­ten wer­den. Der Kläger und al­le an­de­ren Kom­mis­sio­nie­rer hätten trotz gleich­blei­ben­der Ar­beits­leis­tung seit Einführung der geänder­ten Ab­rech­nung durch die BV 2007 mehr als 25 % Ge­halts­ein­bußen zum Ge­samt­ver­dienst. Die in § 4 der BV 2007 an­ge­spro­che­ne Da-

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ten­er­he­bung nach der RE­FA-Me­tho­de sei nicht er­folgt. Oh­ne Da­ten­er­he­bung sei ei­ne Ände­rung der Leis­tungs­lohn­ver­ein­ba­rung letzt­lich willkürlich.

Der Kläger be­an­tragt:

1. Das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Reut­lin­gen vom 03.03.2009, AZ: 3 Ca 232/07, wird ab­geändert.

2. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, dem Kläger zukünf­tig ei­nen Leis­tungs­lohn zu be­zah­len, der sich nach dem er­mit­tel­ten Leis­tungs­grad rich­tet und sich an der Be­triebs­ver­ein­ba­rung vom 01.11.1984 ori­en­tiert.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat März 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 420,27 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.04.2007 zu be­zah­len.

4. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat April 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 282,33 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.05.2007 zu be­zah­len.

5. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Mai 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 487,43 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.06.2007 zu be­zah­len.

6. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Ju­ni 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 504,71 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.07.2007 zu be­zah­len.

7. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Ju­li 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 375,32 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.08.2007 zu be­zah­len.

8. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Au­gust 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 428,11 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.09.2007 zu be­zah­len.

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9. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Sep­tem­ber 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 338,01 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.10.2007 zu be­zah­len.

10. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Ok­to­ber 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 514,96 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.11.2007 zu be­zah­len.

11. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat No­vem­ber 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 624,74 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.11.2007 zu be­zah­len.

12. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat De­zem­ber 2007 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 507,99 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.01.2008 zu be­zah­len.

13. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Ja­nu­ar 2008 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 656,88 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.02.2008 zu be­zah­len.

14. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Fe­bru­ar 2008 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 670,02 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.03.2008 zu be­zah­len.

15. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat März 2008 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 555,37 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.04.2008 zu be­zah­len.

16. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat April 2008 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 636,91 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.05.2008 zu be­zah­len.

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17. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Mai 2008 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 686,51 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.06.2008 zu be­zah­len.

18. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat Ju­ni 2008 ei­nen wei­te­ren Leis­tungs­lohn in Höhe von EUR 671,97 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz hier­aus seit 01.07.2008 zu be­zah­len.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Sie ver­tei­digt das ar­beits­ge­richt­li­che Ur­teil und trägt ergänzend vor: Mögli­cher­wei­se sei dem Kläger im Ein­stel­lungs­gespräch mit­ge­teilt wor­den, dass nach Ein­ar­bei­tung pro­blem­los ein Leis­tungs­lohn von 20 % er­reicht wer­den könne. Ei­ne Zu­si­che­rung, dass in je­dem Fall im­mer 20 % be­zahlt würden, sei da­mit aber nicht ver­bun­den ge­we­sen. Im Ar­beits­be­reich des Klägers sei die durch­schnitt­li­che Prämie im Zeit­raum von März 2007 bis Mai 2007 ge­genüber dem Drei-Mo­nats-Zeit­raum vor Einführung der BV 2007 von 554,99 € auf 392,01 € und da­mit um 28 % ge­sun­ken, was be­zo­gen auf das Ge­sam­tent­gelt ei­ne Ein­buße von 6,5 % aus­ma­che. Beim Kläger ha­be die Ein­buße ca. 13 % be­tra­gen, was nur da­durch zu erklären sei, dass die­ser sei­ne Ar­beits­leis­tung nach In­kraft­tre­ten der BV 2007 be­wusst zurück­ge­nom­men ha­be. Der Kläger, der vor In­kraft­tre­ten der BV 2007 re­gelmäßig ei­nen über­durch­schnitt­li­chen Leis­tungs­lohn er­zielt ha­be, sei im­mer wei­ter zurück­ge­fal­len und bil­de seit ei­nem Jahr dau­er­haft das Schluss­licht al­ler ver­gleich­ba­ren Mit­ar­bei­ter. Die hy­po­the­ti­schen Dif­fe­renz­be­rech­nun­gen des Klägers würden auch der Höhe nach be­strit­ten.

We­gen der Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stands wird gemäß § 313 Abs. 2 Satz 2 ZPO auf den In­halt der ge­wech­sel­ten Schriftsätze so­wie auf die Pro­to­kol­le der münd­li­chen Ver­hand­lun-gen ver­wie­sen.

 

 

 

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Ent­schei­dungs­gründe

A.

Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das die Kla­ge ab­wei­sen­de Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Reut­lin­gen vom 03.03.2009 ist statt­haft (§§ 8 Abs. 2, 64 Abs. 2 lit. b ArbGG). Das Rechts­mit­tel ist form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und recht­zei­tig und ord­nungs­gemäß aus­geführt wor­den (§§ 64 Abs. 6, 66 Abs. 1 ArbGG, §§ 519, 520 ZPO). Im Übri­gen sind Be­den­ken an der Zulässig­keit der Be­ru­fung nicht ver­an­lasst.


B.

Die Be­ru­fung des Klägers hat in der Sa­che aber kei­nen Er­folg. Das Ar­beits­ge­richt hat die zulässi­ge Kla­ge zu Recht und mit zu­tref­fen­den Erwägun­gen als un­be­gründet ab­ge­wie­sen. Für sämt­li­che Kla­ge­anträge fehlt es an ei­ner An­spruchs­grund­la­ge.


I.

Der Kläger kann sei­nen An­spruch nicht auf ei­ne ent­spre­chen­de Zu­si­che­rung im Ein­stel­lungs­gespräch stützen. Da­bei kann zu Guns­ten des Klägers un­ter­stellt wer­den, dass der Be­triebs­lei­ter K. be­fugt war, die Be­klag­te bin­den­de Erklärun­gen ab­zu­ge­ben, und er sich da­hin geäußert hat, dass der 20%ige Zu­schlag nach Ab­lauf der Ein­ar­bei­tungs­zeit nicht mehr ge­zahlt wer­de, weil dann pro­blem­los ein Leis­tungs­lohn von über 20 % er­reicht wer­den könne, und ein sol­cher Lohn des­halb bei nor­ma­ler Ar­beits­leis­tung zu­ge­si­chert wer­de.

1. Der In­halt von Wil­lens­erklärun­gen ist nach §§ 133, 157 BGB ob­jek­tiv un­ter Berück­sich­ti­gung der Umstände des Ein­zel­fal­les nach der Sicht des Empfängers zu be­stim­men. Das gilt auch für die Fra­ge, ob über­haupt ei­ne Wil­lens­erklärung vor­liegt (BAG 09.11.1999 - 9 AZR 922/98 - Ju­ris). Der in der aus­zu­le­gen­den Erklärung verkörper­te recht­lich maßgeb­li­che Wil­le ist zu er­mit­teln. Die je­wei­li­gen Erklärun­gen sind aus der Sicht des Erklärungs-empfängers so aus­zu­le­gen, wie er sie nach Treu und Glau­ben un­ter Berück­sich­ti­gung der Ver­kehrs­sit­te ver­ste­hen durf­te und muss­te. Bei die­ser Aus­le­gung sind al­le den Par­tei­en er­kenn­ba­re Be­gleit­umstände, die für den Erklärungs­in­halt von Be­deu­tung sein können, zu berück­sich­ti­gen. Hier­zu gehören vor­nehm­lich die Ent­ste­hungs­ge­schich­te, das Ver­hal­ten

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der Par­tei­en vor und nach Ver­trags­schluss, ih­re In­ter­es­sen und der Zweck ei­ner Ab­ma­chung.

2. Nach die­sen Kri­te­ri­en konn­te der Kläger nicht da­von aus­ge­hen, dass Herr K. ihm im Ein­stel­lungs­gespräch zeit­lich un­be­grenzt und oh­ne Rück­sicht auf even­tu­el­le Ände­run­gen der tatsächli­chen und recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ei­nen Leis­tungs­lohn in Höhe von 20 % des Grund­lohns ga­ran­tie­ren woll­te. Im Ein­stel­lungs­gespräch wird übli­cher­wei­se die ak­tu­ell zu ver­ein­ba­ren­de Vergütung erörtert. Aus­sa­gen über die künf­ti­ge Ent­wick­lung der Vergütung hängen von vie­ler­lei Unwägbar­kei­ten ab, so­dass ein Ar­beit­ge­ber sich sel­ten im Stan­de und auch nicht ver­an­lasst se­hen wird, bin­den­de Aus­sa­gen über die künf­ti­ge Vergütungs­ent­wick­lung - noch da­zu hin für die ge­sam­te Lauf­zeit ei­nes mögli­cher­wei­se über Jahr­zehn­te be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses - zu ge­ben. Dies gilt im vor­lie­gen­den Fall um so mehr, als der Kläger be­haup­tet, Herr K. ha­be ihm, ei­nem neu ein­zu­stel­len­den Ar­beit­neh­mer, des­sen Leis­tung man noch nicht be­ur­tei­len konn­te (vgl. die in Zif­fer 1 des Ar­beits­ver­trags ver­ein­bar­te Pro­be­zeit), ei­ne zeit­lich un­be­grenz­te Ga­ran­tie ei­ner 20 % über dem Ta­ri­fent­gelt lie­gen­den Vergütung ge­ge­ben. Noch we­ni­ger Ver­an­las­sung zu ei­ner ent­spre­chen­den Zu­si­che­rung hat ein Ar­beit­ge­ber, bei dem wie bei der Be­klag­ten ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung zur Leis­tungs­ent­loh­nung be­steht. Das Ar­beits­ge­richt hat be­reits da-rauf hin­ge­wie­sen, dass es bei die­ser Sach­la­ge dem Kläger ob­lie­ge, ein ent­spre­chen­des kon­kre­tes An­ge­bot der Be­klag­ten dar­zu­le­gen, dass dem Kläger un­ge­ach­tet der durch die BV 1984 ge­trof­fe­nen kol­lek­tiv­recht­li­chen Re­ge­lung un­abhängig von künf­ti­gen Ent­wick­lun-gen ein Min­dest-Leis­tungs­lohn von 20 % des Grund­lohns zu­ge­si­chert wor­den sei. Sub­stan­zi­ier­ten Vor­trag hier­zu hat der Kläger auch in der Be­ru­fungs­in­stanz nicht ge­hal­ten.

3. Im Übri­gen hat der Kläger die auch nach sei­nem Vor­trag er­for­der­li­che An­spruchs­vor­aus-set­zung ei­ner nor­ma­len Ar­beits­leis­tung nicht dar­ge­legt. Seit länge­rem führt die er­brach­te Ar­beits­leis­tung des Klägers da­zu, dass er von den bei der Be­klag­ten beschäftig­ten ver­gleich­ba­ren Ar­beit­neh­mern den ge­rings­ten nach der BV 2007 er­rech­ne­ten Prämi­en­lohn erhält. Dass die er­brach­te Leis­tung ei­ne Nor­mal­leis­tung im Sin­ne der BV 1984 dar­stel­len würde, hat der Kläger nicht dar­ge­legt.

4. Man­gels Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit kann of­fen­blei­ben, ob auch Zif­fer 8 des nach dem Ein­stel­lungs­gespräch ab­ge­schlos­se­nen schrift­li­chen Ar­beits­ver­trags der be­haup­te­ten Zu­sa­ge ent­ge­gen­ste­hen würde.

 

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II.

Der Kläger kann sein Ver­lan­gen nach wei­te­rer Vergütung und der Fest­stel­lung künf­ti­ger höhe­rer Vergütung nicht auf den Ar­beits­ver­trag vom 17.01.1991 stützen.

1. Bezüglich des vom Kläger ver­lang­ten wei­te­ren Leis­tungs­lohns enthält Zif­fer 10 des Ar­beits­ver­trags in Satz 1 zunächst die Ver­ein­ba­rung ei­nes Ein­ar­bei­tungs­zu­schlags von 20 % auf den Grund­lohn für den Zeit­raum vom 01.02. bis 30.04.1991. Für die Zeit da­nach be­stimmt Satz 2, dass die Be­zah­lung nach dem er­mit­tel­ten Leis­tungs­grad er­fol­gen soll. Wie die­ser er­mit­telt wer­den soll und wel­che Aus­wir­kun­gen sich dar­aus für die Vergütungs­be­mes­sung er­ge­ben, re­gelt der Ar­beits­ver­trag ge­ra­de nicht. Dies er­gibt sich viel­mehr aus der BV 1984, die gemäß § 77 Abs. 4 Satz 1 Be­trVG für das Ar­beits­verhält­nis des Klägers un­mit­tel­bar gilt.

2. Ein wei­ter­ge­hen­der Re­ge­lungs­in­halt er­gibt sich auch nicht des­halb, weil die Be­klag­te bei sämt­li­chen Kom­mis­sio­nie­rern im Tro­cken­sor­ti­ment ar­beits­ver­trag­lich ver­ein­bart hat, dass sich die Be­zah­lung nach dem er­mit­tel­ten Leis­tungs­grad rich­tet. Man­gels kon­kre­ter Re­ge­lung im Ein­zel­ar­beits­ver­trag liegt ei­ne „be­trieb­li­che Ein­heits­re­ge­lung“ nicht vor.


III.

Wenn der Kläger vorträgt, we­gen der seit 1991 er­folg­ten Ab­rech­nung sei­nes In­di­vi­dual­lohns gemäß der BV 1984 be­ste­he ei­ne „ver­fes­tig­te in­di­vi­du­al­recht­li­che Re­ge­lung“, die durch die BV 2007 nicht ab­geändert wer­den könne, scheint er sich der Sa­che nach auf das Ent­ste­hen ei­ner be­trieb­li­chen Übung be­ru­fen zu wol­len.

1. Un­ter ei­ner be­trieb­li­chen Übung wird die re­gelmäßige Wie­der­ho­lung be­stimm­ter Ver­hal­tens­wei­sen des Ar­beit­ge­bers ver­stan­den, aus de­nen die Ar­beit­neh­mer schließen können, ih­nen sol­le ei­ne Leis­tung oder Vergüns­ti­gung auf Dau­er gewährt wer­den (BAG 28.05.2008 - 10 AZR 274/07 - AP Nr. 80 zu § 242 BGB Be­trieb­li­che Übung = EzA § 242 BGB 2002 Be­trieb­li­che Übung Nr. 8).

Ein An­spruch aus be­trieb­li­cher Übung kann nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts aber nur ent­ste­hen, wenn es an ei­ner an­de­ren kol­lek­tiv- oder in­di­vi­du­al-recht­li­chen Grund­la­ge für die Leis­tungs­gewährung fehlt (BAG 20.06.2007 - 10 AZR

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410/06 - NZA 2007, 1293; BAG 24.11.2004 - 10 AZR 202/04 - BA­GE 113, 29; BAG 27.10.2004 - 10 AZR 138/04 - EzA § 3 TVG Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 28).

2. Da­mit ist im vor­lie­gen­den Fall das Ent­ste­hen ei­ner ent­spre­chen­den be­trieb­li­chen Übung aus­ge­schlos­sen. Wie be­reits dar­ge­legt gel­ten die nor­ma­ti­ven Re­ge­lun­gen der BV 1984 gemäß § 77 Abs. 4 Satz 1 Be­trVG un­mit­tel­bar, das heißt sie wir­ken von außen auf die Ar­beits­verhält­nis­se der bei der Be­klag­ten beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer ein, oh­ne zum Be­stand­teil des Ar­beits­ver­trags zu wer­den (Fit­ting Be­trVG 24. Aufl. § 77 Rd­nr. 125). Bei der Ab­rech­nung des Leis­tungs­lohns auf Grund­la­ge der in der BV 1984 ge­trof­fe­nen Re-ge­lun­gen han­del­te es sich um Nor­men­voll­zug auf kol­lek­tiv­recht­li­cher Grund­la­ge.


IV.

Die Ansprüche des Klägers las­sen sich auch nicht ganz oder teil­wei­se den Ta­rif­verträgen für die Ar­beit­neh­mer des Groß- und Außen­han­dels in Ba­den-Würt­tem­berg, die gemäß Zif­fer 9 des Ar­beits­ver­trags auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en ergänzend An­wen­dung fin­den, ent­neh­men. Das Ar­beits­ge­richt hat mit zu­tref­fen­den Ar­gu­men­ten, die sich die Be­ru­fungs­kam­mer gemäß § 69 Abs. 2 ArbGG zu ei­gen macht, dar­ge­legt, dass der Lohn- und Ge­halts-TV und der MTV kei­nen An­spruch auf Leis­tungs­ent­gelt schaf­fen, son­dern ei­nen sol­chen vor­aus­set­zen (vgl. § 2 Zif­fern 2 und 3 Lohn- und Ge­halts-TV, § 10 Zif­fer 2 MTV).


V.

Der Kläger kann sei­ne Ansprüche auch nicht auf Re­ge­lun­gen der BV 1984 stützen, da die­se im streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raum auf sein Ar­beits­verhält­nis kei­ne An­wen­dung mehr fand. Die Gel­tung der BV 1984 en­de­te mit In­kraft­tre­ten der BV 2007 am 01.02.2007.

1. Die Kom­pe­tenz des Be­triebs­rats am Stand­ort B. der Be­klag­ten zum Ab­schluss der BV 2007 er­gibt sich aus § 87 Abs. 1 Nr. 11 Be­trVG. Der Ein­gangs­satz des § 87 Abs. 1 Be­trVG steht dem nicht ent­ge­gen.

Nach § 87 Abs. 1 Nr. 11 Be­trVG hat der Be­triebs­rat, so­weit ei­ne ge­setz­li­che oder ta­rif­li­che Re­ge­lung nicht be­steht, bei der Fest­set­zung der Ak­kord- und Prämi­ensätze und ver­gleich­ba­rer leis­tungs­be­zo­ge­ner Ent­gel­te ein­sch­ließlich der Geld­fak­to­ren mit­zu­be­stim­men. Es kann da­hin­ge­stellt blei­ben, ob die in der BV 2007 ge­re­gel­te Ent­loh­nung im Rechts­sin-

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ne ei­nen Prämi­en- oder ei­nen Ak­kord­lohn dar­stellt. Bei­de leis­tungs­be­zo­ge­nen Ent­gel­te wer­den von § 87 Abs. 1 Nr. 11 Be­trVG er­fasst, und bei­de sind nicht ge­setz­lich oder ta­rif­lich ge­re­gelt, so­dass der Ein­gangs­satz von § 87 Abs. 1 Be­trVG dem Mit­be­stim­mungs­recht nicht ent­ge­gen­steht. Der MTV, der we­gen der Ta­rif­bin­dung der Be­klag­ten als be­ste­hen­de ta­rif­li­che Re­ge­lung im Sin­ne des § 87 Abs. 1 Ein­gangs­satz Be­trVG an­zu­se­hen ist (Fit­ting Be­trVG 24. Aufl. § 87 Rd­nr. 42), be­stimmt nur, dass das Ta­ri­fent­gelt bei Prämi­en- oder Ak­kor­dent­loh­nung nicht un­ter­schrit­ten wer­den darf. Er enthält kei­ne nähe­ren Be­stim­mun-gen zur Leis­tungs­ent­loh­nung.

2. Der am Stand­ort B. der Be­klag­ten ge­bil­de­te ört­li­che Be­triebs­rat war für den Ab­schluss der BV 2007 zuständig. Re­gelmäßig ist im Be­reich der so­zia­len An­ge­le­gen­hei­ten der ört­li­che Be­triebs­rat und nicht der Ge­samt­be­triebs­rat zuständig, da sie meist kon­kret be­triebs­be­zo­gen sind und ei­ne zwin­gen­de sach­li­che Not­wen­dig­keit für ei­ne ge­mein­sa­me Re­ge­lung nur in Aus­nah­mefällen ge­ge­ben sein dürf­te (Fit­ting Be­trVG 24. Aufl. § 50 Rd­nr. 35). Dass ein sol­cher Aus­nah­me­fall et­wa vor­lie­gen würde, weil es sich bei der Prämi­en­re­ge­lung um ein un­ter­neh­mens­ein­heit­li­ches Vergütungs­sys­tem han­deln würde oder der Zweck der Leis­tung nur mit über­be­trieb­li­chen Re­ge­lun­gen er­reich­bar wäre (vgl. ErfK/Ei­se­mann/Koch 9. Aufl. § 50 Be­trVG Rd­nr. 4), hat der Kläger auch in der Be­ru­fungs­in­stanz nicht vor­ge­tra­gen, ob­wohl be­reits das Ar­beits­ge­richt dar­auf hin­ge­wie­sen hat, dass die Not­wen­dig­keit ei­ner über­be­trieb­li­chen ein­heit­li­chen Re­ge­lung nicht er­sicht­lich sei. Das von der Be­klag­ten un­ter­neh­mens­weit ver­folg­te Ziel der Er­hal­tung der Wett­be­werbsfähig­keit ist für die Zuständig­keits­ver­tei­lung zwi­schen den Be­triebs­rats­gre­mi­en nicht von Be­deu­tung.

3. Mit dem Ar­beits­ge­richt ist auch da­von aus­zu­ge­hen, dass die BV 2007 das Schrift­for­mer­for­der­nis des § 77 Abs. 2 Sätze 1 und 2 Be­trVG erfüllt.

a) Die­ses dient nicht dem Übe­rei­lungs­schutz, son­dern soll Zwei­fel über den In­halt der ver­ein­bar­ten Norm aus­sch­ließen (BAG 14.11.2006 - 1 AZR 40/06 - BA­GE 120, 173). Die schrift­li­che Nie­der­le­gung soll zum ei­nen die Be­triebs­par­tei­en ver­an­las­sen, die ge­trof­fe­ne Ver­ein­ba­rung präzi­se nie­der­zu­le­gen, um späte­re Zwei­fel und Strei­tig­kei­ten nach Möglich­keit zu ver­mei­den; zum an­de­ren sol­len die nor­mun­ter­wor­fe­nen Ar­beit­neh­mer die sich aus der Be­triebs­ver­ein­ba­rung er­ge­ben­den Rech­te und Pflich-ten zu­verlässig er­ken­nen können (Fit­ting Be­trVG 24. Aufl. § 77 Rd­nr. 21). Ist durch Ge­setz die schrift­li­che Form vor­ge­schrie­ben, so muss die Ur­kun­de von den Aus­stel­lern ei­genhändig durch Na­mens­un­ter­schrift oder mit­tels no­ta­ri­ell be­glau­big­ten Hand­zei­chens un­ter­schrie­ben wer­den (§ 126 Abs. 1 BGB). Bei ei­nem Ver­trag muss

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die Un­ter­zeich­nung der Par­tei­en auf der sel­ben Ur­kun­de er­fol­gen (§ 126 Abs. 2 Satz 1 BGB). Grundsätz­lich muss die Un­ter­schrift den Ur­kun­den­text räum­lich ab­sch­ließen und müssen Nachträge er­neut un­ter­schrie­ben wer­den. Zwar muss das form­bedürf­ti­ge Rechts­geschäft in ei­ner Ur­kun­de ent­hal­ten sein. Ei­ne Ur­kun­de kann aber aus meh­re­ren Blättern be­ste­hen. Auch An­la­gen können Teil der Erklärung sein, wie dies ins­be­son­de­re bei Verträgen oft der Fall ist (BAG 19.04.2007 - 2 AZR 208/06 - BA­GE 122, 111).

Die Recht­spre­chung hat­te zunächst ge­for­dert, dass die Ein­heit der Ur­kun­de äußer-lich durch Beifügung der in Be­zug ge­nom­me­nen Ur­kun­de zur Hauptur­kun­de in Er­schei­nung tref­fen müsse und die bloße ge­dank­li­che Ver­bin­dung, die in der Be­zug­nah­me lie­ge, nicht aus­rei­che. Not­wen­dig sei in je­dem Fall ei­ne Ver­bin­dung, de­ren Auflösung nur durch teil­wei­se Sub­stanz­ver­let­zung oder Ge­walt­an­wen­dung möglich sei (vgl. die Dar­stel­lung der Ent­wick­lung der Recht­spre­chung im Ur­teil des BGH vom 18.12.2002 - XII ZR 253/01 - NJW 2003, 1248). Am 24.09.1997 hat der XII. Zi-vil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs so­dann ent­schie­den, dass ei­ne fes­te körper­li­che Ver­bin­dung der ein­zel­nen Blätter nicht er­for­der­lich sei, wenn sich die Ein­heit der Ur-kun­den aus an­de­ren ein­deu­ti­gen Merk­ma­len er­ge­be, zu de­nen ins­be­son­de­re fort­lau­fen­de Pa­gi­nie­rung, fort­lau­fen­de Num­me­rie­rung der ein­zel­nen Text­ab­schnit­te so­wie ein über das je­wei­li­ge Sei­tenen­de fort­lau­fen­der Text gehörten (BGH 24.09.1997 - XII 234/95 - BGHZ 136, 357). Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat sich mit Ur­teil vom 07.05.1998 (2 AZR 55/98 - BA­GE 88, 375) aus­drück­lich die­ser so­ge­nann­ten „Auf­lo­cke­rungs­recht­spre­chung“ des Bun­des­ge­richts­hofs an­ge­schlos­sen, die das Er­for­der­nis der fes­ten körper­li­chen Ver­bin­dung der ver­schie­de­nen Be­stand­tei­le ei­ner ein­heit­li­chen Ur­kun­de auf­ge­ge­ben hat. Der VII. Zi­vil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die zi­vil­recht­li­che Recht­spre­chung zum Schrift­for­mer­for­der­nis des § 126 BGB da­hin fort­geführt, dass § 126 BGB kei­ne körper­li­che Ver­bin­dung der Ur­kun­de mit den in Be­zug ge­nom­me­nen An­la­gen ver­lan­ge, son­dern auch dann ge­wahrt sei, wenn sich die Ein­heit von Ur­kun­de und An­la­ge aus der Ver­wei­sung so­wie der Un­ter­schrift der Ver­trags­par­tei­en auf je­dem Blatt der An­la­ge er­ge­be (BGH 21.01.1999 - VII ZR 93/97 - NJW 1999, 1104). Sch­ließlich hat der XII. Zi­vil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs die Ein­heit der Ver­trags­ur­kun­de in ei­nem Fall be­jaht, in dem in der Hauptur­kun­de auf ei­ne An­la­ge Be­zug ge­nom­men und al­le Blätter der An­la­ge von den Ver­trags­par­tei­en pa­ra­phiert wa­ren, und da­bei aus­geführt, dass es der Ein­deu­tig­keit der Ver­wei­sung nicht ent­ge­gen­ste­he, wenn ein als An­la­ge be­zeich­ne­tes Schriftstück kei­ne aus­drück­li­che Rück­ver­wei­sung auf die Hauptur­kun­de ent­hal­te. Pa­ra­phen (al­so be­wuss­te und ge­woll­te Na­mens­abkürzun­gen, vgl. BGH 10.07.1997

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- IX ZR 24/97 - NJW 1997, 3380) könn­ten die Ein­heit zwi­schen Hauptur­kun­de und An­la­ge eben­so do­ku­men­tie­ren wie Un­ter­schrif­ten. So­weit der vollständi­gen Un­ter­schrift im Rah­men der ge­setz­li­chen Schrift­form auch die Funk­ti­on der Do­ku­men­ta­ti­on und Be­kräfti­gung des rechts­geschäft­li­chen Erklärungs­wil­lens bei­ge­mes­sen wer­de, sei die­sem Er­for­der­nis be­reits durch Un­ter­zeich­nung des Haupt­ver­tra­ges genügt, der die An­la­ge durch Ver­wei­sung zum Ver­trags­be­stand­teil ma­che (BGH 29.09.1999 - XII ZR 313/98 - NJW 2000, 354). In ei­nem Ur­teil vom 18.12.2002 (XII ZR 253/01 - NJW 2003, 1248) hat der XII. Zi­vil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs an die­ser Recht­spre­chung fest­ge­hal­ten und aus­geführt, ent­schei­den­des Kri­te­ri­um müsse die zwei­fels­freie Be­zug­nah­me der Hauptur­kun­de auf die An­la­ge sein.

b) Un­ter Zu­grun­de­le­gung die­ser höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung, der die er­ken­nen­de Kam­mer folgt, genügt die BV 2007 ein­sch­ließlich der An­la­gen 1 bis 6 dem Schrift­for­mer­for­der­nis der § 77 Abs. 2 Be­trVG, § 126 BGB.

Ge­gen die Form­wirk­sam­keit der Hauptur­kun­de der BV 2007 als sol­cher, die von den Ver­tre­tern bei­der Be­triebs­part­ner auf der letz­ten Sei­te un­ter­schrie­ben und de­ren ein­zel­ne Sei­ten pa­ra­phiert wur­den, wo­bei die ein­zel­nen Sei­ten durch Heft­klam­mer fest ver­bun­den sind, sind kei­ne Einwände er­ho­ben wor­den. Die Kam­mer schließt sich den über­zeu­gen­den Ausführun­gen des Ar­beits­ge­richts un­ter II. 3. b) (2) der Ent­schei­dungs­gründe des Ur­teils vom 03.03.2009 an, wo­nach im vor­lie­gen­den Fall so­wohl durch den Ver­weis in §§ 3 und 4 der BV 2007 auf die An­la­gen 1 bis 6 als auch durch die Un­ter­zeich­nung bzw. Pa­ra­phie­rung sämt­li­cher Sei­ten der ein­zel­nen An­la­gen durch die Ver­trags­sch­ließen­den kein Zwei­fel dar­an be­steht, dass die BV 2007 auf die im Ori­gi­nal zur Ge­richts­ak­te ge­reich­ten An­la­gen Be­zug nimmt. Im Hin­blick auf die Be­ru­fungs­an­grif­fe des Klägers sei ergänzend noch fol­gen­des aus­geführt: Es ist unschädlich, dass die An­la­gen nicht ih­rer­seits aus­drück­lich auf die BV 2007 Be­zug neh­men. Durch die Über­schrif­ten der ein­zel­nen, wie­der­um je­weils für sich ge­hef­te­ten An­la­gen, die Ta­bel­len­wer­ke und die Kenn­zeich­nung der je­wei­li­gen Nor­mal­leis­tung in den An­la­gen ist klar er­kenn­bar, dass es sich um die in §§ 3 und 4 der Hauptur­kun­de erwähn­ten An­la­gen han­delt. Es gibt nicht, wie vom Kläger oh­ne nähe­re Sub­stan­zi­ie­rung be­haup­tet, „vier ver­schie­de­ne An­la­gen“, son­dern die An­la­gen 1 bis 6 exis­tie­ren in nur ei­ner Ver­si­on, de­ren In­halt zwei­fels­frei und im Übri­gen auch un­strei­tig ist.

Es be­ste­hen auch kei­ne Be­den­ken un­ter dem Ge­sichts­punkt, dass der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de die An­la­gen erst we­ni­ge Ta­ge nach dem 26.01.2007 und da­mit nach

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Un­ter­zeich­nung der Hauptur­kun­de un­ter­schrie­ben hat (vgl. BAG 26.03.2009 - 2 AZR 296/07 - DB 2009, 1882; BAG 07.05.1998 - 2 AZR 55/98 - BA­GE 88, 375; LAG Hamm 25.02.2000 - 10 Sa 1843/99 - Ju­ris zur in­so­weit ver­gleich­ba­ren Pro­ble­ma­tik der nachträgli­chen Un­ter­zeich­nung bzw. Zu­sam­men­hef­tung ei­ner Na­mens­lis­te zum In­ter­es­sen­aus­gleich).

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers sind an die Wah­rung der in § 77 Abs. 2 Be­trVG vor­ge­se­he­nen Schrift­form kei­ne verschärf­ten An­for­de­run­gen ge­genüber der all­ge­mei­nen Re­gel des § 126 BGB zu stel­len (BAG 07.05.1998 - 2 AZR 55/98 - BA­GE 88, 375 m.w.N. aus Recht­spre­chung und Li­te­ra­tur). Die Ge­fahr von Ma­ni­pu­la­tio­nen dürf­te bei ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung, die zwi­schen den Be­triebs­part­nern aus­ge­han­delt wird und dann ent­spre­chend § 77 Abs. 2 Satz 3 Be­trVG an ge­eig­ne­ter Stel­le im Be­trieb aus­zu­le­gen ist, eher ge­ring sein (BAG 07.05.1998 - 2 AZR 55/98 - a.a.O.).

4. Das recht­li­che Schick­sal der Pro­to­koll­no­tiz (zur un­ter­schied­li­chen recht­li­chen Be­deu­tung von Pro­to­koll­no­ti­zen zu Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen sie­he BAG 09.12.1997 - 1 AZR 330/97 - AP Nr. 3 zu § 77 Be­trVG Re­ge­lungs­ab­re­de = EzA § 77 Be­trVG 1972 Nr. 62) ist im vor­lie­gen­den Zu­sam­men­hang oh­ne Be­lang. Selbst wenn die Pro­to­koll­no­tiz nor­ma­ti­ven Cha­rak­ter hätte, als Teil der BV 2007 an­zu­se­hen und un­wirk­sam wäre, blie­be die „Rest­be­triebs­ver­ein­ba­rung“ be­ste­hend aus der Hauptur­kun­de und den An­la­gen 1 bis 6 als sinn­vol­le und in sich ge­schlos­se­ne Re­ge­lung wirk­sam (Kütt­ner/Kreit­ner Per­so­nal­buch 2009 Stich­wort Be­triebs­ver­ein­ba­rung Rd­nr. 11; vgl. auch § 14 der BV 2007). Aus eben die­sem Grun­de ist auch un­er­heb­lich, ob, wie der Kläger meint, § 12 der BV 2007 ge­gen ge­setz­li­che oder ta­rif­li­che Vor­ga­ben verstößt.

5. Gründe, die ge­gen die Wirk­sam­keit der vom Pro­ku­ris­ten J. un­ter­zeich­ne­ten Kündi­gung der BV 1984 vom 29.12.2004 spre­chen könn­ten, sind nicht er­sicht­lich. Im Übri­gen käme es hier­auf nicht an, weil die Be­triebs­part­ner auch ei­ne un­gekündig­te Be­triebs­ver­ein­ba­rung je­der­zeit un­ter - auch still­schwei­gen­der - Auf­he­bung für die Zu­kunft in ei­ner neu­en Be­triebs­ver­ein­ba­rung abändern können (BAG 23.01.2008 - 1 AZR 988/06 - AP Nr. 40 zu § 77 Be­trVG 1972 Be­triebs­ver­ein­ba­rung = EzA § 77 Be­trVG 2001 Nr. 24). Re­geln zwei gleich­ran­gi­ge Nor­men den­sel­ben Ge­gen­stand und ist der Adres­sa­ten­kreis der glei­che, so gilt die so­ge­nann­te Zeit­kol­li­si­ons­re­gel: Die jünge­re Norm löst die älte­re ab. Die jünge­re Norm gilt re­gelmäßig auch dann, wenn die bis­he­ri­ge Norm für die Ar­beit­neh­mer güns­ti­ger war. Ge­setz­ge­ber, Ta­rif­ver­trags­par­tei­en und Be­triebs­par­tei­en sind grundsätz­lich nicht ge­hin­dert, Leis­tungs­ansprüche von Ar­beit­neh­mern für die Zu­kunft zu ver­schlech­tern (BAG

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15.11.2000 - 5 AZR 310/99 - BA­GE 96, 249). Des­halb wa­ren die Be­triebs­part­ner im vor­lie­gen­den Fall nicht ge­hin­dert, die BV 1984 durch die - un­strei­tig ver­schlech­tern­de - BV 2007 für die Kom­mis­sio­nie­rer am Stand­ort B. ab­zulösen.

6. Der Wirk­sam­keit der BV 2007 ste­hen auch nicht die Grundsätze der Verhält­nismäßig­keit und des Ver­trau­ens­schut­zes ent­ge­gen. Die­se sind nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zu be­ach­ten, wenn Re­ge­lun­gen ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung Rech­te der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer be­schränken oder ih­nen Pflich­ten auf­er­le­gen (BAG 26.08.2008 - 1 ABR 16/07 - AP Nr. 54 zu § 75 Be­trVG 1972 = EzA § 87 Be­trVG 2001 Über­wa­chung Nr. 2) oder in be­reits be­ste­hen­de Be­sitzstände der Ar­beit­neh­mer ein­ge­grif-fen wird. Des­halb un­ter­lie­gen ins­be­son­de­re die Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen, die Ver­sor­gungs­ansprüche aus ei­ner frühe­ren Be­triebs­ver­ein­ba­rung ein­schränken, ei­ner ent­spre­chen­den Rechts­kon­trol­le. Aus den Grundsätzen der Verhält­nismäßig­keit und des Ver-trau­ens­schut­zes er­ge­ben sich auch die Gren­zen der Zulässig­keit der so­ge­nann­ten un­ech-ten Rück­wir­kung. Die­se liegt vor, wenn ei­ne Rechts­norm auf ge­genwärti­ge, noch nicht ab­ge­schlos­se­ne Sach­ver­hal­te und Rechts­be­zie­hun­gen ein­wirkt und da­durch ei­ne Rechts­po­si­ti­on nachträglich ent­wer­tet (BAG 29.10.2002 - 1 AZR 573/01 - BA­GE 103, 187).

a) Die hier al­len­falls denk­ba­re Va­ri­an­te des Ein­griffs in be­reits be­ste­hen­de Be­sitzstände der Ar­beit­neh­mer liegt al­ler­dings nicht vor, so dass auch aus die­sem Ge­sichts­punkt kei­ne Be­den­ken ge­gen die Wirk­sam­keit der Neu­re­ge­lung durch die BV 2007 be­ste­hen.

Die BV 2007 hat die Prämi­ensätze für die Zu­kunft neu ge­re­gelt und da­mit nicht in Be­sitzstände der nor­mun­ter­wor­fe­nen Ar­beit­neh­mer ein­ge­grif­fen. Der Kläger konn­te nicht da­von aus­ge­hen, dass die Re­ge­lun­gen der BV 1984 un­verändert Be­stand ha-ben bzw. nur zu sei­nen Guns­ten verändert wer­den würden (vgl. LAG Hamm 29.06.2006 - 15 Sa 2280/05 - Ju­ris). Recht­lich un­ge­si­cher­te bloß tatsächli­che Er-war­tungs­hal­tun­gen sind aus Rechts­gründen nicht schutz­bedürf­tig (BAG 23.01.2008 - 1 AZR 988/06 - AP Nr. 40 zu § 77 Be­trVG 1972 Be­triebs­ver­ein­ba­rung = EzA § 77 Be­trVG 2001 Nr. 24). Die Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zur Abänder-bar­keit von An­wart­schaf­ten auf be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung ist auf den vor­lie­gen­den Fall nicht über­trag­bar. Ansprüche auf Prämien­ent­loh­nung, wie in der BV 1984 und der BV 2007 ge­re­gelt, sind an den Fort­be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­bun­den. En­det das Ar­beits­verhält­nis des Klägers, so be­ste­hen kei­ne Leis­tungs­ver­pflich­tun­gen der Be­klag­ten mehr. Im Ge­gen­satz zur er­dien­ten An­wart­schaft auf Al-

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ters­ver­sor­gung hat die Aus­sicht auf Leis­tungs­lohn kei­nen ei­gen­tumsähn­li­chen Vermögens­wert (BAG 15.11.2000 - 5 AZR 310/99 - BA­GE 96, 249).

b) Ei­ne wei­ter­ge­hen­de ge­richt­li­che In­halts­kon­trol­le der BV 2007 hat nicht statt­zu­fin­den. Die Ge­rich­te ha­ben kei­ne Kom­pe­tenz zur Ver­trags­hil­fe, son­dern können nur prüfen, ob die Be­triebs­part­ner bei Ausübung der ih­nen zu­ste­hen­den Re­ge­lungs­be­fug­nis Rechts­nor­men, die ih­nen Schran­ken set­zen, nicht oder nicht rich­tig an­ge­wandt ha-ben (Ri­char­di Be­trVG 11. Aufl. § 77 Rd­nr. 124).

c) Selbst wenn ent­ge­gen der hier ver­tre­te­nen Auf­fas­sung mit dem Kläger da­von aus-zu­ge­hen wäre, dass auf ei­ne Über­prüfung von Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen die für die An­ge­mes­sen­heits­kon­trol­le von In­di­vi­du­al­ver­ein­ba­run­gen gel­ten­den Grundsätze über­trag­bar sind, würde dies im vor­lie­gen­den Fall zu kei­nem an­de­ren Er­geb­nis füh-ren. Der Kläger hat in­so­fern vor­ge­bracht, dass es zur Un­wirk­sam­keit der ablösen­den Be­triebs­ver­ein­ba­rung führen müsse, wenn sich der Ge­samt­ver­dienst der norm-un­ter­wor­fe­nen Ar­beit­neh­mer durch die Neu­re­ge­lung um min­des­tens 25 % ver­rin­ge-re. Die­se Vor­aus­set­zung liegt im Be­trieb der Be­klag­ten tatsächlich nicht vor. Die im Ar­beits­be­reich des Klägers be­zahl­te durch­schnitt­li­che Leis­tungs­prämie be­trug vor Einführung des neu­en Prämi­en­sys­tems je­den­falls un­ter 600,-- € mo­nat­lich, während al­lein der da­ma­li­ge al­len Ar­beit­neh­mern ga­ran­tier­te ta­rif­li­che Mo­nats­lohn 1.850,-- € be­trug. Selbst bei ei­nem vollständi­gen Weg­fall sämt­li­cher Prämi­en bei al­len Ar­beit-neh­mern im Be­reich TS - der un­strei­tig bei wei­tem nicht ein­ge­tre­ten ist - würde die Ein­buße von un­ter 600,-- € bei ei­nem Mo­nats­ge­samt­ver­dienst von ca. 2.400,-- € - wei­te­re Ent­gelt­be­stand­tei­le wie z. B. die dem Kläger ge­zahl­te über­ta­rif­li­che Zu­la­ge noch gar nicht ein­ge­rech­net - nicht die vom Kläger für maßgeb­lich er­ach­te­te 25%-Gren­ze er­rei­chen.

7. Es kann auch da­hin­ge­stellt blei­ben, ob die in § 4 Satz 1 der BV 2007 erwähn­ten Da­ten tatsächlich er­ho­ben wor­den sind. Zwar ist schon die le­dig­lich der Vor­be­rei­tung ei­ge­ner Ent­schließun­gen des Ar­beit­ge­bers die­nen­de Vor­nah­me von Zeit­stu­di­en, die der Fest­le­gung leis­tungs­be­zo­ge­ner Ent­gel­te vor­aus­ge­hen, nach § 87 Abs. 1 Nr. 11 Be­trVG mit­be­stim­mungs­pflich­tig (Fit­ting Be­trVG 24. Aufl. § 87 Rd­nr. 511), je­doch kann dar­aus nicht der Um­kehr­schluss ge­zo­gen wer­den, dass ei­ne un­ter Ver­zicht auf sol­che Zeit­stu­di­en ab­ge­schlos­se­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung zum Prämi­en­lohn aus die­sem Grund un­wirk­sam wäre.

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8. Für den Zeit­raum ab Fe­bru­ar 2008 er­gibt sich ein an­de­res Er­geb­nis auch nicht dar­aus, dass in § 13 der BV 2007 für die­se ei­ne Lauf­zeit bis 31.01.2008 ver­ein­bart wur­de. Denn die BV 2007 wirkt gemäß § 77 Abs. 6 Be­trVG über den 31.01.2008 hin­aus nach.

a) Die Nach­wir­kung setzt zunächst vor­aus, dass die zeit­li­che Gel­tung der Be­triebs­ver-ein­ba­rung als sol­che be­en­det ist, was im vor­lie­gen­den Fall durch Ab­lauf der Be­fris-tung er­folgt ist (Fit­ting Be­trVG 24. Aufl. § 77 Rd­nr. 179).

b) Wei­ter­hin be­steht ei­ne Nach­wir­kung nur bei An­ge­le­gen­hei­ten, in de­nen der Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le die feh­len­de Ei­ni­gung zwi­schen Ar­beit­ge­ber und Be­triebs­rat er­set­zen kann, al­so in An­ge­le­gen­hei­ten der zwin­gen­den Mit­be­stim­mung. Ei­ne sol­che liegt im Hin­blick auf das Mit­be­stim­mungs­recht des Be­triebs­rats nach § 87 Abs. 1 Nr. 11 Be­trVG vor.

c) We­gen ih­rer Ge­stal­tungs­frei­heit über den In­halt ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung können die Be­triebs­part­ner die Nach­wir­kung so­wohl von vorn­her­ein als auch nachträglich aus­sch­ließen. Der Aus­schluss der Nach­wir­kung muss al­ler­dings aus­drück­lich und un­zwei­deu­tig er­fol­gen (BAG 09.02.1984 - 6 ABR 10/81 - BA­GE 45, 132; ErfK/Ka­nia 9. Aufl. § 77 Be­trVG Rd­nr. 107). Des­halb kann die bloße Be­fris­tung ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung oh­ne Vor­lie­gen be­son­de­rer An­halts­punk­te nicht schon als Aus­schluss der Nach­wir­kung an­ge­se­hen wer­den (Fit­ting Be­trVG 24. Aufl. § 77 Rd­nr. 180; ErfK/Ka­nia a.a.O.; DKK/Berg 11. Aufl. Rd­nr. 60). Über die bloße Be­fris­tung hin­aus­ge­hen­de An­halts­punk­te für ei­nen Wil­len der Be­triebs­par­tei­en, die Nach­wir­kung der BV 2007 aus­zu­sch­ließen, sind aber nicht er­sicht­lich, ins­be­son­de­re spricht nichts dafür, dass die Be­triebs­part­ner mit Ab­lauf des 31.01.2008 die BV 1984 wie­der in Kraft set­zen woll­ten.


VI.

Da die BV 1984 so­mit von der BV 2007 ab­gelöst wur­de, be­ste­hen auf die Wei­ter­gel­tung der BV 1984 gestütz­te Dif­fe­renz­lohn­ansprüche für den Zeit­raum von März 2007 bis Ju­ni 2008 schon dem Grun­de nach nicht, so­dass of­fen blei­ben kann, ob der Kläger die ent­spre­chen­den Ansprü-che der Höhe nach zu­tref­fend be­rech­net hat. Das Ar­beits­ge­richt hat aus die­sem Grund auch den Fest­stel­lungs­an­trag zu Recht als un­be­gründet ab­ge­wie­sen. Man­gels ent­spre­chen­der Zu­sa­ge im Ein­stel­lungs­gespräch kann der Kläger auch nicht ei­nen Leis­tungs­lohn in Höhe von

- 25 -

20 % sei­nes Grund­lohns be­an­spru­chen. Die Be­ru­fung des Klägers war des­halb in vol­lem Um­fang zurück­zu­wei­sen.


C.

I.

Der Kläger hat gemäß § 97 Abs. 1 ZPO die Kos­ten der Be­ru­fung zu tra­gen.


II.

Die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Zu­las­sung der Re­vi­si­on gemäß § 72 Abs. 2 ArbGG lie­gen nicht vor.

 

Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­ses Ur­teil ist ein Rechts­mit­tel nicht ge­ge­ben. Auf § 72 a ArbGG wird hin­ge­wie­sen.

 


Oe­s­ter­le  

Grassl  

Nord­mann

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