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Re­gie­rung will Bun­des­bür­ger zu län­ge­rem Ar­bei­ten mo­ti­vie­ren

Ar­bei­ten bis zum nor­ma­len Ren­ten­al­ter - vie­le kön­nen oder wol­len das nicht: Doch es gibt auch reich­lich Hür­den, die län­ge­res Ar­bei­ten un­at­trak­tiv ma­chen. Das soll sich än­dern

11.07.2016. (dpa) - Die Bun­des­re­gie­rung will die zahl­rei­chen Hin­der­nis­se für län­ge­res Ar­bei­ten be­sei­ti­gen.

Das sieht ein neu­er Ge­setz­ent­wurf zur Fle­xi-Ren­te vor, der der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin vor­liegt.

"Mitt­ler­wei­le sind mehr als die Hälf­te der 60- bis 64-Jäh­ri­gen er­werbs­tä­tig", heißt es in dem Ent­wurf.

Um Äl­te­re mög­lichst lan­ge im Er­werbs­le­ben zu hal­ten, sol­le der Über­gang in den Ru­he­stand fle­xi­bler wer­den.

Zen­tra­les In­stru­ment soll der Ab­bau von Hin­der­nis­sen für ei­ne vor­ge­zo­ge­ne Teil­ren­te sein, die mit Teil­zeit­ar­beit kom­bi­niert wird. Wenn man mehr als 450 Eu­ro hin­zu­ver­dient, grei­fen heu­te für je­den in­di­vi­du­ell be­rech­ne­te, fes­te Hin­zu­ver­dienst­gren­zen. Je nach Hö­he sinkt die Teil­ren­te dann auf zwei Drit­tel, die Hälf­te oder ein Drit­tel der Voll­ren­te. Künf­tig sol­len die fes­ten Gren­zen weg­fal­len. Wird ei­ne Hin­zu­ver­dienst­gren­ze von 6300 Eu­ro pro Jahr über­schrit­ten, wer­den 40 Pro­zent des Be­tra­ges dar­über von der Ren­te ab­ge­zo­gen.

Der Ent­wurf nennt Bei­spie­le. So wer­den bei ei­nem Hin­zu­ver­dienst von 18.000 Eu­ro pro Jahr 390 Eu­ro von der Ren­te ab­ge­zo­gen: Der die 6300-Eu­ro-Gren­ze über­stei­gen­de Be­trag liegt bei 11.700 Eu­ro, pro Mo­nat al­so 975 Eu­ro - und da­von 40 Pro­zent. Lä­ge die Voll­ren­te bei 1200 Eu­ro, kä­me man auf ei­ne Teil­ren­te von 810 Eu­ro.

Bei dem Ge­setz­ent­wurf han­delt es sich um ei­ne For­mu­lie­rungs­hil­fe des So­zi­al­mi­nis­te­ri­ums für die Ko­ali­ti­ons­frak­tio­nen. Die hat­ten das Kon­zept für die Fle­xi-Ren­te aus­ge­han­delt. Ge­dacht ist der Plan als Ge­gen­ge­wicht zur ab­schlags­frei­en Ren­te mit 63. Wei­te­re Re­form­schrit­te bei der Ren­te sol­len fol­gen. Ein um­fas­sen­des Ren­ten­kon­zept plant Mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) für die­sen Herbst.

Der Fle­xi-Ren­ten­ent­wurf sieht auch wei­te­re Ver­bes­se­run­gen vor. So sind Ar­beit­neh­mer ab der Re­gel­al­ters­gren­ze heu­te zwar ver­si­che­rungs­frei in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung. Ar­beit­ge­ber müs­sen aber ih­ren An­teil an Bei­trä­gen zur Ar­beits­för­de­rung wei­ter zah­len - die­se Bei­trags­pflicht soll für fünf Jah­re ent­fal­len. Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit soll des­halb Bei­trags­aus­fäl­le von 79 bis 87 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr zu ver­kraf­ten ha­ben - die größ­te fi­nan­zi­el­le Aus­wir­kung des Ge­set­zes.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. November 2016

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