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Neue Re­kord­ar­beits­lo­sen­zah­len in Spa­ni­en und Frank­reich scho­ckie­ren

In Spa­ni­en lö­sen die neu­es­ten Ar­beits­lo­sen­zah­len Ent­set­zen aus: Die Kri­tik an der kon­ser­va­ti­ven Re­gie­rung wächst. Auch in Frank­reich ge­rät die so­zia­lis­ti­sche Re­gie­rung an­ge­sichts der Re­kord­hö­hen im­mer stär­ker un­ter Druck. In Brüs­sel läu­ten die Alarm­glo­cken

27.04.2013. (dpa) - Die Ar­beits­lo­sig­keit in Spa­ni­en nimmt im­mer dra­ma­ti­sche­re Aus­ma­ße an, auch Frank­reich scho­ckiert mit neu­en Re­kord­hö­hen.

Im Eu­ro-Kri­sen­land Spa­ni­en hat die Ar­beits­lo­sen­quo­te im ers­ten Quar­tal 27,2 Pro­zent er­reicht, erst­mals in der Ge­schich­te des Lan­des wa­ren mehr als sechs Mil­lio­nen Men­schen ar­beits­los.

In Frank­reich klet­ter­ten die Ar­beits­lo­sen­zah­len En­de März auf die Re­kord­hö­he von 3,225 Mil­lio­nen, der höchs­te Stand seit Ja­nu­ar vor 16 Jah­ren.

Im Ver­gleich zum März ver­gan­ge­nen Jah­res sei die Zahl um 11,5 Pro­zent ge­stie­gen, teil­te das Ar­beits­mi­nis­te­ri­um am Don­ners­tag mit.

Die Kri­se auf dem Ar­beits­markt setzt die Re­gie­run­gen der Län­der im­mer mehr un­ter Druck. Im kri­sen­ge­schüt­tel­ten Spa­ni­en lös­ten die jüngs­ten Zah­len Ent­set­zen und Kri­tik aus. Nach An­ga­ben der Sta­tis­tik-Be­hör­de INE lag die Zahl der Ar­beits­lo­sen mit 6,2 Mil­lio­nen um knapp 240 000 hö­her als im Schluss­quar­tal 2012.

Nicht nur die Ge­werk­schaf­ten und die links­ge­rich­te­te Op­po­si­ti­on pran­ger­ten dar­auf­hin die Wirt­schafts- und Ar­beits­po­li­tik der kon­ser­va­ti­ven Re­gie­rung von Mi­nis­ter­prä­si­dent Ma­ria­no Ra­joy an.

Auch bür­ger­lich-li­be­ra­le Re­gio­nal­par­tei­en wie die ka­ta­la­ni­sche CiU und die bas­ki­sche PNV spra­chen von "un­mo­ra­li­schen Zah­len" und ei­ner "dra­ma­ti­schen Si­tua­ti­on". Sie for­der­ten ei­ne drin­gen­de Um­ori­en­tie­rung.

EU-Wäh­rungs­kom­mis­sar Ol­li Rehn be­zeich­ne­te die Zah­len als in­ak­zep­ta­bel. Man er­war­te, dass Ra­joy schon am Frei­tag der Öf­fent­lich­keit neue Pro­gram­me zur An­kur­be­lung der Wirt­schaft vor­stel­le, sag­te Rehn am Don­ners­tag im Eu­ro­pa­par­la­ment in Brüs­sel.

In Frank­reich liegt die Ar­beits­lo­sen­quo­te in­zwi­schen dop­pelt so hoch wie in Deutsch­land. Nach den jüngs­ten ver­füg­ba­ren Ver­gleichs­zah­len der Eu­ro­päi­schen Sta­tis­tik­be­hör­de Eu­ro­s­tat lag sie im Fe­bru­ar bei 10,8 Pro­zent, in der Bun­des­re­pu­blik hin­ge­gen nur bei 5,4 Pro­zent. Ei­ne En­de des seit Mai 2011 an­hal­ten­den An­stiegs wird in Frank­reich frü­hes­tens En­de die­ses Jah­res er­war­tet.

Die Kri­se auf dem Ar­beits­markt ist ei­ne der stärks­ten Be­las­tun­gen für die so­zia­lis­ti­sche Re­gie­rung un­ter Prä­si­dent François Hol­lan­de. Sie ver­lor in Um­fra­gen zu­letzt dra­ma­tisch an Zu­stim­mung und steht un­ter Druck, den Ar­beits­markt mög­lichst schnell tief­grei­fend zu re­for­mie­ren. Ein be­reits im Par­la­ment de­bat­tier­tes Ge­set­zes­pro­jekt für mehr Fle­xi­bi­li­tät bei Ar­beits­zei­ten und Löh­nen wird von Kri­ti­kern als un­zu­rei­chend be­zeich­net.

In Spa­ni­en sind es mitt­ler­wei­le fast 3,5 Mil­lio­nen Men­schen (mehr als die Hälf­te der Er­werbs­lo­sen al­so), die seit mehr als ei­nem Jahr auf Job­su­che sind. Mit 16,6 Mil­lio­nen lag die Zahl der Be­schäf­tig­ten un­ter­des­sen um 4,58 Pro­zent nied­ri­ger als vor ei­nem Jahr. Das ist das ge­rings­te Be­schäf­ti­gungs­ni­veau seit über zehn Jah­ren (2002).

Be­son­ders schlimm ist die Si­tua­ti­on für die jün­ge­ren Ge­ne­ra­tio­nen. Die Ju­gend­ar­beits­lo­sen­quo­te stieg laut INE um mehr als zwei Punk­te auf 57,2 Pro­zent. In Spa­ni­en ge­be es ei­ne "So­zi­al­ka­ta­stro­phe", klag­te der Füh­rer der Ver­ei­nig­ten Lin­ken (IU), Ca­yo La­ra.

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Letzte Überarbeitung: 6. Juni 2014

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