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Run auf Ren­te mit 63 - Uni­ons­ver­tre­ter for­dern Ein­schnit­te

Die Ren­te mit 63 ist dem Wirt­schafts­flü­gel in der Uni­on im­mer noch ein Dorn im Au­ge: An­ge­sichts der neu­es­ten An­trags­zah­len kommt prompt wie­der der Wunsch nach Än­de­run­gen

10.03.2015. (dpa) - Acht Mo­na­te nach dem Start der Ren­te mit 63 for­dern nam­haf­te Uni­ons­ver­tre­ter Ein­schnit­te bei die­sem stark nach­ge­frag­ten An­ge­bot.

Wirt­schafts­po­li­ti­ker von CDU/CSU ver­lan­gen Kor­rek­tu­ren bei der An­rech­nung von Zei­ten der Ar­beits­lo­sig­keit, weil die Ren­te mit 63 ei­nen gro­ßen Zu­lauf er­lebt und nicht zu teu­er wer­den sol­le.

Bis En­de Fe­bru­ar stell­ten nach An­ga­ben der Ren­ten­ver­si­che­rung rund 255 000 Men­schen ei­nen An­trag auf die ab­schlags­freie Ren­te mit 63.

Bun­des­so­zi­al­mi­nis­te­ri­um, SPD und Ge­werk­schaf­ten wie­sen die For­de­run­gen zu­rück. Es hät­ten kei­nes­wegs mehr Men­schen die Ren­te be­an­tragt als er­war­tet, sag­te ein Spre­cher des Mi­nis­te­ri­ums am Mon­tag in Ber­lin. CSU-Mit­tel­stands­po­li­ti­ker Hans Mi­chel­bach hat­te in der "Rhei­ni­schen Post" (Mon­tag) ver­langt: "Wenn die An­trags­zah­len deut­lich über den Er­war­tun­gen lie­gen, müs­sen wir die Ren­te mit 63 spä­tes­tens in ei­nem Jahr über­prü­fen."

Chris­ti­an von Stet­ten (CDU), Chef des Par­la­ments­krei­ses Mit­tel­stand in der Uni­ons­frak­ti­on, sag­te, es sei zwar in Ord­nung, wenn Men­schen nach 45 Bei­trags­jah­ren mit 63 Jah­ren ab­schlags­frei in Ren­te ge­hen kön­nen. "Aber die Zei­ten des Be­zugs von Ar­beits­lo­sen­geld dür­fen künf­tig nicht mehr auf die Bei­trags­jah­re an­ge­rech­net wer­den." Wenn wei­ter­hin so vie­le An­trä­ge ein­gin­gen, "müs­sen wir spä­tes­tens in vier Jah­ren den Ren­ten­bei­trag an­he­ben". Der CDU-Wirt­schafts­rat for­der­te von der Re­gie­rung ein un­ver­züg­li­ches Um­steu­ern. "Die Ren­te mit 63 ver­schärft zur Un­zeit bei ei­ner gut lau­fen­den Kon­junk­tur den Fach­kräf­te­man­gel."

SPD-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Yas­min Fa­hi­mi ent­geg­ne­te: "Für uns gibt es kei­nen An­lass, über die­se Fra­ge zu dis­ku­tie­ren. Wir ha­ben ein ein­deu­ti­ges Ren­ten­kon­zept, da­zu ste­hen wir."

Der Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher rech­ne­te vor, ein­schließ­lich der frei­wil­lig Ver­si­cher­ten sei­en bis En­de 2014 rund 240 000 An­trä­ge er­war­tet wor­den. Für das Jahr 2015 sei­en von sei­nem Mi­nis­te­ri­um kei­ne Pro­gno­sen über die Zahl der Ren­ten­an­trä­ge ge­macht wor­den. Von da­her sei die Kri­tik nicht nach­voll­zieh­bar. Grund­sätz­lich sei pro Jahr mit 650 000 Men­schen zu rech­nen, die in Al­ters­ren­te ge­hen könn­ten. Wie vie­le da­von Ren­te mit 63 be­an­tra­gen woll­ten, sei nicht vor­her­zu­sa­gen.

Ei­nen An­spruch auf die Ren­te mit 63 ha­ben seit dem 1. Ju­li 2014 al­le Ar­beit­neh­mer, die min­des­tens 45 Jah­re in die Ren­ten­ver­si­che­rung ein­ge­zahlt ha­ben. Das Ein­tritts­al­ter für die ab­schlags­freie Ren­te wird jähr­lich an­ge­ho­ben. 2029 wird sie wie­der bei 65 lie­gen.

Hans-Jür­gen Ur­ban, Vor­stands­mit­glied der IG Me­tall, kri­ti­sier­te die Uni­ons­ver­tre­ter - so wer­de das Fach­kräf­te­pro­blem nicht ge­löst, in­dem man die Men­schen von ih­rem Ru­he­stand ab­hal­te. An­ne­lie Bun­ten­bach vom DGB-Vor­stand sag­te: "Selbst wenn die An­trags­zah­len für die Ren­te ab 63 ins­ge­samt et­was hö­her lie­gen als an­fangs an­ge­nom­men, dann zeigt das doch nur, wie not­wen­dig die­se Leis­tungs­ver­bes­se­rung war (...)." Der Lin­ken-Ren­ten­ex­per­te Mat­thi­as W. Birk­wald mein­te: "An­statt Ar­beits­lo­sig­keit ge­ne­rell nicht mehr als War­te­zeit an­zu­er­ken­nen (...), soll­te die Uni­on ein Son­der­pro­gramm für äl­te­re Ar­beits­lo­se auf­le­gen."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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