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Ren­ten stei­gen 2014 vor­aus­sicht­lich um bis zu 2,5 Pro­zent

Die gu­te Ent­wick­lung der Löh­ne macht es mög­lich: Die Ren­ten dürf­ten im kom­men­den Jahr stär­ker als die In­fla­ti­ons­ra­te stei­gen. Im Ge­spräch ist ei­ne Spann­brei­te von 2,0 bis 2,5 Pro­zent. Ob der Ren­ten­bei­trag sinkt, ist mehr als frag­lich

30.10.2013. (dpa) - Den gut 20 Mil­lio­nen Rent­nern in Ost und West winkt im kom­men­den Jahr ei­ne spür­ba­re Ren­ten­er­hö­hung.

Als Rah­men da­für zeich­net sich ein Plus zwi­schen 2,0 und 2,5 Pro­zent ab, was über der ak­tu­el­len In­fla­ti­ons­ra­te liegt.

Al­les deu­tet dar­auf hin, dass die Ren­ten­er­hö­hung im Os­ten am obe­ren und im Wes­ten am un­te­ren Rand lie­gen wird.

Für ei­nen Durch­schnitts­rent­ner im Wes­ten wä­re das ein Plus von et­wa 24 Eu­ro, im Os­ten von 30 Eu­ro.

Wie hoch die An­pas­sung tat­säch­lich aus­fällt, ent­schei­det sich frü­hes­tens im März kom­men­den Jah­res, sag­te der Vor­stands­vor­sit­zen­de der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund, Alex­an­der Gun­kel, am Diens­tag in Würz­burg. Bei den An­ga­ben zu der mög­li­chen Ren­ten­er­hö­hung be­zog er sich auf ei­ne Schät­zung der Bun­des­re­gie­rung von En­de 2012.

Laut Gun­kel, der die Ar­beit­ge­ber an der Spit­ze der Ren­ten­ver­si­che­rung ver­tritt, gibt es je­doch kei­ne an­de­re ak­tu­el­le Ein­schät­zung. "Sie scheint sehr rea­lis­tisch." Die Ren­ten­ver­si­che­rung selbst wag­te dies­mal kei­ne ei­ge­ne An­sa­ge, wie hoch die nächs­te Ren­ten­er­hö­hung aus­fal­len könn­te.

Was die Bei­trags­zah­ler an­geht, so wä­re für sie 2014 we­gen der gut ge­füll­ten Ren­ten­kas­sen ei­ne deut­li­che Bei­trags­satz­sen­kung von 18,9 auf 18,3 Pro­zent vom Brut­to­ge­halt drin. Das wä­re der nied­rigs­te Wert seit mehr als 20 Jah­ren.

Ob es aber da­zu kom­men wird, ist of­fen, ab­hän­gig vom Er­geb­nis der Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen zwi­schen Uni­on und SPD. In bei­den La­gern gibt es Stim­men, die we­gen ge­plan­ter Leis­tungs­ver­bes­se­run­gen ei­ne Bei­trags­sen­kung ab­leh­nen, da ein sol­cher Schritt in der Ren­ten­kas­se zu Min­der­ein­nah­men in der Grö­ßen­ord­nung von 7,4 Mil­li­ar­den Eu­ro füh­ren wür­de. Al­lein die ge­plan­te Ver­bes­se­rung bei der Müt­ter­ren­te kos­tet fast so viel.

Ei­ne Bei­trags­satz­sen­kung um 0,6 Punk­te wür­de Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­ge­ber zu­sam­men um et­wa sechs Mil­li­ar­den Eu­ro im Jahr ent­las­ten. Ein Durch­schnitts­ver­die­ner hät­te im Jahr et­wa 90 Eu­ro mehr in der Ta­sche. Auch der Staat könn­te dann sei­nen Zu­schuss zur Ren­ten­ver­si­che­rung von et­wa 60 Mil­li­ar­den Eu­ro im lau­fen­den Jahr um et­wa 1,3 Mil­li­ar­den Eu­ro zu­rück­fah­ren.

Der Ren­ten­bei­trags­satz, der auf das Brut­to­ein­kom­men er­ho­ben wird, lag 2011 noch bei 19,9 Pro­zent. Er wur­de dann schritt­wei­se auf 19,6 und ak­tu­ell 18,9 Pro­zent zu­rück­ge­nom­men.

Die Ren­ten­kas­se ist nach Gun­kels Wor­ten "nach wie vor gut ge­füllt". Zum Jah­res­en­de dürf­ten 31 (En­de 2012: 29) Mil­li­ar­den Eu­ro in der Rück­la­ge sein: ein Re­kord­wert.

Gun­kel warn­te aber wie sei­ne Ko-Vor­sit­zen­de An­ne­lie Bun­ten­bach (DGB) da­vor, die Rück­la­ge für ver­si­che­rungs­frem­de Leis­tun­gen wie die Ver­bes­se­rung der Müt­ter­ren­te zu "miss­brau­chen". Schon in we­ni­gen Jah­ren wür­de da­durch die ei­ser­ne Re­ser­ve an die ge­setz­li­che Un­ter­gren­ze von 0,2 Mo­nats­aus­ga­ben oder et­wa 3,5 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­ra­ten.

Bun­ten­bach for­der­te zu­gleich, auf die rech­ne­risch mög­li­che Bei­trags­sen­kung zu ver­zich­ten - und da­für den "De­ckel" für die Rück­la­ge von 1,5 Mo­nats­au­sa­g­a­ben an­zu­he­ben oder ganz zu ent­fer­nen. Die­ser De­ckel führt bis­lang da­zu, dass der Ren­ten­bei­trag ge­senkt wer­den muss, wenn die Rück­la­gen 1,5 Mo­nats­aus­ga­ben über­stei­gen. Das en­spricht der­zeit et­wa 26 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Mit Blick auf die er­wart­ba­re Ren­ten­er­hö­hung be­grün­de­te Gun­kel sei­ne Zu­rück­hal­tung mit dem Hin­weis, es fehl­ten noch be­last­ba­re Zah­len zur Lohn­ent­wick­lung. Der­zeit lie­ge der Wert der Lohn­ra­te bei plus 2,3 Pro­zent. Er wer­de aber er­fah­rungs­ge­mäß noch kor­ri­giert. Er wol­le ver­mei­den, dass die Pro­gno­se als "Ver­spre­chen" auf­ge­fasst wer­de, das sich viel­leicht nicht ein­hal­ten las­se. Am 1. Ju­li wa­ren die Ren­ten im Wes­ten um 0,25 Pro­zent an­ge­ho­ben wor­den, im Os­ten um 3,29 Pro­zent.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 21. März 2015

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