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Jahr

Ren­ten stei­gen um bis zu 2,5 Pro­zent

Es geht nach oben bei der Ren­te - dank Re­kord­be­schäf­ti­gung und stei­gen­der Löh­ne: Im Wes­ten fällt das Plus so­gar kräf­ti­ger aus als ver­gan­ge­nes Jahr. Doch län­ger­fris­tig steht die Ren­te vor Pro­ble­men

21.03.2015. (dpa) - Die gut 20,5 Mil­lio­nen Rent­ner be­kom­men ab 1. Ju­li spür­bar hö­he­re Be­zü­ge.

In West­deutsch­land steigt die Ren­te um 2,1 Pro­zent, im Os­ten um 2,5 Pro­zent.

Das gab das Bun­des­so­zi­al­mi­nis­te­ri­um am Frei­tag in Ber­lin be­kannt.

Das führt bei ei­ner Mo­nats­ren­te von 900 Eu­ro zu ei­nem Auf­schlag von brut­to 18,90 Eu­ro im Wes­ten und 22,50 Eu­ro im Os­ten.

Die Er­hö­hun­gen sind so­mit et­was kräf­ti­ger als von der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung im No­vem­ber pro­gnos­ti­ziert. Sie wer­den auch nicht durch die In­fla­ti­on auf­ge­fres­sen, die­se Ra­te be­trug zu­letzt mi­nus 0,1 Pro­zent.

Ba­sis der Ren­ten­an­pas­sung ist die Ent­wick­lung der Löh­ne. Die sta­tis­tisch zu Bu­che schla­gen­de Lohn­stei­ge­rung be­trägt 2,08 Pro­zent in den al­ten Län­dern und 2,5 Pro­zent in den neu­en Län­dern.

So­zi­al­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) sag­te: "Für die über 20 Mil­lio­nen Rent­ne­rin­nen und Rent­ner ist die dies­jäh­ri­ge Ren­ten­an­pas­sung ei­ne gu­te Nach­richt. Auch sie pro­fi­tie­ren von der gu­ten wirt­schaft­li­chen La­ge." Im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren die Ren­ten im Wes­ten um 1,67 Pro­zent und im Os­ten um 2,53 Pro­zent ge­stie­gen.

Der Ren­ten­wert - qua­si die mo­nat­li­che Ren­te für ein Jahr Be­schäf­ti­gung mit Durch­schnitts­ent­gelt - steigt von 28,61 auf 29,21 Eu­ro im Wes­ten, im Os­ten von 26,39 Eu­ro auf 27,05 Eu­ro.

Oh­ne ei­nen ein­ma­li­gen sta­tis­ti­schen Ef­fekt wür­den die Ren­ten noch stär­ker stei­gen. Doch in die­sem Jahr sind die of­fi­zi­el­len Ren­ten­ex­per­ten bei ih­rer Be­rech­nung von ei­nem nied­ri­gen Lohn­durch­schnitt aus­ge­gan­gen. Das liegt dar­an, dass das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt ei­ne ein­schlä­gi­ge Be­schäf­ti­gungs­sta­tis­tik um­ge­stellt und da­bei mehr Ge­ring­ver­die­ner ein­ge­rech­net hat­te. Die­ser Ef­fekt soll 2016 wie­der aus­ge­gli­chen wer­den.

Bei der Be­rech­nung der Er­hö­hung spielt auch die Ent­wick­lung des Ver­hält­nis­ses von Bei­trags­zah­lern und Rent­nern ei­ne Rol­le. Die­ser so­ge­nann­te Nach­hal­tig­keits­fak­tor wirkt sich in die­sem Jahr nur mi­ni­mal aus. Un­term Strich bleibt al­so die Lohn­ent­wick­lung der Grund für das Ren­ten­plus, ge­rech­net wird für die neu­en und al­ten Län­der ge­trennt.

Nah­les mein­te, die jun­ge Ge­ne­ra­ti­on der Bei­trags­zah­ler wer­de nicht über­for­dert. Am 1. Ja­nu­ar sank der Bei­trags­satz we­gen der ak­tu­ell ho­hen Re­ser­ve der Ren­ten­kas­se um 0,2 Punk­te auf 18,7 Pro­zent.

Auch die Ent­wick­lung des Bei­trags­sat­zes wirkt sich auf die Ren­ten­hö­he aus. In die­sem Jahr gibt es hier aber kei­nen Ef­fekt, da der Bei­trags­satz im nun maß­geb­li­chen Zeit­raum 2013/2014 un­ver­än­dert bei 18,9 Pro­zent ge­blie­ben war. Die Ko­ali­ti­on hat­te zum Start der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode 2013 auf ei­ne da­mals mög­li­che Bei­trags­satz­sen­kung um 0,6 Punk­te ver­zich­tet. Es soll­ten Spiel­räu­me blei­ben, um das Ren­ten­pa­ket mit Müt­ter­ren­te und ab­schlags­frei­er Ren­te mit 63 zu fi­nan­zie­ren.

Kri­ti­ker wer­fen der Re­gie­rung vor, mit ih­rem Ren­ten­kurs auf kurz- und mit­tel­fris­ti­ge Ver­bes­se­run­gen für vie­le Rent­ner zu set­zen, aber kei­ne län­ger­fris­ti­ge Sta­bi­li­sie­rung der Ren­ten­fi­nan­zen an­zu­ge­hen. Die Prä­si­den­tin des So­zi­al­ver­bands VdK, Ul­ri­ke Ma­scher, zeig­te sich in Sor­ge we­gen des sin­ken­den Ren­ten­ni­veaus - al­so des ge­rin­ger wer­den­den Ver­hält­nis­ses vom Ren­ten- zum Ar­beits­ein­kom­men. Laut po­li­ti­scher Fest­le­gung soll es bis 2030 nicht un­ter 43 Pro­zent fal­len. Bis­her ist es be­reits un­ter 50 Pro­zent ge­sun­ken.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. November 2016

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