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SPD rückt Min­dest­lohn ins Zen­trum der Son­die­rungs­ge­sprä­che

Im Streit über ei­nen Min­dest­lohn gibt es An­zei­chen für ei­ne vor­sich­ti­ge An­nä­he­rung von Uni­on und SPD: Al­ler­dings sind schwie­ri­ge Fra­gen un­ge­klärt. Die SPD muss sich nun auch noch der Idee er­weh­ren, in Ost und West un­ter­schied­li­che Min­dest­löh­ne ein­zu­füh­ren

14.10.2013. (dpa) - Im Rin­gen von Uni­on und SPD um ei­nen Min­dest­lohn sind trotz po­si­ti­ver Si­gna­le grund­sätz­li­che Fra­gen noch un­ge­klärt.

Da­zu ge­hört, von wem der ers­te Min­dest­wert fest­ge­legt wer­den soll und ob es un­ter­schied­li­che Min­dest­löh­ne in Ost und West ge­ben soll­te.

Den­noch mach­te SPD-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin An­drea Nah­les die Ein­füh­rung ei­nes flä­chen­de­cken­den Min­dest­lohns vor den Son­die­run­gen mit CDU und CSU an die­sem Mon­tag zur Be­din­gung für ei­ne gro­ße Ko­ali­ti­on.

Der Vor­sit­zen­de des Ar­beit­neh­mer­flü­gels der Uni­on (CDA), Karl-Jo­sef Lau­mann, sag­te dem Ma­ga­zin "Fo­cus", die Hö­he des Min­dest­lohns kön­ne von ei­ner Kom­mis­si­on aus Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern fest­ge­legt wer­den.

Uni­ons-Frak­ti­ons­vi­ze Mi­cha­el Fuchs (CDU) mahn­te: "Die Hö­he des Min­dest­lohns darf nicht vom Ge­setz­ge­ber be­stimmt wer­den, auch nicht beim Start." Da­ge­gen sag­te der Vor­sit­zen­de der SPD-Ar­beit­neh­mer­schaft, Klaus Bart­hel: "8,50 Eu­ro pro St­un­de sind der Start­punkt für den Min­dest­lohn, der von der Bun­des­re­gie­rung fest­ge­legt wer­den muss."

Das For­schungs­in­sti­tut der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) for­der­te un­ter­schied­li­che Lohn­un­ter­gren­zen für Ost und West. Den von SPD und Grü­nen ver­lang­te Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro pro St­un­de kön­ne man in West­deutsch­land ge­ra­de noch ver­tre­ten, sag­te der Di­rek­tor des In­sti­tuts für Ar­beits­markt-und Be­rufs­for­schung (IAB), Joa­chim Möl­ler der "Frank­fur­ter Rund­schau". "Für Ost­deutsch­land hal­te ich die­sen Satz für zu hoch." Dort sei die Wert­schöp­fung deut­lich nied­ri­ger als im Wes­ten. In der Zeit­ar­beit be­tra­ge der Min­dest­lohn-Ost 7,50 Eu­ro pro St­un­de. Möl­ler: "Das ist ei­ne gu­te Ori­en­tie­rungs­mar­ke."

Wi­der­spruch kam von der stell­ver­tre­ten­den SPD-Vor­sit­zen­den Ma­nue­la Schwe­sig. "23 Jah­re nach der Wen­de müs­sen wir uns auf den Weg ma­chen, die Un­ter­schie­de ab­zu­bau­en und nicht neue Un­ter­schie­de wie­der ein­zu­füh­ren", sag­te die So­zi­al­mi­nis­te­rin von Meck­len­burg-Vor­pom­mern am Sams­tag dem NDR. "Und auch die Men­schen in Ost­deutsch­land ha­ben es ver­dient, mit ei­nem Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro nach un­ten ab­ge­si­chert zu wer­den."

Nah­les sag­te der "Bild am Sonn­tag": "Oh­ne die Ver­ein­ba­rung ei­nes flä­chen­de­cken­den ge­setz­li­chen Min­dest­lohns von 8,50 Eu­ro wird es ei­ne Re­gie­rungs­be­tei­li­gung der SPD nicht ge­ben." Sie ver­lang­te kla­re Zu­sa­gen von CDU und CSU, zu wel­chen Zu­ge­ständ­nis­sen sie be­reit sei­en.

Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) be­kräf­tig­te in ih­rer wö­chent­li­chen Vi­deo­bot­schaft die For­de­rung nach ei­ner star­ken Ta­rif­au­to­no­mie. Sie sprach sich für "ver­nünf­ti­ge" Lohn­un­ter­gren­zen in Form von Min­dest­löh­nen aus, al­ler­dings oh­ne Zah­len zu nen­nen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 6. März 2014

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