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Auch SPD für fle­xi­ble Teil­ren­te ab 60

Als der DGB im Ju­ni vor­schlug, die Al­ter­gren­ze für die Teil­ren­te zu sen­ken, war die Auf­re­gung groß: Da­bei sind ei­gent­lich al­le Sei­ten für ei­nen fle­xi­ble­ren Ren­ten­ein­tritt. Jetzt haut die SPD in die­sel­be Ker­be

04.08.2014. (dpa) - Äl­te­re Ar­beit­neh­mer sol­len nach den Vor­stel­lun­gen der SPD künf­tig ih­re Ar­beits­zeit re­du­zie­ren und als Aus­gleich schon mit 60 Jah­ren ei­ne Teil­ren­te in An­spruch neh­men kön­nen.

Die stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Ca­ro­la Rei­mann prä­zi­sier­te in der "Ber­li­ner Zei­tung" (Mon­tag) die Plä­ne der So­zi­al­de­mo­kra­ten für ei­ne sol­che Fle­xi-Ren­te.

"Wir wol­len, dass je­der frü­her auf­hö­ren, aber auch län­ger ar­bei­ten kann - ab­hän­gig von der Si­tua­ti­on am Ar­beits­platz und der in­di­vi­du­el­len Leis­tungs­fä­hig­keit", sag­te sie. Da­zu sol­le es mög­lich sein, ab dem 60. Le­bens­jahr 30, 40, 50, 60 oder 70 Pro­zent Ren­te in An­spruch zu neh­men. Die bis­he­ri­gen star­ren Hin­zu­ver­dienst­gren­zen soll­ten ge­lo­ckert wer­den.

Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) hat­te be­reits im Ju­ni ei­nen fle­xi­blen Über­gang in die Ren­te schon ab 60 Jah­ren ge­for­dert. Sein Vor­stoß, die Al­ters­gren­ze für die Teil­ren­te von 63 auf 60 Jah­ren zu sen­ken, stieß aber auf mas­si­ven Wi­der­stand, Uni­on und Ar­beit­ge­ber lehn­ten den Vor­stoß strikt ab.

Die Mög­lich­keit, we­ni­ger zu ar­bei­ten und mit Ab­schlä­gen frü­her Ren­te zu kas­sie­ren, gibt es be­reits seit 1992. Die bis­he­ri­ge Re­ge­lung für ei­ne sol­che Teil­ren­te gilt aber als kom­pli­ziert und un­fle­xi­bel. Uni­on und SPD sind da­bei, mit dem Ar­beits­mi­nis­te­ri­um und den Ta­rif­part­nern Re­ge­lun­gen für ei­nen fle­xi­ble­ren Aus­stieg aus dem Be­ruf zu er­ar­bei­ten.

Die gro­ße Ko­ali­ti­on will es Ar­beit­neh­mern er­leich­tern, nicht nur frü­her in Ren­te zu ge­hen, son­dern auch über die ge­setz­li­che Al­ters­gren­ze hin­aus zu ar­bei­ten. Rei­mann zeig­te sich be­reit, auch über die For­de­rung der Ar­beit­ge­ber zu re­den, in die­sem Fall auf Bei­trä­ge zur Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung zu ver­zich­ten. Um­ge­kehrt sol­le auch ein glei­ten­des frü­he­res Aus­schei­den aus dem Job er­mög­licht wer­den.

Rein­a­mnn wies aber dar­auf hin, dass bei ei­ner Teil­ren­te ab 60 fi­nan­zi­el­le Ab­schlä­ge fäl­lig wür­den: "Klar ist, dass die Lö­sung für die Ren­ten­kas­sen kei­ne neue Be­las­tung ver­ur­sa­chen darf." Ge­mein­sam mit dem Mi­nis­te­ri­um prü­fe man der­zeit, wie die Ein­bu­ßen für die Ru­he­ständ­ler kom­pen­siert wer­den könn­ten: "Denk­bar wä­re et­wa, dass Be­schäf­tig­te in jün­ge­ren Jah­ren Ar­beits­zeit an­spa­ren und dann ein­set­zen. Oder man könn­te Be­triebs­ren­ten oder frei­wil­li­ge Bei­trä­ge da­für ver­wen­den."

Rei­mann kün­dig­te an, dass die Ar­beits­grup­pe der gro­ßen Ko­ali­ti­on im Herbst kon­kre­te Vor­schlä­ge für fle­xi­ble­re Ren­ten­über­gän­ge prä­sen­tie­ren wer­de. "Zum Jah­res­en­de wä­re dann klar, was im Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren um­ge­setzt wer­den soll."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 21. April 2016

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