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Schäu­b­le für spä­te­ren Ren­ten­be­ginn - Auf De­mo­gra­fie vor­be­rei­ten

Die In­dus­trie­län­der-Or­ga­ni­sa­ti­on OECD emp­fiehlt Deutsch­land, das Ren­ten­al­ter an die Ent­wick­lung der stei­gen­den Le­bens­er­war­tung zu kop­peln: Das hält auch Fi­nanz­mi­nis­ter Schäu­b­le für sinn­voll

21.04.2016. (dpa) - Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) hat sich an­ge­sichts der Al­te­rung der Ge­sell­schaft für ei­nen spä­te­ren Ren­ten­be­ginn in Deutsch­land aus­ge­spro­chen.

Er glau­be, es ma­che re­la­tiv viel Sinn, die Le­bens­ar­beits­zeit und die Le­bens­er­war­tung in ei­nen fast au­to­ma­ti­schen Zu­sam­men­hang auch in der Ren­ten­for­mel zu brin­gen, sag­te Schäu­b­le am Mitt­woch­abend in Ber­lin.

Die Al­ters­gren­ze soll­te auch stär­ker fle­xi­bi­li­siert wer­den. Auch müs­se das Er­werbs­po­ten­zi­al in Deutsch­land er­höht wer­den.

"Wir müs­sen uns auf die de­mo­gra­fi­sche Ent­wick­lung vor­be­rei­ten", um die so­zia­len Si­che­rungs­sys­te­me zu sta­bi­li­sie­ren, sag­te Schäu­b­le. Da wer­de das größ­te Pro­blem das Ge­sund­heits­sys­tem sein. Dies wer­de Deutsch­land in nächs­ter Zeit noch "bit­ter schwer" ge­sell­schaft­lich be­schäf­ti­gen. Er ver­wies un­ter an­de­rem auf die Kos­ten­ex­plo­si­on. Dies dür­fe nicht ta­bui­siert wer­den.

Das­sel­be gel­te für das The­ma Pfle­ge. Die Al­ters­vor­sor­ge und das Ren­ten­sys­tem könn­ten trotz der Nied­rig­zin­sen ge­hal­ten wer­den, wenn das Drei-Säu­len-Mo­dell aus ge­setz­li­cher, be­trieb­li­cher und pri­va­ter Vor­sor­ge er­hal­ten blei­be.

Auch die In­dus­trie­län­der-Or­ga­ni­sa­ti­on OECD hat­te Deutsch­land jüngst emp­foh­len, das ge­setz­li­che Ren­ten­ein­tritts­al­ter wei­ter an­zu­he­ben. Bis­her soll es bis zum Jahr 2029 stu­fen­wei­se auf 67 stei­gen. Oh­ne Re­for­men wür­den die Ren­ten­aus­ga­ben bis zum Jahr 2060 um min­des­tens 2,5 Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung stei­gen, warn­te die OECD. Durch ei­ne Kop­pe­lung des Ren­ten­al­ters an die Ent­wick­lung der Le­bens­er­war­tung könn­te die Trag­fä­hig­keit der öf­fent­li­chen Fi­nan­zen ge­stärkt wer­den, so die OECD.

Der Chef des ifo-In­sti­tuts, Cle­mens Fu­est, hat die ge­rin­ge Wachs­tums­dy­na­mik in Deutsch­land auch auf die Al­te­rung der Ge­sell­schaft und man­geln­de struk­tu­rel­le Re­for­men zu­rück­ge­führt. Die Zahl der Fir­men­grün­dun­gen sei seit dem Jahr 2000 um 40 Pro­zent ge­sun­ken. Im Hoch­tech­no­lo­gie­be­reich ha­be sich die Zahl so­gar hal­biert, eben­so die Zahl der Fir­men­aus­grün­dun­gen.

Ein Grund da­für sei auch, dass sich die Zahl der 30- bis 45-Jäh­ri­gen im sel­ben Zeit­raum um 25 Pro­zent re­du­ziert ha­be, die oft die Grün­der stell­ten. Dies sei ein Fak­tor für die be­schei­de­ne Wachs­tums­dy­na­mik. Auch die ge­rin­gen In­no­va­ti­ons­aus­ga­ben des Mit­tel­stan­des sta­gnier­ten, was eben­falls Fol­ge der Al­te­rung sei.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 15. Juli 2016

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