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300 Schiff­bau­er pro­tes­tie­ren vor in­sol­ven­ter P+S-Werft in Stral­sund

Die Schiff­bau­er se­hen kei­ne Fort­schrit­te beim Ver­kauf der in­sol­ven­ten P+S-Werft und er­hö­hen den Druck: Vor dem Werft­tor steht ein Ret­tungs­schiff - Mah­nung an die Lan­des­re­gie­rung. SPD-Frak­ti­ons­chef Nies­ze­ry bit­tet die Schiff­bau­er noch um Ge­duld

28.02.2014. (dpa) - Et­wa 300 Schiff­bau­er der in­sol­ven­ten Stral­sun­der P+S-Werft ha­ben am Don­ners­tag für den Er­halt des Schiff­baus in der Han­se­stadt de­mons­triert.

Zu­gleich kün­dig­ten sie schär­fe­re Pro­test­ak­tio­nen - ei­nen "Plan B" - an, wenn bis En­de März der Ver­kaufs­pro­zess kei­ne Fort­schrit­te er­zielt ha­be.

Die Zeit drän­ge, sag­te der Be­voll­mäch­tig­te der IG Me­tall, Gui­do Frösch­ke.

"Wenn die Schiff­bau­er weg­ge­hen, kann man auch kei­ne Werft mehr be­trei­ben."

Der­zeit sind noch rund 400 Schiff­bau­er in Stral­sund mit dem Bau der DFDS-Trans­port­schif­fe be­schäf­tigt. Die Schif­fe sol­len bis Mai fer­tig sein. Bis da­hin soll nach dem Wil­len der Lan­des­re­gie­rung auch die Werft ver­kauft sein - mög­lichst an ei­nen In­ves­tor aus dem Be­reich Schiff­bau, Ons­hore oder Off­shore. "Wir ar­bei­ten ge­mein­sam mit dem In­sol­venz­ver­wal­ter an ei­ner Lö­sung für den Stand­ort", sag­te Wirt­schafts­mi­nis­ter Har­ry Gla­we (CDU). Es ge­he dar­um, mög­lichst vie­le Ar­beits­plät­ze im Be­reich des ma­ri­ti­men An­la­gen­baus zu er­hal­ten.

Die P+S-Werf­ten­grup­pe mit zu­letzt 1750 Mit­ar­bei­tern ging im Au­gust 2012 plei­te. Für die Schwes­ter­werft in Wol­gast wur­de im Mai 2013 mit der Lürs­sen-Grup­pe ein neu­er Käu­fer ge­fun­den.

Nach An­ga­ben der Stral­sun­der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Son­ja Stef­fen (SPD) gibt es mög­li­cher­wei­se ne­ben Nor­dic Yards ei­nen rus­si­schen In­ter­es­sen­ten. Sie be­zog sich da­bei auf Ge­sprä­che mit dem Ma­ri­ti­men Ko­or­di­na­tor Uwe Beck­mey­er (SPD). Die In­sol­venz­ver­wal­tung will sich zum In­ter­es­sen­ten­kreis nicht äu­ßern. Ne­ben Nor­dic Yards hat­te die Wind­kraft­in­vest­ment­fir­ma NGW öf­fent­lich In­ter­es­se am Kauf der Werft ge­äu­ßert. Bis­lang hat­ten aber bei­de kei­ne über­zeu­gen­den Kon­zep­te vor­ge­legt.

Seit Don­ners­tag steht ein sym­bo­li­sches Ret­tungs­schiff der Ge­werk­schaft vor dem Werft­tor. Es sol­le die Lan­des­re­gie­rung an ih­re Zu­sa­ge er­in­nern, den Stand­ort er­hal­ten zu wol­len, sag­te Frösch­ke. "Wenn ei­ni­ge mei­nen, aus dem Boot aus­stei­gen zu wol­len, wer­den wir zu Plan B über­ge­hen."

Un­ter den Schiff­bau­ern wächst der Un­mut. Der Land­kreis Vor­pom­mern-Rü­gen ha­be die höchs­te Ar­beits­lo­sig­keit in Deutsch­land, sag­te Be­leg­schafts­spre­cher Jür­gen Krä­plin. Tou­ris­mus und Ge­sund­heits­wirt­schaft reich­ten we­gen der in die­sen Bran­chen nied­ri­gen Löh­ne nicht, um der Re­gi­on ei­ne Zu­kunft zu ge­ben.

SPD-Frak­ti­ons­chef Nor­bert Nies­ze­ry bat die Schiff­bau­er um Ge­duld. Al­le Ver­ant­wort­li­chen ar­bei­te­ten ge­mein­sam mit der IG Me­tall an ei­ner zu­kunfts­fes­ten Lö­sung. Von den po­ten­zi­el­len In­ves­to­ren wür­den aber schlüs­si­ge und durch­fi­nan­zier­te Kon­zep­te er­war­tet.

Im Be­zirk der Ar­beits­agen­tur Stral­sund wa­ren in die­sem Fe­bru­ar rund 1500 Men­schen we­ni­ger ar­beits­los als vor ei­nem Jahr. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te sank von 17,6 Pro­zent auf 16,2 Pro­zent.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 30. September 2016

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