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Schle­cker-Ab­wick­lung schrei­tet vor­an

70 Pro­zent auf al­les: Der Aus­ver­kauf bei Schle­cker ist fast vor­bei - 2.800 Fi­lia­len schlie­ßen dem­nächst
21.06.2012 (dpa/lsw) - Für ei­ne mög­lichst zü­gi­ge Ab­wick­lung der Dro­ge­rie­markt­ket­te Schle­cker setzt die In­sol­venz­ver­wal­tung al­le He­bel in Be­we­gung. Ei­nen neu­en aus­sichts­rei­chen Über­nah­me­kan­di­da­ten gibt es für die eben­falls in­sol­ven­te Toch­ter Ihr­Platz. "Ich kann be­stä­ti­gen, dass ich mit ei­nem Über­nah­me­in­ter­es­sen­ten für Ihr­Platz in en­gen Ver­hand­lun­gen ste­he und hof­fe, die­se bald er­folg­reich ab­schlie­ßen zu kön­nen", sag­te Ihr­Platz-Ver­wal­ter Wer­ner Schnei­der in Neu-Ulm der Nach­rich­ten­agen­tur dpa. Er be­stä­tig­te da­mit ei­nen Be­richt der "Stutt­gar­ter Nach­rich­ten" vom Mitt­woch, wo­nach die 490 Fi­lia­len kurz vor der Ret­tung ste­hen. Das kön­ne bis En­de Ju­ni der Fall sein.

Der­weil ist der Wa­ren-Aus­ver­kauf in den bun­des­weit rund 2.800 Schle­cker-Fi­lia­len be­reits in der drit­ten Wo­che, in den meis­ten Re­ga­len herrscht be­reits gäh­nen­de Lee­re. Der gro­ße Run sei vor­bei, sag­te ein Spre­cher der In­sol­venz­ver­wal­tung am Mitt­woch der dpa. "Mitt­ler­wei­le gibt es nicht mehr viel Wa­re." Zu Wo­chen­be­ginn hat­te die In­sol­venz­ver­wal­tung die Ra­bat­te auf bis zu 70 Pro­zent er­höht. En­de Ju­ni sol­len die Märk­te schlie­ßen, wo­mit dann min­des­tens 13.200 Be­schäf­tig­te ih­ren Job ver­lie­ren. An­fang Ju­ni war der Ent­schluss ge­fal­len, den Be­trieb des eins­ti­gen Dro­ge­rie­kö­nigs ein­zu­stel­len.

Ge­gen ih­re Kün­di­gung ha­ben im Süd­wes­ten bis­lang 629 Schle­cker-Mit­ar­bei­ter bei den Ar­beits­ge­rich­ten ge­klagt. Nach An­ga­ben des Lan­des­ar­beits­ge­richts in Stutt­gart gab es zwar in den meis­ten Fäl­len be­reits Gü­te­ter­mi­ne. In fast al­len Ver­fah­ren sei aber kei­ne Ei­ni­gung er­zielt wor­den. Des­halb wer­de zwi­schen Ju­li und Ok­to­ber bei so­ge­nann­ten Kam­mer­ter­mi­nen über die Kla­gen ent­schie­den.

Ver­mut­lich kommt auf die Jus­tiz aber noch viel mehr Ar­beit zu, denn die bis­lang ein­ge­reich­ten Kla­gen rich­ten sich ge­gen die ers­te Kün­di­gungs­wel­le von Schle­cker-Frau­en En­de März. Mit der end­gül­ti­gen Schlie­ßung der Fi­lia­len wird ei­ne zwei­te Wel­le er­war­tet.

Nä­gel mit Köp­fen möch­te Schle­cker-In­sol­venz­ver­wal­ter Arndt Gei­witz bei der Aus­lands­ge­sell­schaft in Ös­ter­reich ma­chen. Für den ge­plan­ten Ver­kauf des Ge­schäfts hat er ei­ne Frist ge­setzt. Die Si­tua­ti­on in Ös­ter­reich sei an­ge­spannt und Gei­witz kön­ne nicht ewig auf ei­ne In­ves­to­ren­lö­sung war­ten, sag­te ein Spre­cher der In­sol­venz­ver­wal­tung am Mitt­woch der Nach­rich­ten­agen­tur dpa. Der­zeit lie­fen noch Ge­sprä­che mit meh­re­ren In­ter­es­sen­ten. "Ich wer­de si­cher nicht bis zum Au­gust war­ten", sag­te Gei­witz der "Wie­ner Zei­tung". "Die Si­tua­ti­on ist be­droh­lich, man muss ja nur in die Lä­den gu­cken."

In Ös­ter­reich war die Kre­dit­ver­si­che­rung auf­ge­kün­digt wor­den und Gei­witz ha­be der Aus­lands­ge­sell­schaft bis­her rund 27 Mil­lio­nen EUR in Form von Wa­ren und Bar­geld ge­borgt. Ei­ne so­ge­nann­te Stand-alo­ne-Lö­sung ha­be kei­ne Chan­ce, weil Schle­cker-Ös­ter­reich zu sehr vom Mut­ter­kon­zern ab­hän­gig sei, sag­te Gei­witz. Das be­trifft vor al­lem die Wa­ren­lie­fe­rung. Er setzt auf klas­si­sche Wa­ren­händ­ler: "Ent­we­der es gibt ei­nen Sys­tem­part­ner, der die Lä­den sinn­voll re­la­tiv schnell be­stü­cken kann oder, wenn wir kei­nen fin­den, dann droht im schlimms­ten Fall auch die In­sol­venz in Ös­ter­reich." In Ös­ter­reich hat Schle­cker rund 930 Fi­lia­len, nun ban­gen auch die 3.000 Mit­ar­bei­ter.

Aus­sichts­rei­cher sei die La­ge für Schle­cker in Spa­ni­en, wie der Spre­cher der In­sol­venz­ver­wal­tung sag­te: "Ge­rüch­te über Pro­ble­me sind gänz­lich falsch. Wir sind sehr op­ti­mis­tisch, dass es für Spa­ni­en ei­ne trag­fä­hi­ge Zu­kunfts­lö­sung ge­ben wird." Schlecht sieht es hin­ge­gen wei­ter für die 342 Schle­cker-XL-Märk­te aus, ih­nen droht auch das Aus.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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