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Schwarz­ar­beit: Zoll deckt Schä­den von 777 Mil­lio­nen Eu­ro auf

Die Bran­che blüht schon im­mer im Schat­ten. Doch ein Ka­va­liers­de­likt ist Schwarz­ar­beit nicht: Wer auf­fliegt, wird be­straft. In we­ni­ger gra­vie­ren­den Fäl­len mit Geld­bu­ßen, in schwe­ren Fäl­len so­gar mit Frei­heits­ent­zug

12.05.2014. (dpa) - Der Zoll hat im ver­gan­ge­nen Jahr Schä­den durch Schwarz­ar­beit von ins­ge­samt rund 777 Mil­lio­nen Eu­ro für Fis­kus und So­zi­al­kas­sen auf­ge­deckt.

Das wa­ren 25 Mil­lio­nen Eu­ro mehr als 2012, geht aus der Jah­res­sta­tis­tik 2013 der für die Kon­trol­len zu­stän­di­gen Zoll­ver­wal­tung her­vor.

Die Fi­nanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit über­prüf­te da­bei 64 000 Ar­beit­ge­ber (2012: 66 000), da­von rund 25 300 Bau­be­trie­be.

Zu­vor hat­te die "Wirt­schafts­wo­che" über die Zah­len be­rich­tet.

Ge­gen die Un­ter­neh­men, die Schwarz­ar­bei­ter be­schäf­tig­ten, er­wirk­ten die Zoll­prü­fer Geld­bu­ßen in Hö­he von 44,7 Mil­lio­nen Eu­ro und Geld­stra­fen in Hö­he von 26 Mil­lio­nen Eu­ro, zu­sam­men al­so knapp 71 Mil­lio­nen Eu­ro. Im Jahr da­vor lag die­ser Be­trag bei 68,5 Mil­lio­nen Eu­ro. 2013 wur­den ins­ge­samt 94 962 Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen Straf­ta­ten in Zu­sam­men­hang mit Schwarz­ar­beit ab­ge­schlos­sen, rund 10 000 Ver­fah­ren we­ni­ger als im Jahr zu­vor.

Das Vo­lu­men der ver­häng­ten Frei­heits­stra­fen für Schwarz­ar­beits­de­lik­te ging eben­falls zu­rück: 2013 wur­den der Sta­tis­tik zu­fol­ge ins­ge­samt 1927 Jah­re Ge­fäng­nis ver­hängt, 2012 wa­ren es noch 2082 Jah­re ge­we­sen.

Er­war­tungs­ge­mäß war der durch Schwarz­ar­beit ent­deck­te Scha­den am Bau mit knapp 357 Mil­lio­nen Eu­ro am größ­ten. Im Jahr da­vor wa­ren es noch 377 Mil­lio­nen Eu­ro, geht aus ei­ner Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf ei­ne Klei­ne An­fra­ge der Grü­nen her­vor, die der "Wirt­schafts­wo­che" und der Nach­rich­ten­agen­tur dpa vor­liegt. In der Scha­dens­bi­lanz fol­gen mit gro­ßem Ab­stand die Bran­chen Ge­bäu­de­rei­ni­gung und Si­cher­heits­dienst­leis­tun­gen mit 60 und 11,5 Mil­lio­nen Eu­ro.

We­gen Schwarz­ar­beit und il­le­ga­ler Be­schäf­ti­gung ha­ben die Ren­ten­ver­si­che­rer laut Bun­des­re­gie­rung im ver­gan­ge­nen Jahr So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge in Hö­he von fast 307 Mil­lio­nen Eu­ro und Säum­nis­zu­schlä­ge von knapp 144 Mil­lio­nen Eu­ro nach­er­ho­ben. 2012 la­gen die­se Be­trä­ge mit 257,6 und 117,9 Mil­lio­nen Eu­ro noch dar­un­ter.

Schwarz­ar­beit ist - weil nicht di­rekt mess­bar - öko­no­misch schwer zu fas­sen. Ei­ne Stu­die der Uni­ver­si­tät Linz und des Tü­bin­ger In­sti­tuts für An­ge­wand­te Wirt­schafts­for­schung (IAW) er­war­tet in ei­ner jüngst ver­öf­fent­lich­ten Mo­dell­rech­nung für das lau­fen­de Jahr ei­nen Um­satz in der deut­schen Schat­ten­wirt­schaft von 338,5 Mil­li­ar­den Eu­ro. Das ent­sprä­che 12,2 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts, wä­re aber der nied­rigs­te Wert seit mehr als 20 Jah­ren.

Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) geht da­von aus, dass Schwarz­ar­beit min­des­tens 500 000 re­gu­lä­re Ar­beits­plät­ze kos­tet. Be­trie­be, die So­zi­al­bei­trä­ge und Steu­ern kor­rekt ab­füh­ren, ha­ben es ge­gen die Prei­se von Schwarz­markt-Kon­kur­ren­ten schwer. Am Bau ist das Pro­blem be­son­ders groß.

Aber auch Pri­vat­haus­hal­te be­schäf­ti­gen nicht sel­ten Putz­frau, Gärt­ner oder Ba­by­sit­ter schwarz und be­zah­len bar auf die Hand. Wird das ent­deckt, droht ein Straf­ver­fah­ren we­gen Steu­er­hin­ter­zie­hung und Vor­ent­hal­tung von So­zi­al­ab­ga­ben. Wenn ein Schwarz­ar­bei­ter ne­ben­her noch Hartz IV be­zieht, kommt der Vor­wurf des So­zi­al­be­trugs hin­zu.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 2. Februar 2016

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