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See­ho­fer ge­gen Nah­les im Hartz-IV-Streit - Op­po­si­ti­on lehnt Plä­ne ab

Sol­len Sank­tio­nen ge­gen Hartz-IV-Be­zie­her ent­schärft wer­den? In der Ko­ali­ti­on bro­delt ein Streit zu dem Vor­ha­ben von An­drea Nah­les: Der Op­po­si­ti­on ge­hen die Plä­ne da­ge­gen nicht weit ge­nug

06.10.2014. (dpa) - Die Op­po­si­ti­on hat die Plä­ne von Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) zur Ver­ein­fa­chung von Hartz IV als un­zu­rei­chend ab­ge­lehnt.

Die ge­plan­te Hartz-IV-Re­form ge­he nicht weit ge­nug, sag­ten die So­zi­al­ex­per­ten von Lin­ken und Grü­nen im Bun­des­tag, Sa­bi­ne Zim­mer­mann und Wolf­gang Streng­mann-Kuhn, am Sonn­tag der Nach­rich­ten­agen­tur dpa in Ber­lin.

Die CSU stemmt sich ge­gen Er­leich­te­run­gen bei Sank­tio­nen ge­gen Hartz-IV-Be­zie­her.

Nah­les will Un­ter-25-Jäh­ri­ge hier­bei künf­tig nicht mehr stren­ger be­han­deln als Äl­te­re. Über das Vor­ha­ben, das auch an­de­re Punk­te um­fasst, be­rich­tet das Ar­beits­mi­nis­te­ri­um an die­sem Mitt­woch dem So­zi­al­aus­schuss des Bun­des­tags. We­gen des CSU-Wi­der­stands gilt es als wahr­schein­lich, dass sich auch der für Diens­tag ge­plan­te Ko­ali­ti­ons­aus­schuss von Uni­on und SPD da­mit be­fasst.

Nah­les hat­te die Ge­set­zes­plä­ne zur Ver­ein­fa­chung recht­li­cher Re­ge­lun­gen vor we­ni­gen Ta­gen be­stä­tigt. "Da­zu zählt die Ver­ein­heit­li­chung des Sank­ti­ons­rechts", so die Mi­nis­te­rin. Ei­ne Bund-Län­der-Ar­beits­grup­pe hat­te be­reits im Som­mer vor­ge­schla­gen, dass die bis­he­ri­gen schär­fe­ren Sank­tio­nen für Jün­ge­re ent­fal­len soll­ten - et­wa wenn je­mand un­ent­schul­digt ei­nen Ter­min ver­säumt.

Statt ge­stuf­ter Kür­zun­gen bis hin zur völ­li­gen Strei­chung sol­le es für je­de Pflicht­ver­let­zung zu­dem ein­heit­li­che Kür­zun­gen ge­ben, heißt es in dem der Nach­rich­ten­agen­tur dpa vor­lie­gen­den Bund-Län­der-Pa­pier. "Ei­ne Min­de­rung der Be­dar­fe für Un­ter­kunft und Hei­zung soll künf­tig nicht mehr mög­lich sein", so die Ar­beits­grup­pe zu­dem.

"Die Ver­ein­fa­chungs­vor­schlä­ge zum Sank­ti­ons­recht lehnt das Land Bay­ern ab", hat­te be­reits die AG fest­ge­hal­ten. Vor zwei Wo­chen stell­te sich CSU-Chef Horst See­ho­fer öf­fent­lich ge­gen die Plä­ne: "Wir kön­nen jetzt nicht das tra­gen­de Ele­ment des For­derns von Ar­beits­lo­sen auf­wei­chen." Nah­les ver­si­cher­te: "Von ei­ner Ab­schaf­fung von Sank­tio­nen kann in dem Zu­sam­men­hang nicht die Re­de sein." Die Ar­beits­agen­tur sol­le mehr Zeit in die Be­ra­tung ste­cken kön­nen.

Selbst wenn sich Nah­les ge­gen See­ho­fer durch­setzt - Lin­ken und Grü­nen ge­hen die Plä­ne nicht weit ge­nug. "Zwar mag es auf der ei­nen Sei­te Ver­bes­se­run­gen für die Be­trof­fe­nen, wie bei Un­ter-25-Jäh­ri­gen ge­ben", sag­te Zim­mer­mann. "Auf der an­de­ren Sei­te kommt es aber zu Ver­schär­fun­gen, et­wa die pau­scha­lier­te Kür­zung bei Mel­de­ver­säum­nis­sen." Die Sank­tio­nen ge­hör­ten ganz ab­ge­schafft. Die Re­gie­rung sol­le statt­des­sen an der Schaf­fung von Ar­beits­plät­zen mit fai­rem Lohn ar­bei­ten.

Streng­mann-Kuhn sag­te: "Hartz IV muss grund­le­gend re­for­miert wer­den." Bei Nah­les' Plä­nen sol­le al­lein aus Per­spek­ti­ve der Ver­wal­tung ver­ein­facht wer­den, statt den Men­schen un­bü­ro­kra­tisch Hil­fen aus ei­ner Hand zu ge­ben. Hartz IV wei­se "sys­te­ma­ti­sche Pro­ble­me" auf. Der Bü­ro­kra­tie­auf­wand sei zu hoch. Die An­trag­stel­lung müs­se ein­fa­cher wer­den, Be­schei­de trans­pa­ren­ter, Be­ra­tung bes­ser. "Zu­ver­diens­te müss­ten er­leich­tert und die Sank­tio­nen aus­ge­setzt wer­den."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 21. Juni 2016

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