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See­ho­fer will Rent­ner vom Min­dest­lohn aus­neh­men

Nicht je­de Ab­spra­che im Ko­ali­ti­ons­ver­trag wird von al­len Be­tei­lig­ten gleich in­ter­pre­tiert: So will CSU-Chef See­ho­fer Aus­nah­men beim Min­dest­lohn für be­stimm­te Grup­pen durch­set­zen - was die SPD um­ge­hend em­pört

23.12.2013. (dpa) - Zwi­schen Uni­on und SPD droht neu­er Streit über den Min­dest­lohn.

CSU-Chef Horst See­ho­fer will be­stimm­te Grup­pen wie et­wa Rent­ner, Sai­son­ar­bei­ter oder Prak­ti­kan­ten von der Min­dest­lohn­re­ge­lung aus­neh­men.

Füh­ren­de SPD-Po­li­ti­ker leh­nen den Vor­stoß ab und for­dern Ver­trags­treue.

"Wir müs­sen Ge­set­ze ma­chen, die auf die Le­bens­wirk­lich­keit pas­sen", sag­te See­ho­fer der "Welt am Sonn­tag".

Für Sai­son­ar­bei­ter oder Prak­ti­kan­ten kön­ne die Min­dest­lohn­re­ge­lung nicht gel­ten.

Der baye­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent un­ter­stütz­te zu­gleich die For­de­rung sei­ner Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Il­se Ai­gner, auch Rent­ner aus­zu­neh­men, die von ih­rer Al­ters­ren­te le­ben und noch et­was hin­zu­ver­die­nen.

In der SPD stieß die For­de­rung auf Em­pö­rung. "Der Ko­ali­ti­ons­ver­trag gilt in al­len sei­nen Tei­len, und er trägt auch die Un­ter­schrift von Horst See­ho­fer", sag­te Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil der "Welt". Schles­wig-Hol­steins SPD-Chef Ralf Steg­ner sag­te: "Es ist wohl der et­was ei­gen­wil­li­ge baye­ri­sche Lö­we, der nur ei­ne Wo­che, nach­dem wir ei­ne ge­mein­sa­me Re­gie­rung ge­bil­det ha­ben, ge­gen Ein­zel­hei­ten im Ko­ali­ti­ons­ver­trag an­brüllt, die der CSU nicht so gut ge­fal­len." Die SPD ge­he da­von aus, dass die Uni­on ver­trags­treu sei. Auch Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) hat­te Aus­nah­me­re­ge­lun­gen zu­vor schon klar ab­ge­lehnt.

Im Ko­ali­ti­ons­ver­trag ha­ben Uni­on und SPD ver­ein­bart, dass spä­tes­tens 2017 ver­pflich­tend ei­ne Lohn­un­ter­gren­ze von 8,50 Eu­ro gel­ten soll. Bis da­hin kön­nen die Ta­rif­part­ner auch Ab­schlüs­se ver­ein­ba­ren, die dar­un­ter lie­gen.

CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber wies dar­auf hin, dass mit der SPD ver­ein­bart sei, Pro­ble­me et­wa bei der Sai­son­ar­beit bei der Um­set­zung des Min­dest­lohns zu be­rück­sich­ti­gen. "So steht es im Ko­ali­ti­ons­ver­trag und die Uni­on hält dar­an fest", sag­te Tau­ber der "Welt". "Bei­spiels­wei­se braucht es bei Zei­tungs­aus­trä­gern oder Prak­ti­kan­ten ei­ne klu­ge Re­ge­lung, al­so im Zwei­fel eben auch Aus­nah­men."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 20. November 2015

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