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Se­nat und Ar­beits­agen­tur wol­len Zu­sam­men­ar­beit ver­bes­sern

In Qua­li­fi­zie­rungs- und Ar­beits­markt­pro­gram­me flie­ßen Mil­lio­nen: Sel­ten wur­den bis­her die an­ge­streb­ten Zie­le er­reicht. Der Ber­li­ner Se­nat und die Ar­beits­agen­tur neh­men jetzt ei­nen neu­en An­lauf

31.07.2013. (dpa) - Im Jah­res­durch­schnitt 21 300 Ju­gend­li­che und jun­ge Leu­te un­ter 25 Jah­re wa­ren 2012 in Ber­lin ar­beits­los.

Die Quo­te von 13,3 Pro­zent ist bun­des­weit die höchs­te.

Auch bei den Lang­zeit­ar­beits­lo­sen - 306 000 oder 17,4 Pro­zent - hält Ber­lin die ro­te La­ter­ne.

Um ge­ra­de die­se bei­den Grup­pen bes­ser in den ers­ten Ar­beits­markt zu ver­mit­teln, ver­ein­bar­ten jetzt der Ber­li­ner Se­nat und die Re­gio­nal­di­rek­ti­on Ber­lin-Bran­den­burg ei­ne bes­se­re Zu­sam­men­ar­beit.

Ar­beits­se­na­to­rin Di­lek Ko­lat (SPD) und der Chef der Re­gio­nal­di­rek­ti­on der Bun­des­agen­tur für Ar­beit, Die­ter Wa­gon, un­ter­zeich­ne­ten am Diens­tag ein Rah­men-Ar­beits­markt­pro­gramm. Ins­ge­samt flie­ßen von Bund und Land rund 600 Mil­lio­nen Eu­ro in ak­ti­ve Ar­beits­markt­pro­gram­me.

Die Fra­ge, war­um das Land und die Re­gio­nal­di­rek­ti­on nicht schon bis­her ih­re Ar­beits­markt­po­li­tik auf­ein­an­der ab­ge­stimmt ha­ben, blieb un­be­ant­wor­tet. Ko­lat wie Wa­gon ver­wie­sen dar­auf, dass sie bei­de erst seit gut ei­nem Jahr im Amt sei­en. "Je mehr Ab­stim­mung, des­to hö­her die Wir­kung für die ar­beits­lo­sen Men­schen", um­riss die Se­na­to­rin den Leit­ge­dan­ken. Ber­lin ha­be zwar schon Er­fol­ge beim Ab­bau der Ar­beits­lo­sig­keit er­reicht. Das Land sei mit ei­ner Quo­te von 11,6 Pro­zent aber im­mer noch bun­des­weit das Schluss­licht.

"Rund 19 000 jun­ge Men­schen un­ter 25 Jah­re ar­beits­los (13,3 %), das wol­len wir nicht hin­neh­men", sag­te Ko­lat. Mit den ge­mein­sa­men Maß­nah­men soll die Ju­gend­ar­beits­lo­sen­quo­te bis 2015 un­ter 10 Pro­zent ge­drückt wer­den. Auch die Be­trie­be müss­ten ih­re Aus­bil­dungs­plät­ze er­hö­hen. Zu­dem bre­che je­der drit­te Ju­gend­li­che sei­ne Aus­bil­dung vor­zei­tig ab. Auch die­se ho­he Zahl müs­se re­du­ziert wer­den, sag­te Ko­lat. Da­zu wur­de ein Men­to­ring­pro­gramm ent­wi­ckelt. Da­nach be­glei­ten Men­to­ren die Azu­bis, um früh­zei­tig mit ih­nen be­stimm­te Pro­ble­me und Schwä­chen zu er­ken­nen und zu lö­sen.

Die Qua­li­fi­zie­run­gen sol­len in­di­vi­du­el­ler und ziel­ge­nau­er auf den an­ge­streb­ten Job aus­ge­rich­tet wer­den. Bei der "Bil­dungs­ziel­pla­nung" ar­bei­ten Be­trie­be, Ge­werk­schaf­ten, Kam­mern und der Se­nat zu­sam­men. "Wir wol­len ein Früh­warn­sys­tem in­stal­lie­ren", so Wa­gon. Ge­för­dert wer­den sol­len vor al­lem auch Men­schen mit Be­hin­de­run­gen, mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund, Frau­en und Al­lein­er­zie­hen­de. Se­nat und Ar­beits­agen­tur wol­len auch die Wei­ter­bil­dungs­un­ter­neh­men ge­nau­er kon­trol­lie­ren. Sie müss­ten ih­re Ef­fek­ti­vi­tät und Ver­mitt­lungs­quo­ten in den ers­ten Ar­beits­markt nach­wei­sen, sag­te Wa­gon.

Die Ar­beits­markt-Ex­per­tin der Grü­nen-Frak­ti­on, Sa­bi­ne Ban­gert, kri­ti­sier­te das Pro­gramm als "blo­ße Ab­sichts­er­klä­run­gen". Ge­nau ei­ne bes­se­re Zu­sam­men­ar­beit der Haupt­ak­teu­re in der Ar­beits­markt­po­li­tik ha­be bis­her ge­fehlt. In­ter­ne Schrift­wech­sel zu ge­plan­ten Pro­gram­men lie­ßen je­doch schon wie­der be­fürch­ten, dass der ei­ne nicht wis­se, was der an­de­re tue und wei­ter Dop­pel­struk­tu­ren auf­ge­baut wür­den, be­fürch­tet Ban­gert. "Wenn es so wei­ter­läuft, ist das Rah­men­pro­gramm nicht das Pa­pier wert, auf dem es ge­druckt ist", so die Grü­ne.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 6. November 2014

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