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Bran­chen­ver­band: Si­cher­heits­dienst­leis­tun­gen wer­den teu­rer

Pri­va­te Si­cher­heits­dienst­leis­ter stan­den im­mer wie­der in der Schmud­del­ecke: Ein Bran­chen­ver­band will nun mit mehr Qua­li­tät und bes­se­rer Be­zah­lung ge­gen Dum­ping­an­ge­bo­te an­ge­hen

22.05.2014. (dpa) - Si­cher­heits­dienst­leis­tun­gen wer­den mit der ge­plan­ten Ein­füh­rung des 8,50-Eu­ro-Min­dest­loh­nes nach Ein­schät­zung der Bran­che teu­rer.

Bun­des­weit wür­den 50 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten vom Min­dest­lohn pro­fi­tie­ren, sag­te der Prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des der Si­cher­heits­wirt­schaft (BDSW), Gre­gor Leh­nert, am Mitt­woch in Mag­de­burg vor ei­nem Mit­glie­der­tref­fen.

Bei den Auf­trag­ge­bern sei aber die Ein­sicht in die Not­wen­dig­keit ei­ner aus­kömm­li­chen Be­zah­lung für die Si­cher­heits­leu­te vor­han­den.

Bis­lang liegt der Min­dest­lohn für die Bran­che in vie­len Re­gio­nen bei 7,50 Eu­ro.

Der BDSW als Ar­beit­ge­ber- und Bran­chen­ver­band ver­tritt rund 850 Un­ter­neh­men, die bei­spiels­wei­se In­dus­trie­an­la­gen be­wa­chen oder für die Si­cher­heit bei Groß­ver­an­stal­tun­gen sor­gen. Bun­des­weit sei­en bei den In­dus­trie- und Han­dels­kam­mern rund 4000 Si­cher­heits­un­ter­neh­men re­gis­triert. Die Bran­che hat den Ver­bands­an­ga­ben bun­des­weit rund 185 000 Be­schäf­tig­te.

Leh­nert sag­te, der Ver­band set­ze sich wei­ter mit der Ge­werk­schaft Ver­di an ei­nen Tisch, um re­gio­na­le Ta­rif­ver­trä­ge aus­zu­han­deln, die über dem ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro lie­gen. "Der ge­setz­li­che Min­dest­lohn ist für Men­schen, die chan­cen­los sind und Un­ge­lern­te. Das trifft auf un­se­re Bran­che nicht zu. So viel Selbst­ver­ständ­nis muss man an den Tag le­gen", sag­te Leh­nert.

Ziel sei es, den aus­ge­han­del­ten Ta­rif­ver­trag, in dem auch Zu­schlä­ge für Nacht-, Sonn­tags- und Fei­er­tags­diens­te fest­ge­hal­ten wer­den sol­len, für all­ge­mein­ver­bind­lich er­klä­ren zu las­sen. Das hie­ße, dass er auch für die Un­ter­neh­men gilt, die nicht im Ver­band or­ga­ni­siert sind. Da­mit wür­de Chan­cen­gleich­heit ent­ste­hen, sag­te Leh­nert.

Die pri­va­ten Si­cher­heits­un­ter­neh­men hof­fen dem Ver­band zu­fol­ge auch auf zu­sätz­li­che staat­li­che Auf­trä­ge. An­ge­sichts der Schul­den­brem­se müs­se über­all ge­spart wer­den, auch bei der Po­li­zei. "Nicht je­de Auf­ga­be, die heu­te ein Po­li­zist wahr­nimmt, ist ei­ne klas­si­sche po­li­zei­li­che Auf­ga­be", sag­te der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des BDSW, Ha­rald Ol­schok.

In Rhein­land-Pfalz et­wa sei­en Kom­mis­sa­re, die stu­diert hät­ten, für den Ob­jekt­schutz der Mi­nis­ter­prä­si­den­tin zu­stän­dig. "Auch da muss der Staat in Zu­kunft schau­en, wel­che Auf­ga­ben kön­nen wir ab­ge­ben, und da se­hen wir schon Per­spek­ti­ven." Auch Schwer­last­trans­por­te könn­ten aus Ver­bands­sicht von pri­va­ten Un­ter­neh­men statt von der Po­li­zei be­glei­tet wer­den.

Der BDSW set­ze wei­ter auf ei­ne bes­se­re Aus­bil­dung der Si­cher­heits­leu­te. "Wir sind da­für, dass der Zu­gang zu die­sem Be­ruf so wie er heu­te in der Ge­wer­be­ord­nung ge­re­gelt ist, er­schwert wird. Das gilt so­wohl für ein­fa­che Mit­ar­bei­ter und es gilt erst recht für den­je­ni­gen, der glaubt, Un­ter­neh­mer sein zu wol­len", sag­te Leh­nert wei­ter. Heu­te kön­ne je­der nach ei­nem 40-stün­di­gen Kurs oh­ne Prü­fung in der Si­cher­heits­bran­che ar­bei­ten.

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Letzte Überarbeitung: 20. November 2015

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