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Sie­mens-Be­triebs­rat un­zu­frie­den mit Ka­e­ser - Job-Er­halt ge­for­dert

Mit im­mer neu­en Ein­schnit­ten wen­de er sich von den Wur­zeln des Kon­zerns ab - und ver­spie­le da­mit mög­li­cher­wei­se auch Zu­kunfts­chan­cen, mah­nen die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter

06.04.2016. (dpa) - Bei den Sie­mens-Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern wächst an­ge­sichts neu­er Ein­schnit­te der Un­mut über Kon­zern­chef Joe Ka­e­ser.

Statt ein seit lan­gem ge­for­der­tes Zu­kunfts­kon­zept zum Er­halt der Ar­beits­plät­ze vor­zu­le­gen, ja­ge bei dem Elek­tro­kon­zern ein Stel­len­ab­bau den nächs­ten, sag­te Sie­mens-Ge­samt­be­triebs­rats­che­fin Bir­git St­ein­born der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Mün­chen am Ran­de ei­ner Ta­gung von IG Me­tall und Sie­mens-Be­triebs­rä­ten.

"Wir be­fürch­ten, dass die in­dus­tri­el­le Ba­sis aus Deutsch­land raus­ge­hen soll."

Erst vor we­ni­gen Wo­chen hat­te Sie­mens nach ei­ner gan­zen Se­rie von Stel­len­strei­chun­gen den Ab­bau oder die Ver­la­ge­rung von ins­ge­samt 2500 Ar­beits­plät­zen in der Spar­te Pro­zess­in­dus­trie und An­trie­be an­ge­kün­digt, da­von rund 2000 in Deutsch­land.

Et­wa je­weils die Hälf­te der Jobs soll weg­fal­len be­zie­hungs­wei­se ver­la­gert wer­den, schwer­punkt­mä­ßig tref­fen die Maß­nah­men Bay­ern. Zur Be­grün­dung ver­wies das Un­ter­neh­men un­ter an­de­rem auf die die Nach­fra­ge­flau­te aus der Öl- und Gas­bran­che.

Die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter ma­chen seit­her Front ge­gen die Plä­ne. "Wir hof­fen, dass wir Ver­la­ge­run­gen ver­hin­dern kön­nen. Es braucht Zeit, um über Al­ter­na­ti­ven zu re­den", sag­te St­ein­born. Ein­mal ge­stri­che­ne oder ver­la­ger­te Jobs sei­en un­wi­der­ruf­lich weg aus Deutsch­land. "Wenn man so wei­ter­denkt, wie Sie­mens ar­gu­men­tiert, stellt das auch das Ex­port­mo­dell Deutsch­land in Fra­ge."

Das Un­ter­neh­men hat­te auch dar­auf ver­wie­sen, dass die Zahl der deut­schen Ar­beits­plät­ze seit Jah­ren sta­bil bei rund 114.000 lie­ge und zu­dem neue Ar­beits­plät­ze ge­schaf­fen wür­den – auch in Deutsch­land. Auf Markt­ver­än­de­run­gen in ein­zel­nen Ge­schäfts­fel­dern müs­se man aber re­agie­ren. Von ei­nem Rück­zug aus Deutsch­land kön­ne aber kei­ne Re­de sein, auch wenn die Maß­nah­men für die be­trof­fe­nen Stand­or­te durch­aus schmerz­lich sei­en. Welt­weit hat Sie­mens rund 347.000 Be­schäf­tig­te.

Die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter sto­ßen sich aber auch dar­an, dass die Plä­ne nur we­ni­ge Wo­chen nach der Haupt­ver­samm­lung ver­kün­det wur­den, bei der Ka­e­ser noch auf den weit­ge­hend ab­ge­schlos­se­nen Kon­zern­um­bau ver­wie­sen ha­be. Die Be­schäf­tig­ten leb­ten in ei­ner "Dau­er-Un­si­cher­heit", die mas­siv auf die Stim­mung schla­ge, sag­te Sie­mens-Auf­sichts­rat Jür­gen Ker­ner, der auch Vor­stands­mit­glied der IG Me­tall ist, und das, ob­wohl Sie­mens bei­lei­be kein Sa­nie­rungs-, son­dern ein "Pro­fit­fall" sei. Ei­gent­lich müs­se es dar­um ge­hen, In­no­va­tio­nen vor­an­zu­trei­ben - je­doch: "Men­schen in Ver­un­si­che­rung sind nicht in­no­va­tiv", sag­te Ker­ner. Un­ter­neh­men wie Sie­mens müss­ten zu­dem in der La­ge sein, sich für Markt­ent­wick­lun­gen wie das ge­gen­wär­ti­ge Öl­preis-Tief mit fle­xi­blen Mo­del­len zu wapp­nen.

Be­triebs­rat und IG Me­tall ma­chen sich seit län­ge­rem für ein Kon­zept stark, das die Stär­kung der Wert­schöp­fung bei Sie­mens in Deutsch­land, ei­ne di­vi­si­ons­über­grei­fen­de Zu­sam­men­ar­beit und Zu­kunfts­in­ves­ti­tio­nen vor­sieht. Au­ßer­dem ge­he es um at­trak­ti­ve Ar­beits­be­din­gun­gen und ei­ne neue Un­ter­neh­mens­kul­tur, sag­te St­ein­born. Ziel da­bei müs­se auch mehr Mit­be­stim­mung in dem Un­ter­neh­men sein. "Die­ser Kul­tur­wan­del hat noch nicht rich­tig statt­ge­fun­den."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 28. September 2016

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