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Sie­mens-Chef wehrt sich ge­gen Me­di­en­be­rich­te - Zah­len für Um­bau

Sie­mens-Chef Joe Ka­e­ser baut sei­nen Kon­zern mäch­tig um: Welt­weit rund 11 600 Stel­len sind da­von be­trof­fen. Ein­fach weg­fal­len sol­len sie nicht, sagt Ka­e­ser - und wehrt sich en­er­gisch ge­gen ent­spre­chen­de Me­di­en­be­rich­te. Die sei­en völ­lig falsch aus­ge­legt, sagt der Ma­na­ger

31.05.2014. (dpa) - Sie­mens-Chef Joe Ka­e­ser hat Be­rich­ten wi­der­spro­chen, der Kon­zern pla­ne den Ab­bau von welt­weit rund 11 600 Ar­beits­plät­zen.

"Die Mel­dun­gen sind so nicht rich­tig be­zie­hungs­wei­se völ­lig falsch aus­ge­legt", schrieb der Ma­na­ger am Frei­tag­nach­mit­tag in ei­ner E-Mail an Sie­mens-Mit­ar­bei­ter in Deutsch­land, die der dpa vor­liegt.

Rich­tig sei, dass er auf ei­ner In­ves­to­ren­ta­gung in New York über die Zahl der Stel­len ge­spro­chen ha­be, die von den um­fas­sen­den Um­bau­plä­nen für den Kon­zern be­trof­fen sei­en.

In Sum­me sei­en das zwar 11 600, da­bei ge­he es aber nicht dar­um, die­se Ar­beits­plät­ze nur schlicht zu strei­chen.

Er ha­be die­se Zah­len er­wähnt "und gleich­zei­tig aus­drück­lich da­von ge­spro­chen, dass die­se dann vor­zugs­wei­se in wei­ten Tei­len an­der­wei­tig ein­ge­setzt wer­den könn­ten", schreibt Ka­e­ser. Zahl­rei­che Me­di­en hat­ten un­ter Be­ru­fung auf die Nach­rich­ten­agen­tur Bloom­berg über den Ab­bau von 11 600 Stel­len be­rich­tet. Er sei nach sei­ner Rück­kehr von ei­nem Sturm von Mel­dun­gen über­schüt­tet wor­den, in de­nen von die­sen Plä­nen be­rich­tet wor­den sei. "Die­se Schlag­zei­len schaf­fen Un­ru­he und ma­chen mir Sor­ge und Ih­nen si­cher­lich auch", schrieb er an die Mit­ar­bei­ter. Tat­säch­lich war in man­chen Be­rich­ten gar von Ent­las­sun­gen die Re­de.

Ka­e­ser hat sei­ne Plä­ne für den Um­bau der Füh­rungs­struk­tur An­fang Mai vor­ge­stellt, aber kei­ne Stel­len­zah­len ge­nannt. Dass die Straf­fung der Füh­rung und der Weg­fall der vier von Ka­e­sers Vor­gän­ger Pe­ter Lö­scher ein­ge­führ­ten Sek­to­ren Tau­sen­de Stel­len zur Dis­po­si­ti­on stel­len wür­de, war aber be­kannt. Ne­ben dem Weg­fall der vier Sek­to­ren soll die Zahl der Di­vi­sio­nen von 16 auf 9 re­du­ziert wer­den. Da­mit will Ka­e­ser die Kos­ten bis zum Herbst 2016 um ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro drü­cken. Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter wa­ren des­we­gen bis­her da­von aus­ge­gan­gen, dass zwi­schen 5000 und 15000 Stel­len von dem Um­bau be­trof­fen sein könn­ten.

«Na­tür­lich wer­den die am 7. Mai an­ge­kün­dig­ten Schrit­te zur Neu­aus­rich­tung un­se­res Un­ter­neh­mens zu Ver­än­de­run­gen füh­ren», be­kräf­tig­te Ka­e­ser frü­he­re Aus­sa­gen. Schon da­mals hat­te er er­klärt, dass es oh­ne Stel­len­ab­bau nicht ge­hen wer­de. Über kon­kre­te Schrit­te wür­de aber zu­nächst in den da­für vor­ge­se­he­nen Gre­mi­en ge­spro­chen. Das hat­te zu­vor be­reits die IG Me­tall Bay­ern an­ge­mahnt. Dort zeig­te man sich am Frei­tag von den Be­rich­ten über­rascht. "Wir kön­nen das nicht in­ter­pre­tie­ren und nicht nach­voll­zie­hen", sag­te ein Spre­cher.

Ka­e­ser hat­te in sei­nem Vor­trag die Zahl der vom Um­bau be­trof­fe­nen Stel­len ein­ge­grenzt. In den Sek­to­ren ge­he es welt­weit um 7600, in der so­ge­nann­ten Clus­ter­or­ga­ni­sa­ti­on um wei­te­re 4000 Stel­len, hat­te der Sie­mens-Chef in New York er­klärt, was die Grund­la­ge für die Be­rich­te war. Be­reits am Vor­mit­tag hat­te Sie­mens er­klärt, dass Stel­len­ab­bau nicht zwangs­läu­fig Job­ver­lus­te be­deu­ten müs­se. Es sei klar, dass es fai­re Lö­sun­gen ge­ben müs­se. "Das heißt zum Bei­spiel, dass wir na­tür­lich se­hen, ob und ge­ge­be­nen­falls wo wir be­trof­fe­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter an an­de­rer Stel­le im Un­ter­neh­men ein­set­zen kön­nen."

Auch die IG Me­tall be­ton­te die viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten für ei­nen Stel­len­ab­bau, et­wa über die Nicht­be­set­zung frei­wer­den­der Stel­len, Ver­set­zun­gen oder al­ter­na­ti­ver An­ge­bo­te. Für De­tails sei es noch zu früh, et­wa was die Fol­gen für ein­zel­ne Stand­or­te oder Ab­tei­lun­gen be­deu­ten wür­den. Be­reits bei Vor­la­ge der Um­bau­plä­ne si­gna­li­sier­ten Be­triebs­rat und Ge­werk­schaf­ten Ent­ge­gen­kom­men. Die neue Ge­samt­be­triebs­rats­che­fin Bir­git St­ein­born hat­te jüngst auf dem Ak­ti­ons­tag ge­sagt, dass die Neu­ord­nung nicht nur ein Spar­pro­gramm sein dür­fe. Auch Ent­las­sun­gen lehn­te sie strikt ab.

Zu­gleich be­grüß­te sie aber Plä­ne, die zu ei­nem Ab­bau von Bü­ro­kra­tie und Dop­pel­struk­tu­ren füh­ren wür­den. Das sei seit län­ge­rem ei­ne wich­ti­ge For­de­rung der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung ge­we­sen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 25. Juni 2016

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