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Op­ti­mis­ti­sche Si­gna­le im Ki­ta-Streik

Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­ber im Ki­ta-Streik auf Ei­ni­gungs­kurs: Nach stun­den­lan­gem Re­den und Rech­nen gibt es hoff­nungs­vol­le Si­gna­le im schein­bar un­end­li­chen Ki­ta-Ta­rif­streit

30.09.2015. (dpa) - Im seit Mo­na­ten an­dau­ern­den Ta­rif­kon­flikt um die Ki­tas wer­den neue Streiks un­wahr­schein­li­cher. Vom Tisch sind neue Aus­stän­de nach den Herbst­fe­ri­en aber noch nicht. Das zeich­ne­te sich nach zwei­tä­gi­gen Ver­hand­lun­gen in Han­no­ver ab, wie die Deut­sche Pres­se-Agen­tur aus Ver­hand­lungs­krei­sen er­fuhr.

Die län­ger als ge­plant an­dau­ern­de Ge­sprächs­run­de war am Diens­tag­abend un­ter­bro­chen wor­den und soll­te am Mitt­woch be­en­det wer­den. Dann soll­te vor­läu­fig Klar­heit herr­schen, ob es ein Er­geb­nis gibt oder nicht. Al­ler­dings müss­te ei­ne Ei­ni­gung in den Ge­werk­schaf­ten erst noch ge­bil­ligt wer­den.

«Wir ha­ben noch Ei­ni­ges vor uns», sag­te der Prä­si­dent der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (VKA), Tho­mas Böh­le, der dpa. Al­ler­dings teil­ten Böh­le und der Chef der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di, Frank Bsirs­ke, am spä­ten Abend auch mit, dass man in den stun­den­lan­gen Ge­sprä­chen vor­an­ge­kom­men sei.

Wie es am Ran­de hieß, zeich­net sich ei­ne mög­li­che neue Struk­tur der Ent­gelt­ta­bel­le für den So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst ab. Über St­un­den hat­ten die Ge­werk­schaf­ten und die Ar­beit­ge­ber durch­ge­rech­net, was Än­de­run­gen in den ins­ge­samt 17 Be­rufs­grup­pen mit je­weils sechs Ge­halts­stu­fen den Be­trof­fe­nen brin­gen - und was sie die Kom­mu­nen kos­ten wür­den.

Ver­han­delt wird für rund 220 000 Er­zie­he­rin­nen, So­zi­al­ar­bei­ter und -päd­ago­gen, Kin­der­pfle­ger und Mit­ar­bei­ter der Be­hin­der­ten­hil­fe.

Ein Sch­lich­ter­spruch hat­te be­reits mehr Geld für ein­zel­ne Grup­pen vor­ge­se­hen, et­wa für lang­jäh­ri­ge Er­zie­he­rin­nen. Un­ge­wöhn­lich war, dass die­ser Kom­pro­miss am mehr­heit­li­chen Nein der Ge­werk­schafts­mit­glie­der schei­ter­te. Für die Ge­werk­schaf­ten kommt es nun un­ter an­de­rem dar­auf an, dass Er­zie­he­rin­nen in den un­te­ren Lohn­grup­pen und So­zi­al­ar­bei­ter ge­gen­über dem Sch­lich­tungs­er­geb­nis bes­ser­ge­stellt wer­den.

«Es zeich­net sich im Grund­satz ei­ne Lö­sung ab, bei der es mehr Ge­rech­tig­keit gibt», hieß es in Ver­hand­lungs­krei­sen. Aber auch ein Schei­tern sei noch nicht end­gül­tig ab­ge­wen­det. Die Ar­beit­ge­ber hat­ten deut­lich ge­macht, dass ein Er­geb­nis im Fi­nanz­rah­men des Sch­lich­ter­spruchs lie­gen müs­se. Die Kos­ten wur­den auf mehr als 300 bis 400 Mil­lio­nen Eu­ro be­zif­fert. Bsirs­ke hat­te auf Ver­bes­se­run­gen ge­gen­über der Sch­lich­tung ge­pocht.

«So ei­ne Ta­rif­run­de ha­be ich noch nicht er­lebt», sag­te ein Ver­hand­lungs­mit­glied. Seit Fe­bru­ar schwelt der Kon­flikt. Auf Warn­streiks und ei­nen vier­wö­chi­gen Er­zwin­gungs­streik im Früh­jahr war die Sch­lich­tung ge­folgt. Ver­di, die Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft und der Be­am­ten­bund dbb, die eben­falls be­tei­ligt sind, hat­ten aber ih­re Mit­glie­der be­fragt. Die Be­fra­gung brach­te das Nein zu dem Kom­pro­miss.

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Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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