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Sor­ge um Ar­beits­plät­ze treibt K+S-Mit­ar­bei­ter auf die Stra­ße

Vie­len Ka­li-Berg­leu­ten im Wer­ra-Re­vier er­scheint ih­re Zu­kunft un­si­cher: An­ge­sichts der Ent­sor­gungs­pro­ble­me in den K+S-Wer­ken und Kurz­ar­beit ver­lan­gen sie mehr Un­ter­stüt­zung für den Berg­bau. Der aber gilt als Um­welt­sün­der

09.09.2016. (dpa) - Auf die Sor­ge um ih­re Ar­beits­plät­ze ha­ben Mit­ar­bei­ter des Berg­bau­kon­zerns K+S mit ei­ner Men­schen­ket­te im hes­sisch-thü­rin­gi­schen Ka­li­re­vier auf­merk­sam ge­macht.

Über 13 Ki­lo­me­ter führ­te die Ket­te aus mehr als 12.000 Berg­leu­ten, K+S-Mit­ar­bei­tern, Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen, Be­schäf­tig­ten von Zu­lie­fe­rern und an­de­ren Ein­woh­nern der Re­gi­on am Don­ners­tag.

Sie reich­te von He­rin­gen in Hes­sen nach Un­ter­breiz­bach in Thü­rin­gen.

In die Men­schen­ket­te reih­te sich beim Ka­li-Werk Un­ter­breiz­bach auch Thü­rin­gens Mi­nis­ter­prä­si­dent Bo­do Ra­me­low (Lin­ke) ein.

K+S-Be­triebs­rats­chef Ha­rald Döll sag­te in Phil­ipps­thal, die Ak­ti­on sei der Be­weis, dass es nicht nur um Ar­beits­plät­ze, son­dern um die Re­gi­on ins­ge­samt ge­he. Er for­der­te die Po­li­tik auf, sich für die rund 4400 Ar­beits­plät­ze in den Ka­li-Wer­ken im Wer­ra-Re­vier ein­zu­set­zen. Ra­me­low (Lin­ke) mahn­te, die Be­schäf­tig­ten dürf­ten nicht die ers­ten Ver­lie­rer sein, aber auch die Öko­lo­gie dür­fe nicht aus dem Blick ge­ra­ten. "Die Re­gi­on hat bei­des drin­gend not­wen­dig."

K+S darf der­zeit we­gen ei­ner Über­gangs­er­laub­nis nur be­grenzt und bis En­de des Jah­res Salz­ab­was­ser in tie­fe Ge­steins­schich­ten ver­sen­ken. Des­halb hat­ten seit April an meh­re­ren Stand­or­ten wie­der­holt Tei­le der Pro­duk­ti­on und Ka­li-För­de­rung ge­ruht. Auch die Ent­sor­gung über die Wer­ra ist be­grenzt und von der Was­ser­füh­rung des Flus­ses ab­hän­gig.

Ra­me­low for­der­te K+S auf, Öko­no­mie und Öko­lo­gie in ein ver­nünf­ti­ges Ver­hält­nis zu brin­gen. Die Men­ge der salz­hal­ti­gen Pro­duk­ti­ons­ab­wäs­ser müs­se ver­rin­gert, ent­hal­te­ne Roh­stof­fe müss­ten stär­ker ge­nutzt wer­den, sag­te Ra­me­low der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Er­furt.

Mög­lich­kei­ten, um die Um­welt­be­las­tun­gen durch die Ka­li-In­dus­trie zu ver­rin­gern und Ar­beits­plät­ze zu si­chern, sol­len Ra­me­low zu­fol­ge bei ei­nem Ka­li-Kol­lo­qui­um dis­ku­tiert wer­den. Da­zu wol­le er auch Fach­leu­te aus Nord­thü­rin­gen ein­la­den, die Er­fah­run­gen bei­spiels­wei­se mit der Ab­de­ckung von Hal­den und der Nut­zung von Lau­gen hät­ten. Der so­ge­nann­te Ka­li-Gip­fel sol­le spä­tes­tens im No­vem­ber statt­fin­den. Nach Ein­schät­zung des Re­gie­rungs­chefs rei­chen die Ka­li-Vor­rä­te im Wer­ra-Ge­biet noch et­wa 50 Jah­re. Auch für die Zeit da­nach müs­se es Be­schäf­ti­gungs­al­ter­na­ti­ven ge­ben.

Der Vor­stand der K+S AG ver­wies nach Un­ter­neh­mens­an­ga­ben bei der Ak­ti­on auf In­ves­ti­tio­nen, um die Um­welt­be­las­tung zu ver­rin­gern. Das Vo­lu­men der Salz­ab­wäs­ser sei seit 2007 hal­biert wor­den; bis 2018 soll es da­nach um wei­te­re 20 Pro­zent sin­ken. Da­für sei­en zwi­schen 2011 und 2015 rund 400 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert wor­den.

In Thü­rin­gen gibt es seit Jah­ren Kri­tik an der Salz­be­las­tung von Wer­ra und dem Ver­sen­ken von Lau­ge in tie­fe Ge­steins­schich­ten, die nur noch in Hes­sen in be­grenz­tem Maß er­laubt ist.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 9. September 2016

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