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So­zia­le Spal­tung in Deutsch­land: "Wer arm ist stirbt frü­her"

Wer arm ist, muss in Deutsch­land nicht hun­gern und un­ter Brü­cken schla­fen: Ar­mut hier­zu­lan­de hat an­de­re Ge­sich­ter: Wer ge­ra­de mal das Exis­tenz­mi­ni­mum hat, fühlt sich aus­ge­grenzt, ist krän­ker, stirbt frü­her

27.11.2013. (dpa) - Es klingt pa­ra­dox: Wer als jun­ger Mensch ins Be­rufs­le­ben star­tet, ist stär­ker ar­muts­ge­fähr­det als an­de­re.

Mit fast 21 Pro­zent in der Al­ters­grup­pe der 18- bis 24-Jäh­ri­gen ist das Ri­si­ko deut­lich hö­her als im Durch­schnitt der Be­völ­ke­rung.

Die Ur­sa­chen lie­gen nach Ex­per­ten­mei­nung klar auf der Hand: Schlecht be­zahl­te Ein­stiegs-Jobs, lan­ge Aus­bil­dung und oft nur be­fris­te­te An­stel­lun­gen.

Wer Pech hat, muss sich als An­fän­ger erst mal mit Mi­ni­jobs oh­ne so­zia­le Ab­si­che­rung durch­schla­gen.

Die Ge­fahr ei­ner Ar­muts­kar­rie­re steigt da­mit.

Die Gren­ze zur Ar­mut ist nach den Maß­stä­ben der Sta­tis­ti­ker klar ge­zo­gen: Wer in Deutsch­land als Sing­le we­ni­ger als 980 Eu­ro im Mo­nat zum Le­ben hat, gilt als arm. Das ent­spricht 60 Pro­zent des mitt­le­ren Ein­kom­mens (Stand 2011). Bei ei­ner vier­köp­fi­gen Fa­mi­lie ver­schiebt sich die Ar­muts­gren­ze nach oben - auf et­was mehr als 2000 Eu­ro. Es geht da­bei um "re­la­ti­ve Ar­mut", um den Man­gel an ge­sell­schaft­li­cher Teil­ha­be. Al­so dar­um, ob man sich bei­spiels­wei­se ei­nen Ki­no­be­such leis­ten kann oder nicht.

Wie es um die La­ge der Bür­ger hier­zu­lan­de be­stellt ist, ha­ben Sta­tis­ti­ker und Wis­sen­schaft­ler im neu­en "Da­ten­re­port 2013" auf 432 Sei­ten zu­sam­men­ge­tra­gen. Her­aus­ge­kom­men ist, wie es Mit­au­tor Ro­land Ha­bich aus­drück­te, "ein So­zialat­las über die so­zia­len Ver­hält­nis­se in Deutsch­land". Vie­les ist be­kannt, man­ches in ei­nen neu­en Zu­sam­men­hang ge­stellt. Den Fo­kus ge­rich­tet ha­ben die Ex­per­ten auf den seit Jah­ren boo­men­den Ar­beits­markt bei gleich­zei­tig wach­sen­der Ar­muts­ge­fähr­dung - nur vor­der­grün­dig ein Wi­der­spruch.

Die so­zia­le Spal­tung hat - im Re­port an­schau­lich be­legt - über die Jah­re wei­ter zu­ge­nom­men. Und das, ob­wohl rund 42 Mil­lio­nen Bür­ger in be­zahl­ter Ar­beit sind. Ein Re­kord­stand - mit auch po­si­ti­vem Be­fund: Ar­beit hilft im­mer noch am Bes­ten ge­gen Ar­mut. Doch es gilt zu­gleich: Nicht je­der ver­dient ge­nug für ein aus­kömm­li­ches Le­ben. Nicht ein­mal gu­te Bil­dung schützt in je­dem Fall vor Ar­mut: 2010 wa­ren 8 Pro­zent der Hoch­ge­bil­de­ten da­von be­droht. "Man kann mitt­ler­wei­le von ei­ner Zu­nah­me des Wis­sen­spre­ka­ri­ats spre­chen", sagt der Prä­si­dent der Bun­des­zen­tra­le für po­li­ti­sche Bil­dung, Tho­mas Krü­ger.

Bit­ter fügt er hin­zu: "Deutsch­land leis­tet sich Ar­mut." Und was kann den Be­trof­fe­nen aus der Ar­muts­fal­le her­aus­hel­fen? Es müs­se mehr in Bil­dung in­ves­tiert wer­den. "Hier gibt es enorm viel zu tun. Bil­dung muss an­kom­men bei de­nen, die Bil­dung brau­chen", mahnt Krü­ger in die lau­fen­den Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen hin­ein. Ein Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro hält er für kein All­heil­mit­tel ge­gen Ar­mut.

Wei­te­re Fa­cet­ten von ma­te­ri­el­ler Un­ter­ver­sor­gung zei­gen sich beim Ge­sund­heits­zu­stand der Be­völ­ke­rung. Der ist bei Ar­men durch­weg schlech­ter als bei Bes­ser­ver­die­nern. Die Le­bens­er­war­tung von Män­nern mit nied­ri­gem Ein­kom­men liegt im Schnitt fast elf Jah­re un­ter der von Män­nern der ho­hen Ein­kom­mens­grup­pe, weiß For­scher Ha­bich. Bei Frau­en be­tra­ge die Dif­fe­renz rund acht Jah­re. Und nach vor­ne bli­ckend er­war­tet er für die heu­te 65-Jäh­ri­gen, dass ar­me Män­ner im­mer noch 5,3 Jah­re und Frau­en 3,5 Jah­re kür­zer le­ben. "Ar­me ster­ben frü­her", lau­tet das nicht ganz neue Fa­zit.

Ein Er­geb­nis der Un­ter­su­chun­gen über­rasch­te dann doch: Aty­pi­sche Be­schäf­ti­gung - wie be­fris­te­te oder Teil­zeit­jobs von we­ni­ger als 21 St­un­den in der Wo­che, Mi­ni­jobs so­wie Zeit- und Leih­ar­beit - nimmt in Deutsch­land seit gut 20 Jah­ren zu. Al­so lan­ge vor 2005, dem Start der um­strit­te­nen Hartz-IV-Ar­beits­markt­re­form. Die mach­te pre­kä­re Ar­beit für Ar­beits­lo­se zu­mut­bar. 1993 wa­ren 13 Pro­zent der Ar­beit­neh­mer in aty­pi­scher Be­schäf­ti­gung, bis 2006 stieg die­ser An­teil auf 22 Pro­zent, be­rich­te­te Ro­de­rich Ege­ler, der Prä­si­dent des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes. Po­li­tisch be­wer­ten woll­te er die Ent­wick­lung aber nicht.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 14. Mai 2014

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