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Mehr Stel­len für Po­li­zei und Jus­tiz in Meck­len­burg-Vor­pom­mern

Seit Mo­na­ten klagt die Po­li­zei in Meck­len­burg-Vor­pom­mern we­gen zu­sätz­li­cher Auf­ga­ben in Flücht­lings­fra­gen über zu ho­he Be­las­tun­gen: Nun hat die Lan­des­re­gie­rung re­agiert

10.12.2015. (dpa) - Als Re­ak­ti­on auf den Flücht­lings­zu­strom stockt Meck­len­burg-Vor­pom­mern die Zahl der Po­li­zis­ten wei­ter auf und schafft auch zu­sätz­li­che Stel­len an den für Asyl­ver­fah­ren zu­stän­di­gen Ver­wal­tungs­ge­rich­ten.

"Die Po­li­zei hat in den zu­rück­lie­gen­den Mo­na­ten gro­ße Be­las­tun­gen tra­gen müs­sen. Wir sind uns ei­nig, dass wir da mehr Un­ter­stüt­zung ge­ben wol­len", sag­te Mi­nis­ter­prä­si­dent Er­win Sel­le­ring (SPD) am Mitt­woch­abend nach ei­ner zwei­stün­di­gen Sit­zung des Ko­ali­ti­ons­aus­schus­ses der Re­gie­rungs­par­tei­en SPD und CDU.

Vor al­lem die Be­wa­chung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten und die Si­che­rung von Kund­ge­bun­gen rund um das Flücht­lings­the­ma hat­te den Berg an Über­stun­den bei der Po­li­zei seit dem Som­mer enorm an­wach­sen las­sen.

100 zu­sätz­li­che Stel­len sol­len Ent­las­tung brin­gen und laut Sel­le­ring dem Si­cher­heits­be­dürf­nis der Be­völ­ke­rung Rech­nung tra­gen. "Wir brau­chen mehr Po­li­zei in die­ser nicht ganz ein­fa­chen Si­tua­ti­on", sag­te er. Seit Jah­res­be­ginn sind mehr als 20 000 Flücht­lin­ge in Meck­len­burg-Vor­pom­mern re­gis­triert wor­den, die zum Groß­teil auf die Kom­mu­nen im Nord­os­ten ver­teilt wur­den oder das Land wie­der ver­lie­ßen.

Nach An­ga­ben von In­nen­mi­nis­ter Lo­renz Caf­fier (CDU) sol­len knapp 60 Po­li­zei­be­am­te durch zi­vi­le Fach­leu­te er­setzt und so rasch für den Dienst auf der Stra­ße frei­ge­setzt wer­den. Das be­tref­fe et­wa Er­mitt­lungs­be­rei­che wie Wirt­schafts- und In­ter­net­kri­mi­na­li­tät aber auch die Prä­ven­ti­ons­ar­beit. Zu­dem wür­den im kom­men­den Jahr an der Lan­des­po­li­zei­schu­le zwei zu­sätz­li­che Aus­bil­dungs­klas­sen mit ins­ge­samt 44 An­wär­tern ein­ge­rich­tet. Da­mit wach­se die Zahl der Neu­ein­stel­lun­gen auf gut 200. "Das ist ein gu­ter Tag für die Lan­des­po­li­zei und für die in­ne­re Si­cher­heit", sag­te Caf­fier. Sei­nen An­ga­ben zu­fol­ge sol­len künf­tig knapp 5950 statt der ge­plan­ten 5800 Po­li­zis­ten für Ord­nung uns Si­cher­heit im Land sor­gen. Fast 50 ver­schö­ben ih­ren Ru­he­stand nach hin­ten.

Zum ver­ein­bar­ten Maß­nah­men­pa­ket zählt auch die Be­wil­li­gung von bis zu 13 wei­te­ren Rich­ter­stel­len. "Wir wer­den ei­nen Auf­wuchs an Kla­gen ge­gen Asy­l­ent­schei­de und so­mit auch an Ver­fah­ren be­kom­men. Un­ser Ziel muss es sein, dass der Berg nicht wächst", be­grün­de­te Sel­le­ring die Be­reit­schaft zur Schaf­fung zu­sätz­li­cher Stel­len. Auch im So­zi­al­be­reich wer­de es wei­te­re Hil­fen ge­ben, um die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen mit Blei­be­recht ziel­ge­rich­tet und er­folgs­ori­en­tiert or­ga­ni­sie­ren zu kön­nen.

Meck­len­burg-Vor­pom­mern sei bei der Auf­nah­me und Un­ter­brin­gung der Flücht­lin­ge im Ver­gleich zu an­de­ren Bun­des­län­dern gut auf­ge­stellt ge­we­sen, sag­te Caf­fier. Nun gel­te es, die In­te­gra­ti­on gut zu meis­tern. Zu den Kos­ten der zu­sätz­lich ver­ein­bar­ten Maß­nah­men mach­te die Re­gie­rungs­spit­ze kei­ne An­ga­ben. Se­riö­se Zah­len kön­ne es zum ge­gen­wär­ti­gen Zeit­punkt nicht ge­ben. Doch wür­den al­le haus­halts­recht­li­chen Vor­keh­run­gen durch das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um ge­trof­fen, sag­te Caf­fier.

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Letzte Überarbeitung: 12. Oktober 2016

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