Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Bewerbung, Recht zur Lüge, Fragerecht, Auskunftspflicht
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Hamm
Akten­zeichen: 11 Sa 2266/10
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 10.03.2011
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Detmold, Urteil vom 28.04.2010, 2 Ca 1577/09
Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.11.2012, 6 AZR 339/11
   

11 Sa 2266/10

2 Ca 1577/09
ArbG Det­mold

 

Verkündet am 10.03.2011

Hof­mann Re­gie­rungs­beschäftig­te als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm

Im Na­men des Vol­kes

Ur­teil

In dem Ver­fah­ren

hat die 11. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 10.03.2011
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Lim­berg
so­wie die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Kohl­stadt und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Ken­trup

f ü r Recht er­kannt :

Auf die Be­ru­fung des Klägers wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Det­mold vom 28.04.2010 – 2 Ca 1577/09 – teil­wei­se ab­geändert.

 

- 2 - 

Es wird fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis auch durch die hilfs­wei­se erklärte or­dent­li­che Kündi­gung vom 12.11.2009 nicht auf­gelöst wor­den ist.

Das be­klag­te Land trägt die Kos­ten des Rechts­streits.

Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

Tat­be­stand:

Die Par­tei­en strei­ten im Be­ru­fungs­ver­fah­ren darüber, ob das Ar­beits­verhält­nis durch ei­ne hilfs­wei­se or­dent­li­che Kündi­gung vom 12.11.2009 auf­gelöst wor­den ist.

Der Kläger ist 1961 ge­bo­ren. Er ist aus­ge­bil­de­ter Di­plom­in­ge­nieur. Am 17.07.2009 be­warb er sich als so­ge­nann­ter Sei­ten­ein­stei­ger auf ei­ne Stel­len­aus­schrei­bung des be­klag­ten Lan­des für ei­ne Tätig­keit als Leh­rer an der Haupt­schu­le B1. Das Be­wer­bungs­gespräch in der Schu­le ver­lief po­si­tiv. Das be­klag­te Land teil­te dem Kläger mit, er wer­de über die Be­zirks­re­gie­rung D1 ein Ein­stel­lungs­an­ge­bot er­hal­ten. Der Kläger wur­de auf­ge­for­dert, anläss­lich der Ein­stel­lung in den öffent­li­chen Dienst ei­ne vor­for­mu­lier­te zwei Text­sei­ten um­fas­sen­de „Be­leh­rung und Erklärung" aus­zufüllen und zu un­ter­schrei­ben. In der „Be­leh­rung und Erklärung" heißt es u.a. (Bl. 22, 23 GA):

„2 VOR­S­TRA­FEN UND ANHÄNGI­GE STRAF- ODER ER­MITT­LUN­GS­VER­FAH­REN

2.1 Be­leh­rung

Nach § 51 des Bun­des­zen­tral­re­gis­ters darf sich ein/e Be­wer­ber/in als un­be­straft be­zeich­nen und braucht er/sie den ei­ner Ver­ur­tei­lung zu­grun­de lie­gen­den Sach­ver­halt nicht zu of­fen­ba­ren, wenn die Ver­ur­tei­lung nicht in ein Führungs­zeug­nis oder nur in ein sol­ches für Behörden auf­zu­neh­men oder im Zen­tral­re­gis­ter zu til­gen ist.
Ein/e Be­wer­ber/in ist ver­pflich­tet, ge­genüber ei­ner obers­ten Lan­des­behörde auch übe die­je­ni­gen Ver­ur­tei­lun­gen Aus­kunft zu ge­ben, die nicht in ein Führungs­zeug­nis oder nur in ein sol­ches für Behörden auf­zu­neh­men sind

 

- 3 - 

[...]

2.3 Erklärung
Ich ver­si­che­re, dass ge­gen mich kein ge­richt­li­ches Straf­ver­fah­ren und kein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren der Staats­an­walt­schaft we­gen ei­nes Ver­ge­hens oder Ver­bre­chens anhängig ist oder in­ner­halb der letz­ten 3 Jah­re anhängig ge­we­sen ist.
"

Der Kläger un­ter­schrieb die­se Erklärung am 07.09.2009. Am 08.09.2009 un­ter­zeich­ne­ten die Par­tei­en ei­nen schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag. We­gen des In­halts des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­tra­ges wird auf die ein­ge­reich­te Ko­pie Be­zug ge­nom­men (Bl. 25¬28 GA). Ab dem 15.09.2009 un­ter­rich­te­te der Kläger an der Haupt­schu­le B1.

Im Ok­to­ber 2009 er­hiel­ten die Schu­le und die Be­zirks­re­gie­rung den nach­fol­gen­den an­ony­men Hin­weis (Bl. 80 GA):

„Wir wei­sen dar­auf hin, dass an der Haupt­schu­le B1 ein Leh­rer, der un­ter Ver­dacht des Kin­des­miss­brauchs steht (Hr. B2), ein­ge­stellt wur­de. Wir bit­ten um höchs­te Auf­merk­sam­keit, um wei­te­re Vorfälle zu ver­mei­den."

Die Be­zirks­re­gie­rung D1 lei­te­te das Schrei­ben an die Staats­an­walt­schaft P2 wei­ter. Die­se über­sand­te un­ter dem 03.11.2009 ei­ne Vor­gangs­lis­te, aus der her­vor­ging, dass ge­gen den Kläger in den letz­ten drei Jah­ren wie folgt er­mit­telt wor­den war (Bl. 66 GA):

Ak­ten­zei­chen /Ein­gangs­da­tum

De­likt

Tat­zeit

Tat­ort

Er­le­di­gung

Ent­schei­dung

Er­led.

Da­tum

Mit­be­schul­dig­te

Be­mer­kun­gen


271 Js 1046/09

02.09.2009

§ 240

27.08.2009

Einst. - § 153 I St­PO

Ein­stel­lung - § 153 I Stopp

(Ge­ringfügig­keit)

03.09.2009

111 Js 559/08

15.08.2008

§ 266 a Abs. 1 StGB

00.00.2003B6  

e.E. - § 153 a I S. 2 Nr. 2

St­PO

endg. Einst. § 153 a I S. 2 Nr. 2 St­PO(Geld­be­trag für ge­meinnützi­ge Ein­rich­tung oder Staats­kas­se)

31.10.2008

271 Js 301/08

18.03.2008

§ 123 StGB

28.02.2008 B6  

Einst.-Ver­wei­sung auf Pri­vat­kla­ge

Ein­stel­lung – Ver­wei­sung auf Pri­vat­kla­ge

07.04.2008

 

- 4 - 

271 Js 304/08 18.03.2008

§ 123 StGB

11.03.2008B6

Sons­ti­ge Er­le­di­gung

04.04.2008

271 Js 109/08

29.01.2008

§ 223 StGB

28.11.2007B6

e.E. - § 153 a I S. 2 Nr. 2 St­PO (Geld­be­trag für ge­meinnützi­ge Ein­rich­tung oder Staats­kas­se)  

endg.Einst. § 153 a I S. 2

19.06.2008

Die Er­mitt­lungs­ver­fah­ren 271 Js 301/08 und 271 Js 304/08 wa­ren am 04.04.2008 ver­bun­den wor­den. Von die­sen bei­den Er­mitt­lungs­ver­fah­ren hat­te der Kläger kei­ne Kennt­nis er­langt.

Das be­klag­te Land be­tei­lig­te den Per­so­nal­rat mit Schrei­ben vom 11.11.2009 (Bl. 70 GA):

„Ich bit­te um Stel­lung­nah­me bzw. Zu­stim­mung zu nach­fol­gen­der Per­so­nal­maßnah­me:

Außer­or­dent­li­che Kündi­gung/hilfsw. An­fech­tung des AV/hilfsw. frist­ge­rech­te Kündi­gung in­ner­halb der Pro­be­zeit Ter­min der Per­so­nal­maßnah­me: so­fort bzw. hilfs­wei­se zwei Wo­chen zum Mo­nats­schluss (Nov. oder Dez. 09)
...

Be­gründung:
Herr B2 ist Dipl.-In­ge­nieur und wur­de zum o.g. Ter­min als sog. Sei­ten­ein­stei­ger ein­ge­stellt. Im Rah­men der Ein­stel­lung in den öffent­li­chen Dienst hat Herr B2 ei­ne Be­leh­rung und Erklärung am 07.09.09 un­ter­schrie­ben, wo­nach er ver­si­chert, dass ge­gen ihn kein ge­richt­li­ches Ver­fah­ren und kein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren der Staats­an­walt­schaft we­gen ei­nes Ver­ge­hens oder Ver­bre­chens anhängig ist oder in­ner­halb der letz­ten 3 Jah­re anhängig ge­we­sen ist. Ei­ne arg­lis­ti­ge Täuschung durch wahr­heits­wid­ri­ge Ab­ga­be der vor­ste­hen­den Erklärun­gen stellt laut der­sel­ben Erklärung ei­nen An­fech­tungs­grund mit der Fol­ge der Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses dar. Es ist nun be­kannt ge­wor­den, dass die Staats­an­walt­schaft P2 in 5 Fällen ge­gen den be­trof­fe­nen Leh­rer er­mit­telt hat. Die Er­mitt­lun­gen be­zo­gen sich auf die De­lik­te: Haus­frie­dens­bruch, Nöti­gung, Körper­ver­let­zung und Vor­ent­hal­ten und Ver­un­treu­en von Ar­beits­ent­gelt. In zwei Fällen wur­de ge­gen Zah­lung ei­nes Geld­be­tra­ges, ein­mal we­gen Ge­ringfügig­keit

 

- 5 -

ein­ge­stellt. In zwei Fällen ist es zu ei­ner sons­ti­gen Er­le­di­gung bzw. Ein­stel­lung des Ver­fah­rens ge­kom­men. Herr B2 hat da­mit ein­deu­tig ei­ne wahr­heits­wid­ri­ge Erklärung ab­ge­ge­ben. Aus die­sem Grund be­ab­sich­ti­ge ich den Ar­beits­ver­trag aus wich­ti­gem Grund zu kündi­gen und par­al­lel hilfs­wei­se an­zu­fech­ten und auf­zulösen so­wie hilfs­wei­se frist­ge­recht in­ner­halb der Pro­be­zeit zu kündi­gen. Ich be­tei­li­ge Sie nun an der be­ab­sich­tig­ten Maßnah­me und bit­te um Stel­lung­nah­me. Der Vor­gang ist bei­gefügt."

Wei­te­re Ein­zel­hei­ten zur Per­so­nal­rats­be­tei­li­gung sind strit­tig. Der Per­so­nal­rat stimm­te der Per­so­nal­maßnah­me am 11.11.2009 zu (Bl. 70 GA).

Mit Schrei­ben vom 12.11.2009 kündig­te das be­klag­te Land das Ar­beits­verhält­nis außer­or­dent­lich mit so­for­ti­ger Wir­kung, hilfs­wei­se erklärte es die An­fech­tung und eben­falls hilfs­wei­se die or­dent­li­che Kündi­gung zum 30.11.2009 (Ko­pie Bl. 10 – 12 GA). Das Schrei­ben ging dem Kläger am 14.11.2006 zu; Kennt­nis er­lang­te er am 16.11.2009.

Die Kla­ge ge­gen frist­lo­se Kündi­gung, An­fech­tung und or­dent­li­che Kündi­gung ist am 16.11.2009 bei dem Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­gen und dem be­klag­ten Land am 23.11.2009 zu­ge­stellt wor­den.

Der Kläger hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, er ha­be be­reits des­halb kei­ne An­ga­ben ge­genüber der Be­zirks­re­gie­rung D1 ma­chen müssen, weil es sich bei die­ser nicht um ei­ne obers­te Lan­des­behörde han­de­le. Er sei Geschäftsführer ei­ner F1 GmbH ge­we­sen. Er ha­be in den Jah­ren 2007/2008 in sei­ner Funk­ti­on als Geschäftsführer zwei­mal mit dem Haupt­zoll­amt zu tun ge­habt. Ein Ver­fah­ren sei ein­ge­stellt wor­den, ein wei­te­res lau­fe noch. Bei­de Ver­fah­ren sei­en nicht zur Staats­an­walt­schaft ge­kom­men. In dem Ka­len­der­jahr 2009 ha­be er mit der Steu­er­fahn­dung B3 zu tun ge­habt. Das Ver­fah­ren schwe­be seit Ju­ni 2009 und sei nicht zur Staats­an­walt­schaft ge­langt. 2006/2007 ha­be er im Rah­men sei­ner Ehe­schei­dung we­gen ei­ner Be­haup­tung sei­ner Schwie­ger­mut­ter ein Ver­fah­ren bei der Staats­an­walt­schaft ge­habt. Die Schwie­ger­mut­ter ha­be be­haup­tet, er - der Kläger - ha­be sie ge­schubst oder Ähn­li­ches, als je­ne sich sei­nem Um­gang mit sei­nem Kind körper­lich in den Weg ha­be stel­len wol­len. Auch die­ses Ver­fah­ren sei oh­ne Be­stra­fung ein­ge­stellt wor­den. Da die Ver­fah­ren nicht zur Staats­an­walt­schaft ge­langt sei­en bzw. ein­ge­stellt ge­we­sen sei­en, sei­en sie für die Be­ant­wor­tung des Fra­ge­bo­gens

 

- 6 - 

ir­re­le­vant ge­we­sen. Aus die­sem Grund ha­be er sie nicht an­ge­ge­ben. Ihm sei ei­ne Täuschung nicht vor­zu­wer­fen. Es lie­ge auch kein we­sent­li­cher Um­stand vor, der in ir­gend­ei­ner Form zu ei­nem Irr­tum über ei­ne we­sent­li­che Ei­gen­schaft geführt ha­be. Es sei viel­mehr so, dass hier ei­ne Saat auf­ge­he, die von an­de­rer Sei­te ge­legt sei. Sei­ne ehe­ma­li­ge Ehe­frau ha­be sich be­reits im Zu­sam­men­hang mit dem Um­gangs­recht der Kin­der auf die Aus­sa­ge zurück­ge­zo­gen, sie könne nicht aus­sch­ließen, dass sich der Kläger an sei­nen ei­ge­nen Töchtern ver­grei­fe. Dies sei un­zu­tref­fend und we­der die Frau­en-Be­ra­tungs­stel­le L2 e.V. in P2 noch das Ju­gend­amt hätten ei­ne ent­spre­chen­de Fest­stel­lung ma­chen können (hier­zu vor­ge­leg­tes Schrei­ben der Di­plom-So­zi­alpädago­gin E. R2 vom 27.11.2009, Bl. 81, 82 GA). Die hilfs­wei­se erklärte or­dent­li­che Kündi­gung während der Pro­be­zeit be­geg­ne er­heb­li­chen Be­den­ken, da im Be­reich des öffent­li­chen Diens­tes der Ar­beit­ge­ber an all­ge­mei­ne über­ge­ord­ne­te Ge­sichts­punk­te der Staats­rai­son, des frei­en Zu­gangs zu al­len Stel­len und der glei­chen Be­hand­lung al­ler Be­wer­ber und Be­trof­fe­nen ge­bun­den sei. Die Tätig­keit als Leh­rer sei die Grund­la­ge für die be­rufs­be­glei­ten­de Fort­bil­dung, die dem Zwei­ten Staats­ex­amen ent­spre­che. Die Kündi­gung stel­le gleich­zei­tig die Be­en­di­gung sei­ner wei­ter­ge­hen­den be­ruf­li­chen Qua­li­fi­zie­rung dar. Für ihn sei dies ei­ne Ver­ei­te­lung ei­ner dem Mo­no­pol des Staa­tes un­ter­lie­gen­den Be­rufs­chan­ce zum Zwei­ten Staats­ex­amen. Der Per­so­nal­rat sei nicht ord­nungs­gemäß be­tei­ligt wor­den. Ei­ne Zu­stim­mung zu ei­ner or­dent­li­chen Kündi­gung sei nicht er­teilt wor­den. Dem Per­so­nal­rat sei nicht mit­ge­teilt wor­den, dass Ur­sa­che für die Kündi­gung der an­ony­me Hin­weis ge­genüber der Haupt­schu­le in B1 sei. Die Ent­schei­dung des Per­so­nal­rats fuße auf fal­schen Gründen. Der Per­so­nal­rat ha­be nur un­ter dem Ge­sichts­punkt der An­fech­tung we­gen Täuschung oder der Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund der feh­ler­haf­ten An­ga­ben zu­ge­stimmt. Es sei ver­ein­bart ge­we­sen, dass bei Fest­stel­lung, dass er nicht zur Aus­kunft ver­pflich­tet ge­we­sen sei oder bei Fest­stel­lung, dass er von den Er­mitt­lun­gen gar nichts ge­wusst ha­be oder es sich um völli­ge Pe­ti­tes­sen han­de­le, von de­nen er ge­wusst ha­be, die Kündi­gung ge­gen ihn ein­ge­stellt wer­de. Gründe, die zu ei­ner Kündi­gung als nor­ma­le Kündi­gung in der Pro­be­zeit führen würden, sei­en nicht an­geführt ge­we­sen und hätten an­sons­ten auch zu ei­nem en­er­gi­schen Wi­der­stand des Per­so­nal­rats geführt.

 

- 7 - 

Der Kläger hat be­an­tragt:

Es wird fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en wei­ter­hin über den 15.11.2009 zu un­veränder­ten Be­din­gun­gen fort­be­steht.

Es wird fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en auch nicht durch das Schrei­ben des Be­klag­ten vom 12.11.2009, zu­ge­stellt am Abend des 14.11.2009, zu­ge­gan­gen am 16.11.2009 zum 30.11.2009 auf­gelöst ist, son­dern über den 30.11.2009 zu un­veränder­ten Be­din­gun­gen fort­be­steht.

Es wird fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en auch nicht durch das Schrei­ben des Be­klag­ten vom 12.11.2009, zu­ge­stellt am Abend des 14.11.2009, zu­ge­gan­gen am 16.11.2009 zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt auf­gelöst ist, son­dern bis auf wei­te­res zu un­veränder­ten Be­din­gun­gen fort­be­steht.

Das be­klag­te Land hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Das be­klag­te Land hat vor­ge­tra­gen, der Kläger ha­be of­fen­ba­rungs­pflich­ti­ge Tat­sa­chen be­wusst ver­schwie­gen und da­mit anläss­lich sei­ner Ein­stel­lung ei­ne wahr­heits­wid­ri­ge Erklärung ab­ge­ge­ben. Das stel­le ei­ne arg­lis­ti­ge Täuschung dar. Wer be­reits bei der Ein­ge­hung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses den Ar­beit­ge­ber hin­ter­ge­he, ha­be kei­ne zwei­te Chan­ce ver­dient. Das Ver­trau­ens­verhält­nis sei un­heil­bar zerstört. Der Vor­wurf des Kin­des­miss­brauchs sei durch das an­ony­me Schrei­ben be­kannt ge­wor­den. Nach der Wei­ter­lei­tung an die Staats­an­walt­schaft P2 sei­en kei­ne wei­te­ren Maßnah­men zu ei­nem dies­bezügli­chen Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet wor­den. Für die streit­ge­genständ­li­che Kündi­gung sei die­ser Vor­wurf un­er­heb­lich. Ob der Kläger ein­ge­stellt wor­den wäre, wenn er die (ver­schwie­ge­nen) staats­an­walt­schaft­li­chen Er­mitt­lungs­ver­fah­ren bei sei­ner Ein­stel­lung ord­nungs­gemäß mit­ge­teilt hätte, las­se sich nicht sa­gen. Der Kläger ha­be dem Land je­doch gänz­lich die Möglich­keit der Prüfung ge­nom­men. Da in zwei Fällen die Er­mitt­lungs­ver­fah­ren erst ge­gen Zah­lung ei­ner Geld­buße ein­ge­stellt wor­den sei­en, spre­che vie­les dafür, dass es bei Kennt­nis die­ser Sach­la­ge nicht zu ei­ner Ein­stel­lung ge­kom­men wäre. Der Per­so­nal­rat sei ord­nungs­gemäß be­tei­ligt wor­den.

 

- 8 - 

Das Ar­beits­ge­richt hat mit Ur­teil vom 28.04.2010 fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en nicht vor dem 30.11.2009 ge­en­det hat. Im Übri­gen hat es die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Die frist­lo­se Kündi­gung sei un­wirk­sam. Es sei dem be­klag­ten Land zu­zu­mu­ten ge­we­sen, den Kläger je­den­falls bis zum Ab­lauf der or­dent­li­chen Kündi­gungs­frist wei­ter zu beschäfti­gen, da nicht aus­zu­sch­ließen ge­we­sen sei, dass der Kläger auch dann ein­ge­stellt wor­den wäre, wenn er das be­klag­te Land über die streit­ge­genständ­li­chen staats­an­walt­schaft­li­chen Er­mitt­lungs­ver­fah­ren in­for­miert hätte. Das Ar­beits­verhält­nis ha­be auch nicht durch die An­fech­tung ge­en­det. Es könne da­hin­ste­hen, ob der Kläger arg­lis­tig getäuscht ha­be. Es feh­le je­den­falls an der Kau­sa­lität der Täuschungs­hand­lung bzw. des Irr­tums für den Ab­schluss des Ar­beits­ver­tra­ges. Das be­klag­te Land ha­be selbst erklärt, dass nicht aus­ge­schlos­sen wer­den könne, dass das Ar­beits­verhält­nis auch dann ein­ge­gan­gen wor­den wäre, wenn der Kläger über die staats­an­walt­schaft­li­chen Er­mitt­lungs­ver­fah­ren in­for­miert hätte. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en ha­be je­doch auf­grund der hilfs­wei­se erklärten or­dent­li­chen Kündi­gung mit Ab­lauf des 30.11.2009 ge­en­det. Die­se Kündi­gung sei wirk­sam. Das KSchG fin­de kei­ne An­wen­dung, da der Kläger noch nicht sechs Mo­na­te bei dem be­klag­ten Land beschäftigt ge­we­sen sei. An­halts­punk­te dafür, dass die Kündi­gung schi­kanös oder willkürlich er­folgt sei, sei­en nicht er­sicht­lich. Der Kläger ha­be bei sei­ner Ein­stel­lung wis­sent­lich un­zu­tref­fen­de An­ga­ben ge­macht. Der Kläger sei nicht be­rech­tigt ge­we­sen, die ihm be­kann­ten staats­an­walt­schaft­li­chen Er­mitt­lungs­ver­fah­ren zu ver­schwei­gen. Der Per­so­nal­rat sei ord­nungs­gemäß be­tei­ligt wor­den.

Das Ur­teil ist dem Kläger am 18.05.2010 zu­ge­stellt wor­den. Der Kläger hat am 02.06.2010 Be­ru­fung ein­ge­legt und die Be­ru­fung zu­gleich be­gründet.

Ge­gen den statt­ge­ben­den Teil der Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts, dass das Ar­beits­verhält­nis nicht durch die frist­lo­se Kündi­gung vom 12.11.2009 und nicht durch die An­fech­tungs­erklärung nach § 123 BGB auf­gelöst wor­den ist, hat das be­klag­te Land kein Rechts­mit­tel ein­ge­legt.

Der Kläger wen­det ein, das Ur­teil sei recht­lich un­zu­tref­fend. Ihm wer­de durch an­ony­me und durch­sich­ti­ge Ak­tio­nen Drit­ter schwe­rer be­ruf­li­cher und persönli­cher Scha­den zu­gefügt. Im Grun­de sei die ge­sam­te Mo­ti­va­ti­on zur Kündi­gung in dem an­ony­men Hin­weis ei­ner an­geb­li­chen pädo­phi­len Ver­an­la­gung zu se­hen, de­ren Quel­le – je­den­falls

 

- 9 - 

in ei­nem ähn­li­chen Vor­fall - sei­ne frühe­re Ehe­frau im Zu­sam­men­hang mit dem Streit um das Um­gangs­recht mit den Kin­dern ge­we­sen sei. Die von der Staats­an­walt­schaft mit­ge­teil­ten Er­mitt­lungs­ver­fah­ren sei­en sämt­lich ein­ge­stellt ge­we­sen. Es ha­be kei­ne Ein­tra­gung im Zen­tral­re­gis­ter ge­ge­ben. In die­ser Rich­tung ge­be es nichts. Die Wer­tung des Ar­beits­ge­richts, ein Be­wer­ber könne sich nach dem vor­ge­leg­ten Bo­gen zwar auf § 51 BZRG stützen, müsse dann aber doch die zu­grun­de lie­gen­den Er­mitt­lungs­ver­fah­ren an­ge­ben, ge­he an der Le­bens­wirk­lich­keit vor­bei. Um­ge­kehrt sei aus § 51 BZRG zu schließen, dass al­les was in dem Re­gis­ter ge­tilgt sei, erst recht das, was gar nicht auf­ge­nom­men wor­den sei, nicht ver­wer­tet wer­den könne. Ein Ver­trau­ens­bruch sei ihm nicht an­zu­las­ten. Ei­ne ge­gen 200,-- Eu­ro ein­ge­stell­te nicht be­wie­se­ne an­geb­li­che körper­li­che Schub­se­rei im Rah­men der Aus­ein­an­der­set­zung mit der frühe­ren Schwie­ger­mut­ter, die be­reits zwei Jah­re zurück­lie­ge, ha­be mit der Fra­ge sei­ner Eig­nung als Leh­rer nichts zu tun. Dies dürfe ihm im Rechts­ver­kehr nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den. Ge­gen die Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts sei auch zu berück­sich­ti­gen, dass der Staat als Mo­no­po­list der Aus­bil­dung zum ex­ami­nier­ten Leh­rer nicht willkürlich die Aus­bil­dung durch Ab­bruch des Ver­tra­ges – auch nicht im Rah­men der Pro­be­zeit – be­en­den dürfe. Sein Feh­ler bei sei­ner Ein­stel­lung, so­weit ein sol­cher über­haupt ge­ge­ben sei, wie­ge nicht so schwer, dass des­we­gen die Be­rufs­aus­bil­dung nicht mehr durch­geführt wer­den könne. Nach dem Wort­laut des Fra­ge­bo­gens sei für ihn nicht un­be­dingt zu er­ken­nen ge­we­sen, dass er die strit­ti­ge Fra­ge nach den Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ha­be be­ant­wor­ten müssen. Für je­den sei klar, dass ein­ge­stell­te Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­rin­ger ein­zu­stu­fen sei­en als Ver­ur­tei­lun­gen. Aus dem Ge­samt­zu­sam­men­hang sei der Bo­gen so auf­zu­fas­sen, dass der Be­wer­ber Er­mitt­lungs­ver­fah­ren, die nicht die Staats­an­walt­schaft geführt ha­be, nicht an­ge­ben müsse und ein­ge­stell­te Er­mitt­lungs­ver­fah­ren eben­falls nicht. Im Grun­de ha­be das be­klag­te Land des­we­gen wie ge­sche­hen ge­han­delt, weil es sich in der ge­genwärtig hoch ak­tu­el­len Fra­ge des Kin­des­miss­brauchs von je­dem Vor­wurf ha­be frei­hal­ten wol­len. Die­ser Hin­ter­grund sei auch für die Be­hand­lung vor dem Per­so­nal­rat ge­ge­ben ge­we­sen. Der Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­de ha­be anläss­lich des Ver­hand­lungs­ter­mins vor dem Ar­beits­ge­richt mit­ge­teilt, dass er – der Kläger - für den Fall der Un­schuld wie­der in den Dienst hätte ein­ge­setzt wer­den sol­len.

 

- 10 - 

Un­ter Klar­stel­lung, dass der Kla­ge­an­trag sich als Kündi­gungs­schutz­an­trag im Sin­ne des § 4 KSchG ver­steht, be­an­tragt der Kläger,

un­ter Abände­rung des Ur­teils 2 Ca 1577/09 vom 28.04.2010, zu­ge­stellt am 18.05.2010, fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en über den 30.11.2009 zu un­veränder­ten Be­din­gun­gen fort­be­steht.

Das be­klag­te Land be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Das be­klag­te Land ver­tei­digt die Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts. Zu Recht ha­be das Ar­beits­ge­richt die hilfs­wei­se or­dent­li­che Kündi­gung zum 30.11.2009 für wirk­sam be­fun­den. Das KSchG fin­de noch kei­ne An­wen­dung. Wenn der Ar­beit­ge­ber be­rech­tig­ter­wei­se vor der Ein­stel­lung nach Vor­stra­fen und Er­mitt­lungs­ver­fah­ren fra­ge, könne der Be­wer­ber die­se Erklärung nicht ein­fach falsch ab­ge­ben, nur weil er sie für nicht re­le­vant hal­te. Aus die­sem Grund ver­bie­te sich ei­ne nachträgli­che hy­po­the­ti­sche Prüfung, ob bei wahr­heits­gemäßen An­ga­ben ei­ne Ein­stel­lung er­folgt wäre oder nicht. Die Un­ter­stel­lung des Klägers, in Wahr­heit sei der an­ony­me Vor­wurf des Kin­des­miss­brauchs der Grund für die Kündi­gung, ent­beh­re je­der Grund­la­ge. Die Anhörung des Per­so­nal­rats sei mit dem Schrei­ben vom 11.11.2009 ins­ge­samt ord­nungs­gemäß er­folgt (Bl. 70 GA). Außer dem Schrei­ben ha­be es ei­ne ausführ­li­che münd­li­che Erörte­rung ge­ge­ben. Die vom Kläger in das Wis­sen des Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den ge­stell­te Äußerung sei mit Nicht­wis­sen zu be­strei­ten. Ge­genüber dem Per­so­nal­rat sei klar­ge­stellt wor­den, dass die un­rich­ti­gen An­ga­ben des Klägers An­lass zur Kündi­gung sei­en und dass die den Er­mitt­lungs­ver­fah­ren zu­grun­de lie­gen­den Vorwürfe und ins­be­son­de­re auch der Vor­wurf des Kin­des­miss­brauchs kei­ne Rol­le als Kündi­gungs­grund spiel­ten. Der Per­so­nal­rat ha­be die Ent­schei­dung mit­ge­tra­gen und der Kündi­gung am 11.11.2009 zu­ge­stimmt. Die Zeu­gin O1 ha­be dem Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den bei der Be­tei­li­gung vor Aus­spruch der Kündi­gung ne­ben den schrift­lich er­teil­ten In­for­ma­tio­nen münd­lich erklärt, sie ha­be ei­nen an­ony­men Hin­weis er­hal­ten, der sie dann zu der Nach­fra­ge bei der Staats­an­walt­schaft ver­an­lasst ha­be. Frau O1 ha­be auf je­den Fall klar­ge­stellt, dass natürlich zu­guns­ten des Klägers die

 

- 11 - 

Un­schulds­ver­mu­tung gel­te und der In­halt des an­ony­men Hin­wei­ses in kei­ner Wei­se ein Grund für die be­ab­sich­tig­te Kündi­gung sei.

Die Be­ru­fungs­kam­mer hat Be­weis er­ho­ben über die Ein­zel­hei­ten der Per­so­nal­rats­be­tei­li­gung durch Ver­neh­mung des Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den S1 und der Ober­re­gie­rungsrätin O1. We­gen des Er­geb­nis­ses der Be­weis­auf­nah­me wird auf das Sit­zungs­pro­to­koll vom 10.03.2011 Be­zug ge­nom­men (Bl. 207 – 211 GA).

Ent­schei­dungs­gründe

Die Be­ru­fung des Klägers ist zulässig und statt­haft gemäß §§ 8 Abs. 2, 64 Abs. 1 Abs. 2 c ArbGG. Die Be­ru­fung ist form- und frist­ge­recht ent­spre­chend den An­for­de­run­gen der §§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 ArbGG, 519, 520 ZPO ein­ge­legt und be­gründet wor­den. Die Be­ru­fung hat auch in der Sa­che Er­folg. Ent­ge­gen der Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts er­weist sich die hilfs­wei­se erklärte or­dent­li­che Kündi­gung vom 12.11.2009 zum 30.11.2009 als un­wirk­sam. Sie hat das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en nicht auf­gelöst.

Die hilfs­wei­se aus­ge­spro­che­ne or­dent­li­che Kündi­gung ist zwar nicht we­gen ei­ner feh­ler­haf­ten Be­tei­li­gung des Per­so­nal­ra­tes un­wirk­sam (1). Die Kündi­gung ist je­doch un­wirk­sam, weil das be­klag­te Land den Kläger zu weit­ge­hend nach ab­ge­schlos­se­nen Er­mitt­lungs­ver­fah­ren be­fragt hat. Die un­zu­tref­fen­de Ant­wort des Klägers auf die nicht zulässi­ge Fra­ge nach ab­ge­schlos­se­nen Er­mitt­lungs­ver­fah­ren darf nicht als Grund für ei­ne Kündi­gung her­an­ge­zo­gen wer­den. Die gleich­wohl aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung verstößt ge­gen das Ge­bot von Treu und Glau­ben gemäß § 242 BGB (2). Ob­wohl das KSchG man­gels Erfüllung der War­te­zeit des § 1 Abs. 1 KSchG nicht ein­greift, war dem frist­ge­recht er­ho­be­nen Kündi­gungs­schutz­an­trag des­halb in Abände­rung der ar­beits­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung statt­zu­ge­ben.

1. Der Per­so­nal­rat ist vor Aus­spruch der hilfs­wei­sen or­dent­li­chen Kündi­gung ord­nungs­gemäß ent­spre­chend den An­for­de­run­gen des § 74 LPVG NW be­tei­ligt wor­den. Das be­klag­te Land hat dem Per­so­nal­rat ne­ben den er­for­der­li­chen An­ga­ben zur Per­son des Klägers auch die aus sei­ner Sicht maßgeb­li­chen Kündi­gungs­gründe im

 

- 12 - 

Be­tei­li­gungs­schrei­ben hin­rei­chend de­tail­liert dar­ge­legt. Die Über­mitt­lung die­ses Schrei­bens an den Per­so­nal­rat be­strei­tet der Kläger nicht. Der Per­so­nal­rat hat am 11.11.2009 und da­mit vor Aus­spruch der Kündi­gung ab­sch­ließend und zu­stim­mend Stel­lung ge­nom­men. Auch dies er­gibt sich aus dem in Exis­tenz und Echt­heit nicht strit­ti­gen Schriftstück vom 11.11.2009 (Bl. 70 GA). Die ver­nom­me­nen Zeu­gen ha­ben darüber hin­aus übe­rein­stim­mend bestätigt, dass der an­ony­me Vor­wurf des Kin­des­miss­brauchs zwar als Teil des Ge­sche­hens­ver­laufs mit­ge­teilt wor­den ist, dass aber zu­gleich deut­lich ge­macht wor­den ist, dass die an­ony­me Be­zich­ti­gung nicht Grund für die Kündi­gung ist. Eben­falls bestätigt hat sich die Dar­stel­lung des be­klag­ten Lan­des, dass dem Per­so­nal­rat im Be­tei­li­gungs­ver­fah­ren nicht in ir­gend­ei­ner Wei­se in Aus­sicht ge­stellt wor­den ist, dass die Kündi­gung bei be­stimm­ten zukünf­ti­gen Fest­stel­lun­gen „ge­gen den Kläger ein­ge­stellt wer­de".

2. Die Kündi­gung ist aber un­wirk­sam, weil das be­klag­te Land den Kläger zu weit­ge­hend be­fragt hat, ob ge­gen ihn ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren der Staats­an­walt­schaft „in­ner­halb der letz­ten 3 Jah­re anhängig ge­we­sen ist". Aus der un­zu­tref­fen­den Be­ant­wor­tung der un­zulässi­gen Fra­ge darf dem Kläger kein Rechts­nach­teil er­wach­sen.

a) Es ent­spricht all­ge­mei­ner Auf­fas­sung, dass der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mer bei der Ein­stel­lung nicht un­ein­ge­schränkt nach et­wai­gen Vor­stra­fen be­fra­gen darf. Vor­stra­fen berühren ein ein­zu­ge­hen­des Ar­beits­verhält­nis grundsätz­lich nicht. Der Ar­beit­ge­ber kann nicht be­an­spru­chen, in je­dem Fall nur Ar­beit­neh­mer oh­ne Vor­stra­fen in Ar­beits­verhält­nis­se auf­zu­neh­men. Zu­guns­ten des Ar­beit­neh­mers ist der Re­so­zia­li­sie­rungs­ge­dan­ke zu berück­sich­ti­gen. Al­ler­dings können in be­son­ders ge­la­ger­ten Fällen verübte Straf­ta­ten ne­ga­ti­ve Rück­schlüsse auf die Zu­verlässig­keit für die Pflich­terfüllung im ein­zu­ge­hen­den Ar­beits­verhält­nis zu­las­sen. Dies kann et­wa der Fall sein bei Vermögens­straf­ta­ten des Be­wer­bers um ei­ne Ein­stel­lung als Bank­an­ge­stell­ter oder bei Ver­kehrs­straf­ta­ten ei­nes Be­rufs­kraft­fah­rers. Nach den Umständen des Ein­zel­falls ist ab­zuwägen zwi­schen dem In­ter­es­se des Ar­beit­neh­mers, auch nach ei­ner straf­ge­richt­li­chen Ver­ur­tei­lung wie­der in ein Ar­beits­verhält­nis zu ge­lan­gen, und den Be­lan­gen des Ar­beit­ge­bers, denk­ba­re po­ten­ti­el­le Ge­fah­ren für ei­nen un­gestörten Ab­lauf des Ar­beits­verhält­nis­ses aus­sch­ließen zu können. Nach Vor­stra­fen darf der Ar­beit­ge­ber des­halb nur be­zo­gen auf das für den zu be­set­zen­den Ar­beits­platz wich­ti­ge Straf­rechts­ge­biet fra­gen (all­ge­mei­ne Auf­fas­sung, vgl. nur MüArbR – Buch­ner,

 

- 13 - 

Band 1, 3. Aufl., 2009, § 30 Rn. 342 mwN; Kitt­ner-Zwan­zi­ger, Ar­beits­recht, 5.Aufl. 2009, § 19 Rn.41 ff [Be­cker] mwN; Rein­feld, Vor­stra­fen im Ar­beits­verhält­nis, ARBl. SD 1780 Vor­stra­fen mwN). Bei der Prüfung, ob bei der Ein­stel­lung nach Vor­stra­fen ge­fragt wer­den darf, sind die Wer­tun­gen des Bun­des­zen­tral­re­gis­ter­ge­set­zes (BZRG) aus dem Jahr 1976 zu be­ach­ten. Auch das be­klag­te Land hat sich in der „Be­leh­rung und Erklärung" an die­ser ge­setz­li­chen Vor­ga­be ori­en­tiert, in­dem es dort den Text des § 51 BZRG in der gel­ten­den Fas­sung ab­ge­druckt hat (Fas­sung vom 21.09.1984). Nach § 51 BZRG dürfen ei­ne Tat und die des­halb er­folg­te Ver­ur­tei­lung dem Be­trof­fe­nen im Rechts­ver­kehr nicht mehr vor­ge­hal­ten und nicht zu sei­nem Nach­teil ver­wer­tet wer­den, wenn die Ein­tra­gung über die Ver­ur­tei­lung im Re­gis­ter ge­tilgt wor­den ist oder zu til­gen ist. Nach § 53 Abs. 1 BZRG darf der Ver­ur­teil­te sich als un­be­straft be­zeich­nen und braucht den der Ver­ur­tei­lung zu­grun­de lie­gen­den Sach­ver­halt nicht of­fen­zu­le­gen, wenn die Ver­ur­tei­lung nicht in das Führungs­zeug­nis oder nur in ein Führungs­zeug­nis nach § 32 Abs. 3 Abs. 4 BZRG auf­zu­neh­men ist oder wenn die Ver­ur­tei­lung nach den Vor­schrif­ten des BZRG zu til­gen ist.
Auch nach dem In­kraft­tre­ten des BZRG im Jahr 1976 hat das BAG an sei­ner Recht­spre­chung fest­ge­hal­ten, dass der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mer bei der Ein­stel­lung nach Vor­stra­fen nur fra­gen darf, wenn und so­weit die Art des zu be­set­zen­den Ar­beits­plat­zes dies er­for­dert. Da­bei kommt es, so das BAG, nicht auf die sub­jek­ti­ve Ein­stel­lung des Ar­beit­ge­bers an, wel­che Vor­stra­fen er als ein­schlägig an­sieht. Ent­schei­dend ist ein ob­jek­ti­ver Maßstab. Dies gilt grundsätz­lich auch für Ar­beit­neh­mer im öffent­li­chen Dienst (BAG 20.05.1999 AP BGB § 123 Nr. 50). Ist die Fra­ge un­zulässig, so kann der Ar­beit­neh­mer sie falsch be­ant­wor­ten, oh­ne dass sich dar­aus nach­tei­li­ge recht­li­che Fol­gen – Kündi­gung oder An­fech­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses - er­ge­ben (BAG 22.09.1961 AP BGB § 123 Nr. 15; BAG 06.02.2003 AP BGB § 611 a Nr. 21; Dorn­busch-Fi­scher­mei­er-Löwisch, Ar­beits­recht 2.Aufl. 2009, GG Art. 2 Rn. 28 [Hof­mann/Wahlhäuser]).

b) Wird nach Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­fragt, so ist zu dif­fe­ren­zie­ren zwi­schen anhängi­gen und ab­ge­schlos­se­nen Er­mitt­lungs­ver­fah­ren (HWK-Thüsing, 4. Aufl. 2010, § 123 BGB Rn. 13).

Das BAG ver­tritt den Stand­punkt, bei der Prüfung der Eig­nung des Ar­beits­neh­mers für die ge­schul­de­te Tätig­keit könne es je nach den Umständen auch zulässig sein, nach

 

- 14 - 

anhängi­gen Er­mitt­lungs­ver­fah­ren zu fra­gen. Ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers an ei­ner sol­chen Fra­ge sei dann zu be­ja­hen, wenn auch ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren Zwei­fel an der persönli­chen Eig­nung des Ar­beit­neh­mers be­gründen könne. Ein Kin­dergärt­ner et­wa, ge­gen den ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen se­xu­el­len Miss­brauchs von Kin­der­gar­ten­kin­dern in dem vor­her­ge­hen­den Ar­beits­verhält­nis lau­fe, ha­be re­gelmäßig kein hin­rei­chend schützens­wer­tes In­ter­es­se dar­an, ei­ne er­neu­te Ein­stel­lung als Kin­dergärt­ner da­durch zu er­rei­chen, dass er bei ei­ner neu­en Be­wer­bung wahr­heits­wid­rig an­ge­be, es lau­fe ge­gen ihn kein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren. Dem ste­he auch die in Art. 6 Abs. 2 MRK ver­an­ker­te Un­schulds­ver­mu­tung nicht ent­ge­gen. Aus die­ser Un­schulds­ver­mu­tung sei nicht der Schluss zie­hen, dass dem Be­trof­fe­nen aus der Tat­sa­che, dass ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­gen ihn anhängig sei, über­haupt kei­ne Nach­tei­le ent­ste­hen dürf­ten (BAG 20.05.1999 AP BGB § 123 Nr. 50; BAG 27.07.2005 NZA 2005, 1244).

Ist das Er­mitt­lungs­ver­fah­ren hin­ge­gen ab­ge­schlos­sen, so ist zu be­ach­ten, dass ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren, das oh­ne Ver­ur­tei­lung be­en­det wor­den ist, nicht in das Bun­des­zen­tral­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wird und nicht in ein Führungs­zeug­nis auf­zu­neh­men ist. Dies ist auch bei ei­ner Ein­stel­lung ei­nes Er­mitt­lungs­ver­fah­rens nach § 153 a St­PO der Fall. Nach § 153 a St­PO kann bei ei­nem Ver­ge­hen mit Zu­stim­mung des für die Eröff­nung des Haupt­ver­fah­rens zuständi­gen Ge­richts und des Be­schul­dig­ten auf An­trag der Staats­an­walt­schaft von der Er­he­bung der öffent­li­chen Kla­ge ab­se­hen wer­den, zu­gleich können dem Be­schul­dig­ten Auf­la­gen und Wei­sun­gen er­teilt wer­den, wenn die­se ge­eig­net sind, das öffent­li­che In­ter­es­se an der Straf­ver­fol­gung zu be­sei­ti­gen und die Schwe­re der Schuld nicht ent­ge­gen­steht; ins­be­son­de­re kann die Ein­stel­lung mit der Auf­la­ge er­fol­gen, ei­nen Geld­be­trag zu­guns­ten ei­ner ge­meinnützi­gen Ein­rich­tung oder der Staats­kas­se zu zah­len (§ 153 a Abs. 1 Nr. 2 St­PO). Zweck der ge­setz­li­chen Re­ge­lung ist es, ein ver­ein­fach­tes Er­le­di­gungs­ver­fah­ren im Be­reich der klei­ne­ren und mitt­le­ren Kri­mi­na­lität mit Be­schleu­ni­gungs- und Ent­las­tungs­ef­fekt zur Verfügung zu stel­len, um ei­ne ver­ur­tei­lungs­lo­se Frie­dens­stif­tung oh­ne Ver­zicht auf Sank­tio­nen aber oh­ne Stra­fe und Vor­be­straft­sein zu ermögli­chen (Mey­er-Goßner, St­PO, 51. Aufl. 2008, § 153 b St­PO Rn. 2). Die Un­schulds­ver­mu­tung nach Art. 6 Abs. 2 MRK ist bei ei­ner Ein­stel­lung nach § 153 a St­PO nicht wi­der­legt. Das Vor­ge­hen nach § 153 a St­PO setzt kei­nen Nach­weis der Tat vor­aus. Auf der Grund­la­ge ei­ner Ein­stel­lung nach § 153 a St­PO kann nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass der Be­schul­dig­te die Tat mit

 

- 15 - 

hin­rei­chen­der Wahr­schein­lich­keit verübt hat (BVerfG 16.01.1991 NJW 1991, 1530 = MDR 1991,891). Kon­se­quen­ter Wei­se sind des­halb Ent­schei­dun­gen nach § 153 a St­PO nicht in das Bun­des­zen­tral­re­gis­ter ein­zu­tra­gen (Mey­er-Goßner, St­PO, 51. Aufl. 2008, § 153 b St­PO Rn. 60).

Die­se Rechts­la­ge führt zu dem Er­geb­nis, dass bei der Ein­stel­lung ei­nes Ar­beit­neh­mers nicht nach ab­ge­schlos­se­nen Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­fragt wer­den darf, die oh­ne Ver­ur­tei­lung des Stel­len­be­wer­bers ab­ge­schlos­sen wor­den sind. Da der Be­wer­ber in die­sen Fällen tatsächlich nicht vor­be­straft ist und ihm des­halb kein Vor­wurf ge­macht wer­den darf, ist er nicht zur Of­fen­ba­rung oder zur wahr­heits­gemäßen Be­ant­wor­tung ei­ner da­hin­ge­hen­den Fra­ge ver­pflich­tet sein (Adam, Die Ein­stel­lung des Ar­beit­neh­mers un­ter be­son­de­rer Berück­sich­ti­gung des öffent­li­chen Diens­tes, ZTR 2003, 158, 162; in die­sem Sin­ne wohl auch: Rein­feld, Vor­stra­fen im Ar­beits­verhält­nis, ARBl. SD 1780 Vor­stra­fen Rn. 60 ff., 98 ff und LAG Düssel­dorf 24.04.2008 LA­GE Art. 33 GG Nr. 17 Rn. 57). Ob in be­son­ders ge­la­ger­ten Fällen aus­nahms­wei­se doch nach ab­ge­schlos­se­nen Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­fragt wer­den darf, wie es Thüsing befürwor­tet, kann im hier zu ent­schei­den­den Fall da­hin­ste­hen (HWK-Thüsing, 4. Aufl. 2010, § 123 BGB Rn. 13). Die hier in Re­de ste­hen­den Er­mitt­lungs­ver­fah­ren sind für die in Aus­sicht ste­hen­de Tätig­keit als Leh­rer an ei­ner Haupt­schu­le nicht in spe­zi­fi­scher Wei­se ein­schlägig.

c) Da­mit stellt sich die dem Kläger ge­stell­te Fra­ge nach Er­mitt­lungs­ver­fah­ren der Staats­an­walt­schaft, die „in­ner­halb der letz­ten drei Jah­re anhängig ge­we­sen" sind, als zu weit­ge­hend und un­zulässig dar. Die un­zu­tref­fen­de Be­ant­wor­tung der zu weit­ge­hen­den Fra­ge darf für den Kläger nicht zu nach­tei­li­gen recht­li­chen Fol­gen – Kündi­gung oder An­fech­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses – führen (vgl. Dorn­busch-Fi­scher­mei­er-Löwisch, Ar­beits­recht 2.Aufl. 2009, GG Art. 2 Rn. 28 [Hof­mann/Wahlhäuser). Al­le Er­mitt­lungs­ver­fah­ren, die die Staats­an­walt­schaft auf­ge­lis­tet hat, wa­ren im Zeit­punkt der Be­fra­gung ab­ge­schlos­sen, oh­ne dass es zu ei­ner Ver­ur­tei­lung ge­kom­men war. Gleich­wohl hat das be­klag­te Land die un­zu­tref­fen­de Ant­wort als Grund für die Kündi­gung her­an­ge­zo­gen. Dies er­gibt sich aus den Un­ter­la­gen der Per­so­nal­rats­be­tei­li­gung und auch aus dem Pro­zess­vor­brin­gen des be­klag­ten Lan­des. Eben­so wie der Ar­beit­ge­ber das Ar­beits­verhält­nis nicht we­gen der un­zu­tref­fen­den Be­ant­wor­tung der un­zulässi­gen Fra­ge nach § 123 BGB an­fech­ten darf (HWK-Thüsing, 4. Aufl. 2010, § 123 BGB Rn. 8; Erfk-Preis, 11. Aufl. 2011, § 611 BGB

 

- 16 - 

Rn. 334), darf er das Ar­beits­verhält­nis auch nicht aus die­sem Grund in­ner­halb der Pro­be­zeit kündi­gen. Der Kündi­gung steht der rechts­hin­dern­de Ein­wand der un­zulässi­gen Rechts­ausübung ent­ge­gen (all­ge­mein zum Ein­wand der un­zulässi­gen Rechts­ausübung: Pa­landt-Grüne­berg, BGB 70 Aufl. 2011, § 242 BGB Rn. 38-41, 43). Die hilfs­wei­se or­dent­li­che Kündi­gung vom 12.11.2009 zum 30.11.2009 ist we­gen Ver­s­toßes ge­gen das Ge­bot von Treu und Glau­ben nach § 242 BGB un­wirk­sam. In Abände­rung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung war fest­zu­stel­len, dass auch die hilfs­wei­se or­dent­li­che Kündi­gung das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en nicht auf­gelöst hat.

d) Nicht Ge­gen­stand die­ses Rechts­streits ist die Fra­ge, ob das Ar­beits­verhält­nis kraft der ver­ein­bar­ten Be­fris­tung mit Ab­lauf des 14.09.2010 ge­en­det hat. Ei­nen Be­fris­tungs­kon­troll­an­trag i.S.d. § 17 Tz­B­fG hat der Kläger nicht ver­folgt.

3. Da der Kläger nach der Be­ru­fungs­ent­schei­dung mit al­len Kla­ge­anträgen ob­siegt hat, hat das be­klag­te Land gemäß § 91 Abs. 1 ZPO die ge­sam­ten Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen. We­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung der Rechts­sa­che hat die Kam­mer nach § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG die Re­vi­si­on zu­ge­las­sen.

RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der be­klag­ten Par­tei

RE­VISION

ein­ge­legt wer­den.

Für die kla­gen­de Par­tei ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt

Hu­go-Preuß-Platz 1

99084 Er­furt

Fax: 0361 2636 2000

 

- 17 - 

ein­ge­legt wer­den.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Re­vi­si­ons­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1. Rechts­anwälte,
2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
3. Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Re­vi­si­ons­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.

* ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

 

Lim­berg 

Kohl­stadt 

Ken­trup

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 11 Sa 2266/10  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin

Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

E-Mail: berlin@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

E-Mail: frankfurt@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg

Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

E-Mail: hamburg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover

Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

E-Mail: hannover@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln

Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

E-mail: koeln@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München

Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

E-Mail: muenchen@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg

Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

E-Mail: nuernberg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart

Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

E-Mail: stuttgart@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880