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Steu­er- und So­zi­al­ab­ga­ben stei­gen wei­ter

Steu­er­zah­ler­bund: Über sechs Mo­na­te ar­bei­ten Bür­ger für den Staat
Taschenrechner auf Geldscheinen
09.07.2012 (dpa) - Seit die­sem Sonn­tag ar­bei­tet der Steu­er­zah­ler in die ei­ge­ne Ta­sche. Die bis­he­ri­ge Ar­beits­leis­tung des Jah­res 2012 ging rein rech­ne­risch an Fis­kus und So­zi­al­ver­si­che­rung. Dar­auf mach­te der neue Prä­si­dent des Bun­des der Steu­er­zah­ler, Rei­ner Holz­na­gel in ei­nem Ge­spräch mit der Nach­rich­ten­agen­tur dpa auf­merk­sam. "Von Sonn­tag, 05.20 Uhr, an ar­bei­ten die Deut­schen wie­der für das ei­ge­ne Porte­mon­naie."

Nach sei­nen Be­rech­nun­gen steigt die Steu­er- und Ab­ga­ben­last auch in die­sem Jahr wei­ter an. "51,7 Pro­zent be­hal­ten Fis­kus und So­zi­al­ver­si­che­run­gen in die­sem Jahr vom Ein­kom­men der Steu­er­zah­ler ein", sag­te Holz­na­gel. "Da­mit steigt die Be­las­tungs­quo­te ge­gen­über 2011 um 0,6 Pro­zent­punk­te."

Das be­deu­te, dass der Steu­er­bür­ger 2012 gut zwei Ta­ge län­ger als im Vor­jahr nur für Staat und So­zi­al­ab­ga­ben ar­bei­te und sie­ben Ta­ge län­ger als noch 2010, er­läu­ter­te Holz­na­gel wei­ter. Der so­ge­nann­te Steu­er­zah­l­er­ge­denk­tag fällt die­ses Jahr al­so auf den 8. Ju­li.

Als Haupt­ur­sa­che für die stei­gen­de Be­las­tung sieht er vor al­lem die "heim­li­chen Steu­er­er­hö­hun­gen" auf­grund der so­ge­nann­ten kal­ten Pro­gres­si­on. "Die kann man be­ti­teln auf fast acht Mil­li­ar­den Eu­ro", sag­te der Steu­er­zah­ler­bund-Prä­si­dent.

Er hielt schwarz-gel­ber Ko­ali­ti­on und Op­po­si­ti­on vor, sich zu Las­ten des Steu­er­zah­lers im Ver­mitt­lungs­aus­schuss nicht auf ei­nen trag­fä­hi­gen Ge­setz­ent­wurf zum Ab­bau der kal­ten Pro­gres­si­on ei­ni­gen zu kön­nen. Als kal­te Pro­gres­si­on be­zeich­net man den Ef­fekt, dass bei ei­nem Lohn­zu­wachs zum Aus­gleich der In­fla­ti­ons­stei­ge­rung die Kauf­kraft gleich­bleibt, auf­grund des pro­gres­si­ven Ein­kom­men­steu­er­ta­rifs aber ein hö­he­rer Steu­er­satz fäl­lig wird. Holz­na­gel for­der­te die Po­li­tik auf, den Ta­rif­ver­lauf "zu­min­dest an die In­fla­ti­on an­zu­pas­sen".

Holz­na­gel ver­lang­te auch, dass die ho­hen Rück­la­gen bei der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung über ei­ne Bei­trags­sen­kung an den Ver­si­cher­ten zu­rück­ge­ge­ben wer­den müs­se. Und auch in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung sei­en die "Re­ser­ven über­mä­ßig hoch".

Die höchs­te Be­las­tung des Bür­gers wur­de in den Jah­ren 1999 (54,5 Pro­zent) und 2000 (54,7 Pro­zent) er­reicht. Bis 2006 sei die Quo­te wie­der auf 49,1 Pro­zent zu­rück ge­gan­gen, um an­schlie­ßend wie­der zu stei­gen.

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Letzte Überarbeitung: 10. September 2014

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