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Wie­der Streik bei Ama­zon - Druck auf Weih­nachts­ge­schäft

Un­be­irrt ver­fol­gen Be­schäf­tig­te des On­line-Ver­sand­händ­lers Ama­zon ihr Ziel: Ein Ta­rif­ver­trag nach den Be­din­gun­gen des Ein­zel- und Ver­sand­han­dels. Der US-Kon­zern bleibt un­nach­gie­big

26.11.2013. (dpa) - Die Ge­werk­schaft Ver­di setzt die Streiks beim On­line-Ver­sand­händ­ler Ama­zon fort und will das Un­ter­neh­men im wich­ti­gen Weih­nachts­ge­schäft un­ter Druck set­zen.

Hun­der­te Be­schäf­tig­te leg­ten am Mon­tag in Bad Hers­feld und Leip­zig er­neut die Ar­beit nie­der.

Ob der Streik am größ­ten deut­schen Stand­ort in Bad Hers­feld über Mon­tag hin­aus an­dau­ert, ließt Ver­di of­fen.

"Wir be­hal­ten es uns vor, kurz­fris­tig zu wei­te­ren Streiks auf­zu­ru­fen", sag­te ei­ne Spre­che­rin.

In Leip­zig wur­de nur am Mon­tag ge­streikt, wie ein Spre­cher sag­te.

Trotz des Ar­beits­aus­stands ge­be es "kei­ner­lei Aus­wir­kun­gen auf den Ver­sand an Kun­den", sag­te ein Ama­zon-Spre­cher.

Am Stand­ort Bad Hers­feld, wo sich zwei Ver­teil­zen­tren be­fin­den, be­tei­lig­ten sich nach An­ga­ben von Ver­di rund 600 Mit­ar­bei­ter. Ama­zon nann­te kei­ne Zah­len. Bei ei­ner Streik­ver­samm­lung in der In­nen­stadt von Bad Hers­feld nah­men laut Ver­di 400 Men­schen teil. "Die Stim­mung ist gut. Wir se­hen ei­ne ho­he Be­reit­schaft, den Aus­stand fort­zu­set­zen", sag­te die hes­si­sche Ge­werk­schafts­se­kre­tä­rin Mecht­hild Mid­de­ke. Be­gon­nen hat­te der Aus­stand dies­mal be­reits in der Nacht.

In Leip­zig be­tei­lig­ten sich nach An­ga­ben von Ver­di und Ama­zon rund 450 Be­schäf­tig­te am Streik. "Trotz der Käl­te se­hen wir ei­ne ho­he Mo­ti­va­ti­on. Aber es ist schon sehr ei­sig. Wir müs­sen uns et­was ein­fal­len las­sen, da­mit sich die Leu­te nicht den Hin­tern ab­frie­ren", sag­te Jörg Lau­en­roth-Ma­go von Ver­di. "Wir wer­den im Weih­nachts­ge­schäft im­mer wie­der Na­del­sti­che set­zen", kün­dig­te er an.

Ver­di for­dert ei­nen Ta­rif­ver­trag nach den Be­din­gun­gen des Ein­zel- und Ver­sand­han­dels. Ama­zon lehnt dies ab und ori­en­tiert sich an den güns­ti­ge­ren Kon­di­tio­nen der Lo­gis­tik­bran­che. Des­we­gen kommt es seit dem Som­mer im­mer wie­der zu Streiks. Bei Ama­zon in Deutsch­land ar­bei­ten rund 9000 Mit­ar­bei­ter in acht Ver­sand­zen­tren. In Bad Hers­feld sind es mehr als 3300 Men­schen, in Leip­zig rund 2000.

Da­ve Clark, als Vor­stands­mit­glied zu­stän­dig für die glo­ba­le Lo­gis­tik-Ex­pan­si­on des Ver­sandrie­sen aus Se­at­tle, sag­te der Zei­tung "Die Welt" (Mon­tag), man leh­ne al­le for­mel­len Ge­sprä­che mit Ver­di über ei­nen Ta­rif­ver­trag ab: "Wir pfle­gen ei­ne di­rek­te Be­zie­hung mit un­se­ren Leu­ten: Durch Be­triebs­rä­te und Mit­ar­bei­ter­fo­ren, und durch vie­le Mög­lich­kei­ten zum Feed­back. Ver­di ist nicht Teil die­ser Be­zie­hung, des­we­gen ver­wen­de ich nicht viel Zeit für sie."

Laut Ver­di gibt es in die­sem Jahr erst­ma­lig ei­ne Son­der­zah­lung von 400 Eu­ro für die Ver­sand­mit­ar­bei­ter und 600 Eu­ro für die Vor­ar­bei­ter (Leads). Doch die­se frei­wil­li­ge Leis­tung des Ar­beit­ge­bers sei noch weit vom Ta­rif­an­spruch ent­fernt, be­fand die Ge­werk­schaft.

Der hes­si­sche Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Bern­hard Schie­de­rig sag­te: "Wir sind be­reit, die­sen Ta­rif­kampf auf län­ge­re Dau­er zu füh­ren." Es ge­he der Ge­werk­schaft nicht dar­um, die Ama­zon-Kun­den zu ver­är­gern, son­dern ei­ne Ta­rif­bin­dung zu er­rei­chen. "Nur durch Streiks kön­nen wir wirt­schaft­li­chen Druck auf das Un­ter­neh­men aus­üben."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. April 2014

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