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Ers­ter Streik des Jah­res bei Ama­zon - Ver­di ver­langt Ta­rif­bin­dung

Der US-Ver­sand­händ­ler Ama­zon lehnt ei­ne Ta­rif­bin­dung strikt ab: Ver­di re­agiert mit dem ers­ten Streik des Jah­res am Stand­ort Leip­zig. Ei­ne Lö­sung des Kon­flikts scheint in wei­ter Fer­ne

01.04.2014. (dpa) - Nach ei­ner mehr­mo­na­ti­gen Ru­he­pau­se hat die Ge­werk­schaft Ver­di die Streiks beim US-Ver­sand­händ­ler Ama­zon wie­der auf­ge­nom­men.

Am Mon­tag wa­ren die Be­schäf­tig­ten des Stand­orts Leip­zig zu Ar­beits­nie­der­le­gun­gen auf­ge­ru­fen.

Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Jörg Lau­en­roth-Ma­go sag­te, er rech­ne mit ei­ner Be­tei­li­gung von 400 bis 500 Kol­le­gen aus der Früh- und Spät­schicht.

Ama­zon nann­te kei­ne Zah­len, er­klär­te je­doch: "Die über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit un­se­rer Be­schäf­tig­ten ist die­sem Auf­ruf nicht ge­folgt, son­dern hat re­gu­lär ge­ar­bei­tet."

Es ha­be "kei­ner­lei Ver­zö­ge­rung" bei der Zu­stel­lung von Pa­ke­ten ge­ge­ben.

Mit dem ers­ten Streik in die­sem Jahr re­agier­te Ver­di nach ei­ge­nen An­ga­ben auf Aus­sa­gen des Ama­zon-Ma­nage­ments von ver­gan­ge­ner Wo­che, wo­nach Ta­rif­ver­hand­lun­gen wei­ter strikt ab­ge­lehnt wer­den. Zu­letzt hat­te Ver­di das Weih­nachts­ge­schäft bei Ama­zon in Leip­zig und im nord­hes­si­schen Bad Hers­feld be­streikt. Wäh­rend Ver­di da­mals von Ver­zö­ge­run­gen sprach, hat­te Ama­zon spür­ba­re Aus­wir­kun­gen des Streiks stets be­strit­ten.

"Soll­te Ama­zon wei­ter Ver­hand­lun­gen ab­leh­nen, wer­den wir deutsch­land- und eu­ro­pa­weit kämp­fen", kün­dig­te Ver­di-Spre­cher Tho­mas Schnei­der am Mon­tag in Leip­zig an. Die Streik­se­rie aus dem ver­gan­ge­nen Jahr kön­ne mit ein­zel­nen Streik­ta­gen, aber auch län­ge­ren Ak­tio­nen wei­ter­ge­hen, sag­te Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Jörg Lau­en­roth-Ma­go. "Wir wer­den das so lan­ge fort­set­zen, bis es ver­bind­lich ge­re­gel­te Ar­beits­be­din­gun­gen gibt." Die Streiks hat­ten im Mai 2013 be­gon­nen - und bis­lang kei­ne An­nä­he­rung ge­bracht.

Ama­zon hat­te am ver­gan­ge­nen Mitt­woch er­neut deut­lich klar ge­macht, dass es kei­ne Ver­hand­lun­gen ge­ben wird. "Wir sind fun­da­men­tal da­von über­zeugt, dass ein drit­ter Part­ner im Un­ter­neh­men im­mer nur die zweit­bes­te Lö­sung ist", hat­te Ar­min Coss­mann, Re­gio­nal­ma­na­ger Nord­ost, bei ei­nem Werks­be­such in Leip­zig er­klärt. Die Be­zah­lung der Mit­ar­bei­ter sei mit ei­nem Ein­stiegs­ge­halt von 9,55 Eu­ro so­wie 10,99 Eu­ro nach zwei Jah­ren am obe­ren En­de des­sen, was in der Lo­gis­tik üb­lich sei.

Im Kern dreht sich die Aus­ein­an­der­set­zung auch um die Fra­ge, ob das Ge­schäft von Ama­zon Han­del oder Lo­gis­tik ist. Im Han­del lie­gen die Ta­rif­löh­ne im Schnitt hö­her als in der Lo­gis­tik. Der Leip­zi­ger Stand­ort­chef Diet­mar Jüng­ling hat­te er­klärt: "Ein Han­del han­delt. Wir han­deln nicht." Das Ver­sand­zen­trum in Leip­zig sei ei­ne ei­ge­ne GmbH, wel­che die Lo­gis­tik für Ama­zon über­neh­me. Ver­di sieht das grund­sätz­lich an­ders und stellt sich nach Aus­sa­ge von Ver­hand­lungs­füh­rer Lau­en­roth-Ma­go auf ei­ne sehr lan­ge Aus­ein­an­der­set­zung ein. Wann und wo die Streiks wei­ter­ge­hen soll­ten, sag­te der Ver­di-Funk­tio­när nicht.

Deutsch­land ist für Ama­zon der größ­te Markt au­ßer­halb der USA, vor Ja­pan und Groß­bri­tan­ni­en. Welt­weit be­schäf­tigt Ama­zon mehr als 117 000 Mit­ar­bei­ter. Das Ver­sand­la­ger in Leip­zig hat rund 2000 Be­schäf­tig­te. Ne­ben Leip­zig gibt es in Deutsch­land acht wei­te­re Stand­or­te, zwei in Bad Hers­feld so­wie je ein Lo­gis­tik­zen­trum in Gra­ben, Rhein­berg, Wer­ne, Pforz­heim, Ko­blenz und Brie­selang.

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Letzte Überarbeitung: 1. April 2015

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