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Erst­mals zwei­tä­gi­ger Streik in Ama­zon-Ver­sand­zen­tren

Die Ge­werk­schaft Ver­di will im Ta­rif­streit mit Ama­zon hart blei­ben: Erst­mals rief sie in Leip­zig und Bad Hers­feld zu ei­nem zwei­tä­gi­gen Streik auf. Plä­ne für wei­te­re Streiks lä­gen in der Schub­la­de

18.06.2013. (dpa) - Mit dem ers­ten mehr­tä­gi­gen Streik in den Ama­zon-Ver­sand­la­gern in Leip­zig und Bad Hers­feld er­höht die Ge­werk­schaft Ver­di den Druck im Ta­rif­streit mit dem US-Ver­sandrie­sen.

Am Mon­tag leg­ten nach Ge­werk­schafts­an­ga­ben ins­ge­samt mehr als 1000 Mit­ar­bei­ter an den bei­den Stand­or­ten die Ar­beit nie­der.

Ama­zon sprach da­ge­gen von "we­ni­ger als 750 Mit­ar­bei­tern", die nicht wie ein­ge­plant zur Schicht er­schie­nen sei­en.

Die Mehr­heit ha­be re­gu­lär ge­ar­bei­tet. Am Diens­tag soll wei­ter ge­streikt wer­den.

"Die Stim­mung ist gut. Die Kol­le­gen wol­len es jetzt wis­sen - und das ist auch rich­tig so", sag­te Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke in Leip­zig. "Es muss Schluss sein da­mit, dass sie wie Ar­beit­neh­mer zwei­ter Klas­se be­han­delt wer­den." Für die Ama­zon-Mit­ar­bei­ter ste­he ein Ta­rif­ver­trag wie im Ein­zel- und Ver­sand­han­del an. Bsirs­ke: "Was nicht an­steht, ist Wild West wie in Te­xas. Wir sind hier nicht in Te­xas!"

Ver­di ist nach An­ga­ben von Ge­werk­schafts­se­kre­tär Tho­mas Schnei­der auf ei­ne lan­ge Aus­ein­an­der­set­zung ein­ge­stellt. "Was wir mo­men­tan hö­ren, ist, dass Ama­zon sehr hart ist und sehr stur­köp­fig. Ei­nen Lang­zeit­streik wol­len wir nicht un­be­dingt, aber wenn es sich nicht ver­mei­den lässt, sind wir auch da­zu be­reit", sag­te Schnei­der in Leip­zig. Ver­di for­dert für die Be­schäf­tig­ten ei­nen Ta­rif­ver­trag nach den Kon­di­tio­nen des Ein­zel- und Ver­sand­han­dels mit hö­he­ren Löh­nen, Ur­laubs- und Weih­nachts­geld so­wie Nacht­zu­schlä­gen be­reits ab 20.00 Uhr.

Das US-Un­ter­neh­men lehnt die­se For­de­run­gen ab und ori­en­tiert sich nach ei­ge­ner Dar­stel­lung an der Be­zah­lung in der Lo­gis­tik­bran­che. "Ama­zons Ver­sand­zen­tren sind Lo­gis­tik­un­ter­neh­men, die Kun­den­be­stel­lun­gen aus­füh­ren. Es han­delt sich hier­bei um ty­pi­sche Auf­ga­ben aus dem Lo­gis­tik­be­reich, wie La­ge­rung, Ver­pa­ckung und Ver­sand von Ar­ti­keln", teil­te Ama­zon mit. Der Streik am Mon­tag ha­be "kei­ner­lei Aus­wir­kun­gen auf den Ver­sand an Kun­den" ge­habt.

Am Stand­ort Leip­zig sind nach An­ga­ben der Ge­werk­schaft rund 450 Mit­ar­bei­ter der Früh- und Spät­schicht vor den Werks­to­ren ge­blie­ben. In Bad Hers­feld be­tei­lig­ten sich laut Ver­di bis zum Nach­mit­tag rund 600 Kol­le­gen an dem Streik. "Wir sind sehr zu­frie­den. Man muss be­den­ken, dass auch schon Ur­laubs­zeit ist", sag­te Ver­di-Spre­che­rin Mecht­hild Mid­de­ke. In Bad Hers­feld hat Ama­zon mehr als 3000 Mit­ar­bei­ter, in Leip­zig sind es et­wa 2000.

Ama­zon ist der welt­größ­te On­line-Ver­sand­händ­ler. Er hat in Deutsch­land acht Ver­sand­la­ger und rund 9000 Mit­ar­bei­ter. Ein neun­tes Lo­gis­tik­zen­trum soll 2013 im bran­den­bur­gi­schen Brie­selang ent­ste­hen. Dort sol­len lang­fris­tig 1000 Ar­beits­plät­ze ent­ste­hen, kün­dig­te das Un­ter­neh­men am Mon­tag an.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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