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Un­be­fris­te­te Streiks der Bus­fah­rer dro­hen in Schles­wig-Hol­stein

Nach mehr als zehn­stün­di­gen Ver­hand­lun­gen sind die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die pri­va­ten Bus­fah­rer ge­schei­tert - trotz ver­bes­ser­ten An­ge­bots der Ar­beit­ge­ber: Nun dro­hen un­be­fris­te­te Streiks.

09.10.2015. (dpa) - Nach dem Ab­bruch der Ta­rif­ver­hand­lun­gen im pri­va­ten Om­ni­bus­ge­wer­be dro­hen in Schles­wig-Hol­stein un­be­fris­te­te Streiks der Bus­fah­rer. Die Ge­werk­schaft Ver­di hält ein ver­bes­ser­tes An­ge­bot der Ar­beit­ge­ber vom Don­ners­tag für zu nied­rig und will nun ei­nen «un­be­fris­te­ten Er­zwin­gungs­streik» er­rei­chen. «Die Ur­ab­stim­mung könn­te be­reits am Diens­tag be­gin­nen», sag­te Ver­di-Spre­cher Frank Schis­chefsky am Frei­tag. Be­reits wäh­rend­des­sen kön­ne es zu er­neu­ten Warn­streiks kom­men. Am Frei­tag­abend soll­te die gro­ße Ta­rif­kom­mis­si­on die Ur­ab­stim­mung ein­lei­ten.

Der Om­ni­bus­ver­band Nord (OVN) kri­ti­sier­te die Ge­werk­schaft scharf. «Wir wa­ren fas­sungs­los über die Un­ein­sich­tig­keit der Ge­werk­schaf­ter», sag­te OVN-Ge­schäfts­füh­rer Joa­chim Schack der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Die Un­ter­neh­men sei­en Ver­di so­wohl bei der Lohn­er­hö­hung mit ei­nem An­ge­bot von 150 Eu­ro als auch ei­ner kür­ze­ren Lauf­zeit des Ta­rif­ver­trags von 30 statt 42 Mo­na­ten ent­ge­gen­ge­kom­men. «Die rea­len wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se wer­den kom­plett aus­ge­blen­det.» Da­bei ge­he es ei­ne «aku­te Ge­fahr, Ar­beits­plät­ze zu ver­lie­ren», sag­te Schack.

In der fünf­ten Ver­hand­lungs­run­de hat­ten bei­de Sei­ten am Don­ners­tag mehr als zehn St­un­den lang er­folg­los mit­ein­an­der ge­run­gen. Dann bra­chen die Ge­werk­schaf­ter die Ge­sprä­che ab. Ziel Ver­dis ist es, den St­un­den­lohn der Be­schäf­tig­ten um rund 1,50 Eu­ro zu er­hö­hen. Ver­di for­dert im Schnitt 250 Eu­ro mehr Geld pro Mo­nat für die An­ge­stell­ten des Om­ni­bus­ver­ban­des. Ziel sei es, den Lohn­ab­stand zu den Bus­fah­rern von kom­mu­na­len Ar­beit­ge­bern zu ver­rin­gern. Der Ar­beit­ge­ber­ver­band hält die For­de­run­gen für un­an­ge­mes­sen und nicht fi­nan­zier­bar.

Vie­le Schü­ler und Pend­ler in Schles­wig-Hol­stein müs­sen sich da­mit auf wei­te­re Be­hin­de­run­gen ein­stel­len. Wäh­rend der seit An­fang Ju­li an­dau­ern­den Ta­rif­ver­hand­lun­gen hat­te es ins­ge­samt sie­ben Warn­streiks ge­ge­ben. Zu­letzt hat­ten sich am Diens­tag und Mitt­woch laut Ge­werk­schaft gut 1000 Fah­rer pri­va­ter Bus­be­trie­be an ei­nem Warn­streik be­tei­ligt.

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Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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