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Un­be­fris­te­ter Streik bei der Post

Die Deut­sche Post schmet­tert ein Ver­di-An­ge­bot ab. Jetzt macht die Ge­werk­schaft ih­re Dro­hung war: Ge­streikt wird oh­ne Frist. Mil­lio­nen Brie­fe soll­ten schon in der Nacht lie­gen­blei­ben

09.06.2015. (dpa) - Vie­le Brief­käs­ten in Deutsch­land blei­ben in den kom­men­den Ta­gen leer.

Bei der Deut­schen Post hat am Mon­tag ein un­be­fris­te­ter Streik be­gon­nen.

Zu­nächst leg­ten Be­schäf­tig­te in den Brief­ver­teil­zen­tren die Ar­beit nie­der.

Spä­ter soll­ten auch Brief­trä­ger und Pa­ket­bo­ten ein­be­zo­gen wer­den, kün­dig­te die Ge­werk­schaft Ver­di an.

"Wir wer­den da an­set­zen, wo wir so­fort die größ­ten Aus­wir­kun­gen ha­ben", sag­te Ver­hand­lungs­füh­re­rin An­drea Koc­sis.

"Die­ser Streik soll mög­lichst schnell ei­ne wirt­schaft­li­che Be­ein­träch­ti­gung bei der Post her­vor­ru­fen."

In dem Ta­rif­kon­flikt geht es um die Ar­beits­be­din­gun­gen von rund 140 000 Be­schäf­tig­ten. Vor al­lem aber wird über die schlech­te­re Be­zah­lung bei 49 neu ge­grün­de­ten re­gio­na­len Ge­sell­schaf­ten für die Pa­ket­zu­stel­lung ge­strit­ten. Die dort an­ge­stell­ten rund 6000 Pa­ket­bo­ten wer­den nicht nach dem Haus­ta­rif der Post be­zahlt, son­dern er­hal­ten die oft nied­ri­ge­ren Löh­ne der Lo­gis­tik­bran­che. Ver­di will er­rei­chen, dass sie ta­rif­lich un­ter das Dach der Post zu­rück­keh­ren.

Die Post ha­be sich in sechs Ver­hand­lungs­run­den kei­nen Mil­li­me­ter be­wegt, kri­ti­sier­te Koc­sis. Auch auf ein Ul­ti­ma­tum der Ge­werk­schaft war das Un­ter­neh­men in der ver­gan­ge­nen Wo­che nicht ein­ge­gan­gen. "Die Ver­hand­lun­gen sind ge­schei­tert", sag­te die stell­ver­tre­ten­de Ver­di-Che­fin am Mon­tag.

Im Ge­gen­zug für die Rück­kehr der Re­gio­nal­ge­sell­schaf­ten in den Haus­ta­rif woll­te die Ge­werk­schaft für 2015 auf ei­ne li­nea­re Lohn­er­hö­hung ver­zich­ten. Zu­dem soll­ten die Löh­ne neu­er Mit­ar­bei­ter lang­sa­mer an­stei­gen. Ver­di for­der­te al­ler­dings auch ei­ne Ein­mal­zah­lung von 500 Eu­ro und ein Lohn­plus von 2,7 Pro­zent für 2016.

Die Post wies den Vor­schlag zu­rück. Er leis­te kei­nen Bei­trag zur Zu­kunfts­si­che­rung für Mit­ar­bei­ter und Un­ter­neh­men, be­grün­de­te Per­so­nal­che­fin Me­la­nie Kreis. Zu­dem be­deu­te er ei­ne Mehr­be­las­tung von rund 300 Mil­lio­nen Eu­ro. Das sei "so­gar ei­ne spür­ba­re Ver­schär­fung un­se­res be­ste­hen­den Wett­be­werbs­nach­teils", er­klär­te Kreis. Die Post zah­le dop­pelt so ho­he Löh­ne wie die Wett­be­wer­ber. Das ver­hin­de­re auf mitt­le­re Sicht, dass sie dau­er­haft im Wett­be­werb mit­hal­ten kön­ne. Ver­di sol­le an den Ver­hand­lungs­tisch zu­rück­keh­ren.

Bei der Post ar­bei­ten 138 000 Ta­rif­be­schäf­tig­te und 40 000 Be­am­te. Letz­te­re strei­ken nicht. Da­her hat­te die Post auch bei wo­chen­lan­gen Warn­streiks zu­letzt ei­nen Teil ih­res An­ge­bots auf­recht­er­hal­ten kön­nen. Mil­lio­nen Brie­fe und Pa­ke­te ka­men al­ler­dings deut­lich ver­spä­tet an.

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Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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