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Streik auf Streik: Nach Lok­füh­rern le­gen wie­der Pi­lo­ten Ar­beit nie­der

Die Herbst­fe­ri­en ste­hen für Ur­lau­ber bis­lang un­ter kei­nem gu­ten Stern: Di­rekt nach dem bun­des­wei­ten Streik-Wo­chen­en­de bei der Bahn tre­ten schon wie­der die Pi­lo­ten der Luft­han­sa in den Aus­stand

20.10.2014. (dpa) - Kaum rol­len die Zü­ge wie­der, blei­ben die Luft­han­sa-Ma­schi­nen am Bo­den: Bahn-Rei­sen­de kön­nen nach dem chao­ti­schen Streik-Wo­chen­en­de auf­at­men, da­für trifft der nächs­te Ar­beits­kampf die Flug­pas­sa­gie­re.

Die Ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) kün­dig­te am Sonn­tag ei­nen 35-stün­di­gen Pi­lo­ten­streik an.

Et­wa 130 000 Pas­sa­gie­re kom­men des­halb nicht mit dem ge­plan­ten Flie­ger ans Ziel.

Der Aus­stand bei Eu­ro­pas größ­ter Air­line soll von Mon­tag 13.00 Uhr bis Diens­tag­abend kurz vor Mit­ter­nacht dau­ern. Be­trof­fen sei­en Kurz- und Mit­tel­stre­cken­flü­ge aus Deutsch­land, teil­te Ge­werk­schafts­spre­cher Mar­kus Wahl in Frank­furt mit.

Nach Dar­stel­lung der Luft­han­sa fal­len et­wa 1400 von 2150 be­trof­fe­nen Flü­gen mit ins­ge­samt über 200 000 Pas­sa­gie­ren aus. Rund ein Drit­tel - al­so gut 700 Flü­ge - kön­ne der Kon­zern mit Hil­fe von frei­wil­li­gen Pi­lo­ten und an­de­ren Air­lines si­cher­stel­len, so dass mehr als 70 000 Pas­sa­gie­re den­noch an ihr Ziel kä­men.

Der Kon­zern warf der VC vor, "ei­ne Still­stands-Na­ti­on aus Deutsch­land zu ma­chen". Es ist in­zwi­schen der ach­te Pi­lo­ten­streik bei der Luft­han­sa bin­nen ei­nes knap­pen hal­ben Jah­res. In sie­ben Bun­des­län­dern ist der Mon­tag der ers­te Tag der Herbst­fe­ri­en. In zwei wei­te­ren dau­ern sie an, wäh­rend zwei an­de­re Län­der Fe­ri­en­schluss ha­ben.

Mit Son­der­flug­plä­nen will die Luft­han­sa dar­über in­for­mie­ren, wel­che Ver­bin­dun­gen trotz­dem mög­lich sind. Der Son­der­flug­plan für die ers­ten 24 St­un­den des Streiks soll­te noch am Sonn­tag­abend auf der In­ter­net­sei­te www.LH.com ver­öf­fent­licht wer­den. Der Plan für die Zeit da­nach wur­de für Mon­tag­mit­tag ge­gen 13.00 Uhr an­ge­kün­digt. Die Air­line ent­schul­dig­te sich bei den be­trof­fe­nen Pas­sa­gie­ren für die Be­las­tun­gen, die mit dem er­neu­ten Streik ver­bun­den sei­en. Be­reits am Sonn­tag sei­en Hun­der­te von zu­sätz­li­chen Mit­ar­bei­tern ein­ge­setzt wor­den, um die Aus­wir­kun­gen für die Kun­den in Gren­zen zu hal­ten.

Be­reits am Wo­chen­en­de hat­te ein Streik der Lok­füh­rer Rei­sen­de und Ur­lau­ber auf ei­ne enor­me Ge­dulds­pro­be ge­stellt. Rund 70 Pro­zent der Fern­zü­ge fie­len aus, auch im Re­gio­nal­ver­kehr fuh­ren die Zü­ge nur nach ei­nem Er­satz­fahr­plan. Der Chef der Lok­füh­rer­ge­werk­schaft GDL, Claus We­sels­ky, kün­dig­te aber ei­ne sie­ben­tä­gi­ge Streik­pau­se ab Mon­tag an. "Ich den­ke, dass wir über die nächs­te Wo­che re­den und dass wir dort ei­ne Pau­se ein­le­gen von min­des­tens sie­ben Ta­gen", sag­te er am Sams­tag­abend im "heu­te Jour­nal" des ZDF.

Ge­nau in die­se Pau­se sticht nun der Aus­stand der Pi­lo­ten. "Es ist trau­rig, dass wir nun zum ach­ten Mal strei­ken müs­sen", sag­te VC-Spre­cher Wahl, der Be­dau­ern über Un­an­nehm­lich­kei­ten für die Pas­sa­gie­re äu­ßer­te. Be­streikt wür­den Ma­schi­nen aus der Air­bus-A320-Fa­mi­lie so­wie der Ty­pen Boe­ing 737 und Em­bra­er.

Lang­stre­cken­flü­ge sind nach Luft­han­sa-An­ga­ben nicht be­trof­fen, ge­nau­so wie Ver­bin­dun­gen von Kon­zern-Ge­sell­schaf­ten wie Ger­manwings, Swiss oder Aus­tri­an Air­lines.

In dem Ta­rif­kon­flikt geht es um die so­ge­nann­te Über­gangs­ver­sor­gung. Die Luft­han­sa will, dass ih­re Pi­lo­ten spä­ter als bis­her in den be­zahl­ten Vor­ru­he­stand ge­hen - die Ge­werk­schaft wehrt sich da­ge­gen. Die Luft­han­sa ver­öf­fent­lich­te am Sonn­tag­abend ei­nen Son­der­flug­plan für die ers­ten 24 St­un­den des Streiks, am Mon­tag soll­te ein zwei­ter fol­gen.

Die Flug­ge­sell­schaft be­zeich­ne­te die Strei­kan­kün­di­gung in ei­ner Mit­tei­lung als "voll­kom­men un­ver­ständ­lich und un­ver­hält­nis­mä­ßig" - und for­der­te po­li­ti­sche Fol­gen: Die an­hal­ten­de Streik­se­rie zei­ge, dass es beim Streik­recht in Deutsch­land für Un­ter­neh­men der kri­ti­schen Ver­kehrs­in­fra­struk­tur drin­gen­den und ei­li­gen Hand­lungs­be­darf ge­be.

Erst ver­gan­ge­ne Wo­che hat­te Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) im RBB-In­fo­ra­dio ge­sagt, dass sie ih­ren ge­plan­ten Ge­setz­ent­wurf zur Ta­rif­ein­heit An­fang No­vem­ber vor­le­gen wol­le. Bei der Ta­rif­ein­heit geht es dar­um, in Groß­un­ter­neh­men mit meh­re­ren Ge­werk­schaf­ten ein an­nä­hernd ein­heit­li­ches Sys­tem von Lohn- und Ar­beits­be­din­gun­gen si­cher­zu­stel­len, da­mit klei­ne schlag­kräf­ti­ge Spar­ten­ge­werk­schaf­ten ih­re Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen nicht auf Kos­ten an­de­rer Be­schäf­tig­ter durch­set­zen kön­nen. Dies wür­de dann auch für Lok­füh­rer und Pi­lo­ten re­le­vant.

Bei den Rei­sen­den sto­ßen die er­neu­ten Streiks auf we­nig Ver­ständ­nis. In den so­zia­len Netz­wer­ken re­agier­ten Nut­zer oft spöt­tisch. Die GDL hat­te ein kurz­fris­ti­ges An­ge­bot der Bahn am Frei­tag ab­ge­schmet­tert und woll­te ih­re har­te Li­nie bis zum frü­hen Mon­tag­mor­gen durch­zie­hen.

Nach dem Ta­rif­an­ge­bot soll­ten die Lok­füh­rer ei­ne drei­stu­fi­ge Ein­kom­mens­er­hö­hung um ins­ge­samt 5 Pro­zent bei ei­ner Ver­trags­lauf­zeit von 30 Mo­na­ten be­kom­men. Be­din­gung der GDL für Ta­rif­ge­sprä­che mit der Bahn ist es aber, ne­ben den Lok­füh­rern auch für das üb­ri­ge Zug­per­so­nal wie Zug­be­glei­ter oder Bord­gas­tro­no­men zu ver­han­deln. Für die­se Be­rufs­grup­pen führt die grö­ße­re Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) bis­her die Ge­sprä­che.

Am Sonn­tag sorg­te ein Zei­tungs­be­richt für zu­sätz­li­chen Un­mut bei vie­len Be­trof­fe­nen. Dem­nach könn­te die GDL bei ih­rer Ur­ab­stim­mung zum Streik ge­schum­melt ha­ben. Die Ge­werk­schaft be­stritt das ve­he­ment.

Die "Bild am Sonn­tag" hat­te be­rich­tet, es be­stün­den Zwei­fel, ob wirk­lich die er­for­der­li­che Mehr­heit zu­stan­de kam. Ei­ne Bahn-Spre­che­rin for­der­te auf An­fra­ge der Nach­rich­ten­agen­tur dpa Klar­heit: "Schon im ur­ei­ge­nen In­ter­es­se und dem ih­rer Mit­glie­der muss die GDL das mög­lichst schnell und lü­cken­los auf­klä­ren."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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