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Streit bei Ta­rif­run­de - Mas­si­ve Warn­streiks im öf­fent­li­chen Dienst

Zu­erst sah es nach Fort­schrit­ten aus - dann krach­te es im Ta­rif­kon­flikt um den öf­fent­li­chen Dienst ge­wal­tig. Das be­deu­tet: Ein Durch­bruch ist in wei­ter Fer­ne. Warn­streiks ste­hen un­mit­tel­bar be­vor

13.04.2016. (dpa) - Die Men­schen in Deutsch­land müs­sen sich in den kom­men­den zwei Wo­chen auf mas­si­ve Warn­streiks im öf­fent­li­chen Dienst ein­stel­len.

Die Ge­werk­schaf­ten lehn­ten ein An­ge­bot für die rund zwei Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten von Bund und Kom­mu­nen am Diens­tag in Pots­dam em­pört ab.

Be­trof­fen sind bis zur Fort­set­zung der Ver­hand­lun­gen am 28. und 29. April un­ter an­de­rem vor­aus­sicht­lich wie­der Ki­tas, Stadt­ver­wal­tun­gen oder Kli­ni­ken.

Die Ar­beit­ge­ber bo­ten drei Pro­zent mehr Lohn für zwei Jah­re. "Ich den­ke, das ist ein fai­res An­ge­bot", sag­te Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU). Die Ge­werk­schaf­ten hat­ten sechs Pro­zent mehr für ein Jahr ver­langt.

Der Chef der Ge­werk­schaft Ver­di, Frank Bsirs­ke, zeig­te sich "ver­är­gert". Dies sei "ein Akt der Miss­ach­tung, ein Akt der Ge­ring­schät­zung, ein Akt der Igno­ranz der Leis­tun­gen des öf­fent­li­chen Diensts". An­ge­sichts der Mil­li­ar­den­über­schüs­se der öf­fent­li­chen Haus­hal­te han­de­le es sich um ei­ne Pro­vo­ka­ti­on. "Wie kön­nen die Ar­beit­neh­mer an­ders re­agie­ren als auf die Stra­ße zu ge­hen und deut­lich zu ma­chen, dass so et­was mit ih­nen nicht zu ma­chen ist."

Aus Bsirs­kes Sicht ist es ir­re­füh­rend, dass die Ar­beit­ge­ber ihr An­ge­bot auf 3 Pro­zent be­zif­fer­ten. Auf so ei­nen Wert kom­me man zwar bis Som­mer 2017. Aber fak­tisch wür­de die Lohn­er­hö­hung ab In­kraft­tre­ten ei­ner Ei­ni­gung in die­sem Som­mer zu­nächst nur 0,6 Pro­zent für 2016 und 1,2 Pro­zent für 2017 aus­ma­chen.

Die Ar­beit­ge­ber mach­ten auch deut­lich, dass sie mit ei­ner neu­en Ent­gel­t­ord­nung ei­ne grund­le­gend neue Ein­grup­pie­rung der Be­schäf­tig­ten in die Lohn­grup­pen ein­ge­hen woll­ten. Mit ei­ner Neu­jus­tie­rung der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung wür­den zu­dem Leis­tungs­ein­schnit­te ver­mie­den, sag­te der Prä­si­dent der Ar­beit­ge­ber­ver­ei­ni­gung VKA, Tho­mas Böh­le. Hier wol­len die Ar­beit­ge­ber die Be­schäf­tig­ten statt­des­sen mit bis zu 0,4 Pro­zent ih­res Ein­kom­mens ab 2018 zur Kas­se bit­ten. Auch dies lehn­te Bsirs­ke rund­her­aus ab.

Die VKA be­zif­fer­te die Mehr­kos­ten bei An­nah­me ih­res An­ge­bots auf 2,7 Mil­li­ar­den Eu­ro für die Kom­mu­nen. Den Bund wür­de dies laut de Mai­ziè­re rund 400 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten, bei ei­ner Über­tra­gung auf die Be­am­ten und Sol­da­ten ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro. «Ein zü­gi­ger Ab­schluss der Ver­hand­lun­gen wird so mög­lich», sag­te der Mi­nis­ter.

Der Ver­hand­lungs­füh­rer des Be­am­ten­bunds dbb, Wil­li Russ, sprach hin­ge­gen von ei­ner "Rie­sen­mo­gel­pa­ckung". Qua­si ab so­fort wer­de zu Warn­streiks auf­ge­ru­fen. Der Chef der Deut­schen Po­li­zei­ge­werk­schaft, Rai­ner Wendt, warf den Ar­beit­ge­bern vor, in den al­ten Ri­tua­len zu ver­har­ren - "als hät­ten wir ganz ge­wöhn­li­che Zei­ten und als hät­te der öf­fent­li­che Dienst nicht ei­ne Men­ge aus­zu­hal­ten", wie er der dpa sag­te. Wo und wann kon­kret ge­streikt wird, wer­de nun zü­gig ge­plant, sag­te Bsirs­ke.

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Letzte Überarbeitung: 15. Juli 2016

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