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Streit in der Uni­on über Ren­te mit 63

Nach ih­ren Äu­ße­run­gen zur Ren­te mit 63 und zu ei­nem mög­li­chen Schei­tern des Pro­jekts hat CDU-Lan­des­che­fin Klöck­ner Kri­tik ein­ste­cken müs­sen

08.04.2014. - (dpa) Trotz Kri­tik auch aus der Uni­on be­harrt die rhein­land-pfäl­zi­sche CDU-Lan­des­che­fin und Bun­des­vi­ze Ju­lia Klöck­ner auf Nach­bes­se­run­gen bei der Ren­te mit 63. Der Geist des Ko­ali­ti­ons­ver­tra­ges sei es, Men­schen, die be­son­ders lan­ge ge­ar­bei­tet ha­ben, die Mög­lich­keit zu ge­ben, mit 63 ab­schlags­frei in Ren­te zu ge­hen, sag­te Klöck­ner am Diens­tag in Mainz.

"Der Ge­setz­ent­wurf von Frau Nah­les hat aber ei­nen an­de­ren Geist." Er füh­re künst­lich ei­ne Früh­ver­ren­tungs­wel­le her­bei. Das wies die SPD im Land zu­rück.

Wenn Ar­beits­lo­sen­zei­ten an­ge­rech­net wür­den, dann soll­te dies nur be­grenzt und auch nicht am En­de ei­nes Be­rufs­le­bens ge­sche­hen, for­der­te Klöck­ner. Der Ent­wurf von Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) müs­se nach­jus­tiert wer­den. Gründ­lich­keit müs­se vor Schnel­lig­keit ge­hen. In der Uni­on herr­sche Ei­nig­keit dar­über, dass es kei­ne Früh­ver­ren­tungs­wel­le ge­ben dür­fe. "Das ha­ben wir bis­her nicht ge­hört von der SPD."

Der rhein­land-pfäl­zi­sche So­zi­al­mi­nis­ter Alex­an­der Schweit­zer (SPD) warf Klöck­ner pau­scha­li­sie­ren­de Aus­sa­gen vor. Fakt blei­be, die Ren­te mit 63 kom­me de­nen zu­gu­te, die jung in den Be­ruf ein­ge­stie­gen, lan­ge hart ge­ar­bei­tet hät­ten und es mit 63 oft kör­per­lich nicht mehr könn­ten. Es gin­gen nicht plötz­lich mehr Men­schen in Ren­te. Klöck­ners Droh­ku­lis­se mit der Früh­ver­ren­tungs­wel­le ver­ken­ne, dass sich die Wirt­schaft längst be­wusst sei, dass sie auf er­fah­re­ne Mit­ar­bei­ter nicht ver­zich­ten kön­ne.

Klöck­ner hat­te mit ei­nem mög­li­chen Schei­tern der Ren­te mit 63 ge­droht, falls die SPD auf dem Nah­les-Mo­dell be­steht. Da­mit war sie auf Wi­der­stand ge­sto­ßen. Auch Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) hat­te be­tont, an der ge­plan­ten Neu­re­ge­lung fest­hal­ten zu wol­len. Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer (CSU) sag­te, er hal­te "gar nichts" von Klöck­ners Dro­hun­gen. Klöck­ner be­ton­te in­des am Diens­tag, sie ha­be nach ih­ren Äu­ße­run­gen vor al­lem Un­ter­stüt­zung aus der Uni­on er­hal­ten.

Uni­ons-Frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der (CDU) er­mahn­te der­weil im Streit über die ab­schlags­freie Ren­te mit 63 die Kri­ti­ker im ei­ge­nen La­ger zur Zu­rück­hal­tung. "Es wird mir zu viel über ein mög­li­ches Ab­stim­mungs­ver­hal­ten ge­spro­chen, oh­ne das über­haupt klar ist, über was letzt­lich ab­ge­stimmt wird", sag­te er dem "Han­dels­blatt" (Mitt­woch).

Es gel­te, "ei­ne Re­ge­lung zu schaf­fen, die ei­ne Früh­ver­ren­tungs­wel­le mög­lichst aus­schließt". Mehr als fünf Jah­re Ar­beits­lo­sig­keit dürf­ten nach Kau­ders Über­zeu­gung bei der Ren­te ab 63 nicht an­ge­rech­net wer­den.

Ge­spro­chen wer­de auch über den Vor­schlag, fle­xi­ble Lö­sun­gen für je­ne zu fin­den, die als Rent­ner noch wei­ter­ar­bei­ten möch­ten.

"Wenn wir Früh­ver­ren­tung ver­mei­den kön­nen und mehr Fle­xi­bi­li­tät für Ar­beit jen­seits des Ren­ten­ein­tritts­al­ters hät­ten, wä­re es letzt­lich ein gu­tes Ren­ten­pa­ket, zu­mal auch ei­ne bes­se­re Müt­ter­ren­te für neun Mil­lio­nen Frau­en kommt", sag­te Kau­der. Je­der in der Uni­on müs­se wis­sen: "Die von uns zu­ge­sag­te bes­se­re Müt­te­r­en­te gibt es nur mit der Ren­te nach 45 Bei­trags­jah­ren."

Der Par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­rer der Uni­ons­frak­ti­on, Mi­cha­el Gros­se-Brö­mer (CDU) be­kann­te sich trotz Un­muts im La­ger der Uni­on zur Ren­te mit 63. Ar­beits­grund­la­ge sei der Ko­ali­ti­ons­ver­trag. Was dort nicht ge­re­gelt sei, kön­ne man an­spre­chen und ver­bes­sern. "An­sons­ten sind wir als Uni­on aber eben auch ver­trags­treu."

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Letzte Überarbeitung: 18. August 2015

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