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Mehr Stress am Ar­beits­platz

Fast die Hälf­te der deut­schen Ar­beit­neh­mer kla­gen über zu­neh­men­den Stress bei der Ar­beit: „Stress­re­port Deutsch­land 2012“ der Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­me­di­zin

31.01.2013 (dpa) - Et­wa 43 Pro­zent der Er­werbs­tä­ti­gen in Deutsch­land sind da­von über­zeugt, dass ihr Ar­beits­stress in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren zu­ge­nom­men hat. 19 Pro­zent füh­len sich über­for­dert.

Das geht aus dem „Stress­re­port Deutsch­land 2012“ der Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­me­di­zin her­vor, der vor­ges­tern in Ber­lin vor­ge­legt wur­de. Für die Stu­die wur­den bun­des­weit fast 18 000 Ar­beit­neh­mer zu psy­chi­schen An­for­de­run­gen, Be­las­tun­gen und Stress­fol­gen ih­res Ar­beits­all­tags be­fragt.

Da­nach sind Ter­min- und Leis­tungs­druck in Deutsch­land häu­fi­ger als im Durch­schnitt der 27 EU-Län­der: Je­der zwei­te Be­frag­te (52 Pro­zent) gibt das an. Knapp 60 Pro­zent der Be­frag­ten füh­len sich durch die gleich­zei­ti­ge Er­le­di­gung ver­schie­de­ner Auf­ga­ben be­las­tet.

Für 35 Pro­zent ist die Ar­beits­wo­che län­ger als 40 St­un­den. 26 Pro­zent kla­gen dar­über, dass sie kei­ne Pau­sen ma­chen kön­nen. Ins­ge­samt 64 Pro­zent ar­bei­ten auch sams­tags, 38 Pro­zent an Sonn- und Fei­er­ta­gen.

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) ap­pel­lier­te an die Ver­ant­wor­tung der Un­ter­neh­men. „Stress bei der Ar­beit kann vor­kom­men, aber nicht dau­er­haft. Und er darf auch nicht krank ma­chen. Der Stress-Re­port zeigt, wo die Pro­ble­me be­son­ders groß sind, aber auch, was man da­ge­gen tun kann. Ich will dem chro­ni­schen Stress den Kampf an­sa­gen und er­war­te, dass die Be­trie­be mit­zie­hen“, sag­te sie der „Bild“-Zei­tung.

Stress im Job wird nach Ein­schät­zung der IG Me­tall häu­fig von den Chefs ver­ur­sacht. „Wir wis­sen, dass in­kom­pe­ten­tes Füh­rungs­ver­hal­ten ein wich­ti­ger Stress­fak­tor ist“, sag­te Vor­stands­mit­glied Hans-Jür­gen Ur­ban im Ge­spräch mit der Deut­schen Pres­se-Agen­tur (dpa).

An­ge­stell­te wür­den teil­wei­se mit Ar­beit über­schüt­tet. „Viel­fach fehlt den Vor­ge­setz­ten ein Ge­fühl da­für, dass der Auf­ga­ben­berg schon groß ist.“ Es fehl­ten kla­re An­sa­gen, wel­che An­fra­gen zu­erst er­le­digt wer­den müs­sen, weil Hier­ar­chi­en nicht ein­deu­tig ge­klärt sei­en. Der Vor­ge­setz­te ge­be manch­mal auch den Druck auf die Be­schäf­tig­ten wei­ter, den er selbst emp­fin­de.

Aber nicht nur die Chefs sei­en für den Stress der Be­schäf­tig­ten ver­ant­wort­lich. „Vor al­lem die Pre­ka­ri­sie­rung der Ar­beit durch Leih­ar­beit, Werk­ver­trä­ge und Be­fris­tun­gen setzt die Men­schen un­ter Dau­er­stress.“

„Es wird viel ge­re­det und we­nig ge­tan“, kri­ti­sier­te Ur­ban. In der Öf­fent­lich­keit sei das The­ma Stress am Ar­beits­platz an­ge­kom­men. In den Be­trie­ben herr­sche aber noch viel Un­si­cher­heit, wie da­mit um­ge­gan­gen wer­den soll. Dar­an müs­se sich drin­gend et­was än­dern.

Vor ei­ni­ger Zeit hat die IG Me­tall da­her ei­ne An­ti-Stress-Ver­ord­nung vor­ge­schla­gen (wir be­rich­te­ten dar­über in: Ar­beits­recht ak­tu­ell: 12/270 Psy­chi­sche Be­las­tun­gen bei der Ar­beit). Aber Ge­werk­schaft und Ar­beit­ge­ber sind sich nicht ei­nig. Des­halb soll es zu­nächst kei­ne ge­mein­sa­me Er­klä­rung von Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um, DGB und dem Ar­beit­ge­ber­ver­band BDA zum ver­bes­ser­ten Schutz der psy­chi­schen Ge­sund­heit am Ar­beits­platz ge­ben.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 16. März 2015

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