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Stu­die: Be­trie­be wer­ben bei Be­schäf­tig­ten zu we­nig mit Be­triebs­ren­te

Die Ko­ali­ti­on woll­te in die­ser Wahl­pe­ri­ode ne­ben der ge­setz­li­chen und pri­va­ten als drit­te Säu­le die be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge stär­ken: Ers­te Schrit­te sind ge­tan. Für mehr sieht es zur Zeit aber schlecht aus, ob­wohl es nach ei­ner Stu­die of­fen­bar gro­ßes In­ter­es­se gibt

02.03.2016. (dpa) - Ei­ne Be­triebs­ren­te kann für Ar­beit­neh­mer ein Kri­te­ri­um bei der Wahl des Ar­beit­ge­bers sein.

Doch vie­le Un­ter­neh­men ver­säu­men es ei­ner Um­fra­ge zu­fol­ge, Be­schäf­tig­te aus­rei­chend über die­se Mög­lich­kei­ten zu in­for­mie­ren.

Da­bei be­steht bei Ar­beit­neh­mern gro­ßes In­ter­es­se an ei­ner zu­sätz­li­chen Al­ters­ab­si­che­rung.

Dies geht aus ei­ner Stu­die "Miss­ver­ständ­nis be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung" der Wirt­schafts­prü­fungs- und Be­ra­tungs­ge­sell­schaft Pri­ce­wa­ter­house­Co­o­pers (PwC) her­vor, die der Nach­rich­ten­agen­tur dpa vor­liegt.

Ge­ra­de qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter schät­zen der Um­fra­ge zu­fol­ge die Mög­lich­keit ei­ner Be­triebs­ren­te be­son­ders. Für mehr als zwei Drit­tel der jun­gen Aka­de­mi­ker sei ein sol­ches An­ge­bot des Ar­beit­ge­bers ein Kri­te­ri­um bei der Stel­len­wahl. Die­se Al­ters­vor­sor­ge ge­hö­re zu den be­lieb­tes­ten Zu­satz­leis­tun­gen. Nur Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten wür­den als noch wich­ti­ger ein­ge­stuft.

Al­ler­dings ken­nen 41 Pro­zent ih­re ei­ge­ne ar­beit­ge­ber­fi­nan­zier­te Ver­sor­gung nicht. Und we­ni­ger als ein Drit­tel ent­schei­det sich für die Ent­gelt­um­wand­lung, al­so die steu­er­freie di­rek­te Ein­zah­lung ei­nes Teils der Brut­to­be­zü­ge in ei­ne frei­wil­li­ge Zu­satz­ren­te. Of­fen­sicht­lich wird die­se Mög­lich­keit im Un­ter­neh­men un­zu­rei­chend kom­mu­ni­ziert.

Laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt zahl­ten die Be­schäf­tig­ten 2012 im Schnitt 362 Eu­ro in ih­re be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge. Das ent­sprach ei­nem Ge­samt­vo­lu­men von 9,5 Mil­li­ar­den Eu­ro. Die In­ves­ti­tio­nen in die "Ries­ter-Ren­te" la­gen bei 10,1 Mil­li­ar­den. "Bei der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung be­steht drin­gen­der Hand­lungs­be­darf", sag­te Jür­gen Hel­fen, Part­ner bei PwC und Ex­per­te für Al­ters­ver­sor­gungs­sys­te­me.

So­zi­al­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) hat­te An­fang ver­gan­ge­nen Jah­res an­ge­kün­digt, künf­tig deut­lich mehr Ar­beit­neh­mer in den Ge­nuss ei­ner Be­triebs­ren­te zu brin­gen - qua­si als Er­gän­zung zur staat­li­chen und pri­va­ten Vor­sor­ge. Die Be­triebs­ren­te mit 17,8 Mil­lio­nen An­spruchs­be­rech­tig­ten sei aus­bau­fä­hig. Nah­les will die Be­triebs­ren­te über Ta­rif­ver­trä­ge stär­ken.

In ei­nem ers­ten Schritt sol­len sich Job­wech­sel für Ar­beit­neh­mer nicht mehr ne­ga­tiv auf Be­triebs­ren­ten aus­wir­ken. Au­ßer­dem sol­len die Fris­ten, nach de­nen An­wart­schaf­ten nicht mehr ver­fal­len kön­nen, deut­lich ver­kürzt wer­den - ganz im Sin­ne jun­ger mo­bi­ler Be­schäf­tig­ter. Mit dem Ge­setz­ent­wurf setz­te Nah­les Vor­ga­ben aus Brüs­sel um, mit de­nen die EU die Mo­bi­li­tät von Ar­beit­neh­mern er­hö­hen will. Die Ver­bes­se­run­gen für die Be­schäf­tig­ten dürf­ten die Wirt­schaft nach dem Ent­wurf rund 155 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten.

Im ver­gan­ge­nen Mo­nat be­schloss der Rechts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges, Un­ter­neh­men, die ih­ren Mit­ar­bei­tern ei­ne Be­triebs­ren­te an­bie­ten, bei den Pen­si­ons­rück­stel­lun­gen zu ent­las­ten. Es sol­le Er­leich­te­run­gen bei der Be­wer­tung der mil­li­ar­den­schwe­ren Rück­stel­lun­gen ge­ben.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 15. Juli 2016

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