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16/353a Stu­die: Bür­ger­ver­si­che­rung wür­de Zehn­tau­sen­de Ar­beits­plät­ze kos­ten

Die SPD hat der Pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung auch für die­se Bun­des­tags­wahl den Kampf an­ge­sagt: SPD, Grü­ne und Lin­ke wol­len sie ab­schaf­fen. Da kommt der PKV ei­ne neue Stu­die aus der Ge­werk­schafts­ecke über den Ver­lust von Ar­beits­plät­zen ge­ra­de recht

17.11.2016. (dpa) - Die Ein­füh­rung ei­ner ge­setz­li­chen Bür­ger­ver­si­che­rung könn­te zu ei­nem mas­si­ven Job­ver­lust bei der Pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV) füh­ren.

Zu die­sem Er­geb­nis kommt ei­ne jetzt ver­öf­fent­lich­te neue Stu­die im Auf­trag der ge­werk­schafts­na­hen Hans-Böck­ler-Stif­tung.

Ei­ne sol­che von SPD, Grü­nen und Lin­ken fa­vo­ri­sier­te ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung für al­le wür­de je nach Aus­stiegs­sze­na­rio da­zu füh­ren, dass in der PKV zwi­schen 22.700 und 51.000 Stel­len ab­ge­baut wer­den müss­ten.

Die­ser Stel­len­ab­bau ent­sprä­che ei­ner Grö­ßen­ord­nung von et­wa dem Drei- bis Sechs­fa­chen der ak­tu­ell bei Ten­gel­mann-Kai­ser be­droh­ten Be­leg­schaft, heißt es in der Stu­die, die der Deut­schen Pres­se-Agen­tur vor­liegt. Dort muss­ten nach Ge­werk­schafts-An­ga­ben zeit­wei­se 8.000 der 15.000 Mit­ar­bei­ter mit Ent­las­sung rech­nen. Die Stu­die geht von et­wa 68.000 Be­schäf­tig­ten (2014) im Be­reich der PKV aus. Die Ver­lus­te lä­gen al­so zwi­schen knapp ei­nen Drit­tel und rund drei Vier­teln der Jobs bei den pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rern.

In der PKV sind rund neun Mil­lio­nen Men­schen ver­si­chert. Der PKV-Ver­band wies wie­der­holt dar­auf hin, das je­der Eu­ro in der PKV wei­te­re 2,10 Eu­ro an zu­sätz­li­cher Brut­to­wert­schöp­fung in an­de­ren Un­ter­neh­men be­wir­ke. Und mit je­dem ein­zel­nen Ar­beits­platz sei­en wei­te­re 4,6 Ar­beits­plät­ze ver­bun­den.

Im Wahl­jahr 2017 muss sich die PKV wie­der auf An­grif­fe aus SPD und Op­po­si­ti­on ein­stel­len. Der für Ge­sund­heits­po­li­tik zu­stän­di­ge SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Karl Lau­ter­bach kün­dig­te be­reits an, dass für sei­ne Par­tei die "pa­ri­tä­ti­sche Bür­ger­ver­si­che­rung" ein Rie­sen­the­ma wer­de. Da­mit strebt die SPD ei­ne ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung für al­le Bür­ger an und die Ab­schaf­fung der pri­va­ten.

Ähn­lich wol­len die Grü­nen ei­ne Kran­ken­ver­si­che­rung von al­len für al­le. Ih­re Bür­ger­ver­si­che­rung be­zieht al­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in die So­li­dar­ge­mein­schaft ein - auch gut ver­die­nen­de An­ge­stell­te, Selbst­stän­di­ge, Ab­ge­ord­ne­te und Be­am­te. Zur Fi­nan­zie­rung wer­den al­le Ein­kom­men her­an­ge­zo­gen - ne­ben den Löh­nen, Ge­häl­tern und Ren­ten auch die Ein­kom­men aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung so­wie Ge­win­ne.

Auch nach den Vor­stel­lun­gen der Lin­ken zah­len bei ei­ner Bür­ger­ver­si­che­rung al­le in ei­ne Kas­se ein, egal ob Hartz-IV-Emp­fän­ge­rin, Post­bo­te, Ma­na­ger oder Leh­re­rin. Be­rück­sich­tigt wer­den auch nicht nur Ar­beits­ein­kom­men, son­dern auch Ein­kom­men aus Ver­mö­gen und Grund- und Haus­be­sitz.

So­zi­al­de­mo­kra­ten, Grü­ne und Lin­ke ge­hen da­von aus, auf die­se Wei­se die nach ih­rer Mei­nung in Deutsch­land vor­herr­schen­de Zwei-Klas­sen-Me­di­zin über­win­den zu kön­nen.

Ei­ne ähn­li­che Stu­die, die 2013 im Auf­trag der Ge­werk­schaft Ver.di er­stellt wur­de, hat­te nach An­ga­ben der "Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung" von da­mals ein noch deut­li­che­res Er­geb­nis und sorg­te im Ge­werk­schafts­la­ger für enor­mes Auf­se­hen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 28. November 2016

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