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Stu­die: Eu­ro-Kri­se stei­gert Mo­bi­li­tät von Ar­beits­kräf­ten in Eu­ro­pa

Die Kri­se in Eu­ro­pa macht die Men­schen mo­bil: Seit 2009 nut­zen im­mer mehr Men­schen die Frei­zü­gig­keit am EU-Ar­beits­markt: Sie su­chen jen­seits der Lan­des­gren­zen ei­nen Job. Vor al­lem Deutsch­land ist we­gen sei­nes sta­bi­len Ar­beits­mark­tes be­liebt
Europafahne

03.09.2014. (dpa) - Auf der Su­che nach ei­nem Ar­beits­platz zie­hen nach ei­ner Stu­die im­mer mehr Eu­ro­pä­er in ein an­de­res EU-Land.

Die Eu­ro-Schul­den­kri­se ha­be die Wan­de­rungs­be­reit­schaft in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ver­stärkt, vor al­lem Deutsch­land ha­be da­von we­gen sei­nes ro­bus­ten Ar­beits­mark­tes pro­fi­tiert, sag­te Be­ren­berg-Volks­wirt Jörn Quitzau am Diens­tag bei der Prä­sen­ta­ti­on ei­ner ge­mein­sam mit dem Ham­bur­gi­schen Welt­wirt­schafts­in­sti­tut (HW­WI) durch­ge­führ­ten Stu­die.

Dem­nach sind die EU-Bin­nen­wan­de­run­gen zwi­schen 2009 und 2012 um rund 20 Pro­zent ge­stie­gen. Die Zahl der Zu­wan­de­rer aus an­de­ren EU-Län­dern nach Deutsch­land ha­be sich in die­sem Zeit­raum dank gu­ter Be­schäf­ti­gungs- und Ein­kom­mens­per­spek­ti­ven so­gar mehr als ver­dop­pelt.

Zah­len des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes be­stä­ti­gen das. Dem­nach wan­der­ten 2009 knapp 348 000 Men­schen aus den (heu­ti­gen) EU-Län­dern nach Deutsch­land ein, 2013 wa­ren es mehr als 727 000. Nach Her­kunfts­län­dern ka­men da­bei im ver­gan­ge­nen Jahr die größ­ten Grup­pen aus Po­len (17,1 Pro­zent) und Ru­mä­nen (12,1 Pro­zent).

Al­ler­dings sei es in den Kri­sen­jah­ren zu ei­ner Um­len­kung von Wan­de­rungs­strö­men ge­kom­men, sag­te der schei­den­de HW­WI-Di­rek­tor Tho­mas Straub­haar: "Vor­mals be­lieb­te Ein­wan­de­rungs­län­der wie et­wa Spa­ni­en ha­ben sich un­ter der Kri­se zu Net­to­aus­wan­de­rungs­län­dern ent­wi­ckelt." Statt nach Spa­ni­en, Ir­land oder Ita­li­en sei­en Ar­beits­kräf­te aus den ost­eu­ro­päi­schen EU-Län­dern in an­de­re Staa­ten wie Deutsch­land oder Ös­ter­reich ge­gan­gen.

Zu­dem sei­en mehr Men­schen aus den Kri­sen­re­gio­nen in die eu­ro­päi­schen Kern­län­der um­ge­zo­gen. Haupt­trieb­fe­der der ge­stie­ge­nen Mo­bi­li­tät sei­en Be­schäf­ti­gungs­chan­cen und Ein­kom­men, sag­te Quitzau: "Die Men­schen ge­hen dort­hin, wo die Jobs sind. Zu­sätz­lich wirkt das nach wie vor be­ste­hen­de Ein­kom­mens­ge­fäl­le zwi­schen den mit­tel- und ost­eu­ro­päi­schen Staa­ten und West­eu­ro­pa als He­bel, der Wan­de­run­gen in Gang setzt."

Denn in Län­dern wie Spa­ni­en, Grie­chen­land oder Ir­land ha­be sich die Ar­beits­lo­sen­quo­te in den Kri­sen­jah­ren ver­drei­facht, in Por­tu­gal ver­dop­pelt. In Deutsch­land sank sie hin­ge­gen.

Auch die Mo­bi­li­tät jun­ger und gut qua­li­fi­zier­ter Men­schen ha­be zu­ge­nom­men. In­zwi­schen sei rund ein Drit­tel der Ein­wan­de­rer aus den zwölf "neu­en" in die 15 "al­ten" EU-Län­dern im Job im Ziel­land über­qua­li­fi­ziert, be­ton­te HW­WI-For­schungs­di­rek­to­rin Chris­ti­na Boll: "Die Über­qua­li­fi­ka­ti­on im Job ist der Preis, den vie­le hoch­qua­li­fi­zier­te Mi­gran­ten für ei­ne Be­schäf­ti­gung im Ziel­land zah­len." An­de­rer­seits sei­en die Job­aus­sich­ten für nied­rig­qua­li­fi­zier­te Ar­beits­kräf­te aus den Kri­sen­län­dern auch in an­de­ren Staa­ten ge­ring.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 4. Juli 2015

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