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Stu­die: Mehr Frau­en in Auf­sichts­rä­ten - Ab­wärts­trend in Vor­stän­den

Die ge­setz­li­che Frau­en­quo­te gilt zwar noch nicht: Das Ge­setz für ei­ne gleich­be­rech­tig­te Teil­nah­me von Män­nern und Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen wirft aber schon sei­nen Schat­ten vor­aus. In den Auf­sichts­rä­ten steigt der Frau­en­an­teil kon­ti­nu­ier­lich

10.10.2014. (dpa) - Der Frau­en­an­teil in den Vor­stands­eta­gen deut­scher Un­ter­neh­men sinkt.

Das geht aus ei­nem ak­tu­el­len In­dex her­vor, den der Ver­ein "Frau­en in die Auf­sichts­rä­te" (Fi­dar) am Don­ners­tag in Ber­lin vor­stellt.

Da­nach sind ak­tu­ell nur 5,8 Pro­zent der Vor­stands­mit­glie­der weib­lich.

Vor ei­nem Jahr hat­te die­ser Wert noch deut­lich über sechs Pro­zent ge­le­gen.

"Bei ei­ni­gen Un­ter­neh­men scheint die Bot­schaft noch nicht an­ge­kom­men zu sein, dass ih­re Re­pu­ta­ti­on auf dem Spiel steht, wenn sie jetzt nicht für mess­ba­re Ver­än­de­run­gen sor­gen", er­klär­te die Fi­dar-Prä­si­den­tin, Mo­ni­ka Schulz-St­re­low.

Et­was bes­ser sieht es in den Auf­sichts­rä­ten der bör­sen­no­tier­ten Un­ter­neh­men aus. Hier sind der­zeit 18,9 Pro­zent der Pos­ten mit Frau­en be­setzt. Vor drei Jah­ren wa­ren es erst zehn Pro­zent. Ex­per­ten ver­mu­ten, dass die­ser An­stieg auch auf die De­bat­te um die für An­fang 2016 ge­plan­te Ein­füh­rung ei­ner Frau­en­quo­te von 30 Pro­zent für die Auf­sichts­rä­te der größ­ten deut­schen Fir­men zu­rück­ge­führt wer­den kann. "Nach 32 Jah­ren, die über die Quo­te in der Bun­des­re­pu­blik ge­spro­chen wird, wird sie nun end­lich in ein Ge­setz ge­gos­sen", kom­men­tier­te Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD), de­ren Mi­nis­te­ri­um die Fi­dar-Stu­die ge­för­dert hat­te, den ak­tu­el­len In­dex.

Schwe­sig (SPD) war von Wirt­schafts­ver­bän­den für ih­ren Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes über "gleich­be­rech­tig­te Teil­ha­be von Frau­en und Män­nern an Füh­rungs­po­si­tio­nen" zu­letzt scharf kri­ti­siert wor­den. Der Bun­des­ver­band der Deut­schen In­dus­trie (BDI) und die Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA) mel­de­ten die­se Wo­che so­gar ver­fas­sungs­recht­li­che Be­den­ken ge­gen das Ge­set­zes­vor­ha­ben an. Die Ver­bän­de sind grund­sätz­lich ge­gen ei­ne fes­te Frau­en­quo­te.

Schwe­sig ist je­doch der Über­zeu­gung, dass die Ver­su­che der letz­ten Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on von CDU/CSU und FDP, die Un­ter­neh­men mit Selbst­ver­pflich­tun­gen zu ei­ner Er­hö­hung des Frau­en­an­teils zu be­we­gen, nichts ge­bracht ha­ben. Sie er­klär­te: "Aus ei­ge­ner Kraft schaf­fen es die Un­ter­neh­men nicht. Der Ge­setz­ge­ber muss an die­ser Stel­le hel­fen." Auch das Ar­gu­ment der In­dus­trie­ver­bän­de, dass es un­fair sei, die pri­va­te Wirt­schaft für die Be­wäl­ti­gung ge­sell­schaft­li­cher Miss­stän­de al­lei­ne ver­ant­wort­lich zu ma­chen, ließ die Mi­nis­te­rin nicht gel­ten. Schließ­lich ha­be die Bun­des­re­gie­rung mit dem El­tern­geld und dem Ki­ta-Aus­bau schon Vor­leis­tun­gen für ei­ne Er­leich­te­rung der Er­werbs­tä­tig­keit von Frau­en er­bracht.

Laut dem ak­tu­el­len "wo­men-on-board-In­dex" ha­ben 31 der un­ter­such­ten 160 bör­sen­no­tier­ten Un­ter­neh­men we­der im Vor­stand noch im Auf­sichts­rat ei­ne Frau. Zu die­sen "schwar­zen Scha­fen" ge­hö­ren un­ter an­de­rem Pu­ma, Hoch­tief und Sixt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 24. Februar 2016

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