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Stu­die zur Ge­rech­tig­keit in der EU

Die wirt­schaft­li­che La­ge in Eu­ro­pa er­holt sich, die jun­ge Ge­ne­ra­ti­on aber pro­fi­tiert da­von noch nicht. Nach ei­ner Stu­die wird die Kluft zwi­schen Alt und Jung im­mer grö­ßer: Und das auch in Deutsch­land, ob­wohl die Aus­gangs­la­ge hier im EU-Ver­gleich deut­lich bes­ser ist

27.10.2015. (dpa) - 26 Mil­lio­nen Kin­der und Ju­gend­li­che sind nach ei­ner Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung in der Eu­ro­päi­schen Uni­on von Ar­mut und so­zia­ler Aus­gren­zung be­droht. Da­mit sind die Jün­ge­ren die größ­ten Ver­lie­rer der Wirt­schafts- und Schul­den­kri­se der ver­gan­ge­nen Jah­re in der EU. Be­trof­fen sind fast 30 Pro­zent al­ler un­ter 18-Jäh­ri­gen. Weit über 5 Mil­lio­nen der Jun­gen ha­ben so­gar nur ge­rin­ge Zu­kunfts­per­spek­ti­ven, da sie we­der Aus­bil­dungs­platz noch Ar­beit fin­den. Die Stu­die zur so­zia­len Ge­rech­tig­keit (So­ci­al Jus­ti­ce In­dex), die der Deut­schen Pres­se-Agen­tur vor­ab vor­lag und am Diens­tag vor­ge­stellt wird, be­leuch­tet zum zwei­ten Mal nach 2014 die Ent­wick­lung in al­len 28 EU-Staa­ten an­hand von 35 Kri­te­ri­en.

Deutsch­land be­legt wie be­reits bei der ers­ten Stu­die trotz gro­ßer volks­wirt­schaft­li­cher Kraft nur den sieb­ten Platz, konn­te sei­nen In­dex-Wert seit 2008 - da­mals war die Er­he­bung noch nicht so um­fas­send wie heu­te - aber von 6,16 auf 6,52 ver­bes­sern. Der EU-Schnitt liegt bei 5,63. Spit­zen­rei­ter bleibt Schwe­den (7,23), Grie­chen­land fällt mit 3,61 wei­ter zu­rück. Ne­ben ei­ner wach­sen­den Kluft zwi­schen Alt und Jung gibt es in der EU da­mit auch wei­ter­hin ein deut­li­ches Nord-Süd-Ge­fäl­le.

«Wir kön­nen uns ei­ne ver­lo­re­ne Ge­ne­ra­ti­on in Eu­ro­pa we­der so­zi­al noch öko­no­misch leis­ten. Die EU und ih­re Mit­glied­staa­ten müs­sen be­son­de­re An­stren­gun­gen un­ter­neh­men, um die Chan­cen jun­ger Men­schen nach­hal­tig zu ver­bes­sern», sag­te Aart De Ge­us, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Ber­tels­mann Stif­tung, zum Er­geb­nis der Stu­die.

Für Deutsch­land spricht die gu­te La­ge auf dem Ar­beits­markt mit der nied­rigs­ten Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit (7,7 Pro­zent) im EU-Ver­gleich und hin­ter Schwe­den der zweit­höchs­ten Be­schäf­ti­gungs­quo­te von 73,8 Pro­zent. Die For­scher be­män­geln al­ler­dings mit 40 Pro­zent ei­nen zu gro­ßen An­teil von aty­pi­schen Be­schäf­tig­ten in Deutsch­land. Die­se Men­schen sind trotz Voll­zeit­job von Ar­mut be­droht - we­gen be­fris­te­ten Ver­trä­gen und nied­ri­gen Lohns.

Bei der Ge­ne­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit hat sich die Bun­des­re­pu­blik im Ver­gleich zu 2014 von Rang 10 auf 15 ver­schlech­tert. So müs­sen bei den un­ter 18-Jäh­ri­gen et­wa 5 Pro­zent mit schwe­ren ma­te­ri­el­len Ent­beh­run­gen le­ben. Bei den über 65 Jah­ren al­ten Bun­des­bür­gern sind es nur 3,2 Pro­zent. Auch beim Bil­dungs­zu­gang be­klagt die Ber­tels­mann-Stif­tung in Deutsch­land ei­nen zu star­ken Zu­sam­men­hang zwi­schen so­zia­ler Her­kunft und Bil­dungs­er­folg.

Bei den Staa­ten im Sü­den Eu­ro­pas mit ho­her Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit mahnt die Stif­tung wei­ter Struk­tur­re­for­men an. «Dort kom­men vie­le hoch­qua­li­fi­zier­te nicht auf dem Ar­beits­markt an. Der Über­gang von der Bil­dung in den Job funk­tio­niert nicht», sagt Da­ni­el Schraad-Ti­scher, Ex­per­te der Ber­tels­mann-Stif­tung.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. Juni 2016

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