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Stu­die: Ham­burgs Azu­bis be­dingt zu­frie­den mit der Aus­bil­dung

Die Mehr­heit al­ler Ham­bur­ger Lehr­lin­ge sind mit ih­rer Aus­bil­dung zu­frie­den, kla­gen aber über Über­stun­den, man­gel­haf­te Aus­bil­dungs­plä­ne oder Pri­vat­auf­trä­ge ih­rer Chefs: Deut­lich mehr Frust gibt es je­doch bei den vor­ge­schrie­be­nen Be­triebs­prak­ti­ka

08.02.2016. (dpa) - Zwei Drit­tel al­ler Ham­bur­ger Lehr­lin­ge sind mit ih­rer Aus­bil­dung laut ei­ner Stu­die des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB) zu­frie­den, kla­gen aber auch über man­geln­de Qua­li­tät und schlech­te Be­din­gun­gen.

So leis­te­ten 38,2 Pro­zent al­ler Aus­zu­bil­den­den re­gel­mä­ßig Über­stun­den, heißt es in dem der Deut­schen Pres­se-Agen­tur vor­lie­gen­den DGB-Aus­bil­dungs­re­port, der an die­sem Mon­tag vor­ge­stellt wer­den soll.

Den zwin­gend vor­ge­schrie­be­nen Frei­zeit­aus­gleich er­hielt je­doch nur rund ein Drit­tel der Azu­bis, wo­bei vor al­lem Kauf­leu­te im Ein­zel­han­del und zahn­me­di­zi­ni­sche Fach­an­ge­stell­te be­trof­fen ge­we­sen sei­en.

Kri­tisch äu­ßer­ten sich rund ein Drit­tel der 3400 im ver­gan­ge­nen Jahr be­frag­ten Ju­gend­li­chen aus 43 Aus­bil­dungs­be­ru­fen zu­dem über das Feh­len ei­nes Aus­bil­dungs­plans. Je­der zehn­te klag­te dar­über hin­aus, dass er auch Bo­ten­gän­ge oder pri­va­te Er­le­di­gun­gen für Drit­te über­neh­men müs­se. Ei­ne Son­der­aus­wer­tung in der Stu­die im Auf­trag der DGB-Ju­gend Nord zeig­te zu­dem, dass die in Ham­burg ver­pflich­ten­den Be­triebs­prak­ti­ka für Schü­ler ih­ren Zweck weit­ge­hend ver­feh­len. Für die­sen Teil der Un­ter­su­chung des In­sti­tuts für So­zi­al­päd­ago­gi­sche For­schung Mainz und der Iso­plan-Markt­for­schung Saar­brü­cken/Ber­lin wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr 2765 Ham­bur­ger Be­rufs­schü­ler be­fragt.

"Aus­zu­bil­den­de ha­ben ein Recht auf ei­nen gu­ten Start in ihr Be­rufs­le­ben", er­klär­te Ham­burgs DGB-Vor­sit­zen­de Kat­ja Kar­ger. Ar­beit­ge­ber müss­ten da­bei die Ver­ant­wor­tung für die Ju­gend­li­chen über­neh­men. Häu­fi­ge Über­stun­den und feh­len­de Aus­bil­dungs­plä­ne zeig­ten je­doch: "Vie­le Be­trie­be sind ein­fach nicht aus­bil­dungs­reif." Der Ju­gend­bil­dungs­re­fe­rent der DGB-Ju­gend, Chris­ti­an Kröncke, for­der­te stär­ke­re Kon­trol­len und ein kon­se­quen­tes Ver­hän­gen von Sank­tio­nen. "Wir re­den hier auch nicht über Ka­va­liers­de­lik­te, son­dern über kla­re Ge­set­zes­ver­stö­ße."

Bei der Son­der­aus­wer­tung ga­ben rund 60 Pro­zent der Schü­ler an, dass ih­nen die Prak­ti­ka bei der Be­rufs­wahl nicht ge­hol­fen hät­ten. Als Grün­de nann­ten 46,1 Pro­zent "un­in­ter­es­san­te Ta­ges­ab­läu­fe", 45,7 Pro­zent schlech­te Ver­dienst­mög­lich­kei­ten und 21,3 Pro­zent ei­ne man­gel­haf­te Ein­bin­dung in den Be­trieb. Je­der Sieb­te (13,3 Pro­zent) klag­te dar­über hin­aus über ei­ne feh­len­de Un­ter­stüt­zung durch die Schu­le und "fühl­te sich al­lein­ge­las­sen". Für die Ver­fas­ser der Stu­die ist da­mit klar: "Hier müs­sen Schu­le und Be­trie­be drin­gend nach­kor­ri­gie­ren und das Be­triebs­prak­ti­kum als Form des be­trieb­li­chen Ler­nens an­er­ken­nen."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 8. November 2016

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