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Stu­die: Gu­te Kon­junk­tur drängt Schwarz­ar­beit et­was zu­rück

Die Putz­frau wird bar be­zahlt, der Klemp­ner ar­bei­tet oh­ne Rech­nung - Schwarz­ar­beit ist auch in Deutsch­land Usus: In Zei­ten stei­gen­der Ein­kom­men ver­liert sie et­was an Be­deu­tung. Doch wie steht es mit Schwarz­ar­beit von Flücht­lin­gen?

02.02.2016. (dpa) - Die il­le­ga­le Be­schäf­ti­gung in Deutsch­land ist ei­ner Stu­die zu­fol­ge dank der gu­ten Kon­junk­tur et­was rück­läu­fig.

Der An­teil der so­ge­nann­ten Schat­ten­wirt­schaft an der Wirt­schafts­leis­tung wer­de 2016 schät­zungs­wei­se um 0,4 Pro­zent­punk­te auf 10,8 Pro­zent sin­ken, heißt es in der am Diens­tag ver­öf­fent­lich­ten Stu­die des Tü­bin­ger In­sti­tuts für An­ge­wand­te Wirt­schafts­for­schung (IAW) und der Uni­ver­si­tät Linz.

"In der gu­ten Wirt­schafts­la­ge ver­die­nen die Be­schäf­tig­ten mehr, ihr St­un­den­lohn steigt oder sie kön­nen be­zahl­te Über­stun­den ma­chen", sagt Stu­di­en­au­tor Fried­rich Schnei­der.

"Da­durch wol­len we­ni­ger Men­schen in ih­rer Frei­zeit schwarz­ar­bei­ten."

Der An­teil am Brut­to­in­lands­pro­dukt wä­re da­mit so nied­rig wie noch nie seit Be­ginn der Stu­di­en­sta­tis­tik 1995. In der Schat­ten­wirt­schaft wer­den der Schät­zung zu­fol­ge in die­sem Jahr Leis­tun­gen im Wert von 336 Mil­li­ar­den Eu­ro er­bracht, 3,35 Mil­li­ar­den Eu­ro we­ni­ger als 2015. Un­ter Schat­ten­wirt­schaft ver­steht man Schwarz­ar­beit - al­so zu­meist Be­zah­lung in bar oh­ne Rech­nung -, aber auch an­de­re For­men der il­le­ga­len Be­schäf­ti­gung, et­wa wenn ost­eu­ro­päi­sche Su­b­un­ter­neh­mer auf deut­schen Bau­stel­len den Min­dest­lohn un­ter­schrei­ten.

Der Rück­gang der Schwarz­ar­beit könn­te den Stu­di­en­au­to­ren zu­fol­ge al­ler­dings durch den Flücht­lings­zu­zug ab­ge­bremst wer­den. Sie rech­nen ver­schie­de­ne Mo­del­le durch, de­nen zu­fol­ge zwi­schen 100.000 und 300.000 Flücht­lin­ge il­le­gal be­schäf­tigt sein wer­den, et­wa als Putz­kraft oder Hilfs­ar­bei­ter auf dem Bau. "We­gen der feh­len­den Deutsch­kennt­nis­se vie­ler Schutz­su­chen­der ist es wahr­schein­lich, dass es zu­nächst Jobs im Nied­rig­lohn-Sek­tor sein wer­den", sagt Schnei­der.

Am plau­si­bels­ten sei wohl die Zahl 300.000. Das ent­sprä­che ei­ner Wert­schöp­fung von 2,16 Mil­li­ar­den Eu­ro. "Die Flücht­lin­ge sind mo­na­te­lang in ih­ren Un­ter­künf­ten zum Nichts­tun ver­dammt, al­so ist es doch na­he­lie­gend, dass sie ir­gend­wann raus wol­len und sich als Schwarz­ar­bei­ter ver­din­gen", sagt der Lin­zer VWL-Pro­fes­sor.

Schnei­der und Co-Au­tor Bern­hard Boock­mann ap­pel­lier­ten an die Po­li­tik, ei­ne ra­sche le­ga­le Be­schäf­ti­gung zu er­mög­li­chen. "Man soll­te dar­über nach­den­ken, Flücht­lin­gen schnell ei­ne zeit­lich be­grenz­te Ar­beits­er­laub­nis zu er­tei­len", sagt Schnei­der. Ei­ne sol­che ein­ge­schränk­te Er­laub­nis könn­te zu­nächst für ein­fa­che Tä­tig­kei­ten gel­ten. Spä­ter könn­ten die Flücht­lin­ge die Er­laub­nis er­hal­ten, auch hö­her­wer­ti­ge Stel­len an­zu­tre­ten, wenn Qua­li­fi­ka­tio­nen nach­ge­wie­sen sei­en, et­wa als Hand­wer­ker, Arzt oder Ver­käu­fer.

Klaus Salz­sie­der von der Ge­ne­ral­zoll­di­rek­ti­on in Bonn ver­weist dar­auf, dass der Um­fang der Schwarz­ar­beit nicht ge­nau be­kannt sei. Es sei aber klar, dass sie ein gro­ßes Pro­blem sei – der Zoll ha­be die An­zahl der Kräf­te zur Schwarz­ar­beit-Be­kämp­fung in gut zehn Jah­ren auf knapp 7000 mehr als ver­dop­pelt (2004: 3000). Dies lie­ge auch an neu­en Auf­ga­ben, et­wa Kon­trol­len zur Ein­hal­tung des Min­dest­lohns.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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