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Sü­d­eu­ro­pä­er ver­su­chen ihr Glück in Deutsch­land

Grie­chen, Por­tu­gie­sen, Spa­nier und Ita­lie­ner drän­gen auf den deut­schen Ar­beits­markt: Vor al­lem spa­ni­sche Ar­beits­lo­se zieht es ver­stärkt nach Deutsch­land.

09.08.2012. (dpa) - Die Schul­den­kri­se in den süd­eu­ro­päi­schen Län­dern macht Deutsch­land zu ei­nem im­mer at­trak­ti­ve­ren Zu­wan­de­rungs­land für Job­su­cher aus dem eu­ro­päi­schen Mit­tel­meer­raum. Vor al­lem ar­beits­lo­se Grie­chen und Spa­nier hät­ten in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ver­stärkt nach Ar­beits­mög­lich­kei­ten in Deutsch­land ge­sucht, geht aus ei­nem ak­tu­el­len Hin­ter­grund­pa­pier der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) her­vor.

Die Bun­des­agen­tur schließt al­ler­dings nicht aus, dass ei­ni­ge der Por­tu­gie­sen, Spa­nier, Grie­chen und Ita­lie­ner be­reits in Deutsch­land ge­lebt ha­ben, aber erst jetzt ei­nen Job fan­den. Die meis­ten sei­en aber wahr­schein­lich zu­ge­wan­dert. «Dass die­se An­stie­ge mit der Schul­den­kri­se in die­sen Län­dern zu­sam­men­hän­gen, kann plau­si­bel ver­mu­tet wer­den», heißt es in dem BA-Hin­ter­grund.

En­de Mai hat­te die Zahl der Be­schäf­tig­ten mit ei­nem grie­chi­schen, spa­ni­schen, por­tu­gie­si­schen oder ita­lie­ni­schen Pass je­den­falls im Ver­gleich zum Vor­jahr um 6,5 Pro­zent auf 452 000 zu­ge­nom­men. Die Ge­samt­zahl der Er­werbs­tä­ti­gen in Deutsch­land war in die­sem Zeit­raum le­dig­lich um 1,6 Pro­zent ge­wach­sen, gibt die Nürn­ber­ger Bun­des­be­hör­de zu be­den­ken.

Den stärks­ten An­stieg ver­zeich­ne­te die Bun­des­agen­tur bei Spa­ni­ern und Grie­chen: En­de Mai hat­ten in Deutsch­land et­wa 11,5 Pro­zent mehr Spa­nier und 9,8 Pro­zent mehr Grie­chen ei­nen Job in Deutsch­land als vor ei­nem Jahr. Die Zahl der in Deutsch­land be­schäf­tig­ten Por­tu­gie­sen wuchs um 5,9 Pro­zent, die der Ita­lie­ner um 4,2 Pro­zent. Ins­ge­samt hat­ten En­de Mai 117 700 Grie­chen, 46 000 Spa­nier, 55 600 Por­tu­gie­sen und 232 800 Ita­lie­ner in Deutsch­land ei­nen Job.

Das Ri­si­ko ar­beits­los zu wer­den, ist nach den Bun­des­agen­tur-Zah­len für die aus Sü­d­eu­ro­pa stam­men­den Ar­beits­kräf­te sehr un­ter­schied­lich. Wäh­rend die Zahl der ar­beits­su­chen­den Ita­lie­ner im Ju­ni ver­gli­chen zum Vor­jahr mit 6,4 Pro­zent über­durch­schnitt­lich stark sank, ist die Zahl der ar­beits­su­chen­den Spa­nier seit Ju­ni 2011 um 10,5 Pro­zent auf knapp 8000 ge­stie­gen. Die Zahl der als ar­beit­su­chend re­gis­trier­ten Grie­chen stieg bin­nen Jah­res­frist um 4,1 Pro­zent auf 26 800. Un­ter den in Deutsch­land le­ben Por­tu­gie­sen gab es im Ju­ni mit 8500 Ar­beits­su­chen­den fast so vie­le wie vor ei­nem Jahr.

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