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Süd­west-Ar­beit­ge­ber hal­ten Frau­en­quo­te für den fal­schen Weg

Nein zur Quo­te: Die Ar­beit­ge­ber im Süd­wes­ten hal­ten ei­ne star­re Quo­te zur Frau­en­för­de­rung für falsch. Sie fin­den an­de­re Schrit­te wich­ti­ger - und be­kom­men da­bei Rü­cken­de­ckung von Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern

24.12.2014. (dpa) - Die Ar­beit­ge­ber im Süd­wes­ten hal­ten ei­ne star­re Quo­te für den fal­schen Weg, um mehr Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen zu brin­gen.

"Der Staat hat da den zwei­ten Schritt vor dem ers­ten ge­macht", sag­te Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent Rai­ner Dul­ger der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Stutt­gart.

"Man hät­te erst die Kin­der­ver­sor­gung si­cher­stel­len müs­sen und dann über Ziel­vor­ga­ben spre­chen."

Er be­für­wor­te, dass mehr Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen kom­men sol­len. Al­ler­dings müs­se es zu­nächst ei­ne "we­sent­lich bes­se­re und lü­cken­lo­se­re Kin­der­be­treu­ung" ge­ben.

Rü­cken­de­ckung kommt von der Ge­werk­schaft Ver­di, die auch bes­se­re Be­treu­ungs­zei­ten für Kin­der for­dert. Lan­des­che­fin Le­ni Brey­mai­er er­gänzt: "Im­mer wich­ti­ger wird aber auch die Un­ter­stüt­zung bei der Be­treu­ung der be­tag­ten El­tern, wenn die­se zu Pfle­ge­fäl­len wer­den." Die Pfle­ge über­neh­men ihr zu­fol­ge häu­fig Frau­en.

Ein Ge­setz­ent­wurf zur Frau­en­quo­te in Füh­rungs­po­si­tio­nen der deut­schen Wirt­schaft war jüngst vom Ka­bi­nett ge­bil­ligt wor­den. Der Ent­wurf sieht von 2016 an Sank­tio­nen für gro­ße mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge Ak­ti­en­kon­zer­ne vor, wenn sie im Auf­sichts­rat nicht min­des­tens ei­nen Frau­en­an­teil von 30 Pro­zent er­rei­chen.

Auch Süd­west­me­tall-Chef Ste­fan Wolf äu­ßer­te sich kri­tisch. Er for­der­te bes­se­re Vor­aus­set­zun­gen für Frau­en vor al­lem in na­tur­wis­sen­schaft­lich-tech­ni­schen Be­ru­fen. "Wir ha­ben ge­schätzt 6000 In­ge­nieu­rin­nen in Ba­den-Würt­tem­berg, die nicht mehr in ih­rem Be­ruf ar­bei­ten. Wir müs­sen bes­se­re Rah­men­be­din­gun­gen schaf­fen für Frau­en in MINT-Be­ru­fen. Dann hal­ten wir sie auch in den Be­trie­ben." Die Ab­kür­zung MINT steht für Ma­the, In­for­ma­tik, Na­tur­wis­sen­schaft und Tech­nik.

Auch die IG Me­tall sieht bei der Frau­en­för­de­rung noch Nach­hol­be­darf. "Mehr Frau­en in ver­ant­wor­tungs­vol­le Po­si­tio­nen zu brin­gen, ist aus­drück­lich zu be­grü­ßen", sag­te Be­zirks­lei­ter Ro­man Zit­zels­ber­ger. "Die Vor­aus­set­zung da­für ist al­ler­dings, dass sich Frau­en­för­de­rung nicht nur auf Top-Po­si­tio­nen be­schränkt, son­dern auch für un­te­re und mitt­le­re Füh­rungs­po­si­tio­nen deut­lich aus­ge­wei­tet wird."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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